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Die große Klima-Diskussion

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Tyrolens schrieb:
Mich interessiert aktuell, wie sich die jetzige Wetterlage zu Weihnachten bei Sonnentiefststand auswirken würde. Welche Temperaturen wären dann möglich?
Derzeit haben wir auf 3.500 m noch 12°C.

Wir haben ja gerade mal wieder so eine blöde Omegalage, diese unfassbar stabilen Gebilde, im Winter führen die aber eher zu Kältewellen weil sie im Zentralhoch die Wolken auslöschen was dann dazu führt dass mehr Wärme in der Nacht abgestrahlt wird, die kurze Sonnenscheindauer des Tages kann da nicht mehr gegenheizen. Wir haben aktuell immernoch mehr Tages- als Nachtzeit, die Wärme wird im Hoch eingefangen. Wenn es im Winter extrem warm ist sind das meistens Tiefdruckrinnen bzw Tröge, die quasi eine Straße bilden und Tropenluft anzapfen die normalerweise durch die Erdrotation abgelenkt würde und uns nicht erreicht. Solche Wetterlagen sind aber auch dadurch markant dass es nachts kaum abkühlt, also kaum ein Unterschied zwischen Tages- und Nachttemperaturen besteht. Dann hätten wir jetzt auch noch Tropennächte. Das hält aber bekannterweise nicht so lange an wie die aktuelle Wetterlage.
 
Das kommt drauf an, welche Luftmassen wohin fließen, oder?
Wenn das Hoch vom Süden versorgt wird, wird es auch im Winter warm, denke ich.
Im Dezember 2015 hat auch ein Tief aus Nordamerika kalte Luft nach Nordeuropa geschaufelt und damit im Süden freie Bahn für warme Luft gemacht.

Ich bin aber kein Experte. Ist nur meine Annahme.

Was ich eigentlich sagen möchte: Ich glaube, dass wir mittelfristig schneefreie Weihnachtsferien erleben werden.
 
Tyrolens schrieb:
Das kommt drauf an, welche Luftmassen wohin fließen, oder?
Wenn das Hoch vom Süden versorgt wird, wird es auch im Winter warm, denke ich.
Im Dezember 2015 hat auch ein Tief aus Nordamerika kalte Luft nach Nordeuropa geschaufelt und damit im Süden freie Bahn für warme Luft gemacht.

Ich bin aber kein Experte. Ist nur meine Annahme.

Was ich eigentlich sagen möchte: Ich glaube, dass wir mittelfristig schneefreie Weihnachtsferien erleben werden.

Diese Omegawetterlage die wir jetzt aktuell haben nennt man auch Blockadewetterlage, das heißt es kommt im Zentralhoch kaum zu einem Luftaustausch bei weitgehender Wolkenlosigkeit. Das Hoch stoppt die sonst üblichen Wetterzirkulationen über einen längeren Zeitraum. Man merkt dann auch dass so gut wie kein Wind weht. Dann bildet sich das jahreszeitlich bedingte Wetter des Breitengrades und des Ortes heraus das ohne diese üblichen Zirkulationen herrschen würde. Das bedeutet eben bei uns in den Sommermonaten große trockene Hitze bzw wenn es vorher Niederschläge gab verdunstet tagsüber viel Wasser und es wird schwül, in den Wintermonaten hingegen kühlt es stark aus, das wäre dann die typische sonnige Kaltwetterlage. Im Prinzip kontinentales Klima wie man es in Zentralrussland auf der entsprechenden Breite kennt. In den Flankentiefs hingegen bleiben Schlechtwetterlagen lange am selben Ort stehen, das was man gerade über Griechenland sieht. Wie du schon selbst sagtest: In warmen Wintern sorgen in der Regel Tiefs für einen großen Wirbel der tropisch warme Luft weit nach Norden schaufelt. Das hat aber nichts mit der aktuellen Wetterlage zu tun, das war doch die Frage gewesen. Was richtig ist: Das wintertiefdruckgeprägte Winterregenklima das in der Mittelmeerregion vorherrscht schiebt sich aufgrund der allgemeinen Klimaerwärmung weiter nach Norden, damit steigt die Wahrscheinlichkeit dass solche starken Tiefdruckwirbel die warme Luft immer weiter nach Norden schieben und dabei die kalte Nordluft verdrängen. Das bedeutet auch dass die Wahrscheinlichkeit für kalte Schneelagen deutlich abnimmt, du hast mit deiner Annahme also völlig recht.
 
Es ist ja hinlänglich bekannt, dass Aerosole, insbesondere Schwefeldioxid, eine Abkühlung bewirken, Stichwort "Strahlungsantrieb" oder "radiative forcing":
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Strahlungsantrieb
Einzig Ruß hat einen wärmenden Effekt.

Die globale Abkühlung bis etwa 1975 ist z. B. sehr wahrscheinlich durch die zunehmende Luftverschmutzung verursacht worden:
https://de.wikipedia.org/wiki/Globale_Abkühlung

Und der extreme Anstieg der Meerestemperaturen insbesondere im Nordatlantik in diesem Jahr hängt evtl. auch mit dem Verbot von schwefelhaltigem Treibstoff für die Schifffahrt seit 2020 zusammen:
https://atmosphere.copernicus.eu/aerosols-are-so2-emissions-reductions-contributing-global-warming

Wenn man also die Luftverschmutzung verringert, ergibt sich praktisch zwangsläufig eine Erhöhung der Temperatur.
 
skifam schrieb:
Jetzt kommt es dicke, manche hier müssen jetzt ganz tapfer sein:

Die saubere Luft und die hohen Umweltstandards hier in Europa sind mit schuld..................................
Also für richtige news bist ein wenig spät dran :lach:
Das hat man im Raum Los Angeles schon 2001 gemessen, als wg. der "nine eleven Anschläge" in den USA ein Flugverbot über ein paar Tage verhängt wurde.

Die Auswirkungen der verbessertenn Luftqualität in Teilen der Welt, speziell Europa, sind schon Jahre bekannt und kommuniziert.
 
Tja, aber wenn das ZDF uns alten weissen Männern nun solche Wahrheiten verkündet?
Was nun? ALle in die ollen, vireninkubatoren genannt Flugzeuge steigen, Kamine im Dauerbetrieb und den alten Phaeton V10 TDI rausholen??? Das alles nur gegen das Gletscherabschmelzen.
Ich bin ratlos?


Warum kann die Welt nicht so einfach sein? 3 Ziele, Festkleben, Ziel erreicht, Welt gerettet.
 
Ausblick 2050 Vorarlberg, sofern es nicht mehr als 2 Grand wärmer wird im Jahr 2100. Auch wird mit mehr Nassschnee Lawinen gerechnet.

Aktuelle Studien der Vorarlberger Bergbahnen und von GeoSphere Austria untersuchen die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wintersport in den Alpen. Die Ergebnisse zeigten, dass Skifahren in Vorarlberg dank künstlicher Beschneiung langfristig möglich bleibt, jedoch die Bedeutung des Herbstes zunimmt und die Sommersaison sich verlängert.
Info: https://www.wkv-media.at/neuigkeiten/news/wie-wird-der-winter-in-den-naechsten-jahrzehnten--.html

In der Klimaperiode bis 2050 rechnen Experten mit einem globalen Temperaturanstieg von 0,5 bis 0,8 Grad. Weil wärmere Luft mehr Feuchtigkeit speichern kann, ist auch im Winter mit mehr Niederschlag zu rechnen, sagt Klimaforscher Andreas Gobiet von der Geosphere Austria. Das beeinflusst die Schneedecke und kann somit auch zu mehr Nassschneelawinen führen.
Quelle: https://vorarlberg.orf.at/stories/3225370/
abgerufen am 23.09.2023
 
Ein aktiveres Solarmaximum im Zyklus 25 als erwartet.

Das mit den Klimaprognosemodellen ist so eine Sache, vor allem wenn die angenommenen Werte erst in ca. 30 Jahre überprüfbar sind. Sonnenaktivität höher als gedacht - eine Gruppe vom Wissenschaftler hatte einen Rechenfehler im Modell. Bei diesem Sonnenzyklus Modell können Rechenfehler schneller überprüfte werden.

Während des natürlichen 11-Jahres-Zyklus der Sonne verschiebt sich die Sonne von relativ ruhig zu stürmisch, dann wieder zurück. Bei seinem aktivsten, solaren Maximum genannt, ist die Sonne mit Sonnenflecken sommersprossiert und ihre magnetischen Pole kehren sich um. (Auf der Erde wäre das so, als ob die Nord- und Südpolen jedes Jahrzehnt floppen würden.) Während des Sonnenminimums sind Sonnenflecken dagegen nur wenige. Oft ist die Sonne so leer und funktionslos wie ein Eigelb.

Der Sonnenzyklus 25 Prognose Gruppe, ist eine internationale Expertengruppe, die von der NASA und der NOAA mitfinanziert wird, und sagte voraus, dass dies ein unterdurchschnittlicher Sonnenzyklus sein würde, wie der davor - Sonnenzyklus 24. Allerdings war die Sonne in diesem Zyklus viel aktiver als erwartet. Der Zyklus stimmt eher einer Studie eines Teams unter der Leitung von Scott McIntosh vom National Center for Atmospheric Research überein, das in Solar Physics veröffentlicht wurde.

Im April 2019 veröffentlichte die Gruppe, die Prognose für den Sonnenzyklus 25, dass das solare Maximum wahrscheinlich irgendwann im Jahr 2025 beginnen würde und vergleichbar mit dem Maximum des Sonnenzyklus 24 sein würde. Hätten sie recht gehabt, hätte es euer keine Polarlichter in unseren Breitengrad geben sollen.

Nach dem Grafikmodell vorhersage von Helio4Cast waren die Beobachtung von den Polarlichtern in unseren Breitengrad keine Überraschung. Siehe Grafik: https://helioforecast.space/solarcycle
Für die privaten Satellitenbetreiber und Raketenunternehmer wird das kommende Jahr noch interessant werden. Bei einem noch heftiger Sonnenzyklus könnte es auch die Elektrotechnische Infrastrukturen auf der Erde treffen.

Quellen: https://www.scientificamerican.com/...-how-dangerous-will-the-suns-chaotic-peak-be/
https://blogs.nasa.gov/solarcycle25...E*MTY5MTY2NDYzNS45LjEuMTY5MTY2NDY1NC40MS4wLjA
abgerufen am 04.10.2023
 
Sehr grosse Vulkanausbrüche eine weitere unbekannte.

Es gibt noch eine weitere Unsicherheit, das sind die richtig grosse Vulkanausbrüche wo das Klima beeinflussen können. Wen sehr viel Schwefel in die obere Atmosphäre gelangt. Wird die Sonneneinstrahlung auf der Erde stark reduziert. Die Beobachtungen am Pinatubo zeigten eine Verweildauer des Aerosolschleiers von drei Jahren. So dass es zu Hungersnöten kommt, und die politische Verantwortliche infrage gestellt werden. Unsere Generation kennt solche dramatischen Klimaereignisse von Vulkane nur aus den Büchern.

Ausbruch des Samalas Vulkan im September im Jahr 1257

Anhand von Rekonstruktionen wird angenommen, dass der Samalas eine Höhe von 4200 ± 100 Meter erreichte und somit einen Riesenvulkan darstellte. Der Ausbruch zählt zu den gewaltigsten phreatomagmatischen Explosionen der letzten 7000 Jahre und hatte weitreichende Auswirkungen auf das Weltklima. Durch die Eruption wurde etwa zehnmal mehr Schwefel freigesetzt als beim Ausbruch des indonesischen Vulkans Krakatau 1883. Die Klimamodellierung deutete darauf hin, dass der Samalas-Ausbruch die globalen Temperaturen um etwa 2 °C reduziert haben könnte.

Es wird angenommen, dass die Samalas-Eruption zusammen mit der Abkühlung des 14. Jahrhunderts ein Wachstum von Eiskappen und Meereis ausgelöst hat, und Gletscher in den Alpen, im Bhutan-Himalaya, im Pazifischen Nordwesten und in den patagonischen Anden wuchsen an Grösse. Die Fortschritte des Eises nach dem Ausbruch der Samalas könnten den Klimawandel verstärkt und verlängert haben. Spätere vulkanische Aktivität 1269, 1278 und 1286 und die Auswirkungen des Meereises auf den Nordatlantik hätten weiter zur Eisausweitung beigetragen. Die Gletschervorstösse, die durch den Samalas-Eruption ausgelöst wurden, sind auf der Insel Baffin dokumentiert, wo das vorrückende Eis das fortschreitende Leben tötete und dann die Vegetation einbezieht und sie konservierte. Ebenso fällt ein Wechsel im arktischen Kanada von einer warmen Klimaphase zu einer kälteren Phase mit dem Ausbruch der Samalas zusammen.

Der Ausbruch des Samalas ereignete sich zu einem Zeitpunkt, an dem die Mittelalterliche Warmzeit – eine Periode klimatischer Stabilität – zu Ende ging. Vorausgegangene Eruptionen von 1108, 1171 und 1230 hatten bereits zur Destabilisierung dieser Epoche beigetragen. Die Zeitspanne 1250 bis 1300 wird dann von generell erhöhtem Vulkanismus charakterisiert – dokumentiert durch einen Moränenvorstoss auf der Diskoinsel (Grönland), der aber auch durch einen noch vor der Samalas-Eruption einsetzenden Kälteeinbruch zu erklären ist. Insgesamt liegt es durchaus im Bereich des Möglichen, dass all diese vulkanischen Klimaeinträge unter Rückkoppelung mit erhöhter Eisbedeckung die kleine Eiszeit einleiteten, ohne hierbei auf veränderte Sonneneinstrahlungsparameter zurückgreifen zu müssen.

Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/1257_Samalas_eruption

Weitere Quelle:

https://youtu.be/M0ONuqI_2GE?si=1N9O9Pe1FGSR0c2L
Zeitbedarf: 5:11 Minuten Titel: Große Vulkanausbrüche und ihre Auswirkungen

Zu Campi Flegrei

Ein Ausbruch der Campi Flegrei alleine dürfte das Klima nicht alleine nachhaltig verändern, dazu bräuchte es weitere andre Orts auf diesem Planeten. Wie stark der Ausbruch wird, ist zu diesem Zeitpunkt offen, aber lokal wird es die Landkarte verändern. Nur die Frage ist, wann und wie.

Aktuelle Erdbeben Info: https://www.volcanodiscovery.com/de/flegraeische-felder-earthquakes.html

https://youtu.be/7IDQpsugNtU?si=c2m0L4CPQPLw07yV
Zeitbedarf: 6:20 Minuten Titel: Campi Flegrei - Weiteres Erdbeben 4MW und ein paar Worte
 
Und jetzt warten wir alle auf den großen Knall? Und dann ist kalt und der Schneefall da? Auf der neuen Landkarte? Mit neuen Alpen?














Oder habe ich da was falsch verstanden?
 
Chlosterdörfler schrieb:
......................................................
Zu Campi Flegrei

Ein Ausbruch der Campi Flegrei alleine dürfte das Klima nicht alleine nachhaltig verändern......................
.......................
Kann man m. E. so nicht sagen. Der Begriff "nachhaltig" ist zwar in Mode, aber bei Vulkaneruptionen unscharf.

Es gab mm. einen Ausbruch der Campi Flegrei, der das Weltklima veränderte - und nein, ich mein nicht als PINK FLOYD für die Filmaufnahmen "P.F. at Pompeii" da waren ;D
Andere Ausbrüche der C.F. waren schwächer und damit lediglich lokal bedeutend.

Tambora hatte im 19. Jhdt.weltweite Auswirkungen. Der Toba-Ausbruch (Sumatra) vor 70.000 Jahren war eine ultimative Vulkankatastrophe und brachte die Menschheit an den Rand des Aussterbens. Noch auf Sri Lanka und Südindien waren die Ablagerungen 2m hoch.
 
Aber Pink Floyd in Pompeji hat mich nachhaltig beeinflusst :lol: tolle Aufnahme (Musik) nicht der Vulkan 8)
 
Das ist halt die andere Seite, zu dem Thema saubere Luft bedeutet auch schnellere Erwärmung Europas im Vergleich zu anderen Kontinenten. So wie wir das hier noch schon mehrfach hatten.
Siehe ZDF Sendung dazu.https://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?p=5411384#p5411384

Hätte aber trotzdem gern saubere Luft und nicht noch extra Vulkanausbrüche fürs Gletscherskifahren :wink:

Depotschnee wäre die bessere Lösung..
 
gelöscht
 
Wisst ihr noch als 1980 der Vulkan Mt. St. Helens ausbrach? Ist doch noch gar nicht so lange her. Glaubt man den Aussagen einiger Wissenschaftler war diese Eruption mit für die recht kalten Winter der 1980er verantwortlich. Als es 2010 auf Island geknallt hat, daran erinner ich mich persönlich noch gut, war der darauffolgende Winter einer der geilsten der letzten Jahrzehnte gewesen, war halt näher an uns dran :D Starke Vulkanausbrüche kühlen ja erstmal indem sie mittels Partikel und Schwefelemissionen die Sonne abschirmen bevor langfristig die Treibhausgase wirksam werden.
 
Wirklich - was ich mich bei der ganzen Diskussion z.B. am Beispiel Sölden immer und immer wieder frage: Warum stellen ausgerechnet Skifahrer die Kritiker, die den Klimawandel bremsen möchten, immer wieder so in Misskredit? Man kann über die Maßnahmen ("Kleben" ect.) gerne streiten, aber jeder von uns müsste doch aus tiefstem Herzen alles dafür tun, den Klimawandel aufzuhalten. Zu stoppen geht ja ohnehin nicht mehr. Aber wer, wenn nicht wir, hat ein Interesse daran, dass es nicht noch wärmer wird. Ich glaube, es gibt in Menschen so eine Sehnsucht nach "Es darf sich nichts verändern", was aber dazu führt, dass man Innovationen bremst. Und die Zeit trotzdem voranschreitet und man den Anschluss verliert. Sieht man ja auch an den Wahlergebnissen. Ich würde das alles gern sportlicher sehen wollen, als Herausforderung für ein Technologieland, das wir doch sein wollen, verstanden wissen.
 
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