Hier mal ein paar Gedanken zur mir zur aktuellen Lage mit der neuen Virusvariante:
Mal zur aktuellen Coronasituation:
Nehmen wir einmal an, wir haben aktuell in Deutschland 100.000 Infizierte, davon 1000 mit der mutierten Version. Bei der normalen Virusvariante nimmt die Zahl der infizierten unter den aktuellen Bedingungen jede Woche um 20% ab. Die neue Variante ist ansteckender. Wie viel genau, weiß man nicht. In einem optimistischen Szenario nimmt die Zahl der Infizierten an der mutierten Virusversion bei gleichbleibenden Bedingungen jede Woche um 20% zu, in einem pessimistischeren Szenario um 50% jede Woche.
Die Zahl der Infizieten in Abhängigkeit von der Zahl der Wochen ab jetzt berechnet sich nach diesem Modell zu
99.000 * 0,8^t + 1000 *1,2^t im optimistischen Szenario und
99.000 * 0,8^t + 1000 *1,5^t im pessimistischen Szenario aus.
Die Ergebnisse stelle ich in einer Excel-Tabelle dar.
Das Modell berücksichtigt nicht, dass sich die Bedingungen natürlich ständig ändern: (Außerdem sind meine Zahlen für die Grundlage der Rechnung natürlich fiktiv. Die Größenordnung dürfte aber in etwa hinkommen).
- Kontaktbeschränkungen können gelockert oder verschärft werden und das Verhalten der Bevölkerung ändert sich dadurch.
- Es kommt Frühling und es wird dadurch zunehmend wärmer.
- Impfungen helfen zunehmend mehr, Infektionen zu verhindern.
Trotzdem lassen sich einige Erkenntnisse aus der Betrachtung dieser Zahlen gewinnen.
1. Im optimistischen Szenario sinkt die Zahl der Infizierten etwa 12 Wochen und steigen dann wieder. Berücksichtigt man, dass Wetter und Impfungen mithelfen, dann kann man sagen. Dieses Szenario ist gut beherrschbar und schrittweise Lockerungen sollten bald möglich sein.
2. Im pessimistischen Szenario sinkt die Zahl der Infizierten auch erst mal signifikant, doch nach 6 Wochen steigen sie wieder, und zwar zunehmend schneller, so dass man nach 11 Wochen wieder bei 100.000 Infizierten ist mit stark steigender Tendenz. Trotz Impfungen und wärmeren Wetters wird es sehr schwierig, in diesem Fall die Pandemie zu beherrschen. Lockerungen der Kontaktbeschränkungen erlaubt dieses Szenario nicht. Eher sind weitere Verschärfungen notwendig.
3. In den ersten vier Wochen unterscheiden sich die Zahlen der beiden Szenarien nur unwesentlich. Das heißt. Die sinkenden Inzidenzwerte erlauben jetzt und auch noch in den nächsten Wochen keine Rückschlüsse darüber, ob wir uns eher im optimistischen Szenario oder eher im pessimistischen Szenario bewegen. Das ist das Problem der verantwortlichen Politiker, die aktuell Entscheidungen treffen müssen.