Deutschland hat bei natürlichen Energiequellen mit gesicherter Leistung nur wenig Potential. Das ist nicht die Schuld einer bösen Fossillobby, das sind einfach die Gegebenheiten, mit denen wir hier leben müssen. Andere Länder haben auch neben Sonne und / oder Wind mindestens eine Stromquelle, die nicht so unmittelbar von Wetter, Tages- oder Jahreszeit abhängt. Geothermie, Biomasse, Wasserkraft oder konventionelle Kraftwerke. Das ist technisch bedingt und lässt sich auch nicht wegdiskutieren. Dass Deutschland aus der einzigen nicht-fossilen grundlastfähigen Energiequelle ausgestiegen ist, verdanken wir nicht dem Einfluss der Fossillobby, sondern dem Einfluss der Solar- und Windlobby. Dass diese Entscheidung zu Lasten der Klimaschutzziele gehen wird, wussten die Verantwortlichen bereits vor 25 Jahren:
[url=https://dserver.bundestag.de/btp/14/14209.pdf schrieb:
Plenarprotokoll 14/209 vom 14.12.2001 - Birgit Homburger (FDP)[/url]"]Der [kürzlich vom Wirtschaftsministerium vorgestellte Energie-] Bericht zeigt zwei Szenarien auf: Das eine Szenario geht davon aus, dass man auf Gas und Kohle ausweicht; das andere Szenario geht davon aus, dass man auf Gas und erneuerbare Energien ausweicht. Beide Szenarien gehen also davon aus, dass Gas als fossiler Energieträger massiv genutzt wird. Daher muss die Nutzung dieser Energieträger ausgeweitet werden, wenn Sie die Kernenergie ersetzen wollen. Das geht voll zulasten des Klimaschutzziels.
GB hat seit 1990 kontinuierlich Gaskraftwerke gebaut, ab 2005 auch Wind und Biomasse. Solar spielt bis heute keine große Rolle. Mit dem Erfolg, dass GB seinen spezifischen CO2 Ausstoß um ca. 2/3 gesenkt hat, Deutschland dagegen lediglich um ca. 1/3. Welches Land hat nun eine bessere Klimapolitik betrieben? GB mit seinen 30% Anteil von Gas am Strommix plus 14% Nuklear oder D mit 38% Gas und Kohle?
Ich hätte ja noch Verständnis für die hohen Kosten und Strompreise, wenn es wenigstens theoretisch dem Klima nutzen würde. Aber die höchsten Preise und gleichzeitig beim CO2 Ausstoß die rote Laterne, das geht nicht zusammen.
Mit 30% Anteil von Nuklear am Strommix könnten wir heuer im Winter die Wärmepumpen heißlaufen lassen, die Elektroautos bis zum Anschlag laden und hätten unterm Strich günstigere Strompreise. Wir könnten einen ähnlich niedrigen spezifischen CO2 Ausstoß haben wie Frankreich. Wir wären längst unabhängiger von Kohle und Öl.
Bedankt Euch bei denen, denen das Klima egal war, als sie auf Kohle und Gas gesetzt haben. Denn die Wunderspeicher haben sie leider auch nicht erfunden.
Petz schrieb:
Aber auch einen Artikel der die wirtschaftliche Seite des Umstiegs beleuchtet - in dem Fall allerdings auf die österreichischen Verhältnisse bezogen:
https://www.derstandard.at/story/300000 ... aussteigen
Der kleine Unterschied zu Deutschland: 57% sind Wasserkraft, lediglich 23% Sonne und Wind. Zur Wasserkraft kommt noch 6,5% Biomasse als grundlastfähige Energiequelle dazu. Das sind Relationen, von denen man in Deutschland nur träumen kann. Wasserkraft liegt in Deutschland bei 5%, Sonne und Wind bei 43%. Wäre es umgekehrt, dann würde es auch funktionieren.