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Coronavirus 2019-nCoV

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gerrit schrieb:
Fadesse:
Kleiner Tipp an alle, denen die Decke schon auf den Kopf fällt, die rauswollen und auch nichts dagegen haben, etwas sinnvolles zu tun: in Österreich (vermutlich auch in Deutschland) mangelt es akut an Erntehelfern, da die Saison- und auch die Regelarbeiter aus dem Osten nicht kommen. Es wird verzweifelt nach Hilfskräften gesucht, sonst verdirbt die Ernte auf den Feldern oder in den Glashäusern.



Hehe. Das ist genau für die, denen die Restriktionen noch nicht hart genug sind. Erntehelfer = Sklave. :D ;)
 
christopher91 schrieb:
Mal ernsthaft: Eine solche App Lösung wie in Singapur (siehe Beitrag von Tyrolens) fände ich gut. Lieber lass ich meine Daten tracken, als das der derzeitige Zustand ein Jahr oder so anhalten muss.

So ganz verstanden habe ich es noch nicht. Sehr viele wissen gar nicht, ob sie das Virus haben oder nicht. Es ist auch nicht absehbar, dass alle getestet werden (können).
Lässt man sich also bereits tracken, wenn man einen normalen Schnupfen hat? Was ist mit denen, die zwar infiziert sind, aber keine Symptome haben? Aktuell sind ja so eh schon sehr viele Ausgangsbeschränkungen und mit bißl Hirn lassen sich viele Übertragungswege minimieren.

Meines Erachtens würde es wirklich was bringen, wenn man schnelle Selbsttest sowie Schnelltest auf Antikörper haben würden. Dann wüsste jeder ziemlich genau seinen Status.
 
Das ist ein Mangel im System, wobei die in Singapur auch intensiv testen.

Übrigens, wir werden ja sowieso schon alle getrackt.
Daher blieb das Handy gestern auch zuhause.
 
Ach ja, noch etwas an all diejenigen, die das Ende von Rechtsstaat und Demokratie befürchten:
Es ist nicht einfach, die aktuellen Gesetze, Verordnungen, Weisungen und Bescheide so zu formulieren, dass sie einander und allgemeingültigen Gesetzen, .... nicht wiedersprechen. In Österreich arbeiten zahlreiche Juristen ständig daran, die aus epidemiologischer Sicht sinnvollen Anweisungen juristisch mit den Anforderungen des Rechtsstaats in Deckung zu bringen. Ich bin aktuell unter anderem auch mit diesen Belangen konfrontiert und beschäftigt. Die Kontrolle und Einbettung der verordneten Maßnahmen in einem juristischen Überbau ist aber aus demokratischer Sicht extrem wichtig und absolut zu begrüßen, bindet aber auch Kapazitäten und verlangsamt manche Schritte, (Auch wenn ich selbst fallweise die dadurch entstehenden Verzögerungen verfluche und aus medizinischer Sicht sogar als absoluter Antimilitarist gewisse Aspekte und Möglichkeiten eines "Kriegsrechts" nicht mehr als komplett absurd ansehe.... :wink: )
Ich bin übrigens den Akteuren der Vorkommnisse auf Ibiza im letzten Jahr nun doppelt dankbar, denn ich möchte mir nicht vorstellen, wie sich die Situation in Österreich unter der Ministerkonstellation der Vorgängerregierung entwickelt hätte.....
 
Die absolute Zahl der registrierten Neuinfektionen ist doch gar nicht entscheidend.
Die wirklich wichtige Kennzahl wird sein, wie stark die Kapazität der Intensivbetten aus- bzw überlastet ist.
Alleine mit den Zahlen, die wir kennen ist es bei jetzigen Wachstumsraten in 7-10 Tagen soweit, dass die bestehenden und eilig geschaffenen Kapazitäten überlastet sind, sofern sich der Anteil der Fälle bestätigt, die intensivmedizinisch behandelt werden müssen.
Bei entsprechender Dunkelziffer passiert das halt früher.

Noch ist das in den Krankenhäusern noch nicht so weit. Man bereitet sich darauf vor und schafft neue Kapazitäten. In spätestens Ende des Monats kann man also die Lage gerne neu bewerten und ggf auch die Strategie ändern. Bis wäre es aber sehr grob fahrlässig, nicht alles zu tun, um diesen ersten Ansturm abzuwehren.
 
christopher91 schrieb:
Mal ernsthaft: Eine solche App Lösung wie in Singapur (siehe Beitrag von Tyrolens) fände ich gut. Lieber lass ich meine Daten tracken, als das der derzeitige Zustand ein Jahr oder so anhalten muss.

Ja klingt sehr gut, gewisses Grundvertrauen in den Staat vorausgesetzt.
Übrigens xtream ist nicht allein was die Befürchtungen zu den wirtschaftlichen Folgen und daraus resultierende gesellschaftliche Auswirkungen
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Wir-muessen-diesen-Menschen-Geld-geben-article21656654.html
Macht Hoffnung.
 
Tyrolens schrieb:
gerrit schrieb:
Fadesse:
Kleiner Tipp an alle, denen die Decke schon auf den Kopf fällt, die rauswollen und auch nichts dagegen haben, etwas sinnvolles zu tun: in Österreich (vermutlich auch in Deutschland) mangelt es akut an Erntehelfern, da die Saison- und auch die Regelarbeiter aus dem Osten nicht kommen. Es wird verzweifelt nach Hilfskräften gesucht, sonst verdirbt die Ernte auf den Feldern oder in den Glashäusern.



Hehe. Das ist genau für die, denen die Restriktionen noch nicht hart genug sind. Erntehelfer = Sklave. :D ;)

Ich weiß ja nicht, ob und welches Gemüse Du isst, aber da Deine Aussage (Erntehelfer = Sklave) durchaus einen hohen Wahrheitsgehalt in sich trägt, ist es spätestens jetzt an der Zeit, darüber nachzudenken, warum unser Lebensstandard (in diesem Fall der Gemüsekonsum) zu einem erheblichen Anteil auf "Sklavenarbeit" angewiesen ist. :twisted:
 
molotov schrieb:
Übrigens xtream ist nicht allein was die Befürchtungen zu den wirtschaftlichen Folgen und daraus resultierende gesellschaftliche Auswirkungen
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Wir-muessen-diesen-Menschen-Geld-geben-article21656654.html
Macht Hoffnung.
Da rechnen die Experten im Extremfall mit einem Wirtschaftswachstum von minus 9%.
Das ist eine schwere Rezension und an den Folgen davon gibt es auch nichts zu romantisieren.
Aber xtream fällt von einem Zusammenbruch des Wirtschaftssystems. Das hat damit nicht im Mindesten was zu tun!
Im letzten Jahrzehnt hatten wir immer ein Wirtschaftswachstum von weit mehr als 1% pro Jahr im Schnitt. Von der Wirtschaftsleistung würde uns die Krise auf den Stand von 2010 zurückwerfen nach den Exe Orten Prognosen. Das war damals keine Steinzeit!!
 
extremecarver schrieb:
Ich sehe favipiravir auch als deutlich besser an wie chloroquine, es könnte aber eine Übergangslösung.sein.
Favipiravir hat jedenfalls ein sehr gutes Nebenwirkungsprofil. Gute klinische Daten gibt es leider (noch) nicht:
Discovering drugs to treat coronavirus disease 2019 (COVID-19)
The preliminary results froma total of 80 patients (including the experimental groupand the control group) indicated that favipiravir had morepotent antiviral action than that of lopinavir/ritonavir(12). No significant adverse reactions were noted in thefavipiravir treatment group, and it had significantly feweradverse effects than the lopinavir/ritonavir group (12).
https://www.jstage.jst.go.jp/article/ddt/14/1/14_2020.01012/_pdf/-char/en


Die in vitro Daten von Remdesivir und Chloroquine erscheinen vielversprechender:
Remdesivir and chloroquine effectively inhibit the recently emerged novel coronavirus (2019-nCoV) in vitro
Our findings reveal that remdesivir and chloroquine are highly effective in the control of 2019-nCoV infection in vitro. Since these compounds have been used in human patients with a safety track record and shown to be effective against various ailments, we suggest that they should be assessed in human patients suffering from the novel coronavirus disease.
https://www.nature.com/articles/s41422-020-0282-0

Entsprechend laufen derzeit fünf Studien, darunter seit 5. Februar ein randomized, placebo-controlled, double-blind, multicenter, phase III clinical trial . Hoffentlich gibt es bald (vorläufige) Ergebnisse :ja:
 
gerrit schrieb:
Es ist nicht einfach, die aktuellen Gesetze, Verordnungen, Weisungen und Bescheide so zu formulieren,

Seit spätestens 2003* wusste man, was auf uns zukommt. Man hätte auch vorsorgen können. Dann hätte man jetzt diesen Stress nicht, wo sich niemand auskennt und täglich neue Interpretationen auftauchen. In Tirol ist das besonders negativ, wo die Polizei ihre Interpretation binnen einer Stunde um 180° gedreht hat und zum Schluss dann etwas in die LandesVO rein interpretiert wurde, was von der aber 100%ig nicht gestützt wird. Aktuell höre ich Meldungen von "man darf nur mehr die Beine kurz vertreten" bis "spazieren im Gemeindegebiet ist vollumfanglich erlaubt" "wandern aber nicht". Was ist der Unterschied zwischen Wandern und Spazieren? Und natürlich optimiert sich jeder in dieser Situation bis auf's Maximum. Daher klappt das mit den Mittelaltermethoden never ever.

2003 weil: https://de.wikipedia.org/wiki/SARS-Pandemie_2002/2003 Einfach mal die Chronologie lesen. Von wegen, das sei nicht erwartbar gewesen und völlig aus dem Nichts aufgetaucht. Jeder, der in diesem Bereich unterwegs war wusste, dass so etwas kommen wird.
 
Jan Tenner schrieb:
Noch ist das in den Krankenhäusern noch nicht so weit. Man bereitet sich darauf vor und schafft neue Kapazitäten. In spätestens Ende des Monats kann man also die Lage gerne neu bewerten und ggf auch die Strategie ändern. Bis wäre es aber sehr grob fahrlässig, nicht alles zu tun, um diesen ersten Ansturm abzuwehren.

Dass das teilweise immer noch nicht verstanden wird, ist unbegreiflich. Wir wehren jetzt mit aller Kraft ab, schauen dann, und wenn wir Glück hatten, lockern wir dann

Besser als jetzt lockern, und wenn man Pech hat, dumm gucken.
 
Jan Tenner schrieb:
Die absolute Zahl der registrierten Neuinfektionen ist doch gar nicht entscheidend.
Die wirklich wichtige Kennzahl wird sein, wie stark die Kapazität der Intensivbetten aus- bzw überlastet ist.
Alleine mit den Zahlen, die wir kennen ist es bei jetzigen Wachstumsraten in 7-10 Tagen soweit, dass die bestehenden und eilig geschaffenen Kapazitäten überlastet sind, sofern sich der Anteil der Fälle bestätigt, die intensivmedizinisch behandelt werden müssen.
Bei entsprechender Dunkelziffer passiert das halt früher.

Noch ist das in den Krankenhäusern noch nicht so weit. Man bereitet sich darauf vor und schafft neue Kapazitäten. In spätestens Ende des Monats kann man also die Lage gerne neu bewerten und ggf auch die Strategie ändern. Bis wäre es aber sehr grob fahrlässig, nicht alles zu tun, um diesen ersten Ansturm abzuwehren.

Es wird ja gerne auf unsere Regierung gescholten. Aber kann es nicht sein, dass die Regierenden (bzw. die involvierten Virologen) aktuell ziemlich gut wissen, was sie tun und wann sie was tun müssen? Wenn wir in 7-10 Tagen volle Intensivstationen haben, würden die Maßnahmen, die aktuell gestartet wirken greifen (persönlich glaube ich dauert es noch etwas länger, auch in Hinblick auf die Zuversicht vieler Mediziner).

Bis jetzt haben wir die Maßnahmen scheibchenweise erhöht und dadurch eine sehr hohe Akzeptanz in der Bevölkerung geschaffen. Vielleicht ist das alles durchdachter, als wir immer denken ;-)
 
In China wurden soweit ich mich Grad erinnere Studien mit remdesivir abgebrochen, bzw besser gesagt es hab viele Patienten wo man die Behandlung wegen Nebenwirkungen abbrechen müsste.
Dazu war es weniger wirksam.
Ich glaube, von remdesivir werden wir in ein paar Monaten nichts mehr hören, obwohl Gilead es mit Lobby und geld durchboxen möchte. Bei 1000euro pro Behandlung, ist es eh nicht finanzierbar in großem Rahmen
 
carverboy schrieb:
Die Testkapazitäten werden ja nicht exponentiell steigen, wie dies voraussichtlich die Zahl der Infizierten tun wird. Das ist das, was auch Tiob einige Beiträge später geschrieben hat. Das heißt irgendwann die nächsten Tage steigt die Anzahl der positiv getesteten allein dadurch nicht exponentiell, sondern mehr oder weniger linear weiter, da nur eine gewisse Anzahl X Tests durchgeführt werden kann?!
Ach so meinst du das. Ich hatte das auf die bisherigen Zahlen bezogen.
Aber klar, das kann so sein.
 
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