miki schrieb:
Ein Leben lang mit Masken, Reisebeschränkungen, 'strengen Massnahmen', Militär welches auf den Strassen kontrolliert dass sich Leute nicht zu nahe kommen (Italien), Zensur auf FB und Twitter, totaler Gleichschaltung in den Massenmedien?
Gut, dass du mich erinnerst, denn auch dies ist mir noch aufgefallen: Kritisiert werden hier oft nicht tatsächliche Maßnahmen, sondern eigene Fantasien.
Gegen eine Abwägung, wie weit man gehen sollte, Leben zu schützen, habe ich übrigens gar nichts. Ich habe mal irgendwo mitbekommen, dass z.B. in der Schweiz der Wert eines Menschenlebens betragsmäßig taxiert wird und dann davon abhängig gemacht wird, welche Schutzmaßnahme noch verhältnismäßig erscheint und welche nicht. Dies soll – wenn ich mich richtig erinnere – u.a. zum Verzicht auf eine Rauchmelderpflicht geführt haben, weil die Kosten gesamtgesellschaftlich höher wären als der wie vorstehend beschrieben taxierte Nutzen. (Besser Informierte mögen das bitte gern aufklären, wenn es so nicht stimmt.) In D würde man jetzt aufschreien und sagen, meine Güte, ein Menschenleben bewerten geht ja gar nicht. Ich finde, der Denkfehler liegt darin, dass wir In D ja auch nicht bereit sind, jeden Preis zu zahlen für mehr Sicherheit. Wenn dann ein Maßstab fehlt, werden die Ergebnisse ziemlich willkürlich (an einer Stelle tut man viel, an anderer Stelle unverhältnismäßig wenig). So viel mal dazu.
In Bezug auf das Maß für den Schutz vulnerabler Gruppen vs. Partyfreiheit sollte man jedenfalls eine breite gesellschaftliche Verständigung haben und nicht einfach so locker den eigenen Egoismus auf Kosten Dritter durchziehen. Und im Moment ist die Mehrheit zumindest in D nach wie vor weit davon entfernt, den Schutz aufzugeben. Und ja, jeder mag hier eine eigene Einstellung dazu haben und auch durchaus ein eigenes Risiko in Kauf nehmen. In vielen Fällen dürfte sich das aber ändern, wenn es einen selbst oder Angehörige dann tatsächlich trifft...
Die von dir zitierte Ego-Erklärung finde ich übrigens echt Banane und Benjamin Franklin hätte vermutlich auch nicht zugestimmt, dass das Tragen eines Mund-Nasenschutzes eine unverhältnismäßige Einschränkung für die Eindämmung einer gefährlichen Pandemie wäre.