extremecarver schrieb:
Die erwartete Reduktion der Temperaturen liegt bei 0.1°, das wird höchstwahrscheinlich nichtmal ausreichen um die Menschgemachte Erwärmung in dem Zeitraum auch nur annähernd auszugleichen.
Das mit dem menschgemacht kann aber immer offensichtlicher immer weniger stimmen. Denn während die Temperaturen wie schon gesagt seit nunmehr 18 Jahren auf einem Plateau verharren, steigt das CO2 immer weiter. Doch das kann gemäß den Lehren des menschgemachten Klimawandels nicht sein, eben weil sich beide Größen praktisch gleichmäßig zueinander verändern müssten. Doch das tun sie eben immer weniger - und haben es schon in der Erdgeschichte mehr als oft nicht getan. Es gab anhand der Eisbohrkerne und anderer Indikatoren mehr als genug Epochen, wo sich CO2 und Temperatur völlig entgegengesetzt zueinander verhalten haben. Dagegen passen jedoch die Aktivitäten der Sonne, allgemein das Niveau der kosmischen Strahlung, die schwankende Entfernung der Erde zur Sonne sowie die leichten Änderungen in der Neigung der Erdachse sehr gut dazu.
Und die zu erwartende Reduktion der Temperatur in Folge des prognostizierten modernen Minimums der Sonnenaktivität liegt deutlich höher als nur 0,1°. Diese Zahl stammt von Feulner und Rahmsdorf aus dem Jahr 2010. Letzterer hatte übrigens in den 90ern noch vorhergesagt, dass der Nordpol bis 2015 völlig abschmelzen würde. Soviel dazu...
Wenn man sich hingegen die führende Wissenschaftlerin zu diesem Thema - Valentina Zharkova - ansieht, dann geht diese von ähnlichen Temperaturreduzierungen wie zum "kleinen Eiszeit" im 17. Jahrhundert aus:
http://www.gulli.com/news/26289-wissenschaftlerin-sagt-kleine-eiszeit-fuer-2030-voraus-2015-07-17
http://www.kaltesonne.de/sonnenaktivitat-als-politikum-sollen-klimaforscher-zum-schweigen-gebracht-werden/
Somit wird die Reduzierung also einiges mehr als 0,1° betragen, was dann zu spürbar kälteren Wintern und mehr Schnee führen wird.
extremecarver schrieb:
Bis auf ein paar Hardcore Klimawandelskeptiker...
Du, bleiben wir doch bitte auf der Sachebene. Das Thema wird leider eh viel zu emotional diskutiert und es wäre gut, wenn es hier trotz mancher anderen Ansichten immer noch sachlich bleiben würde.
extremecarver schrieb:
Die beste Chance auf gute Bedingungen in Mittelfrist in den Alpen liegt im leider sehr unwahrscheinlichen Zusammenbruch des Golfstroms...
Warum sollte der Golfstrom zusammenbrechen? Das ist wieder was von Rahmsdorf... Was es aber immer schon gegeben hat seit der Golfstrom existiert, ist seine ganz natürliche Schwankung bedingt aus temperaturbedingtem Schmelzen bzw. Anwachsen des Arktiseises sowie dem nordatlantischen Ozeanzyklus. Zu Zeiten der kleinen Eiszeit im 17. Jahrhundert war er auf einem sehr niedrigen Niveau und umgekehrt zur Mittelalterlichen Wärmeperiode auf einem hohen Niveau - genau wie auch so den anderen natürlichen Schwankungen der Temperaturen in Europa.
Im Übrigen - Der These von Rahmsdorf widerspricht eine unumstößliche Tatsache: In der Mittelalterlichen Wärmeperiode war Grönland in großen Teilen eisfrei, so dass also viel Süßwasser in den Golfstrom gelangte. Nach Rahmsdorf hätte dies aber dazu führen müssen, dass der Golfstrom deshalb extrem nachlässt und es in Europa schnell sehr deutlich kälter wird. Doch im Gegensatz dazu gab es in Europa in dieser Zeit eine sehr lange Wärmeperiode, die dann recht moderat auslief. Das passt also nicht zusammen.
extremecarver schrieb:
New York, Miami, und viele andere Weltstädte sind dann längst schon tief unter Wasser (Grönland komplett grün würde alleine schon etwa 7m Meeresanstieg bedeuten, in Holland oder Hamburg stände dann auch nicht mehr viel...
Wo ist das mit den angeblichen 7m bitte her? Demnach hätten sich ja während der Mittelalterlichen Wärmeperiode, wo Grönland schonmal großflächig eisfrei war, in Europa und Amerika die Küstenlinie sehr weit ins Landesinnere verschieben müssen. Doch die nachgeforschten Daten und Belege sagen jedoch etwas anderes. Und noch was zum Theme Meeresspiegelanstieg: Es hat sich schon bei einigen Beispielen von Inseln im indischen und pazifischen Ozean gezeigt, dass dort nicht der Meeresspiegel angestiegen ist, sondern sich das Land ganz natürlich auf Grund der Plattentektonik abgesenkt hat! Hier gilt es also nicht relativ sondern absolut zu messen.
extremecarver schrieb:
Auch wenn unpopulär - ich sehe die Zukunft darin dass wir das Wetter halt beeinflussen müssen. Sprich Stoffe in die Athmosphäre pumpen welche Sonne reflektieren.
Das sehe ich eben anders. Warum soll man den zu erwartenden Abkühlungstrend auf Grund der absinkenden Sonnenaktivität mit vielen Milliarden noch künstlich beschleunigen? Das Klima hat sich immer schon ganz natürlich geändert und wird es auch künftig tun. Ich will hier auch garnicht abstreiten, dass der Mensch doch einen gewissen Anteil daran hat - nur ist dieser extrem deutlich geringer, als das Rahmsdorf und andere Glauben machen wollen. Denn wenn man sich nur mal die ungeheuren Energiemengen ansieht bzw. ausrechnet, die der Mensch dazu aufbringen müsste, dann hat er dazu garnicht die Macht, die Energie und die Mittel, dies tun zu können.
extremecarver schrieb:
Weil solange Öl, Gas, Kohle und Co so billig (weil leicht verfügbar) ist - werden wir es auch nutzen.
Ganz unabhängig von der Glaubensfrage, was nun wirklich den Klimawandel steuert (und auch früher immer schon gesteuert hat), bin ich auch der Ansicht, dass wir uns mittel- bis langfristig von den fossilen Energieträgern lösen sollten. Und zwar in erster Linie wegen der dabei entstehenden Luftverschmutzung, der politischen Abhängigkeit von den Förderländern, die in der Gesamtkette niedrige Effizienz sowie deutlich besseren zur Verfügung stehenden Alternativen. Allerdings sehe ich den deutschen Sonderweg mit der Energiewende da als genau das Falsche an, denn nur mit Wind, Solar, Biomasse und Speichern kann man schlichtweg ein Industrieland nicht effektiv, ausfallsicher und günstig mit Strom versorgen. Vor allem nicht, wenn der Stromverbrauch durch immer mehr Elektromobilität und immer mehr strombetriebene Heizungen (Wärmepumpen und Infrarot-Wärmewellenheizungen) in Zukunft nicht unwesentlich steigen wird. Es wird also immer mehr aus dem Primär- in den Sekundarsektor verschoben, also beim Endverbraucher immer mehr fossile Energieträger durch Strom ersetzt werden. Das ist nur mit Erneuerbaren Energien und Speichern nicht zu machen, weil man ja schon heute sieht, wieviel trotz Hunderten Milliarden von Förderung noch immer die fossilen Kraftwerke an Strom erzeugen mussen und dass sie immer mehr als Backups einspringen müssen. Das führt aber dazu, dass Deutschland eben nicht "sauberer" wird sondern der CO2-Ausstoß real garnicht sinkt. Frankreich dagegen hat deutlich weniger Ausstoß an CO2 und v.a. Schadstoffen wie CO und SO2 - dank seiner ca. 75% Kernkraft.
Und genau da liegt aus meiner Sicht der Schlüssel! Ich denke, dass sich für eine deutliche saubere Stromerzeugung in Zukunft global wohl Kernkraftwerke der nächsten Generation (Nutzung des bestehenden Atom"mülls" als Brennstoff!) und Erneuerbare Energien - v.a. Solar und Erdwärme - zusammen sehr gut ergänzen werden. Windkraft sehe ich auf Grund der starken Landschaftsprägung und der sehr ungleichmäßigen Stromausbeute dabei eher wieder auf dem Rückzug. Wichtig ist, dass ein Land wie Deutschland seinen Strom möglichst unabhängig vom Ausland erzeugen kann und dass sauber sowie jederzeit genau in der Menge, wie es von der Nachfrage her gebraucht wird. Letzteres kommt ja durch die Energiewende immer mehr in Schieflage und die Länder um uns rum müssen uns bekanntlich immer öfter helfen überschüssigen Strom geschenkt oder mit Draufzahlen von uns abzunehmen, damit bei uns nicht die Netze zusammenbrechen. Aber auch müssen sie v.a. dem Süden Deutschlands künftig immer mehr helfen, Strommängel auszugleichen, wenn die KKWs immer mehr abgeschaltet werden. Denn so schnell kann man garnicht EEs nachbauen und was ist, wenn auch im Norden mal Flaute ist und deshalb auch die HGÜs nichts mehr helfen?