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NeusserGletscher schrieb:
Seit Jahrzehnten wird uns eingehämmert, dass Sonne und Wind keine Rechnung stellen. Wieso sollen dann fossile Energieträger künstlich verteuert werden, wenn Sonne und Wind eh doch schon kostenlos sind?
Sonne und Wind sind nach wie vor kostenlos aber natürlich die Gewinnung/Nutzung dieser Energiequellen aufgrund des technischen Aufwandes nicht; Letzteres hatte aber aúch niemand behauptet.
Und die fossilen Energieträger müssen deshalb verteuert werden um sie schlicht aus dem Markt zu drängen; allerdings bin ich ein vehementer Verbotsgegner sprich, wer der Überzeugung ist diese weiterhin (trotz dann im Verhältnis auch deutlich kostengünstigerer Co2 - neutral erzeugter alternativer Kraftstoffe) z. B. für seinen Oldtimer unbedingt nutzen zu wollen/müssen dem kostet das Vergnügen dann eben entsprechend Geld.
 
Jan Tenner schrieb:
NeusserGletscher schrieb:
Aber die wenigen Antworten auf meine Beiträge machen einmal mehr deutlich, wieso es heute so schwierig ist, solch emotional belastete Themen zu diskutieren.
Es ist so schwer bzw. so sinnlos mit dir zu diskutieren, weil DAS dein Argumentationsniveau ist:
NeusserGletscher schrieb:
Wer entsorgt denn das CO2, was Du täglich ausatmest? Wieviel zahlst Du dafür?
Und das gehörte hier argumentativ noch zu deinen lichternen Momenten...

Beiträge wie dieser sind der Grund, wieso Du auf meiner spärlich besetzten Ignorierliste stehst. Jedes mal, wenn ich dann doch auf "Diesen Beitrag anzeigen" klicke werde ich erneut in meiner Einschätzung bestätigt, dass Dir einfach noch immer die geistige Reife fehlt, mit anderen Menschen zu diskutieren.

Edit: genau gemommen steht nur ein einziger Name auf meiner persönlichen Ignorierliste.
 
Leider wird hier einmal mehr deutlich, wie sehr mit unterschiedlichen Maßstäben gemessen und Standpunkte beliebig gewechselt werden. So, wie es gerade passt.

Man könnte ja Irrtümer und Fehlprognosen der Klimalobbyisten zum Anlass nehmen, andere aus diesen Kreisen propagierte Dogmen zu hinterfragen um die Debatte wieder auf eine technisch machbare, sachliche Basis zu stellen.

Aber nein. Während jede verquere Einzelmeinung eines Zweiflers an den Klimadogmen instrumentalisiert wird, um die Kritik an den negativen Folgen der Energiewende als ganzes ins Lächerliche zu ziehen und ihr jedwede Berechtigung abzusprechen, drückt man bei fundamentaren Fehleinschätzungen und Falschaussagen aus den Reihen der Klimalobbyisten beide Augen zu.

Ein bekannter Blogger hat dazu dieses Bonmot geprägt: Es sind nicht die Maßstäbe, die mich besonders ankotzen. Es sind die doppelten Maßstäbe.
 
Petz schrieb:
NeusserGletscher schrieb:
Seit Jahrzehnten wird uns eingehämmert, dass Sonne und Wind keine Rechnung stellen. Wieso sollen dann fossile Energieträger künstlich verteuert werden, wenn Sonne und Wind eh doch schon kostenlos sind?
Sonne und Wind sind nach wie vor kostenlos aber natürlich die Gewinnung/Nutzung dieser Energiequellen aufgrund des technischen Aufwandes nicht; Letzteres hatte aber aúch niemand behauptet.
Und die fossilen Energieträger müssen deshalb verteuert werden um sie schlicht aus dem Markt zu drängen; allerdings bin ich ein vehementer Verbotsgegner sprich, wer der Überzeugung ist diese weiterhin (trotz dann im Verhältnis auch deutlich kostengünstigerer Co2 - neutral erzeugter alternativer Kraftstoffe) z. B. für seinen Oldtimer unbedingt nutzen zu wollen/müssen dem kostet das Vergnügen dann eben entsprechend Geld.

Danke für Deine sachliche Antwort.

Grundsätzlich ist / war schon klar, dass Windräder nicht vom Himmel fallen. Irgend jemand muss dafür bezahlen. Die Kosten wurden aber vor wenigen Jahren noch ganz anders eingeschätzt, so in etwa in Höhe von 1% des BIP.

Wie teuer wird die Energiewende

Stand heute wird die Energiewende erheblich teurer. Hohe, auch durch künstliche Aufschläge getriebene Energiekosten treiben die Industrie aus dem Land. Und eine technische Lösung, wie alles zu bezahlbaren Kosten funktionieren soll, sehe ich auch noch nicht.

Ach so, Quelle vergessen:

Drucksache WD 5 - 3000 - 135/24 (16.09.2024)

Über den Zeitverlauf hinweg versuchen Studien, die Kosten der Energiewende zu berechnen und dabei neue Entwicklungen und Aspekte zu berücksichtigen. Dabei kommen die verschiedenen Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen. Je nach Betrachtungszeitraum werden die Kosten auf Beträge zwischen 500 Milliarden Euro pro Jahr oder 13,3 Billionen Euro insgesamt bis zum Jahr 2045 beziffert

500 Milliarden pro Jahr wären schon ca. 10% des BIP und nicht 0,4 bis 0,7 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung.
 
NeusserGletscher schrieb:
kaldini schrieb:
Warum sollte es kostenlos sein, den Abfall der Verbrennung zu entsorgen? Für den Hausmüll muss man ja auch zahlen, oder aber Abraum im Tagebau.

Wer entsorgt denn das CO2, was Du täglich ausatmest? Wieviel zahlst Du dafür?

kaldini schrieb:
Und wo landen denn die Schadstoffe dieser Verbrennung fossiler Brennstoffe? Zu einem gewissen Teil in unseren Lungen.

Komisch. Vor 50 Jahren, als Schadstoffe bei Industrie, Hausbrand und Verkehr für jedermann sichtbar und für Arzte nachvollziehbar Probleme bereiteten, hat niemand davon gesprochen, fossile Brennstoffe zu verteuern. Man hat sich schlicht technische Lösungen einfallen lassen, damit die Luft so sauber wird wie sie heute ist.

Heute, wo dreckige Luft subjektiv betrachtet kaum noch eine Rolle spielt, bestenfalls noch, wenn der Dreck aus polnischen Kohlekraftwerken über die Grenze weht, wird ein riesen Drama daraus gemacht.

Aber die wenigen Antworten auf meine Beiträge machen einmal mehr deutlich, wieso es heute so schwierig ist, solch emotional belastete Themen zu diskutieren.

Ausgangspunkt war ja meine Frage, wieso man fossile Brennstoffe künstlich verteuern muss, obwohl uns Lobbyisten seit Jahrzehnten das Märchen aufgetischt haben, dass die Energiewende uns wirtschaftlich kaum belasten würde, wir unabhängiger von Importen würden und am Ende wir alle weniger für Energie zahlen müssten.

Anstatt die Frage zu beantworten (die einzig richtige Antwort wäre vermutlich, dass die Lobbyisten seinerzeit entweder keine Ahnung hatten oder bewusst gelogen haben), kommt die Methode des Gish-Galopp zum Zuge.
Sorry, ein Gish-Galopp (musste erstmal googeln, was das ist) war nicht meine Intention dir gegenüber Ich hätte nicht so kurz und spontan antworten sollen, es war nicht mein Ziel, dich hier persönlich anzugehen oder aber deinen Standpunkt nicht zu aktzeptieren.

Du hast sicherlich recht, dass die Kosten für die Energieproduktionstransformation uns nicht ganz korrekt gesagt wurden. Ob nun wegen Unwissenheit oder bewusst, kann ich nicht belegen (meine persönliche Meinung: ein Mix aus beidem, da man sich Anfangs der Tragweite und den Auswirkungen nicht bewusst war, aber bereits klar war, dass man etwas machen muss). Auch sollte man für die bestehende Energieproduktion dann auch immer alle Kosten (also auch Entsorgung bzw. Lagerung) mit einrechnen.

Der Begriff "Sonne und Wind stellen keine Rechnung" bezieht sich für mich persönlich eher darauf, dass man bei fossilen Energieproduktionen ja jedes Jahr direkt weitere Kosten (vor allem Kauf von Brennstoff (Gas, Öl, Kohle, Uran) hat, um die gebauten Kraftwerke zu betreiben - bei Photovoltaik und Windkraft fällt das ja eher weg (Unterhalt/Wartung muss natürlich gemacht werden). Was da wohl stark vergessen wurde, ist die Lösung des kontinuierlichen Strombedarfs (wie ja schon öfters auch von dir richtigerweise aufgeführt).

Laut hier https://www.tagesschau.de/faktenfinder/kohlendioxid-atmung-brandner-101.html ist, verkürzt gesagt, dass Co2 aus der Atmung bereits im Kreislauf enthalten und deshalb kein Problem. Problem ist der zusätzlich eingebrachte CO2, wie z.B. beim Verbrennen fossiler Stoffe.

Vor 50 Jahren wurden die direkt ersichtlichen Abfälle, die "einfach so" in die Luft gebracht wurden und auch für jeden direkt ersichtlich waren (dunkle Flecken auf frisch gewaschener Wäsche z.B.), angegangen (technisch aber auch durch Verbote). Aber danach hat man leider übersehen, dass es auch noch weitere Dinge gibt, die nur in gewissen Konzentrationen "weggekickt" werden können. Dies hat man nun fast 50 Jahre ignoriert bzw. übersehen, so dass man nun mit den Folgen leben muss bzw. es sehr aufwändig wird, dies wieder zu beseitigen (wie halt bei fast allem, wenn man etwas längere Zeit ignoriert, wird es später teuer).Ist halt auch eine Frage, wie man "Dreck in er Luft" definiert.
 
NeusserGletscher schrieb:
alphachris2010 schrieb:
Wegen https://de.wikipedia.org/wiki/Petromaskulinit%C3%A4t, und nein, das ist kein feministischer Kampfbegriff. Es gibt erstaunlich viele Menschen, die für irgendeine brennende Energie auch dann bezahlen würden, wenn sie die exakt gleiche Leistung (ohne jegliche Abstriche) "nicht-brennend" kostenlos bekommen.

Sorry, aber das ist Annekdotische Evidenz. Du findest sicherlich auch irgendwo noch Menschen, die elektrisches Licht meiden und statt dessen ihr Heim mit Petroleum Lampen erhellen. Möglicherweise unter den Amish.

Hast Du den Artikel gelesen? Das ist eine wilde Anneinandereihung von Behauptungen und Unterstellungen, teilweise rassistisch konnotiert, weil indirekt unterstellt wird, dass vor allem weiße Männer Anhänger fossiler Brennstoffe seien. Obwohl hier eine US-Quelle der Aufhänger für den Propaganda Artikel ist, findet sich kein entsprechender Beitrag dazu auf der englischen Seite von Wikipedia. Lanciert wurde der Artikel von jemandem, der sich erst wenige Wochen zuvor bei Wikipedia angemeldet hat. Und wenige Wochen später seinen Account auf eigenen Wunsch hat sperren lassen. Der ganze Artikel macht auf mich eher den Eindruck einer linken Kampfschrift als eines objektiven Lexikoneintrags.

Das Ganze wurde u.a. bei Jung & Naiv aber auch bei Fokus besprochen, das Buch "Männer, die die Welt verbrennen" von Christian Stöcker setzt sich damit ebenfalls auseinander. Und, wie gesagt, ich erlebe das auch in meinem Freundeskreis. Der Erfolg des RAM in Deutschland ist ein weiteres Indiz dafür.

Es ist aber auch nicht mein Ansinnen, Dich zu überzeugen, nur ggf. zumindest den Gedanken anzustoßen, das viele Meinungen und Entscheidungen, selbst wenn der Anreiz noch so offensichtlich ist, nicht vernunftgetrieben sind.

PS: Selbst kein Fachmann zweifelt an, das die Wärmenpumpentechnologie einen deutlich höheren Wirkungsgrad als jede andere Heiztechnik hat- dennoch entbrennt darüber ein Glaubenskampf - und der hat nicht nur etwas mit der Legende vom "wir reissen dir jetzt deine Heizung aus dem Keller" zu tun.

Mehr habe und werde ich dazu nicht beitragen an dieser Stelle.
 
Im von einigen (ein)gebildeten und hochnäsigen Besserwissern häufig abschätzig bewerteten Süden gibt es solche "Pumpen" schon seit vielen Jahren.
Die kosten nur einen Bruchteil und liefern nicht nur Wärme im Winter, sondern können im Sommer auch kühlen.
 
NeusserGletscher schrieb:
Stand heute wird die Energiewende erheblich teurer. Hohe, auch durch künstliche Aufschläge getriebene Energiekosten treiben die Industrie aus dem Land. Und eine technische Lösung, wie alles zu bezahlbaren Kosten funktionieren soll, sehe ich auch noch nicht.
Für mich stellt sich generell die Frage wie hoch die Gesamtumstellungskosten wären, hätte man von Beginn an auf mit Windkraft und Fotovoltaik erzeugte synthetische, Co2 - neutral erzeugte Energieträger in gasförmiger und flüssiger Form gesetzt und dies massiv vorangetrieben.

Damit hätte man nicht nur die gesamte bestehende Infrastruktur (Gaskraftwerke, Pipelines, Speicher, Tankstellen etc. ) weiternutzen können sondern mit relativ unerheblichen Adaptionen auch Heizungs-, und Industrieanlagen. Wenn man diese Produktionen in die Nähe von Offshorewindparks ansiedelte, erspart man sich zum allergrößten Teil auch den Ausbau des Stromnetzes weil dieses nur für den aktuell von der Allgemeinheit genutzten Stromverbrauch ertüchtigt werden müsste aber der durch die Elektromobilität und Wärmepumpen zu erwartende sprunghafte Verbrauchszuwachs wegfällt. Wärmepumpen würden dann aufgrund der hohen und auch noch weiter zunehmenden Wirtschaftlichkeit sicher größtenteils andere Heizsysteme ablösen aber das dann in einem kontinierlichen und nicht überfordernden Prozeß. Dazu kommt noch das die Entwicklung auf dem Sektor beileibe noch nicht abgeschlossen ist und deren neueste Ergebnisse z. B. Zentralheizungsvorlauftemperaturen bei gutem Wirkungsgrad ermöglichen das man nicht mehr notwendigerweise auf eine Fußbodenheizung umstellen muß.

Zieht man in Betracht das der Erzeugungswirkungsgrad oben erwähnter Alternativenergieträger sich ebenfalls noch verbessern wird, bin ich jedenfalls der Überzeugung das so die gesamtwirtschaftlichen Kosten der Energiewende deutlich niedriger wären; vor allem dann wenn man mittels Jointventures z. B. Flüssigenergieträger im sonnenreichen Afrika produzieren ließe da die per Schiff oder Pipeline problemlos transportierbar wären; von der einfachen und kostengünstigen Lagerfähigkeit mal ganz abgesehen die als Nebeneffekt auch das Stromspeicherproblem eliminierte.
 
Petz schrieb:
Für mich stellt sich generell die Frage wie hoch die Gesamtumstellungskosten wären, hätte man von Beginn an auf mit Windkraft und Fotovoltaik erzeugte synthetische, Co2 - neutral erzeugte Energieträger in gasförmiger und flüssiger Form gesetzt und dies massiv vorangetrieben.

Damit hätte man nicht nur die gesamte bestehende Infrastruktur (Gaskraftwerke, Pipelines, Speicher, Tankstellen etc. ) weiternutzen können sondern mit relativ unerheblichen Adaptionen auch Heizungs-, und Industrieanlagen. Wenn man diese Produktionen in die Nähe von Offshorewindparks ansiedelte, erspart man sich zum allergrößten Teil auch den Ausbau des Stromnetzes weil dieses nur für den aktuell von der Allgemeinheit genutzten Stromverbrauch ertüchtigt werden müsste aber der durch die Elektromobilität und Wärmepumpen zu erwartende sprunghafte Verbrauchszuwachs wegfällt. Wärmepumpen würden dann aufgrund der hohen und auch noch weiter zunehmenden Wirtschaftlichkeit sicher größtenteils andere Heizsysteme ablösen aber das dann in einem kontinierlichen und nicht überfordernden Prozeß. Dazu kommt noch das die Entwicklung auf dem Sektor beileibe noch nicht abgeschlossen ist und deren neueste Ergebnisse z. B. Zentralheizungsvorlauftemperaturen bei gutem Wirkungsgrad ermöglichen das man nicht mehr notwendigerweise auf eine Fußbodenheizung umstellen muß.

Zieht man in Betracht das der Erzeugungswirkungsgrad oben erwähnter Alternativenergieträger sich ebenfalls noch verbessern wird, bin ich jedenfalls der Überzeugung das so die gesamtwirtschaftlichen Kosten der Energiewende deutlich niedriger wären; vor allem dann wenn man mittels Jointventures z. B. Flüssigenergieträger im sonnenreichen Afrika produzieren ließe da die per Schiff oder Pipeline problemlos transportierbar wären; von der einfachen und kostengünstigen Lagerfähigkeit mal ganz abgesehen die als Nebeneffekt auch das Stromspeicherproblem eliminierte.

Ich kann Dir da überhaupt nicht folgen :roll:
Strom regenerativ zu erzeugen hat einen gewissen Preis, mit dem Strom kann man dann durch Elektrolyse mit einem Wirkungsgrad von etwa 75% Wasserstoff erzeugen, und damit dann in einem weiteren Verfahren dann E-Fuels oder evtl. Ammoniak oder ähnliches herstellen. Auf absehbare Zeit werden diese Treibstoffe daher teuer und knapp bleiben. Die Idee dabei war aber auch immer, diesen grünen Treibstoff nur da zu verwenden, wo er unbedingt nötig oder auch wirtschaftlich ist.
Ich denke, die bekannte "Wasserstoff-Leiter" von Michael Liebreich ist nach wie vor gültig:
https://upload.wikimedia.org/wikipe...00px-Einsatzbereiche_sauberen_Wasserstoff.png
https://de.wikipedia.org/wiki/Grüner_Wasserstoff
In manchen Bereichen ist Wasserstoff alternativlos, aber für einen PKW absolut unwirtschaftlich. Erst das E-Fuel teuer herstellen und dann in einem Verbrennungsmotor mit 20% Wirkungsgrad zu nutzen macht keinen Sinn. Für Flugzeuge oder Schiffe sieht das wieder schon anders aus, mit Batterien über die Meere zu fliegen oder zu fahren, wird wohl nie möglich sein. Auch mit dem Wasserstoff zu heizen ist doch im Vergleich zu einer Wärmepumpe total unwirtschaftlich.
Dagen ist die Verwendung als Langzeit-Stromspeicher (Zeile B) sinnvoll.
Deswegen ist die Strategie der Energiewende meiner Meinung nach absolut in Ordnung, zuerst einmal die Erzeugung ausbauen und soviel wie möglich elektrifizieren, dann im weiteren Verlauf zuviel erzeugten Strom tageweise in Batterien speichern oder in Wasserstoff umwandeln.
 
wmenn schrieb:
Deswegen ist die Strategie der Energiewende meiner Meinung nach absolut in Ordnung, zuerst einmal die Erzeugung ausbauen und soviel wie möglich elektrifizieren, dann im weiteren Verlauf zuviel erzeugten Strom tageweise in Batterien speichern oder in Wasserstoff umwandeln.

Dem stimme ich grundsätzlich zu. Allerdings finden sinkende Einspeisevergütungen und temporäre Kappungen bei gleichzeitiger Befürwortung von Gaskraftwerken nicht überall Anklang. Ich finde, dass mittlerweile das Speicherthema höher gehängt werden müsste. Ob nun eher durch den Ausbau von lokalen Speichern über Häuser/Autos etc. oder große Projekte wie Pumpspeicher, vermag ich nicht genau zu beurteilen. Hängt natürlich auch immer von der aktuellen politischen Landkarte ab. Wobei die Supercharger in Frankreich schon regierungsunabhängig immer deutlich günstiger waren ;)
 
wmenn schrieb:
Strom regenerativ zu erzeugen hat einen gewissen Preis, mit dem Strom kann man dann durch Elektrolyse mit einem Wirkungsgrad von etwa 75% Wasserstoff erzeugen, und damit dann in einem weiteren Verfahren dann E-Fuels oder evtl. Ammoniak oder ähnliches herstellen. Auf absehbare Zeit werden diese Treibstoffe daher teuer und knapp bleiben.
Nachdem man seit einigen Jahren in einem Pilotprojekt eines industriell basierten Verfahrens in Sachsen Co2 - neutrale Flüssigtreibstoffe zu jenen Gestehungskosten erzeugt die dem heutigen Endverbraucherpreis fossiler Treibstoffe entspricht, bezweifle ich das die Durchführung der Energiewende in der laufenden Form gesamtvolkswirtschaftlich kostengünstiger kommt. Dazu kommt noch das sich Wasserstoff nicht verlustfrei speichern lässt weil dessen Atome durch jedes bekannte Material diffundieren.
Was mir aber am meisten sauer aufstößt ist die Tatsache, daß wir uns mit der für die Elektrifizierung im großen Stil nötigen Elektronik bez. Halbleiter und seltenen Erden wieder in eine erneute fatale einseitige Abhängigkeit (in dem Fall von China) begeben. Allein das ist für mich ein absolutes NoGo auch unter dem Gesichtspunkt das die weltweiten Konflikte im Zunehmen begriffen sind und wir uns schon deshalb alle Ressourcen betreffend unbedingt so breit wie nur irgendmöglich aufstellen müssten.
Die Wärmepumpe ist zweifellos das Heizsystem der Zukunft nebst vereinzelten Abwärmenutzungen, Erdwärme-, Pellets-, und Hackschnitzelheizungen die lokale Ressourcen verwenden; bei allen anderen Anwendungen müsste zuerst mal sichergestellt sein das die verwendeten Rohstoffe zu 100 % und zwar nicht nur scheinheilig sondern vollständig recycelt werden; sprich man sie wieder zu jenen Produkten verarbeiten kann aus denen sie gewonnen wurden.
 
Ich lese bei synthetischen Kraftstoffen immer wieder dieses Totschlagargument wegen dem schlechten Wirkungsgrad der Energieumwandlung. Ja, das mag sogar stimmen. Aber die dafür aufgewendete elektrische Energie ist Überschuss beziehungsweise es soll lediglich Abregelenergie dazu verwendet werden. Strom, der heute noch massenweise mit 0% Wirkungsgrad abgeregelt werden muss. Selbst wenn es nur 5% Wirkungsgrad hätte, immernoch besser als 0%. Immerhin lässt sich die Energie in chemischer Form mit heute immernoch ungeschlagener Energiedichte verlustfrei und ohne nennenswerten Wartungsaufwand in vorhandener Infrastruktur langzeitspeichern. Ein Vorteil den sonst keine Speichertechnologie hat. Außerdem verstehe ich eins nicht: Es gibt schon seit längerer Zeit Wasserstoffheimspeichersysteme. Warum hört man da nichts von? Warum wird sowas denn nicht gefördert? Das müsste doch mit Hochdruck weiterentwickelt und zugänglich gemacht werden, angeblich ist doch der private Energiesektor so ein Klimakiller dass man mit dem Gebäudeenergiegesetz so auf die Pauke hauen muss um die Welt zu retten.
Beispiel, es gibt noch andere Systeme: https://solar.red/picea-wasserstoff/
Damit könnte der Häuslebesitzer, wenn er es wirklich wollte, Energieautarkie erreichen. Eventuell mit der Option Wasserstoff nachzutanken wenn die Eigenproduktion mal nicht reicht.
Für mich kann es nur eine Erklärung geben. Lobby und Politik wollen das nicht, Klima- und Umweltschutz ist und bleibt Vorschiebeargument, ist hinter den Kulissen aber nach wie vor Nebensache. Wie immer geht es um wirtschaftliche Aspekte und nicht um Verbraucherfreundlichkeit bei der zweifelhaften Umsetzung der Energiewende.
 
Petz schrieb:
Was mir aber am meisten sauer aufstößt ist die Tatsache, daß wir uns mit der für die Elektrifizierung im großen Stil nötigen Elektronik bez. Halbleiter und seltenen Erden wieder in eine erneute fatale einseitige Abhängigkeit (in dem Fall von China) begeben.

Da sind wir aber selber Schuld. Quellen für seltene Erden gibt es zu Genüge und deren Ausbeutung bzw. die Veredelung sind eher sehr simples Business. Es ist ja nicht so, dass zb das kleine Österreich dazu kein Know How hätte. Aber Wollen muss man wollen. ;)
Zum Glück geht z.T. auch ohne seltene Erden. BMW hat die neusten Motoren ohne und bei den Akkus wird's auch immer besser.



Aber zum Thema: Vergesst es! So wie es aktuell aussieht, wird das alles nichts. Die großen Emittenten ziehen nicht nur nicht mit, sondern arbeiten in die Gegenrichtung (USA). China folgt dem, was letztens ein Historiker sehr eindrücklich beschrieben hat: In der gesamten Menschheit wurde noch nie eine Energiequelle durch eine andere ersetzt, sondern immer nur ergänzt.

Zum Strompreis. Der setzt sich aus dem eigentlich Strompreis, den Netzkosten und den Steuern zusammen. Österreich hatte zb in den letzten Jahren eine PV Offensive, ohne gleichzeitig das Netz auszubauen oder moderne Ansätze der Stromnutzung anzuwenden. Die Konsequenzen sehe ich auf meiner Stromabrechnung.
 
Spezialwidde schrieb:
Ich lese bei synthetischen Kraftstoffen immer wieder dieses Totschlagargument wegen dem schlechten Wirkungsgrad der Energieumwandlung. Ja, das mag sogar stimmen. Aber die dafür aufgewendete elektrische Energie ist Überschuss beziehungsweise es soll lediglich Abregelenergie dazu verwendet werden.
Für mich geht dieses Argument sowieso völlig ins Leere. Wenn man sich vor Augen führt das wir die Stromversorgung (und ich lasse da mal die Elektromobilität außen vor da deren Bedarf wenig jahreszeitabhängig ist) in jedem Fall so auslegen müssen daß, wenn mal allergrößtenteils die Gebäude im Winter mit Wärmepumpen geheizt werden, es in den Sommermonaten dann immer zwangsläufig einen Riesenproduktionsüberschuß gibt der selbst bei miserabelsten Wirkungsgrad immer noch wirtschaftlich genutzt werden kann ohne völlig unsinnigerweise Anlagen vom Netz zu nehmen.

Dazu kommt noch die zusätzliche Nutzungsmöglichkeit bestehender Infrastruktur bei Lagerung und Vertrieb denn z. B. synthetisches Methan lässt sich im Gegensatz zu Wasserstoff in herkömmlichen Gasspeichern problemlos lagern womit sich bestehende Gaskraftwerke als Puffererzeuger Co2 - neutral nutzen liessen. Für einige Bereiche ist weder Strom noch Wasserstoff eine brauchbare Alternative wenn man beispielsweise auf einer Baustelle 20 % der möglichen Einsatzzeit durch den laufend nötigen Akkutausch verschleudert denn in größeren Baumaschinen fehlt sowohl für einen ausreichend großen Akku noch entsprechenden Wasserstofftank schlicht der Platz.
Wobei sich für mich bei der Elektromobilität auch die Frage stellt inwiefern es sinnvoll ist, bei Fahrzeugen mit größerer Reichweite dauernd einen anteilig recht schweren Akku "Gassi" zu fahren.

@ Tyrolens ; wie von mir bereits weiter oben angemerkt bin ich auch der Meinung das wir die Energiewende in die Tonne treten können solange sich die Großemittenten querlegen denn ohne die erreicht die Welt keine klimawirksame Reduktion des Co2 - Ausstosses; die weltweite Zunahme von rechtspopulistischen klimawandelleugnenden Regierungen lässt da nichts Gutes erwarten.
China macht es meiner Meinung nach richtig indem man dort wo es sinnvoll ist den Umstieg stark vorantreibt aber auch die weltweite Entwicklung im Blick behält um nicht durch vorpreschendes Handeln in Wettbewerbsnachteile zu geraten.
 
Tyrolens schrieb:
Zum Glück geht z.T. auch ohne seltene Erden. BMW hat die neusten Motoren ohne und bei den Akkus wird's auch immer besser.

Bei Elektromotoren sind es die Permanentmagneten die seltene Erden enthalten, da ist es keine große Kunst darauf zu verzichten. Man erregt einfach mit Elektromagneten unter Inkaufnahme eines etwas schlechteren Wirkungsgrades. Aber in anderen Bereichen der Elektronik kommt man ganz schwer ohne seltene Erden aus.
 
Bei der Modellbahn ist mir der analoge große Scheibenkollektormotor auch am liebsten.
Der braucht keine seltene Erden und auch keinen Elektronikschrott.
Und läuft und läuft und läuft ...
 
Tyrolens schrieb:
Aber zum Thema: Vergesst es! So wie es aktuell aussieht, wird das alles nichts.
Da muss ich Dir leider Recht geben... Die Macht der fossilen Lobby ist einfach zu groß :(
Bestes Beispiel heute Deutschland: Die neue Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (frühere Tätigkeit u. a. Gas-Lobbyistin) hatte vor ein paar Monaten ein "Energiewende-Monitoring" Bericht in Auftrag gegeben, bei einem Institut, welches schon öfter durch fossil-freundliche Gutachten aufgefallen war.
Der Bericht (hier der Link https://t.co/0d4LYYLtZX) wurde heute veröffentlicht und war überraschend positiv, man sieht Deutschland eigentlich auf einem ganz guten Weg, natürlich muss an einigen Stellschrauben nachjustiert werden.
Ministerin Reiche zog dann aber bei ihrer Vorstellung des Berichts ihre ganz eigenen Schlüsse, die da sind: Gas, Gas, Gas! :x
Hier eine Zusammenfassung im "Spiegel":
https://www.spiegel.de/wirtschaft/s...remsen-a-0e6871c3-2606-437f-9f61-53b11a808adc
 
wmenn schrieb:
Die neue Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (frühere Tätigkeit u. a. Gas-Lobbyistin)

Ist das nicht die, die damals dabei war, als man die deutsche PV-Produktion in den Abgrund gelenkt hat?
 
Spezialwidde schrieb:
Ich lese bei synthetischen Kraftstoffen immer wieder dieses Totschlagargument wegen dem schlechten Wirkungsgrad der Energieumwandlung. Ja, das mag sogar stimmen. Aber die dafür aufgewendete elektrische Energie ist Überschuss beziehungsweise es soll lediglich Abregelenergie dazu verwendet werden. Strom, der heute noch massenweise mit 0% Wirkungsgrad abgeregelt werden muss. Selbst wenn es nur 5% Wirkungsgrad hätte, immernoch besser als 0%.
Die Schwierigkeit dabei ist natürlich, dass die abgeregelte Energie auch zu dem entsprechenden Synthetisierer gelangen muss. Ist das aufgrund von Netzengpässen nicht möglich, geht das schon mal nicht auf. Und es ist dann natürlich auch noch die Frage, wie viel Energie im gesamten Netz zur Verfügung steht, damit die Synthetisierer entsprechend Betriebsstunden erhalten. Wenn das nur 4 Monate im Sommer jeweils 3h über Mittag der Fall ist (ca. 360 h p. a.), lohnt sich so eine Anlage wahrscheinlich kaum, selbst wenn der verarbeitete Strom kostenlos ist.
Wenn die erneuerbaren Energien den Bedarf im Frühjahr und Herbst ungefähr decken, kann es natürlich schon lukrativ sein, die Überschüsse im Sommer einzuspeichern und für den Winter einzulagern. Da sind wir allerdings noch nicht. In einigen Jahren könnte das aber anders sein. Dann würde ich die erzeugten Kraftstoffe aber eher als Backup im Winter nehmen (Stromerzeugung), als für ein paar Autos.

Petz schrieb:
Für mich stellt sich generell die Frage wie hoch die Gesamtumstellungskosten wären, hätte man von Beginn an auf mit Windkraft und Fotovoltaik erzeugte synthetische, Co2 - neutral erzeugte Energieträger in gasförmiger und flüssiger Form gesetzt und dies massiv vorangetrieben.

Damit hätte man nicht nur die gesamte bestehende Infrastruktur (Gaskraftwerke, Pipelines, Speicher, Tankstellen etc. ) weiternutzen können sondern mit relativ unerheblichen Adaptionen auch Heizungs-, und Industrieanlagen.
Im Hinblick auf die mäßige Effizienz der Erzeugung der Erzeugung von solchen E-Fuels müsste man dann in der Größenordnung das 3-4-fache an WEA/PV bauen. Das ist auch ein großer infrastruktureller Aufwand, wenn ich 400 WEA statt 100 bauen muss. Ob dann die gesparten Kosten beim Aus-/Umbau der Verarbeitungs-/Transport- und Speicherinfrastruktur wirklich höher sind?
Zumal die ganzen Umwandlungsprozesse ja nicht nur Wirkungsgrad, sondern auch Geld kosten. Kraftstoffe per Lkw herumzufahren ist teurer, als den Strom durch Kabel zu schicken.
 
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