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Die große Klima-Diskussion

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Da die Coriolis-Kraft, bewirkt durch die Erdrotation, einen wesentlichen Teil des des Antriebs darstellt, wird er nicht ganz zum erliegen kommen.
 
Pancho schrieb:
Da die Coriolis-Kraft, bewirkt durch die Erdrotation, einen wesentlichen Teil des des Antriebs darstellt, wird er nicht ganz zum erliegen kommen.

Ach, da tritt Sie wieder hervor, Deine Schwäche in Physik. :lol: Die Coriolis-Kraft hat mit dem Antrieb selbst gar nichts zu tun. Der Antrieb entsteht einzig und alleine dadurch, dass sich Wasser im Golf von Mexiko erwärmt und vor Grönland durch seine zunehmende Dichte wieder absinkt. Die Coriolis-Kraft bewirkt lediglich, dass bedingt durch die Erdrotation der Strom einen Rechtsdrall bekommt. Wenn aber, wie oft befürchtet wird, durch eine Änderungen der hydrostatischen Gegebenheiten vor Grönland das Wasser nicht mehr so stark absinkt oder der Strom sich verlagert, kann die Coriolis-Kraft selbst auch nichts mehr ausrichten. Ursache, Wirkung. Seufz. Wann lernst Du es endlich? :wink: Ich erinner mich ein Beispiel im Physik-Unterricht, da haben wir die Kraft berechnet, die sich bei einem Zug einstellt, der von Norden nach Süden fährt. Angeblich merkt sogar die Bahn dies beim Verschleiß ihrer Schienen. Wenn aber der Zug steht oder von West nach Ost fährt, dann wirkt auch keine Coriolis-Kraft.
 
Heißt aber nicht automatisch, dass die Corioliskraft alleine (ohne Temperaturunterschied) ausreicht, um den Golfstrom am laufen zu halten!?
 
Pauli schrieb:
Heißt aber nicht automatisch, dass die Corioliskraft alleine (ohne Temperaturunterschied) ausreicht, um den Golfstrom am laufen zu halten!?

Genau. Angenommen, der Golfstrom würde auf dem gleichen Breitengrad wieder in die Tiefe sinken, an dem er entsteht. Dann ist der Einfluss der Coriolis Kraft nicht vorhanden. Die Corioliskraft kann nur wirken, wenn sich etwas entlang der Längengrade bewegt. Wenn man sich z.B. vom Äquator in Richtung Norden bewegt, dann nimmt man die aus der Erdrotation resultierende kinetische Energie mit. Die sich aus Rotationsgeschindigkeit und dem Erdumfang ergibt. Weil der Erdumfang aber zu den Polen hin abnimmt, passt, salopp gesagt, die kinetische Energie nicht mehr zu dem Erdumfang. Und dieser Überschuss an Energie wird ein einen Drall umgesetzt. Das ist der gleiche Effekt, den man sieht, wenn auf dem Eis ein Kunstläufer bei einer Pirouette die Arme anzieht. Die Drehung wird schneller.

Würde also der Endunkt des Golfstroms sich weiter nach Süden verlagern, dann würde auch automatisch die Corioliskraft geringer. Selbst, wenn sich die Bedingungen zur Entstehung des Golfstroms sonst nicht verändern wurden, käme es bei einer Verlagerung nach Süden zu einer Abschwächung, weil die Corioliskraft weniger Einfluss hätte.
 
Wenn die Erde ne Scheibe wäre, gäbe es auch keine Corioliskraft.
 
Mein Fehler, sorry... :lach:

Ich schätze die Grundstücke in der Nähe der Rotationsachse wären stark gefragt. :ja:
 
Im verlinkten Wikipedia-Artikel zwar auch erwähnt, aber hier noch nicht: neben den Temperaturunterschieden spielen auch die je nach geographischer Lage unterschiedlichen Salzgehalte im Meerwasser eine Rolle für die Entstehung der Meeresströmungen. Deshalb spricht man auch von thermohaliner Zirkulation. Gerade die zukünftige Veränderung des Salzgehaltes des Meerwassers muss man betrachten, wenn man regionale* Auswirkungen des Klimawandels analysieren möchte. Insbesondere in hohen Breiten wird ja mit der Zeit durch das Abschmelzen von Gletschern und Meereis immer mehr Süßwasser in die Meere fließen, und dies wiederum ändert die thermohaline Zirkulation. Diese ist zwar global, kann aber selbstveständlich regionale Klimaänderungen verursachen.

*regional ist in Bezug auf Klimamodelle übrigens eher in Bezug auf Kontinente zu verstehen, z.B. auf "Europa" oder "Nordamerika", nicht unbedingt auf das, was wir uns klassischerweise unter "Region" vorstellen
 
Erstaunlich finde ich, daß in der Diskussion u. dem Wiki-Artikel von einem wichtigen Faktor gar keine Rede ist.
Ich spreche von der Erdrotation u. der Massenträgheit der Ozeane.
Da die Rotationsgeschwindigkeit der Erde in der Äquatorregion am höchsten ist drängt dort das Wasser wg. der Trägheit nach Westen. Dort trifft es auf den amerikanischen Kontinentalriegel u. wird nach Nord u. Süd abgedrängt. Vor der europ./afrikanischen Westküste drängt Kaltwasser nach Süden.
Gilt auch für den amerikanischen Doppelkontinent.

Sowohl in Afrika wie in Amerika das gleiche Bild. Warme Ostküste, kalte Westküste. Dank mangelnder Gliederung ist Amerikas Westküste extrem. Füre Badetouristen ganzjährig brauchbar grad von Mitte Mexico bis Süd-Kolumbien.
Australien fällt da etwas raus. Ist in dem Kontext mehr Insel als Kontinent.

Was mit dem Ausfall des Golfstroms gemeint ist, ist eher der des Nordatlantikstroms. Der ist Teil des Golfstromsystems - und ist in der Vergangenheit in der Tat schon weggewesen. Hätte erhebliche klimatische Auswirkungen auf Teile Europas.
 
Fab schrieb:
Erstaunlich finde ich, daß in der Diskussion u. dem Wiki-Artikel von einem wichtigen Faktor gar keine Rede ist.
Ich spreche von der Erdrotation u. der Massenträgheit der Ozeane.
Da die Rotationsgeschwindigkeit der Erde in der Äquatorregion am höchsten ist drängt dort das Wasser wg. der Trägheit nach Westen. Dort trifft es auf den amerikanischen Kontinentalriegel u. wird nach Nord u. Süd abgedrängt. Vor der europ./afrikanischen Westküste drängt Kaltwasser nach Süden.
Gilt auch für den amerikanischen Doppelkontinent.

Ist genau das nicht eigentlich auch auf die Corioliskraft als eine der drei Trägheitskräfte der Physik zurückzuführen? Wobei man letzten Endes keinen der Effekte isoliert betrachten kann.

Letzten Endes ist aber auch die gängige Lehrmeinung, dass viele Oberflächenströmungen der Ozeane windgetrieben sind, direkt oder indirekt. So gibts es ja im Pazifik und Indik auch den äquatorialen Gegenstrom, welcher nach Osten fließt, und die Passatwinde ausgleicht. Diese Ausgleichsbewegung scheint auf jeden Fall stärker zu sein als die postulierte Westwärts-Bewegung des Wassers aufgrund der Massenträgheit.
 
Ohne jetzt noch mal nachgelesen zu haben, verbinde ich mit der Corioliskraft Luftbewegungen, die aufgrund der höheren Drehgeschwindigkeit der Erde in der Äquatorialgegend ihr typische Ablenkungseigenschaft annehmen.

Über die Gewichtung Wind/Trägheit vermag ich nichts zu sagen. Im Bereich des Indischen Ozeans, dessen Küsten u. Inseln zu besuchen mir oft vergönnt war, ist die Windsituation nicht so eindeutig wie im Atlantik u. Pazifik.
Die Passate (Trade Winds genannt) wehen im Indic nicht so eindeutig wie anderswo. Dort wechseln sich verschiedene Monsune ab.
Der eine weht ein Vierteljahr Richtung arabische Halbinsel, der SW Monsun u. NO-Monsun (Kuzi u. Kaskazi auf Swahili) wechseln sich jeweils fast ein halbes Jahr ab.
Davon unberührt strömt der warme Agulhas-Strom fast ununterbrochen an der afrikanischen Ostküste nach Süden.
Selbstverständlich gibts auch da einen Gegenstrom - irgendwo muss das Wasser ja hin. Eurasien blockiert ja den Weg nach Norden.
 
...und weil die Passatwinde im Indik nicht ganzjährig in dieselbe Richtung wehen, ist dort auch der Äquatoriale Gegenstrom nur während unseres Sommers vorhanden, im Pazifik gibt es diese Strömung hingegen ganzjährig.

Bezüglich Corioliskraft: diese wirkt nicht nur in der Äquatorialgegend, sondern ist auch für "unsere" Westwindzone mit verantwortlich. Ebenso wirkt diese auf das Ozeanwasser. Sie wirkt immer genau dann, wenn eine Bewegung stattfindet, die nicht parallel zur Rotationsachse der Erde verläuft. Gleichzeitig ist sie immer senkrecht zur entsprechenden Bewegung, bewirkt also beim entsprechenden "Körper" eine Richtungsänderung.
 
Ja klar - hab nur Ä. genommen weil da der Tempoeffekt am gravierensten ist.

Hab das schon im Wirtshaus mit einem Bierdeckel demonstriert :D
Runder Bierdeckel, in der Mitte Punkt, Stift ansetzen, festen Punkt (Tischecke z.B.) anvisieren, gerade Linie Richtung anvisiertem festen Punkt, bei gleichzeitiger Drehung des Bierfilzes, ziehen. Fertig ist die Kurve.
 
Klimaforscher: Corona nur winzige Delle bei Treibhausgaskonzentration

Die Weltwetterorganisation (WMO) hat Hoffnungen auf eine Verschnaufpause für das Klima im Zuge der Corona-Pandemie zunichte gemacht. Das Ausmaß klimaschädlicher Emissionen wie etwa von Kohlendioxid (CO2) sei in diesem Jahr zwar zurückgegangen. Die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre verändere das aber weniger als jedes Jahr übliche natürliche Fluktuationen dies täten, schrieb die WMO am Montag im jährlichen Treibhausgas-Bulletin. CO2 bleibt Jahrhunderte in der Atmosphäre.

2019 und 2020 ist die CO2-Konzentration weiter gestiegen, wie aus dem Bericht hervorgeht. Der Wert hat 2019 im globalen Durchschnitt erstmals seit Beginn der Industrialisierung 1750 die Marke von 410 ppm (Teilchen pro Million Teilchen) gebrochen. Die Marke von 400 ppm war erst 2015 durchbrochen worden.

Konkret lag die CO2-Konzentration im vergangenen Jahr bei 410,5 ppm, nach 407,9 beziehungsweise 405,5 ppm in den beiden Jahren davor. CO2 entsteht etwa durch die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas, die Zementproduktion und andere Industrieprozesse sowie im Zuge von Abholzung.

"Die Erde hat zuletzt vor drei bis fünf Millionen Jahren eine ähnliche CO2-Konzentration erlebt", sagte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas. Auf den Zustand vor so langer Zeit können Forscher durch Eisbohrungen in uralte Luftblasen und Analysen von Fossilien schließen. "Damals lag die Temperatur zwei bis drei Grad und der Meeresspiegel 10 bis 20 Meter höher. Aber es lebten nicht 7,7 Milliarden Menschen auf der Erde."

Um die Erwärmung wie vom Weltklimarat empfohlen bis Ende des Jahrhunderts auf 1,5 Grad zu begrenzen, müsse die Welt bis 2050 klimaneutral werden, sagte Taalas. Die Trendwende bei den CO2-Emissionen müsse in fünf Jahren einsetzen. Öl, Gas und Kohle müssten als Energiequelle durch Wind, Wasser und Solarenergie ersetzt werden. Vielleicht müssten auch mehr Atomkraftwerke gebaut werden, sagte Taalas.

Der Emissionsrückgang 2020 sei nur "eine winzige Delle" in der nach oben steigenden Kurve. "Wir müssen die Kurve nachhaltig abflachen", sagte Taalas - in Anlehnung an den Ausdruck, den Epidemiologen im Zusammenhang mit den Coronavirus-Infektionen oft nutzen.

Wie stark die Emissionen 2020 zurückgingen, sei noch unklar, so die WMO. In Zeiten, in denen mehrere entscheidende Länder gleichzeitig im Corona-Lockdown waren, dürfte der tägliche Ausstoß etwa 17 Prozent unter dem Niveau vor der Pandemie gelegen haben. Vorläufige Schätzungen gingen von einem Rückgang von 4,2 bis 7,5 Prozent aus. Das verringere die Konzentration in der Atmosphäre allenfalls um Werte zwischen 0,08 und 0,23 ppm. Natürliche Variationen, etwa wie gut CO2 in einem Jahr von der Vegetation absorbiert wird, lägen bei rund 1 ppm.

Das Treibhausgas-Bulletin nennt für die Konzentration in der Atmosphäre einen Durchschnittswert aus mehr als 100 Messstationen. Einzelne Stationen hätten für 2020 schon höhere Werte registriert als im Jahr davor. Die Station in Mauna Loa auf Hawaii etwa habe im September 411,29 ppm gemessen, verglichen mit 408,54 im vergangenen Jahr. Die Station Cape Grim auf Tasmanien in Australien habe 410,8 ppm gemessen, nach 408,58 im vergangenen Jahr.

(Quellen: dpa u.a.)

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Der nächste Rekordwert

WWF: Corona-Auswirkungen bremsen nicht die Klimakrise

Berlin, 23. November 2020: Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hat am Montag in Genf ihren jährlichen Bericht zur Konzentration von Treibhausgasen in der Erdatmosphäre vorgestellt. Demnach ist die CO2-Konzentration auf 410 ppm angestiegen. Dazu kommentiert Viviane Raddatz, Klima- und Energieexpertin beim WWF Deutschland:

„Verzicht bremst nicht die Klimakrise. Entscheidend ist nicht nur der persönliche Fußabdruck, sondern die strukturelle Veränderung. Der WMO-Bericht mit dem nächsten Rekordwert zeigt: Selbst die weltweiten Corona-Auswirkungen mit etwa deutlich weniger Flügen haben keinen spürbaren Effekt auf die Konzentration von Treibhausgasen in unserer Atmosphäre. Den Rückgang an Emissionen in diesem Jahr bezeichnet die WMO nur als ‚winzige Delle‘ in der ansteigenden Kurve.

Die kurzfristige Stopptaste ist nicht die Lösung gegen die Klimakrise. Wir brauchen den strukturellen Wandel, um die Erderhitzung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas ist der Treiber des Anstiegs. Deswegen kennen wir die Wege aus der Krise genau: Das schnellstmögliche Ende der Nutzung der fossilen Brennstoffe und den massiven Ausbau der erneuerbaren Energien. Technologien für Wind- und Sonnenergie sind vorhanden, jetzt gilt es die Umsetzung mit aller Kraft voranzutreiben.“

(Quelle: PM WWF)
 
Oberaggi schrieb:

Vielen Dank für den Link!
Ich schaue eigentlich gerne Dokus in Arte an und viele kamen mir bisher auch sehr ausgewogen und informativ vor.
Aber bei dieser Doku konnte ich nach 10-15min nicht mehr zusehen, weil sie einfach nur schlecht gemacht ist. So eine derartig schlechte Doku bin ich eigentlich nicht von Arte gewohnt und bin gespannt, wie die Reaktion ausfällt.

Dieser Beitrag in dem Link liefert dann auch ausführlich Details, warum mir diese Doku bereits nach kurzer Zeit so zuwider war. Nur in einem stimme ich dem Artikel nicht zu, nämlich dass die "Fossillobby vermutlich gerade mit Champagner und Lachsbrötchen anstößt" ....ich glaube, da ist eher fremdschämen angesagt :D
 
gelöscht
 
Der Verkehrssektor ist aber auch groß und vor allem hat sich hier in den letzten Jahrzehnten noch überhaupt nichts getan. Die Emissionen sind quasi nicht gesunken.

Quelle: Diese Katapult-Grafik: https://twitter.com/Katapultmagazin/status/1326091448379461632?s=20

Dass nur der Verkehr präsent ist, ist vielleicht den aktuellen Protesten im Dannenröder Forst geschuldet, die teilweise mit sehr fragwürdigen Methoden geführt werden. Davor gab es aber z. B. den Hambacher Forst am Braunkohlekraftwerk.

Beim Ausbau von Windrädern sind schon noch einige Leute und vor allem die CDU/CSU zu überzeugen. Das ist echt ein Problem. Es sind halt viel mehr Leute betroffen, die dann auf ein Windrad schauen müssen, anstatt den Wenigen, deren Dörfer wegen der Braunkohle abgerissen werden.

Umstellung auf E-Auto macht erst mit nachhaltigem Strom richtig Sinn, das stimmt schon. Trotzdem muss man jetzt schon beides angehen, weil die Zeit davon läuft. Und noch mehr Sinn macht natürlich den Bahnverkehr massiv zu stärken, aber da müsste man ja mal für neue Strecken Geld in die Hand nehmen.
 
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