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Devisenkurse und Tourismus

Rüganer schrieb:
mic schrieb:
Wir wollen in unserer Firma auch nur 10% haben!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Ziehts doch um in die Schweiz, dann gibts nur 8 % ! :D
Ansonsten müsst ihr euch eben mehr politisch engagieren......
aha politisch engagieren nennt man das.
Bei der Partei mit 2 % ?
 
mic schrieb:
Fab schrieb:
Es geht nicht um verbilligte Zimmer, sondern um Wettbewerbsfähigkeit der örtlichen Tourismusindustrie wg. Standortnachteilen.
??? das mußt aber mal erkären!
Du betreibst z. B. in D ein grenznahes***Hotel und verlangst pro Person für HP beispielsweise € 120,--. Im Preis sind die 19% MwST enthalten.
Wenige Km weiter vermietet ein österreichisches ***Hotel Bett + HP zum gleichen Preis, in dem aber nur die österr. 10% MwSt enthalten sind.
Beim gleichen Aufwand (€-Raum, gleiche Hotelkategorie etc.) ist die Ertragskraft des deutschen Hotels pro Bett um 9% niedriger! Da bist du auf Dauer nicht konkurrenzfähig.
 
Das bestreitet sicher niemand. Nur kann der Tankstellenpächter etc. in D genau das Gleiche sagen.
Ich kann in einseitiger Privilegierung bestimmter Wirtschaftszweige keine Gerechtigkeit erkennen.
 
Ich kann in einseitiger Privilegierung bestimmter Wirtschaftszweige keine Gerechtigkeit erkennen.
Das ist m. E. keine Privilegierung, sondern Beseitigung einer Wettbewerbsverzerrung.

Manchmal reichen in der Politik ja mal pragmatische Lösungen.
Mir hängt das Wort "Gerechtigkeit", was immer jeder drunter versteht, in der Politik wirklich zum Halse raus.
 
Du argumenierst meines Erachtens deutlich zu Interessengeleitet.

Die isolierte Betrachtungsweise hinsichtlich der Grenznähe Österreich/Deutschland ist keine Referenz für die BRD im gesamten.
Jetzt wird beispielsweise auch das Hotel auf Juist von der Vergünstigung profitieren.

Wenn man die Steuersätze schon ändert (um nicht zu sagen weiter verkompliziert), dann ginge das mE nur in internationeler Harmonisierung weit über D/AT hinaus -also zB EU-weit.
Und selbst dan wäre ich für weitgehende Gleichheit im Steuersatz - unabhängig von der Unternehmensform.
Man kann das Wort Gerechtigkeit ja auch durch Gleichbehandlung ersetzen.
 
In Österreich subventionierte Bund und Länder den Bau von Hotels lange mit günstigen Krediten. Fair?
 
Du argumenierst meines Erachtens deutlich zu Interessengeleitet.
Demokratie heißt ja wohl Beteiligung und Interessenvertretung - was denn sonst. Offene Interessenvertretung ist mir allemal lieber als Politik die dem "Großen u. Ganzen" zu dienen vorgiebt und romantisch verbrämt wird. Dann wird sie völlig undurchschaubar.
 
Fab schrieb:
Du argumenierst meines Erachtens deutlich zu Interessengeleitet.
Demokratie heißt ja wohl Beteiligung und Interessenvertretung - was denn sonst. ....
Beteiligung, Interessenvertretung und - ganz wichtig - Abwägung der Interessen und Belange gegeneinander durch ein demokratisch legitimiertes Gremium. (nicht durch die Intetressenvertreter selbst)
 
Dieses System wird fraglos oft durch Lobbyisten untergraben. Dennoch ist es grundsätzlich mal so. Und wenn der Wähler eben die Parteien und Politiker wählt, die sich durch die Lobby ihre Entscheidungen diktieren lassen, dann ist es eben auch so.
Jedes Volk bekommt die Regierung, die es verdient.
Das Schweizer System funktioniert hier allerdings grundsätzlich besser, da es die Bürger oft direkt mit einbezieht.
 
Ohne Details näher zu beleuchten, darf ich sagen dass ich einen gewissen Einblick in den Berliner Politikbetrieb habe. Möchte kurz einige Stichworte nennen.

Die modernen Industriestaaten sind unbeschreiblich komplex geworden.
Die Aussage
Dieses System wird fraglos oft durch Lobbyisten untergraben
geht an der Wirklichkeit völlig vorbei. Ohne Lobbyisten würde die parlamentarische Arbeit gar nicht funktionieren.
Jeder der hier mitliest soll einfach mal überlegen, wie komplex in seinem eigenen Arbeitsumfeld die diversen Anforderungen jedwelcher Art sind.

Mal so nebenbei - Wenn man ins Regierungsviertel kommt, wirken die Bauten pharaonisch. Jedem der aktuell glaub 620 (kann variieren) Abgeordneten stehen 2 wissenschaftl. Mitarbeiter zu. Macht pro MdB 3 Büros, 14m2 f. Assis, 16m2 für den MdB (Privileg, Privileg :D ). Da ist man schnell bei 2000 Räumen.
Doch der Eindruck täuscht. Der Regierungsapparat ist für die Anforderungen geradezu mickrig.

Ein Beispiel:
Für ein Fachgebiet, ich nehm mal das Betriebverfassungsgesetz, gab es zum Zeitpunkt von dem ich spreche, grad mal 3 Fachleute.
Kenne eine große Anwaltskanzlei in Nürnberg. Schon die allein ist besser besetzt. Wenn da komplizierte Rechtsfragen auftauchen, geht es ohne externe Beratung mit denen die es betrifft gar nicht.

Ich könnte endlos fortfahren (Medizin, Lebensmittelsicherheit usw. usw.)
 
Das Lustige am Lobbyismus ist unter anderem, dass sich Lobbyisten für einen wichtigen Bestandteil einer Demokratie halten (ähnlich Immobilien- und Finanzspekulanten), aber anderseits jegliche Gesetzesinitiative zu blockieren wissen, die für vollkommene Transparenz im parlamentarischen und Institutionellen System sorgen soll.
Wer wieviel Geld für welche Lobbyarbeit investiert muss selbstverständlich so gut es geht nebulös bleiben...

An und für sich vernünftige Maßnahmen in der jetzigen Finanz- und Haushaltskrise werden so erfolgreich unterbunden und keiner weiss eigentlich warum!!
Als tagesaktuelles Beispiel sei das plötzliche "Entsetzen" der deutschen Politik gegenüber der neue Entschlossenheit der Franzosen genannt, die die Finanztransaktionssteuer in kürze tatsächlich einführen werden. Bislang konnte man diese Steuerform gekonnt verhindern, indem man bedauernd feststellte, man könne sie ja nur einführen, wenn alle wesentlichen Staaten es zusammen täten (wohl wissen dass das nie der Fall sein wird). Und jetzt geht ein Staat im Alleingang und alle sind schockiert, weil die Finanztransaktionssteuer doch machbar ist und mittelfristig auch D in Zugszwang kommen sollte.
Hingegen wird "echte" Arbeit(!) unverschämt hoch besteuert, und keiner weiss eigentlich warum...(Einkommensteuer)

Ähnliches gilt für ungezügelte aber mächtig problematische Derivatprodukte, Leerverkäufe, andere.

Oh, was war das Topic nochmal? :-)
 
Transaktionssteuer - is halt a bisserl peinlich für die Frau Bundeskanzlerin, da in der Koalition keine Einigkeit herrscht. Durch das frz. Vorpreschen wird das halt jedermann ersichtlich.
 
Zum Link den ATV weiter vorne gepostet hat: Der oberste Währungshüter der Schweiz durfte gestern frewillig zurücktreten.
Bekanntlich hatte ja seine Frau ein bisschen mit Devisen spekuliert und es lässt sich seinerseits nicht beweisen dass sie keine Insiderinformationen hatte.
 
Kris schrieb:
Das Lustige am Lobbyismus ist unter anderem, dass sich Lobbyisten für einen wichtigen Bestandteil einer Demokratie halten (ähnlich Immobilien- und Finanzspekulanten), aber anderseits jegliche Gesetzesinitiative zu blockieren wissen, die für vollkommene Transparenz im parlamentarischen und Institutionellen System sorgen soll.
Wer wieviel Geld für welche Lobbyarbeit investiert muss selbstverständlich so gut es geht nebulös bleiben...

Schön gesagt, Kris!
Im ZDF gabs mal ne hübsche Reportage zum Thema:
http://zoom.zdf.de/ZDFde/inhalt/23/0,1872,8332247,00.html
 
Fab schrieb:
Die modernen Industriestaaten sind unbeschreiblich komplex geworden.
Die Aussage
Dieses System wird fraglos oft durch Lobbyisten untergraben
geht an der Wirklichkeit völlig vorbei. Ohne Lobbyisten würde die parlamentarische Arbeit gar nicht funktionieren.
Jeder der hier mitliest soll einfach mal überlegen, wie komplex in seinem eigenen Arbeitsumfeld die diversen Anforderungen jedwelcher Art sind.
Anforerungen eruieren ist ein unerlässlicher Bestandteil, Abwägen und Entscheiden ein anderer, ebeno unerlässlicher Punkt.
Deine Aussage zum Thema "Untergraben" durch Lobbyismus - "geht an der Wirklichkeit völlig vorbei" - erwckt allerdings den Eindruck, dass Du der Auffassung bist, jede politische Entscheidung entstehe danach vollkommen frei nach Gewissen des Abgeordneten. (korrigier mich, falls dem nicht so ist)
Logischer Weise werden Stellungnahmen, Informationen etc. der Träger öffentlicher Belange (auf welche Art auch immer) eingeholt. Ohne diese Informationen, zu denen auch die Forderungen der Interessenvertreter und die aus der Gesetzeslage entstehenden Erforderlichkeiten gehören, wäre eine Entscheidung nur schwer bzw. überhaupt nicht möglich.
Aber bist Du wirklich der Auffassung, dass der Abwägungsprozess, der ja frei nach Gewissen stattfinden sollte, nicht durch Lobbyismus untergraben wird?
Meines Erachtens werden viele Entscheidungen zu sehr unter dem Druck bestimmter Interessenvertreter anders getroffen, als dies frei nach Gewissen Geschehen wäre.
 
Vorneweg - es kommt hier im AF immer naturgemäß zu Missverständnissen, da ich verkürze. Sonst schreib ich ja stundenlang.
Deine Aussage zum Thema "Untergraben" durch Lobbyismus - "geht an der Wirklichkeit völlig vorbei" - erwckt allerdings den Eindruck, dass Du der Auffassung bist, jede politische Entscheidung entstehe danach vollkommen frei nach Gewissen des Abgeordneten. (korrigier mich, falls dem nicht so ist)
Die meisten MdB bemühen sich :D - frei ist niemand und vollkommen schon gar nicht.

Will sagen, die Abgeordneten brauchen die Lobbyisten wg. des knowhow. Die Lobby will ihre Anliegen durch Einflussnahme durchsetzen und damit mein ich nicht Bestechung. Das geschieht durchaus mit harten Bandagen - ich nenn es mal "optimierte Faktendarstellung". Kann man aber auch nicht übertreiben, sonst ist der Einfluss bei Null.

Oft gibt es widerstreitende Interessen div. Lobbyisten. Da kann der wache Abgeordnete seine Schlüsse ziehen. Zudem steht ja noch der wissenschaftliche Dienst zur Verfügung.
Die zuständigen MdB arbeiten ja in Ausschüssen. Dort mendelt sich dann (Anhörungen, versch. Lesungen) normalerweise ein vernünftiger Kompromiss heraus. Drum dauert das auch immer so lange, bis ein Entwurf entsteht und verabschiedet wird. Nur Nazis, Kommunisten und andere Schwachköpfe denunzieren Kompromisse als "faul".

Da es zu 99% um knochentrockene Materie geht, braucht der Abgeordnete weniger Gewissen als Sitzfleisch und gesunden Menschenverstand.
 
Theo schrieb:
Zum Link den ATV weiter vorne gepostet hat: Der oberste Währungshüter der Schweiz durfte gestern frewillig zurücktreten.
Bekanntlich hatte ja seine Frau ein bisschen mit Devisen spekuliert und es lässt sich seinerseits nicht beweisen dass sie keine Insiderinformationen hatte.

Auch wenn ich den Rücktritt ausserordentlich bedaure, war er im Interessen der SNB wohl unvermeidbar.
Jedoch lässt die ganze Geschichte einen sehr bitteren Nachgeschmack.

- Herr Hildebrand hat aus juristischer Sicht vermutlich nichts illegales getan. Jedoch der moralische Aspekt ist natürlich ein anderes Thema.
- Es wurden rechtsstaatliche Prinzipen massivst mit den Füssen getreten. Sprich der Angeklagte musste seine Unschuld beweisen, was in diesem Fall gar nicht möglich war.
- Die SVP, die das Bankgeheimnis vehement verteidigt, hat es in diesem Fall aus eigenen Interessen selbst gebrochen.
- Der Rücktritt ist ein grosses Geschenk an Christoph Blocher. Und der plant offensichtlich schon den nächsten Coup um weitere Personen aus dem Amt zu entfernen, die dem heiligen Vaterland schaden bzw. nicht seine Meinung vertreten...

http://www.bernerzeitung.ch/schweiz/standard/Der-Masterplan/story/31338161
 
Das Gebaren der SVP nimmt immer absolutistischere Züge an. Das gibt mir sehr zu denken!
 
TPD schrieb:
Theo schrieb:
Zum Link den ATV weiter vorne gepostet hat: Der oberste Währungshüter der Schweiz durfte gestern frewillig zurücktreten.
Bekanntlich hatte ja seine Frau ein bisschen mit Devisen spekuliert und es lässt sich seinerseits nicht beweisen dass sie keine Insiderinformationen hatte.

Auch wenn ich den Rücktritt ausserordentlich bedaure, war er im Interessen der SNB wohl unvermeidbar.
Jedoch lässt die ganze Geschichte einen sehr bitteren Nachgeschmack.

- Herr Hildebrand hat aus juristischer Sicht vermutlich nichts illegales getan. Jedoch der moralische Aspekt ist natürlich ein anderes Thema.
- Es wurden rechtsstaatliche Prinzipen massivst mit den Füssen getreten. Sprich der Angeklagte musste seine Unschuld beweisen, was in diesem Fall gar nicht möglich war.
- Die SVP, die das Bankgeheimnis vehement verteidigt, hat es in diesem Fall aus eigenen Interessen selbst gebrochen.
- Der Rücktritt ist ein grosses Geschenk an Christoph Blocher. Und der plant offensichtlich schon den nächsten Coup um weitere Personen aus dem Amt zu entfernen, die dem heiligen Vaterland schaden bzw. nicht seine Meinung vertreten...

http://www.bernerzeitung.ch/schweiz/standard/Der-Masterplan/story/31338161

Sehe ich ganz anders. In anderen Ländern hätte dies auch in einer Gefängnissstrafe enden können. Insiderhandel ist kein Kavaliersdelikt. Ausserdem ist zu vermuten, dass nur ein Teil des Insiderhandels aufgeflogen ist. Herr Hildebrand hatt ja wohl Kundenbeziehungen zu mehreren Banken und er soll auch nicht der einzige gewesen sein, der am Insiderhandel beteiligt war.
 
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