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Die große Klima-Diskussion

Status
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Vom Wetter zum Klima:

NeusserGletscher schrieb:
TONI_B schrieb:
Das gehört eigentlich in den Klimawandel-Thread.
Mit den ersten beiden Sätzen kann ich mich anfreunden. Mit den Rest nicht. Schon gar nicht mit dem letzten Satz.

Der "Rest" ist wissenschaftlich erwiesen. Seit 1980 nimmt die Globalstrahlung in Europa zu. Nicht, weil die Sonne ihre Aktivität erhöht hat, sondern weil nicht mehr so viel Dreck in die Luft geblasen wird.

[...]

zonk schrieb:
NeusserGletscher schrieb:
zonk schrieb:
Was für ein unertræglicher Unsinn das ist,was du schreibst.
Nix davon,also vom Rest,deinem Rest,ist wissenschaftlich erwiesen
Zumal es nur in westlichen,bzw eurostaaten eine Verbesserung der Luft gab und dies vielleiiiiicht zu einer stärkung der Sonneneinstrahlung führen kann.aber nix von statistischem Belang.Was ein furchtbarer Unsinn,den du da vom Stapel læsst.Nicht mal dieser von dir genanntenJahre und die Anzahl dieser stimmen.Höchstens in deiner eigenen Wahrnehmung,das wars dann aber auch

https://www.meteoschweiz.admin.ch/ueber-uns/meteoschweiz-blog/de/2024/05/warum-nimmt-sonneneinstrahlung-in-europa-seit-1980-zu.html

https://www.focus.de/earth/fataler-smog-effekt-saubere-luft-in-china-befeuert-globale-erwaermung_53237450-d3a7-4c08-bf96-dddff0c241e4.html

https://www.dwd.de/DE/leistungen/solarenergie/download_dekadenbericht.html

Gehört in das Klima-Topic. Wir können dort gerne die Diskussion fortführen, wenn Du nach der Lektüre der Links noch Diskussionsbedarf siehst.

Das macht aber nur 10 bis maximalst 25 % der Klimaerwärmung aus.und das auch nur in europa.undndas auch nur in Wahrscheinlichkeit .Global gesehen macht das kaum einen Unterschied/kaum einfluss

Focus schrieb:
Seit 2010 hat sich die Erde pro Jahrzehnt um rund 0,25 °C erwärmt. In den Jahrzehnten davor lag der Anstieg bei durchschnittlich 0,18 °C

Das sind schon fast 40%. Tatsache ist, dass die Globalstrahlung in Europa in einigen Regionen seit 1980 um 20% bis 25% zugenommen hat. Und es ist offensichtlich, dass man höhere Durchschnitts-Temperaturen misst, wenn die Sonne häufiger scheint. Asien holt seit einigen Jahren bei der Luftreinhaltung auf und auf den Weltmeeren wurden die Emissionen durch bessere Filter reduziert, dazu gab es auf Telepolis mal einen Artikel:

https://www.telepolis.de/features/Ausweitung-der-Todeszonen-Wenn-die-Meere-kochen-9193441.html?seite=all

Telepolis schrieb:
Rahmstorf weist allerdings wie auch andere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler darauf hin, dass insbesondere für die Hitzewelle im Nordatlantik noch andere Erklärungen gesucht werden müssen. Als Kandidaten nennt er einen Mangel an Aerosolen, das heißt, kleine Schwebeteilchen in der Luft, die aufgrund sauberer Schiffsabgase und schwacher Winde aus der Sahara fehlten.

Die spannende Frage ist eine andere: Hat die Luftverschmutzung seit 1850 den Temperaturanstieg gedämpft und fallen uns nun die Sünden der Vergangenheit vor die Füße oder gab es bereits vor 1850 Schmutzpartikel menschlichen Ursprungs (Brandrodung, Ziegeleien, Hausbrand, ....) in einem relevanten Ausmaß, welche den Temperaturanstieg bereits vor 1850 gedämpft haben?
 
Gib doch diese deine Fragen mal an eine KI weiter!

Ich habs gemacht:
Deine vermutenden Effekte sind da, können aber den Effekt des CO2 bestenfalls maskieren.
 
NeusserGletscher schrieb:
Die spannende Frage ist eine andere: Hat die Luftverschmutzung seit 1850 den Temperaturanstieg gedämpft und fallen uns nun die Sünden der Vergangenheit vor die Füße oder gab es bereits vor 1850 Schmutzpartikel menschlichen Ursprungs (Brandrodung, Ziegeleien, Hausbrand, ....) in einem relevanten Ausmaß, welche den Temperaturanstieg bereits vor 1850 gedämpft haben?
Damit Partikel überhaupt einen Effekt auf das globale Wetter haben müssen die mind. in eine Höhe von 10 - 15 km geschleudert werden. Dieser Effekt tritt bei Vulkanausbrüchen der Stärke 3 oder 4 (VEI) auf aber sicher nicht bei einem Waldfeuer geschweige denn Hausbrand. Da müsste schon sehr sehr viel Wald brennen. Selbst das Große Feuer von London 1666 konnte nicht in Eiskernbohrungen nachgewiesen werden.
 
Nein, es ist schon richtig, dass es diesen Effekt gibt bzw. gab. Durch die Umweltschutzmaßnahmen der 1980 Jahre wurde die Luft wieder klarer und ein (sehr geringer!) Teil der Erwärmung der letzten 100 Jahre ist darauf zurück zu führen. Das perfide an solchen Aussagen ist halt, dass damit gleich die globale anthropogene Klimaveränderung in Zweifel gezogen wird.
 
mark13 schrieb:
Damit Partikel überhaupt einen Effekt auf das globale Wetter haben müssen die mind. in eine Höhe von 10 - 15 km geschleudert werden.

Die Bildung von Wolken wird durch Schmutzpartikel verstärkt (Kondensationskeime). Das findet weit unterhalb von 10 km Höhe statt.

TONI_B schrieb:
Das perfide an solchen Aussagen ist halt, dass damit gleich die globale anthropogene Klimaveränderung in Zweifel gezogen wird.

Wissenschaft basiert auf Zweifeln. Sonst würden wir heute noch immer glauben, die Erde sei eine Scheibe.
 
Zweifeln = Hinterfragen ist richtig. Manche Dinge sind aber auch geklärt (oder prüfst du noch, ob die Erde nicht doch eine Scheibe ist? :wink: ) und können nur noch ergänzend erforscht werden. So ist es mit dem Klimawandel. Da steckt sicher noch viel mehr dahinter als wir heutzutage wissen, aber zweifelsohne sind unsere menschlichen Taten nicht unbeteiligt.
 
NeusserGletscher schrieb:
mark13 schrieb:
Damit Partikel überhaupt einen Effekt auf das globale Wetter haben müssen die mind. in eine Höhe von 10 - 15 km geschleudert werden.

Die Bildung von Wolken wird durch Schmutzpartikel verstärkt (Kondensationskeime). Das findet weit unterhalb von 10 km Höhe statt.

Korrekt. Das ist aber kein globaler Einfluss sondern eben lokales Wetter. Es wurde ja über Klima im Kontext einer globalen Erwärmung geredet.

Ist das jetzt nur meine persönliche Wahrnehmung oder gibt es jetzt einen Trend, dass in der Klima-Diskussion diverse Gruppierungen jetzt für eine Luftverschmutzung argumentieren.
 
Das ist richtig, aber entscheidend ist, dass der Mensch nicht der einzige "Klimawandler" ist und man den Klimawandel komplett stoppen könnte und müsste.
Klimawandel gab und gibt es schon immer, auch lange bevor der Mensch auf der Erde war. Und auch dieser Klimawandel wird weitergehen.
Die aktuelle Frage ist ja, welchen Anteil der Mensch am momentanen Klimawandel und am Klimawandel der letzten 100 Jahre hat und wie man dessen Einfluss beschränken und reduzieren kann.
Leider wird in der Diskussion heute oftmals der Eindruck erweckt, als ob der Klimawandel aktuell nur vom Menschen allein bewirkt würde. Und diese Argumentation gibt den Skeptikern beim Thema Klimawandel immer wieder Futter.
Heute wird ja oft der Eindruck erweckt, als hätte es vor 30 oder 40 Jahren keine Waldbrände, Hochwasser oder nie schneearme Winter gegeben, oder als ob ein Bergsturz wie kürzlich in Blatten geschehen, ein neuartiges nur durch den Menschen verursachtes Phänomen wäre.
 
Mt. Cervino schrieb:
Heute wird ja oft der Eindruck erweckt, als hätte es vor 30 oder 40 Jahren keine Waldbrände, Hochwasser oder nie schneearme Winter gegeben, oder als ob ein Bergsturz wie kürzlich in Blatten geschehen, ein neuartiges nur durch den Menschen verursachtes Phänomen wäre.
Nein, dieser Eindruck wird nicht erweckt, es wird immer gesagt und geschrieben, dass solche Vorgänge auch natürlich vorkommen. Das sind lediglich Versuche von Klimawandelleugnern den anthropogenen Klimawandel in Zweifel zu ziehen. Wie wir hier sehen, funktioniert das vielfach recht gut.
Die Luftverschmutzung nach dem zweiten Weltrkrieg bis in die 80er Jahre hinein hatte einen messbaren Einfluss aufs Klima, zumindest in Europa. Wir kennen alle den Begriff "Waldsterben" durch sauren Regen. Die kühlen Sommer in den 60er und 70er Jahren, die in den Alpen sogar zu einem kleinen Gletschervorstoß geführt haben, liegen nicht nur zufällig in diesem Zeitraum. Der folgende Anstieg der Durchschnittstemperaturen fiel allerdings nicht direkt mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion zusammen.. Bereits ab Beginn der 80er Jahre wurde es wärmer. Das Absinken der Temperaturen in den 60er und 70er Jahren ist allerdings im Vergleich zu folgenden Temperaturanstieg, marginal. Wir liegen heute in Europa bereits etwa +2°C über dem Niveau von 1970!
Zum Ende der "kleinen Eiszeit" habe ich auch mal gelesen, dass der Rückgang der Alpengletscher ab 1850 nicht temperaturbedingt eingeläutet wurde, sondern starke Rußablagerungen der industriellen Revolution auf den Gletscherzungen und eine damit verbundene, stärkere Schmelze, ein noch weiteres Vorrücken gestoppt habe. Um das zu bewirken, müssen Schadtstoffe nicht besonders hoch in die Atmosphäre gelangen.
 
Mt. Cervino schrieb:
Die aktuelle Frage ist ja, welchen Anteil der Mensch am momentanen Klimawandel und am Klimawandel der letzten 100 Jahre hat und wie man dessen Einfluss beschränken und reduzieren kann.
Worauf willst du hinaus? Ab welchen Prozentsatz können wir so weiter machen wie bisher? Und wie genau muss es bestimmt sein?

Nehmen wir an, die Wissenschaft sagt, es sind 98%. Dann kommt unser Zweifler und sagt, dass man das natürlich hinterfragen muss.

Hätte man das beim SO2, Blei, NOx, FCKW usw. In den 1980er bis 2000er Jahren auch gemacht, würden die Wälder und die Ozonschicht viel schlechter da stehen. Damals gabs zum Glück noch kein Internet und Zweifler…
 
TONI_B schrieb:
Hätte man das beim SO2, Blei, NOx, FCKW usw. In den 1980er bis 2000er Jahren auch gemacht, würden die Wälder und die Ozonschicht viel schlechter da stehen. Damals gabs zum Glück noch kein Internet und Zweifler…
Das Problem ist wohl eher, dass "diesmal" (Klimawandel) die Lösungen viel komplizierter, sprich teurer sind...
Am einfachsten wäre wohl, morgen würde die Kernfusion funktionieren, dann könnten wir uns einige Diskussionen ersparen. Wird sie aber nicht. Also muss ein Bündel aus Maßnahmen her (mehr Einsparungen + mehr EE + mehr Speicher + mehr Leitungen undundund... Und überall kommen welche und schreien, wieso das angeblich nicht geht und nix wird.)

Deine Beispiele waren auch Probleme, aber im Vergleich dazu Kindergarten.
SO2: (mehr oder weniger) gelöst durch schwefelarme Treibstoffe, Filter etc.
Blei: gelöst, keine verbleiten Treibstoffe mehr
FCKW: gelöst, werden nicht mehr verwendet, wurden durch Alternative Mittel ersetzt
NOx: zumindest auf dem Papier gelöst (in der Realität nicht, sprich "Thermofenster" bei Verbrennungsmotoren -> im Winter nach wie vor ein Thema... aber Hauptsache der Wert auf dem Prüfstand stimmt).
Also eigentlich schon gelöst, es gibt ja längst emissionsfreie Fahrzeuge, müsste man halt die anderen mal verbieten.
 
Ja, das stimmt schon, dass diese Probleme nicht ganz so komplex waren. Trotzdem, warum hat es funktioniert?

Man hätte damals auch argumentieren können, dass es eh egal ist, wenn die Ozonschicht flöten geht. Sollen die Australier halt mehr Sunblocker schmieren. Dennoch wurde weltweit etwas unternommen.
 
Ganz abgesehen davon das die damaligen Maßnahmen die Bevölkerung in ihren Geldbörsen nur relativ marginal trafen und auch Investorengewinne nicht merklich beeinträchtigt wurden, fehlte der organisierte Widerstand der unter dem Mäntelchen der sogg. Meinungsfreiheit demagogisch und mit den heutigen Mitteln des Internets dagegen zu Felde ziehen konnte.
Würde man die Publikation und das generelle Verbreiten von Fakenews und falschen Tatsachen als unzulässige Agitation unter strenge Strafen stellen und dagegen auch mit den heutigen Möglichkeiten der KI konsequent juristisch vorgehen, wär der Widerstand dagegen nicht nur schnell vorbei sondern aufgrund des Personal-, und Gebäudebedarfes auch ein nicht zu unterschätzendes Konjukturprogramm wenn man dafür sorgt das die Inhaftierten den Aufwand ihrer Verwahrung auch selbst erarbeiten müssen .
Mir muß auch erstmal jemand logisch nachvollziehbar erklären was die oben angeführten Vorgänge überhaupt mit Meinungsfreiheit zu tun haben; meiner Ansicht nach ist das eine völlige Fehlinterpretation des Begriffes auch seitens der Verfassungsgerichte.
 
Allegra schrieb:
In Südeuropa ist es im Sommer immer sehr heiß. Das ist absolut normal. Die Wälder brennen seit Jahrzehnten, zumeist ausgelöst durch Grundstücksspekulanten oder weggeworfe Kippen.
Man hat sich mit Siesta und Klimaanlagen sehr gut mit dem Klima arrangiert. Auch geht man zur Mittagszeit traditionell nicht aus dem Haus und wenn, dann mit Sonnenhut und einem Fläschchen Mineralwasser.

Und bevor mir wieder vom Oberlehrer Fakes unterstellt werden, muß ich ihn leider wieder enttäuschen:
Die Familie meiner Frau sind Sizilianer, und wohnen auf der Insel, so daß ich die Fakten aus erster Hand habe und auch selbst durch viele Aufenthalte vor Ort bestätigen kann.

Ich zitiere hier einmal einen Post, den @Allegra nebenan im Wetter-Thread geschrieben hat. Ich will niemanden persönlich angehen, ich greife das Zitat aber auf, weil es ein allgemeingültiges Dilemma aufzeigt: Es ist ein klassisches Beispiel dafür, das Vorgänge, die Veränderungen über einen langen Zeitraum betreffen und bei denen es zum Beispiel auch um die Veränderungen von Häufigkeiten von Ereignissen geht, in der Regel nicht alleine durch persönliche Wahrnehmungen erfasst werden können.
Gerade in Regionen, wo es schon seit Jahrzehnten im Hochsommer so heiß wird, dass z.B. die klassische Mittags-Siesta weithin etabliert ist und ein erheblicher Teil des gesamtgesellschaftlichen Soziallebens in die Abendstunden verschoben ist, fällt es natürlich auch gar nicht so auf, wenn die Durchschnittstemperatur nochmal um ein oder zwei Grad steigt. Steigt in einem alpinen Skigebiet die Durchschnittstemperatur, ist die Veränderung dagegen augenscheinlicher.

Man muss nicht lange recherchieren, um gemessene Datenreihen für Sizilien zu finden.
Screenshot_20250724-173340~2.png

Screenshot_20250724-180606~2.png

Quelle:
https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0169809517302417

Zum Thema Waldbrände:
Screenshot_20250724-173530~2.png

Quelle:
https://www.regione.sardegna.it/documenti/1_39_20050927125556.pdf
https://www.regione.sicilia.it/sites/default/files/2023-08/Piano%20AIB%202023-2025%20FINALE%2022.06.23.pdf


Passend dazu als Kausalität die Zunahme der Dürreperioden auf Sizilien:
Screenshot_20250724-182137~2.png

Quelle:
https://www.researchgate.net/publication/380772034_Examining_the_trend_of_decreasing_precipitation_in_the_Mediterranean_area_A_case_study_of_Sicily_from_1921_to_2023



Man kann ganz ganz viel über die Korrektheit von Messungen, deren Interpretation und von daraus resultierenden Schlussfolgerungen diskutieren oder Gegenhypothesen aufstellen, diese Begründen und im Anschluss versuchen zu beweisen. So funktioniert das Grundprinzip der Wissenschaft von Chemie über Meteorologie bis Medizin.

Oder man sagt halt "Ich kenn da wen, der sagt 'War schon immer so'". Kann man auch machen, ist dann aber halt nur ne Anekdote mit dem Evidenzniveau "Paulanergarten".

Das ist ein sehr grundsätzliches Problem in der Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Daten. Skepsis und Hinterfragen ist hier extrem wichtig und angebracht, denn das Argument, dass z.B. Daten herbeigelogen werden aus wirtschaftlichen Interessen, ist ja ein begründeter Verdacht. Gerade Menschen ohne akademische Grundausbildung ist vielleicht manchmal nicht ganz klar, dass das wissenschaftliche Grundprinzip genau deswegen ja ist, dass man nicht nur seine Ergebnisse zu irgendeinem Thema publiziert, sondern auch dazu beschreibt, wie man die Daten gewonnen hat, also wie z.B. ein Versuch aufgebaut wurde, wie Probanden rekrutiert und selektiert wurden etc. Dadurch kommt es automatisch zu einem Selbstkorrekturmechanismus innerhalb der Fachkommunity - fälsche ich meine Daten, um z.B. ein bestimmtes Produkt zu verkaufen, wird wahrscheinlich irgendwann eine andere Arbeitsgruppe meinen Versuchsaufbau nachmachen und zu ganz anderen Ergebnissen kommen, was dann dazu führt, dass weitere Forschergruppen (oft dann aus ganz anderen Ländern, anderen politischen Systemen usw.) erst recht hellhörig werden und das ganze ebenfalls nachprüfen. Zahlreiche große Schwindel sind gebau so aufgedeckt worden. Diese Prozesse sind langwierig, aufwendig und man muss, will man selbst mit einem bestimmten Thema Schritt halten, einfach viel Zeit da rein investieren.
Oder man sagt einfach: "Wissenschaft? Ne, halte ich nichts von. Man muss einfach mal selbst denken." Kann man machen, taugt dann aber erneut nur für den Paulanergarten.
 
Ich denke es ist am besten dass alle dieses Allegra einfach ignorieren und dann löst sich das von selbst.
Ich nenne das einfach nur Dampfplauderei
 
Es gibt bekanntermaßen nicht "die Wissenschaft ", sondern unterschiedliche Theorien. Diese können auch absolut konträr sein. :)
Ohne Diskurs gibt es keinerlei Fortschritt.
Man denke da nur an den armen Gallilei, welcher mit seiner "Ketzerei" letztlich Recht behalten sollte. 8)

Heute werden leider vom Mainstream abweichende Ansichten, Meinungen oder sogar Tatsachenbeobachtungen von den angeblich so Toleranten nicht toleriert. :wink:

Ich gehe übrigens sehr selten in den Biergarten und auch zu keinem Stammtisch. Auch hat mir meine akademische Bildung Gott sei Dank nicht geschadet. :D

So, nun habe ich keine Lust mehr auf die öden Thenen.
Gehe nun raus in die Natur.
 
Allegra schrieb:
Es gibt bekanntermaßen nicht "die Wissenschaft ", sondern unterschiedliche Theorien. Diese können auch absolut konträr sein. :)
Ohne Diskurs gibt es keinerlei Fortschritt.
Man denke da nur an den armen Galilei, welcher mit seiner "Ketzerei" letztlich Recht behalten sollte. 8)
Richtig aber der Diskurs sollte solange innerhalb der Wissenschaft verbleiben bis sich dort ein begründetes und von der absoluten Mehrheit der Wissenschaftler getragenes Endergebnis manifestiert. Solange unterschiedliche Theorien strittig sind haben sie meiner Ansicht nach in öffentlichen Publikationen nichts zu suchen.

Der Vergleich mit Galilei hinkt insoferne aber etwas weil das ja kein wissenschaftlicher Diskurs im eigentlichen Sinne war, sondern eine Auseinandersetzung mit mächtigen Nichtwissenschaftlern deren Weltbild und somit die gesamte religiöse Sinnhaftigkeit durch seine Theorie als Ganzes in Frage gestellt wurde.
 
Wie gesagt, es ist nicht speziell auf dich gemünzt und selbstverständlich ist es sehr schwierig, eine These gegen etablierten Konsens zu vertreten, was man aber freilich tun darf.
Eine ... sagen wir ... gewisse Unschärfe in den Debatten gibt es ja häufig in so fern, als das es einen fundamentalen Unterschied zwischen "abweichender Meinung" und "Gegenthese" gibt. Setzen aber manche gleich.
Und auf der anderen Seite gibt es ja auch gewisse Kreise, wo erstmal alles, was gegen die Mainstream-Auffassung spricht, spontanen Anklang findet. Aber nur weil etwas Mainstream ist, muss es eben nicht falsch sein. (kann es aber). Bei der Auseinandersetzung mit über Medien kolportierten Dingen ist es im 1. Schritt bei solchen Debatten ja relativ simpel: Transportiert das Mainstream-Medium hier den aktuellen Stand eines möglichst weltweiten Fach-Konsens der wissenschaftlichen Gesellschaft, oder halt irgendeine Fachmeinung von irgendwem. Aber selbst an dieser frühen Differenzierung scheitern ja schon viele bzw. haben wenig Bock auf eine Kontrollinstanz.

Allegra schrieb:
Es gibt bekanntermaßen nicht "die Wissenschaft "
Das war auch nicht Thema. Es gibt DIE universelle Grundlage wissenschaftlichen Arbeitens bzw. Methodik.
 
bastian-m schrieb:
Aber nur weil etwas Mainstream ist, muss es eben nicht falsch sein. (kann es aber).

Wichtiger und richtiger Satz, der deutlich macht, dass nur tote Fische mit dem Strom schwimmen (Opa früher: "Das hat der Kohl gesagt und war auf ARD und ZDF, dann ist das so!") und auf der anderen Seite spätestens im Nachgang auch vermeintlich richtige Entscheidungen einer breiten Mehrheit falsch gewesen sein können und man dann über seinen Schatten springen können muss (Beispiel gesperrte Spielplätze bei Corona).
Beim Klima wird es sicher auch in den kommenden Jahrzehnten noch zu Erkenntnissen kommen, die bisheriges Wissen ein Stück weit verändern werden. Wichtig, dass man dafür offen ist.
 
Petz schrieb:
Der Vergleich mit Galilei hinkt insoferne aber etwas weil das ja kein wissenschaftlicher Diskurs im eigentlichen Sinne war, sondern eine Auseinandersetzung mit mächtigen Nichtwissenschaftlern deren Weltbild und somit die gesamte religiöse Sinnhaftigkeit durch seine Theorie als Ganzes in Frage gestellt wurde.

Nein, dass stimmt so nicht. Die Galilei-Kontroverse hat einen weltanschaulichen Aspekt, aber auch einen rein wissenschaftlichen Aspekt.

Galilei hat mit den Fernrohr einige Befunde entdeckt, die für das heliozentrische Weltbild sprechen: Nämlich die Phasen der Venus und das Jupitermondsystem als Sonnensystem im kleinen. Keiner der Befunde ist allerdings ein K.O.-Kriterium für das geozentrische Weltbild.

Es gab zu dieser Zeit aber auch zwei starke wissenschaftliche Argumente für das geozentrische Weltbild:

1. Das geozentrische Weltbild mit seinen komplizierten Epizykeln war dem damaligen einfachen heliozentrischen Weltbild mit Planetenbahnen als Kreisbahnen sogar überlegen, wenn es darum ging, die Positionen der Planeten vorauszuberechnen.

2. Es war keine Fixsternparallexe messbar. Die muss es geben, wenn die Erde sich um die Sonne bewegt.

Somit gab es zur Zeit von Galilei Argumente für beide Modelle, aber keines der beiden Modelle konnte falsifiziert werden. Zudem waren beide Modelle rein empirische Modelle ohne theoretische Grundlage.

Johannes Kepler modifizierte das heliozentrische Weltbild, indem er Planetenbahnen als Ellipsenbahnen annahm. Mit den Keplerschen Gesetzen war das heliozentrische Weltbild dem geozentrischen Weltbild bei der Vorausberechnung der Planetenpositionen überlegen.
Etwa 100 Jahre nach Galilei formulierte Newton seine Gravitationstheorie. Damit war das heliozentische Weltbild kein rein empirisches Gesetz mehr, sondern bekam eine theoretische Grundlage.
Im 19. Jahrhundert waren die Messungen präzise genug, um von nahen Sternen eine Fixsternparallaxe zu messen, so dass das heliozentrische Weltbild endgültig falsifiziert ist.
Aber auch später musste das geozentrische Weltbild immer wieder mal modifiziert werden, um durch präzisere Messungen gewonnen neue Befunde zu erklären. So braucht man etwa die Allgemeine Relativitätstheorie, um die langfristigen Veränderungen der Merkurellipse vollständig erklären zu können.

Um die Kurve zur Klimadiskussion zu kriegen:

Anders als bei der Diskussion um das richtige Modell für das Planetensystem zur Zeit Galileis gibt es keineswegs zwei konkurrierende Modelle für die Entwicklung des Klimas in den letzten Jahrzehnten. Die einfache Kausalkette "Mensch treibt CO2-Gehalt der Atmosphäre nach oben --> Treibhauseffekt verstärkt sich ---> Durchschnittstemperatur geht nach oben" wird niemand unter den seriösen Klimawissenschaftlern anzweifeln.

Aber die Klimamodelle sind nach wie vor unvollständig und müssen laufend verbessert werden, um mit möglichst allen Befunden im Einklang zu sein. Die Schwierigkeit besteht vor allem darin, die zahlreichen Rückkoppelungseffekte (z.B. Temperatur wird größer --> Eisflächen schmelzen --> Albedo wird kleiner ---> Temperaturerhöhung wird verstärkt) quantitativ korrekt zu kalkulieren. Dabei gibt sowohl Rückkoppelungseffekte, die verstärkend wirken, als auch Rückkoppelungseffekte, die dämpfend wirken.)
 
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