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Die große Klima-Diskussion

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Mt. Cervino schrieb:
Angela Merkel hätte den Ausstieg aus der Atomenergie 2023 letztendlich nicht vollzogen oder zumindest einige Jahre verschoben.
Sie hätte die Dramatik der Lage damals erkannt wenn sie noch in Regierungsverantwortung gewesen wäre und spätestens gestützt durch die Umfragen, dass die Menschen in DE ab 2022 wieder mehrheitlich gegen das Abschalten der letzten Atommeiler in 2023 waren, ihre Entscheidung revidiert oder verschoben.
Wenn sich Mehrheiten ändern, hat sie ja auch immer ihre Meinung geändert. Nur deshalb hat sie ja den Atomausstieg viele Jahre zuvor ja zugestimmt.

Hätte die aktuelle Regierung den AKW-Ausstieg, der zuvor mit großer Mehrheit beschlossen wurde, nicht vollzogen, wären wahrscheinlich CDU/CSU die ersten gewesen, die dann gerichtlich dagegen vorgegangen wären...kann ja nicht sein, dass sich die Ampel nicht an Beschlüsse hält. :lach:

Mal ernsthaft, das ist doch alles Stammtischlaberei...gewisse Parteien wissen das sehr wohl und sagen gewisse Dinge doch nur, weil sie aktuell nicht in der Verantwortung stehen und weil sie wissen, wie gut Polemik funktioniert.
Der Ausstieg war relativ lange geplant und die Betreiber haben sich darauf eingestellt. Die benötigten Brennstäbe bekommt man nicht innerhalb paar Tage. Die ganzen Diskussionen und damit verbundene Unsicherheit schadet viel mehr, als würde man einen langfristigen Plan konsequent umsetzen. Dass dies nicht geschehen ist, hat ja nicht die Ampel verbockt sondern die Regierungen die ganzen Jahre vorher. Warum sollte man also annehmen, dass sie jetzt die Lage richtig bewerten würden, nachdem sie es viele Jahre auch nicht getan haben? Söder ist doch auch aktuell nur für AKW weil er genau weiß, dass diese Haltung gut ankommt aber es eh nicht realistisch ist. Genau diese ständigen Meinungsänderungen wie die Fahne im Wind machen es doch so schwierig, wirklich mal mittel- oder sogar langfristig gute politische Entscheidungen zu treffen und umzusetzen. Wie man das als Bürger auch noch positiv sehen kann, ist mir ehrlich gesagt schleierhaft.

Ich finde es zwar gut, dass D aus der Atomkraft ausgestiegen ist, aber wenn 2011 beschlossen worden wäre, dass wir trotz der Umstände auf AKW setzen und hätte man dann nicht diesen ständigen Schlingerkurs gefahren, wäre es für mich auch in Ordnung gewesen. Meiner Meinung nach sind wir vor allem in dieser schwierigen Lage, weil es einfach nicht konsequent und nachhaltig umgesetzt wurde. Und anstatt jetzt den Arsch endlich hoch zu bekommen, diskutiert man jetzt wieder, ob man nicht mit einem so gut wie toten Pferd noch weiter reiten könnte.
 
scratch schrieb:
Söder ist doch auch aktuell nur für AKW weil er genau weiß, dass diese Haltung gut ankommt aber es eh nicht realistisch ist.
ich denke sogar weniger deshalb sondern weil er die katastrophale Haltung seines Vorgängers Seehofer zu mindern sucht, welcher unter der internen Drohung sogar den Bestand der Union in Frage zu stellen, auf der finanziell völlig unsinnigen Forderung bestand neue Stromtransitleitungen ausschließlich unter der Erde zu verlegen.
 
Da ich in Bayern wohne, möcht ich schon an die grüne Heuchelei erinnern, dass seinerzeit jeder, aber auch wirklich jeder Bauantrag für einen Strommast vor Gericht gezerrt wurde. Unter lautstarker Begleitung der Natur- Umwelt- und Tierschutzverbände.
Deswegen hat Seehofer die teure, aber praktikable unterirdische Variante durchgesetzt.

Mal was Positives
Deutschland hat im Jahr 2023 insgesamt 10,1 Prozent weniger CO2 ausgestoßen als noch im Jahr 2022 - der stärkste Rückgang innerhalb eines Jahres seit dem Jahr 1990. Das zeigen neue Zahlen des Umweltbundesamtes (UBA), die von der Behörde am Freitagmorgen veröffentlicht wurden.

Demnach hat die Bundesrepublik im abgelaufenen Jahr 673 Millionen Tonnen Treibhausgase (THG) emittiert, 76 Millionen Tonnen weniger als im Vorjahreszeitraum.
 
Wenn wir dann mal in 2030 keine Industrie mehr haben, haben wir auch die Klimaziele erreicht :wink:.
Aber egal, hauptsache Ziel erreicht...
 
Auf einen drastischen Industrieabbau werden wir uns völlig unabhängig vom Klimathema sowieso einstellen müssen weil es dann China bei Kritik an seinen politischen Vorgangsweisen leisten kann, nicht nur diplomatischen Protest wie heute zu äußern sondern zur Vergeltung schlicht die Rohstoffhähne abzudrehen. Wer glaubt das China in den letzten Jahrzehnten die Riesensummen an Geld in unersetzbare Rohstoffquellen und Infrastruktur in vielen Ländern nur zur Sicherung der eigenen Industrieproduktion investiert hatte, glaubt auch an den Weihnachtsmann...
 
Fab schrieb:
Mal was Positives
Deutschland hat im Jahr 2023 insgesamt 10,1 Prozent weniger CO2 ausgestoßen als noch im Jahr 2022 - der stärkste Rückgang innerhalb eines Jahres seit dem Jahr 1990. Das zeigen neue Zahlen des Umweltbundesamtes (UBA), die von der Behörde am Freitagmorgen veröffentlicht wurden.

Rein zufällig liegt dies in der Größenordnung des Rückgangs unsere gesamten Primärenergieverbrauchs. Energieintensive Betriebe haben weniger produziert weil sie nicht mit jeder Tonne Stahl noch Geld drauf legen wollten, ergo wurde weniger Energie benötigt, ergo weniger CO2 emitiert.

Weltweit gesehen ist es vermutlich ein Nullsummenspiel. Denn der Zement, Dünger, Stahl, Aluminium, was nicht in D produziert wurde, wurde dann halt woanders produziert. Im worst case sogar auf unmodernen älteren Anlagen mit einem höheren CO2 Ausstoß, als die Produktion in D verursacht hätte. Aber Hauptsache, wir stehen am Ende mit grüner Weste da.

Und schon wird aus einer scheinbar positiven Meldung ein glatter Rohrkrepierer.

Menschen, die noch in der Ostzone groß geworden sind, kennen diese Art der Propaganda, mit denen die Folgen der Mangelwirtschaft beschönigend dargestellt wurden.

Westdeutsche müssen das offenbar noch lernen, die Täuschung hinter der Meldung zu erkennen.
 
Es ist auch überaus westdeutsch, nur das Negative zu sehen.

Der Gebäudesektor hat auch knapp 10% CO2 eingespart.
Evtl. wurden 10 % der Gebäude verlagert - evtl. war das Jahr 23 schlicht zu warm.
Man kann einfach nix richtig machen in .de ;D
 
Wenn wir das importierte CO2 hinzurechnen sollten, dann müssten wir das exportierte CO2 konsequenterweise abziehen, sonst wäre das Blödsinn (oder Propaganda).

Also entweder man betrachtet das nur hier im Inland angefallene CO2 isoliert für sich, oder man bilanziert Im- UND Exporte gleichermaßen.

Während die Importe die CO2-Emissionen für Deutschland erhöhen, kann man gleichzeitig auch die Exporte wieder abziehen. Die Exportnation Deutschland produziert schließlich weitaus mehr als die Einwohner selber konsumieren. Rechnet man so, ergeben sich sogar weniger CO2-Emissionen, da Deutschland mit 579 Millionen Tonnen mehr CO2-Emissionen exportiert als importiert. Insofern rechnet sich Deutschland die Klimabilanz nicht schön, sondern entweder schlecht oder nicht so gut, wie es theoretisch möglich wäre.

Quelle
https://www.quarks.de/umwelt/klimawandel/rechnet-sich-deutschland-seine-co2-bilanz-schoen/

Man kann natürlich auch Wutbürger-Propaganda verbreiten, wenn man nur eine Seite betrachtet.
 
Pancho schrieb:
Also entweder man betrachtet das nur hier im Inland angefallene CO2 isoliert für sich, oder man bilanziert Im- UND Exporte gleichermaßen.
Denke das kann nur mit ersterer Methode halbwegs praktikabel funktionieren weil die Art und Menge des eingesetzten Primärenergieverbrauches ermittelbar ist.
Bei den heutigen Wertschöpfungsketten müssten ansonsten die Firmen den Co2 - Abdruck z. B. jeder importierten Schraube beim Export wieder gegenrechnen - dann brauchst mehr Mitarbeiter für die Dokumentation als in der Produktion... :wink:
 
Pancho schrieb:
Man wird es summarisch abschätzen, denke ich.

Angeblich ist doch CO2 DER Klimakiller. Dann sollte es doch ziemlich egal sein, wohin wir die Emssionen auf dem Papier schieben. Am Ende landet das Zeugs in der Luft, die Gletscher schmelzen und wir müssen die Deiche erhöhen.

Fab schrieb:
Der Gebäudesektor hat auch knapp 10% CO2 eingespart.
Evtl. wurden 10 % der Gebäude verlagert - evtl. war das Jahr 23 schlicht zu warm.

Das wurde doch nahezu täglich erzählt: der wärmste Monat / das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, steht auch so in der Meldung des UBA:

[url=https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/klimaemissionen-sinken-2023-um-101-prozent schrieb:
Umweltbundesamt[/url]"]Auch im Gebäudesektor konnte eine Emissionsminderung von 8,3 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalenten auf rund 102 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalente (minus 7,5 Prozent) erreicht werden. Trotz dieser Minderung überschreitet der Gebäudesektor erneut die gemäß BUndes-Klimaschutzgesetz (KSG) erlaubte Jahresemissionsmenge, diesmal um rund 1,2 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalente. Wesentliche Treiber für den Rückgang der Emissionen sind wiederum Energieeinsparungen aufgrund der milden Witterungsbedingungen in den Wintermonaten 2023 und höhere Verbraucherpreise. Auch der Zubau an Wärmepumpen wirkte sich positiv auf die Emissionsentwicklung im Gebäudebereich aus, da beispielsweise weniger Erdgas und Heizöl eingesetzt wurden.

Check 24 hat den Bedarf anhand der Wetterdaten ermittel und kommt auf eine Minderung von 4%.

Demnach wären mehr als die Hälfte der Einsparungen alleine den Wetterbedingungen geschuldet. Die anderen 3.5 Prozenpunkte gehen vermutlich auf Spartips zurück wie den Waschlappen zu benutzen anstatt zu duschen.
 
Vorher groß „Skandal und DDR-Propaganda“ wettern - jetzt ist egal und schnell das Thema wechseln?

Dass ist die berühmte Neusser Verbal-Halse…

😃😃
 
Pancho schrieb:
Vorher groß „Skandal und DDR-Propaganda“ wettern - jetzt ist egal und schnell das Thema wechseln?

Dass ist die berühmte Neusser Verbal-Halse…

😃😃

Ich kann grad Deinen Gedanken nicht ganz folgen. Für 360° Wenden habe wir aber bessere Experten auf höchster Ebene :wink:
 
Hat der Autopilot etwas einen Fehler gemacht? Lass mal nachdenken.

Der Energieverbrauch der Wirtschaft, insbesondere der genannten energieintensiven Branchen wie Zement, Düngemittel etc., wird vermutlich nur unwesentlich vom Wetter abhängen. Also ist ein Rückgang hier gleichbedeutend mit "wir haben weniger produziert".

Der Rückgang beim Gebäudeenergiesektor geht dagegen größtenteils auf das milde Klima zurück, also "wir haben weniger Energie benötigt, um die Hütte warm zu bekommen".

Steht das im Widerspruch zueinander? Eindeutig nicht. Ich vermute sogar eher, dass der Rückgang der Industrieleistung überproprtional für den Rückgang beim gesamten Energieverbrauch verantwortlich ist.

Und im Gegensatz zu der Mitteilung des UBA ging der Absatz an Wärmepumpen um 5% gegenüber dem Vorjahr zurück. Dafür ist der Absatz von Gasheizungen drastisch gestiegen. Was sicherlich auch einen Beitrag geleistet hat. Nur beisst man sich im UBA lieber die Zunge ab als zuzugeben, dass auch der Austausch einer veralteten gegen eine moderne Gasheizung Energie sparen kann.
 
Ich bin gedanklich noch bei dem Punkt, dass Du die Importe von CO2 über im Ausland hergestellte Produkte zu unserer Bilanz hinzufügen wolltest, aber unsere Exporte nicht abziehen möchtest, dann aber DDR-Propaganda unterstellt hast. Wollen wir das vielleicht noch kurz abräumen bevor du die nächsten Zahlen verwurschtelst?
 
Pancho schrieb:
Ich bin gedanklich noch bei dem Punkt, dass Du die Importe von CO2 über im Ausland hergestellte Produkte zu unserer Bilanz hinzufügen wolltest, aber unsere Exporte nicht abziehen möchtest, dann aber DDR-Propaganda unterstellt hast. Wollen wir das vielleicht noch kurz abräumen bevor du die nächsten Zahlen verwurschtelst?

Da interpretierst Du meine Aussage völlig falsch.

NeusserGletscher schrieb:
Weltweit gesehen ist es vermutlich ein Nullsummenspiel. Denn der Zement, Dünger, Stahl, Aluminium, was nicht in D produziert wurde, wurde dann halt woanders produziert. Im worst case sogar auf unmodernen älteren Anlagen mit einem höheren CO2 Ausstoß, als die Produktion in D verursacht hätte.

Der Kern der Aussage ist, dass der Rückgang des Primärenergieverbrauch ins D, der auf den Rückgang der industriellen Produktion zurück geht, weltweit mutmaßlich ein Nullsummenspiel ist, weil halt Zement, Dünger, Stahl, Aluminium an andere Standorten produziert wurden. Rückgang von CO2 hier => mutmaßlicher Anstieg CO2 wo anders. Was ist daran missverständlich?

Mir ist schleierhaft, wie Du daraus Deine oben zitierte Aussage ableitest. Das ist eine völlig andere Baustelle.

Übrigens wurde diese Art des Frisierens der Klimabilanz durch Verlagerung energieintensiver Produktion ins Ausland schon früher kritisiert.

Aber seit die Grünen an der Regierung sind, zählen neuerdings auch Emissionen, die lediglich von der linken in die rechte Tasche verschoben werden, als Erfolg. Wenn man sonst keine Erfolge vorweisen kann, muss man halt auf dem Papier welche erfinden.
 
Vielleicht sehe ich ja wirklich alles nur viel zu negativ. Was hat sich denn für Dich seit Ende 2021 alles verbessert? Ich brauche fürs Wochendende unbedingt noch ein wenig positiven Input :wink:
 
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