Als Manager ist man die Milchkuh der Nation, ob man das jetzt wahrhaben will oder nicht. Die haben alle einen Steuerausweis, da kann man absolut nichts auf die Seite schaffen. Und die Schweiz ist nicht unbedingt das Steuerparadies als das man es hinstellt (an diesem Mythos ist in erster Linie die Pauschalbesteuerung "schuldig", welche aber nur für Ausländer ohne Einkommen in der CH gilt - also nicht für Manager die hier arbeiten). Diese Leute zahlen sehr, sehr viel Steuern und weitere Sozialabgaben (AHV etc.). Anderst sieht das bei den Selbstständigen aus. Ein sehr gut verdienender Selbständiger kann mit ein paar Tricks sehr viel Steuern sparen. Allerdings trägt man da auch das volle Risiko selber und man hat keine Arbeitsgeberbeiträge bei AHV und anderen Sozialversicherungen etc. (man muss z.B. gleich mal 8.4% anstatt 4.2% des Einkommens für die AHV abliefern).
Es gibt m.E. keine Argumente gegen hohe Einkommen, wenn Sie unter fairen Bedinungen zu stande kommen (keine Vetternwirtschaft, klare Regeln die auch umgesetzt werden etc.). Das ist aber m.E. seit dem auftreten der Finanzkriese nicht mehr der Fall. Hier wurde eine Subventionsmaschinerie gestartet, die man mit einer libertären Einstellung nicht mehr vertreten kann. Man kann in guten Zeiten nicht die Lorbeeren für sich beanspruchen, wenn man nicht bereit ist, in schlechten Zeiten eine abzukriegen. Krisen gehören nunmal zu einer Marktwirtschaft und führen dazu, dass das System fair bleibt. Es kann ja nicht immer mehr Reiche geben. Wenn man das Durchschlagen von Kriesen wie jetzt verhindert, dann versucht man eine Güterverteilung zu konservieren, die nicht mehr unbedingt fair ist. Man macht den bösen

(aber an sich fairen) Kapitalismus kaputt...
M.E. hätte man es gar nie dazu kommen lassen dürfen, dass es systemrelevante Banken gibt, weil der Markt dann gar nicht mehr voll funktionnieren kann.
Der Fall UBS war m.E. eine Katastrophe. Vielleicht hat die heutige Vorgehensweise der Schweiz viel erspart, aber "ideologisch richtig" war er nicht. Die Risikoträger hätten die volle Härte der bestehenden Regeln spüren, die Aktionäre ihr Geld verlieren müssen. Sicher war der Crash für die Aktionnäre heftig (von irgend etwas um 85 CHF auf 10 CHF), aber ihnen gehört die Firma immer noch.
M.E. hätte hier, falls kein Privater Investor gefunden werden konnte, die Firma enteignet und verstaatlicht gehört, wo man den Laden rekapitalisieren und reprivatisieren hätte können. Das hätte Totalverlust für die Aktionäre bedeutet, das selbe wie in einem Konkurs der Fall gewesen wäre. Das wäre hart aber fair gewesen. Nicht 100% korrekt, aber mit absehbaren Folgen.
Man kann nicht in guten Zeiten den Staat zum Teufel jagen und in schlechten Zeiten nach Planwirtschaft lechzen. Hier hat mich die Politik schon ein bisschen enttäuscht, die springen halt schlussendlich auch alle ihren privaten Interessen hinterher. Von links bis rechts.