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Die große Klima-Diskussion

Status
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Ich hoffe das passt hier zum Thema:
Neulich bin ich drauf aufmerksam geworden, dass ein Startup bei uns alte Solarpanels erneuert und dann reduziert weiterverkauft. In manchen Städten gibt's dann eine große Sammelbestellung der Bürger und die können dann an einem Tag in der Innenstadt abgeholt werden. Idee finde ich grundsätzlich super, weil sowohl bei Wind als auch Solar das Thema Recycling noch nicht gelöst ist.
Leider muss man im diesem konkreten Fall sagen, dass selbst mit dem reduziertem Preis das Angebot einfach zu schlecht ist, wenn mit dem aktuellen Marktpreisen vergleicht.
Aber die Richtung stimmt.
 
Ab heute ist es wieder Sommer - zumindest für ein paar Tage.

Nun werden die Wetterkarten wieder tiefrot gefärbt und wir müssen uns wieder das Schreckgespenst der Erdverkochung auf den meisten Kanälen anhören.

Ich lasse den Beitrag jetzt hier stehen, weil sich daraus in der Folge wieder ein Bezug zum Klima ergeben hat, weise aber erneut darauf hin, dass dieser Post hier thematisch falsch ist und zu "Aktuelles Wetter gehört".

Gruß,
mod bastian-m
 
Da der Titel dieses Threads doch "Diskussion" lautet, braucht es auch andere Sichtweisen. Sonst hätten wir einen Monolog - und das wäre nun wirklich absolut langweilig.
 
Ich finde es ja immer wieder spannend wie gefärbte Wetterkarten Menschen triggern können. Ich halte den Farbenwechsel in der Wetterkarte für ein wertvolle Information.

Und ja! "Früher" waren Sie nicht gefärbt. Kann man wahrscheinlich mit der Computertechnik von heute nicht vergleichen. Wahnsinn was heute alles möglich ist.

Dank den Wissenschaftlern gibt es nicht nur gefärbte Wetterkarten sondern sogar ein Forum wie dieses hier.
 
Allegra schrieb:
Nun werden die Wetterkarten wieder tiefrot gefärbt und wir müssen uns wieder das Schreckgespenst der Erdverkochung auf den meisten Kanälen anhören.
Das hat aber mit "Diskussion", wie du sie einforderst nichts zu tun!

Das ist - such es dir aus: entweder Polemik oder Schwurblerei.

Noch dazu hast du offensichtlich noch immer nicht den Unterschied zwischen Wetter und Klima verstanden!

Jetzt ist es warm oder heiß, egal ob rot oder orange eingefärbt. Und am 1. September werden wir wissen, ob dieser Sommer (Juni-August) wo (global, Europa, DACH) im Vergleich zu den verschiedenen Zeiträumen (1961-1990 bzw. 1991-2020) wärmer war oder nicht.
 
Brauche keine Belehrungen.

Offenbar ja doch, denn die falsche Rinsortierung neuer Beiträge zwischen den beiden Thread "Klima" und "Aktuelles Wetter" hatten wir schon mehrfach.
Bitte im Zweifel nochmal mit der Definition auseinandersetzen und zukünftig beim Zuordnen mehr Sorgfalt walten lassen.

Gruß,
mod bastian-m


Sehe ich nicht so.
 
TONI_B schrieb:
Und am 1. September werden wir wissen, ob dieser Sommer (Juni-August) wo (global, Europa, DACH) im Vergleich zu den verschiedenen Zeiträumen (1961-1990 bzw. 1991-2020) wärmer war oder nicht.

Für Österreich kann ich dir das jetzt schon sagen, weil das Plus bisher schon, zusammen mit den Prognosen für die kommenden 7 Tage, für die Feststellung reicht, dass es wieder wärmer als im Schnitt sein wird.
 
Genau so ist es!

Ich betreibe seit 30 Jahren eine semiprofessionelle Wetterstation in meinem Garten und vergleiche die langjährigen Daten auch mit nahe gelegenen offiziellen Wetterstationen.

Für den heurigen Sommer schaut es bisher so aus:

Monat: (61-90)/(91-20)
Juni: +3,8K/+2,3K
Juli: +1,8K/-0,1K
August: wenn die Vorhersagen nur halbwegs halten wird wieder ein deutliches + davor stehen. D.h. in Summe wird es auf jeden Fall ein wärmerer Sommer als in den letzten 30 bzw. 60 Jahren.

Dieser, für viele zu kalte, Juli wäre in der Periode 61-90 um fast 2K zu warm gewesen. Damals gabs auch viele Sommer, wo es nur einige wenige Tage mit Temperaturen über 30°C gab.

Was man an diesen Daten auch sehr schön sieht, dass sich die Mitteltemperaturen in den beiden Beobachtungsperioden um 1,5-1,9K im Osten Österreichs erhöht haben!
 
TONI_B schrieb:
Dieser, für viele zu kalte, Juli wäre in der Periode 61-90 um fast 2K zu warm gewesen. Damals gabs auch viele Sommer, wo es nur einige wenige Tage mit Temperaturen über 30°C gab.

Was man an diesen Daten auch sehr schön sieht, dass sich die Mitteltemperaturen in den beiden Beobachtungsperioden um 1,5-1,9K im Osten Österreichs erhöht haben!

Das deckt sich auch mit meinen Beobachtungen. Der Sommer 2003 war für uns im Südwesten Deutschlands eine Zäsur. Damals ging es das erste Mal signifikant über 40°C, die genaue Zahl der Hitzetage müsst ich nochmal raussuchen aber das war einsamer Rekord. Damals wurde vom Jahrtausendsommer gesprochen, aber dann ging es Schalg auf Schlag, 2006 kam der nächste Hitzesommer und es folgten noch so einige, 2018 als vorläufiger Höhepunkt.
Durch die Zeit zieht sich dazu noch eine zunehmende Häufung von Frühjahrstrockenheit. Das bedeutet dass die Vegetation in der entscheidenden Wachstumsphase leidet und ihr großflächiger Kühlungseffekt auf die Temperaturspitzen schwindet. Braune Grassteppen flimmern in der Mittagshitze, der Wald hat auch nicht genug Wasser zum Verdunsten. Das treibt die Tageshöchsttemperaturen hoch. Was man in den 90ern eigentlich nur in zubetonierten Stadtgebieten kannte beobachtet man in manchen Jahren nun auch über ausgetrockneten Landflächen.
 
Spezialwidde schrieb:
die genaue Zahl der Hitzetage müsst ich nochmal raussuchen

In Freiburg waren es 2003 53 Tage über 30°. Da kann ich mich noch gut dran erinnern. Und als es dann endlich wieder erträglicher wurde hatten wir nichts besseres zu tun, als in einen Flieger in die Türkei zu steigen. Nochmal 10 Tage bei 40°. Der Sommer 2003 hat übrigens besonders die Franzosen hart getroffen, da sind besonders Ältere umgefallen wie die Fliegen.
 
Die Links zu Wetterdaten für Deutschland hatten wir hier bestimmt schon mal, aber ich stelle meine drei Lieblingsseiten noch mal ein:
Die offiziellen Zeitreihen vom DWD für Deutschland:
https://www.dwd.de/DE/leistungen/zeitreihen/zeitreihen.html#buehneTop
Mehr Auswahlmöglichkeiten bei M. Theusner:
https://www.mtwetter.de/regionales_mittel.php
Dann gibt es bei Kachelmannwetter ein sehr gutes "Klimatool", wo man sich für viele Orte die Klimadaten anzeigen lassen kann, hier z. B. für Lennestadt im Sauerland, 20 km entfernt von mir:
https://kachelmannwetter.com/de/kli...#kvgl__last12months__TMP2m__2947__2947__61_90
Da sieht man dann, dass die mittlere Höchsttemperatur im Zeitraum 1961-1990 selbst im Hochsommer nur so um 23 Grad lag. Noch erstaunlicher finde ich allerdings, dass die mittlere Tiefsttemperatur im Hochsommer nur bei etwa 11-12 Grad lag. Hatte ich so gar nicht in Erinnerung. Wenn es heutzutage nachts mal so kühl wird, wird in den sozialen Medien geschrieben "ich muss die Heizung anmachen"... Und das ist ja der Durchschnitt der Tiefsttemperatur, da muss es also auch viele Nächte unter 10 Grad gegeben haben 8O
Heutzutage bleibt es nachts meistens deutlich wärmer, und selbst wenn es tagsüber dann nur etwas über 20 Grad wird, ist der Tagesmittelwert höher als das Mittel 1961-1990. Deshalb war z. B. auch dieser Juli für Lennestadt 1.7 Grad zu warm - da die meisten Menschen aber nur nach den Höchstwerten schauen, heißt es dann wieder "unmöglich, kann gar nicht sein" :?
 
judyclt schrieb:
Steigen denn im Zuge der allgemeinen Erwärmung die Tiefsttemperaturen stärker als die Höchsttemperaturen?
Kann man sich bei mtwetter für Deutschland oder die Bundesländer anschauen. Sieht dort aber so aus, als ob die Höchsttemperaturen stärker ansteigen als die Tiefsttemperaturen.
 
Ich habe die Werte aus meiner unmittelbaren Umgebung (Marchfeld östlich von Wien) mal analysiert: da steigen die Maximalwerte etwas stärker als die Minima. Ich habe die mittleren Monatswerte verglichen.
TempGF.jpg


Aber die Steigung des linearen Least-Square-Fit ist nicht wirklich signifikant größer. 0,0688 zu 0,0592
 
TONI_B schrieb:
Ich betreibe seit 30 Jahren eine semiprofessionelle Wetterstation in meinem Garten und vergleiche die langjährigen Daten auch mit nahe gelegenen offiziellen Wetterstationen.

Erfasst Du auch die durchschnittliche Zahl der Sonnenstunden pro Jahr oder pro Monat?
 
Prinzipiell ja, ich hätte die Daten. Aber nachdem einige Bäume sprichwörtlich in den Himmel gewachsen sind, traue ich in dieser Hinsicht meinen Daten selber nicht mehr :lol:

Aber von einer nahe gelegenen offiziellen Station habe ich mal die Daten der Jahressumme der Globalstrahlung raus gesucht.

GlobalStr.jpg


Dein weiter oben erwähnte Effekt ist durchaus zu erkennen: die Globalstrahlung hat in diesem Zeitraum zugenommen. Aber nur mit etwas mehr 0,1% pro Jahr als langfristiger Trend (siehe LEastSquareFit) mit einer sehr geringen statistischen Signifikanz!
 
TONI_B schrieb:
die Globalstrahlung hat in diesem Zeitraum zugenommen. Aber nur mit etwas mehr 0,1% pro Jahr als langfristiger Trend (siehe LEastSquareFit) mit einer sehr geringen statistischen Signifikanz!

Für Wien beträgt die Zunahme der Globalstrahlung mehr als 20%, von 1980 bis heute. Ich habe für Wien die Daten vor einiger Zeit mal in ein Diagramm übertragen. Man findet zwar diverse Aussagen aus offiziellen Quellen zur Zunahme der Globalstrahlung, aber ich konnte dazu kein Diagramm finden. Wenn man nicht alles selber macht:

Sonnenscheindauer Wien mit Sommertagen.png


Es gibt hat zwei grundelegende Theorien dazu:

a) die globale Verschmutzung hat ca. 1980 den Effekt durch den vom Menschen verursachten CO2 Anteil in der Atmosphäre kompensiert

b) durch die Abnahme der Luftverschmutzung erreicht mehr Sonnenlicht die Erdoberfläche bzw. die Wolkenbildung nimmt wegen der reduzierten Zahl an Kondensationskeimen ab

Bei b) ist halt die Frage, wie "sauber" die Luft vor Beginn des Industriezeitalters war. Der Mensch hat lange vor 1850 damit begonnen, Wälder abzuholzrn und Moore trocken zu legen, um beides als Brennstoff zu verwenden.
 
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