Kunstschnee ist unterschiedlich teuer
Kunstschneekosten sind nicht gleich Kunstschneekosten: Diese kuriose Situation besteht im Bezirk Kitzbühel.
KITZBÜHEL, WAIDRING (a.r.). Die Herstellung eines Kubikmeters Kunstschnee kostet der Bergbahn AG Kitzbühel 3 Euro, der Betreiber des Skigebietes Steinplatte hoch über Waidring muss hingegen nur 0,84 Euro aufbringen. Der Grund dafür liegt bei den Landesgesetzen: Während in Tirol Trinkwasserqualität vorgeschrieben ist, genügt im Salzburger Land Badewassergüte. Mit diesen Berechnungen wartete FP-Bezirksobmann Peter Brandstätter auf.
Für den Bezirk Kitzbühel bedeutet dies eine wettbewerbsverzerrende Situation: Weil sich das Skigebiet Steinplatte hoch über Waidring über beide Bundesländer erstreckt (Tirol, Salzburg, und darüber hinaus auch auf Bayern), der technische Schnee aber auf Salzburger Boden fabriziert wird, erspart sich der Betreiber eine schöne Stange Geld.
Immerhin werden im Bezirk Kitzbühel laut Brandstätters Berechnungen 3,2 Millionen Kubikmeter Kunstschnee hergestellt. Im Durchschnitt ist der Kunstschnee in Tirol nach den Recherchen des FP-Politikers einen Euro teurer als in Salzburg (wie etwa im Gebiet Saalbach-Hinterglemm).
Wenn es nach den Vorstellungen der Freiheitlichen geht, soll hierzulande der Salzburger Weg eingeschlagen werden: "Es genügt eine einfache Gesetzesänderung, um eine riesige Summe einzusparen", meint Brandstätter. Und schlägt vor: "Das Geld könnte von den Bergbahnen für Investitionen verwendet werden." Oder zu ihrer Sanierung, weil es den einen oder anderen Seilbahnunternehmen finanziell nicht sehr gut geht.