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Die Süddeutsche versucht sich am Spitzing

uwater

Großer Müggelberg (115m)
Heute (08.11.2010) in der Süddeutschen Zeitung: http://www.sueddeutsche.de/reise/bayern-spitzingsee-1.529096

Wenn man nun mal einige Passagen aus dem Artikel unter die Lupe nimmt:

Beginnen wir mit dem Bild, welches den alten 2er Sessel zeigt, wo doch über Neues berichtet wird.

Der Spitzing zählt zu den beliebtesten bayerischen Skigebieten, wie die an schönen Winterwochenenden überfüllten - und kostenpflichtigen - Parkplätze bereits frühzeitig signalisieren.
Die Zeit ist schon lange vorbei, als am Spitzing noch Parkgebühren verlangt wurden. Auch wenn am Taubenstein der Parkplatz für Tourengeher und nicht Skifahrer kostenpflichtig ist, erhält man diesen beim Kauf eines Skitickets wieder retour.

Besonders die flachen und sonnigen Hänge zwischen Brecherspitze, Firstalm und Stümpfling sind das Ziel der Skifahrer und Snowboarder.
Zwischen Brecherspitze und Firstalm gibt es schon lange keinen Skibetrieb mehr.

Jahrelang wurde die Infrastruktur nicht verbessert, doch langsam brechen bessere Zeiten an.
Ich möchte ja nicht wissen was langsam bedeutet, aber seit guten 5 Jahren gibt es fast jährlich infrastrukturelle Neuigkeiten in dem Gebiet. Der Artikel kommt irgend wie 5 Jahre zu spät.

Während am Stümpfling viele Menschen und langsame Lifte für Gedränge sorgen, ist man gegenüber am Taubenstein oft allein, vor allem unter der Woche.
Der Autor soll uns doch mal zeigen, wo er auf der Taubensteinseite die schnellen Lifte entdeckt hat.

Anspruchsvoll sind lediglich die steilen Hänge am Rosskopf, auf den seit dem Winter 2010/2011 eine Doppelsesselbahn führt.
In folgendem Absatz kommt dann gleich der Widerspruch hierzu. Vor allem bezogen auf den Rauhkopf.

Die Gondeln werden nur bei Bedarf eingehängt, an den Schleppliften im schattigen Lochgraben und am Rauhkopf muss man oft genau hinschauen, um Skifahrer zu entdecken. Und das, obwohl die Pisten sportlich sind und meist guten Schnee aufweisen.
Guten Schnee gibts hier meist erst ab Februar. Und auf guten Schnee oder die Schneesicherheit sollte man doch eher auf der Stümpflingseite hinweisen.

Und folgend sollen auf der sportlichen Seite die blauen Pisten am beliebtesten sein?

Traditionell beliebt ist der sonnige und breite Telegraphenhang, an dem bereits ein Lift surrte, als von der Taubensteinseilbahn noch keine Rede war.
Bei diesem Satz war ich äußerst überrascht, denn das stimmt wirklich.
 
Über einige Formulierungen kann man sicher streiten, aber das Bild mit dem 2er ist echt der Hammer :lach:
Parkplatzgebühren stimmt, allerdings nur im Sommer...

Schon seltsam, wo der Stefan Herbke eigentlich 42 Bücher (Gipfeltouren, Wanderungen, Skitouren) verfasst hat... irgendwie kommt mir so vor, als hätten die einfach nen uralten Artikel hergenommen und nur den ersten Absatz (mit der DSB Roßkopf) ausgetauscht?!?
 
Downhill schrieb:
Schon seltsam, wo der Stefan Herbke eigentlich 42 Bücher (Gipfeltouren, Wanderungen, Skitouren) verfasst hat... irgendwie kommt mir so vor, als hätten die einfach nen uralten Artikel hergenommen und nur den ersten Absatz (mit der DSB Roßkopf) ausgetauscht?!?

Genau daran hatte ich auch schon gedacht.
 
Während am Stümpfling viele Menschen und langsame Lifte für Gedränge sorgen, ist man gegenüber am Taubenstein oft allein, vor allem unter der Woche. Die Gondeln werden nur bei Bedarf eingehängt, an den Schleppliften im schattigen Lochgraben und am Rauhkopf muss man oft genau hinschauen, um Skifahrer zu entdecken. Und das, obwohl die Pisten sportlich sind und meist guten Schnee aufweisen. Traditionell beliebt ist der sonnige und breite Telegraphenhang, an dem bereits ein Lift surrte, als von der Taubensteinseilbahn noch keine Rede war.


Kommt keinem von euch dieser Text bekannt vor.
Der ist 1 zu 1 aus dem ADAC Skiatlas der Saison 2007/08 abgeschrieben. Da steht komplett das gleiche drin.

Eigentlich ein Armutszeugnis für die Süddeutsche, die ja normal ein doch besseres Niveau hat.
 
Kommt keinem von euch dieser Text bekannt vor.
Der ist 1 zu 1 aus dem ADAC Skiatlas der Saison 2007/08 abgeschrieben. Da steht komplett das gleiche drin.

8O Das ist ja traurig! Die scheinen doch glatt aus verschiedenen älteren Artikeln, garniert mit aktuellem, einen neuen gebastelt zu haben. Kein wunder dass ich über lauter Steine stolperte.
 
Schreibt bitte einfach einen Leserbrief, oder direkt an den Autor.
Meine SZ-Ausgabe in Würzburg umfasst diesen Artikel leider nicht - oder ich habe ihn übersehen, bislang.

Stefan Herbke hat an unserem alten Institut studiert, hatte sogar mal seine Diplomarbeit in der Hand. Es ging um die Entwicklung des Pitztals. Leider habe ich sie damals nicht "mitgehen lassen", nach diversen Umstrukturierungen wird sie sicherlich kaum mehr auffindbar sein.
 
So ein Artikel ist ja wirklich mehr als traurig ... beweist mir mal wieder warum ich die meist abgelehnte Ansicht habe, dass die SZ auch nurmehr ein besseres Boulevardblatt ist das versucht sich seriös zu geben.
 
Emilius3557 schrieb:
Schreibt bitte einfach einen Leserbrief, oder direkt an den Autor.

Das war auch gleich das Erste was ich nach dem Lesen des Artikels getan haben. Eine Kopie ging auch gleich an die Alpenbahnen, welche auch gleich reagierten und sich vielmals dafür bedankten.
 
Chense schrieb:
So ein Artikel ist ja wirklich mehr als traurig ... beweist mir mal wieder warum ich die meist abgelehnte Ansicht habe, dass die SZ auch nurmehr ein besseres Boulevardblatt ist das versucht sich seriös zu geben.
Der Meinung bin ich nicht ganz, aber bei der SZ scheint der Unterschied zwischen Printversion und "sueddeutsche.de" besonders groß zu sein. Werden großteils getrennt betreut, hab ich den Eindruck. Die Homepage besteht hauptsächlich aus zyklisch recycleten Altbeträgen ergänzt um ein paar dpa-Pressemeldungen sowie (von allen Zeitungshomepages) dem größten Anteil an Zappelwerbung. Das meiste von Praktikanten geschrieben, ein paar wenige Artikel aus der Printversion übernommen. Gratis halt, was wollt ihr denn.

Die Printversion kauf ich ab und zu, hier scheint sich dieses Bild nicht zu bestätigen. Von den Printzeitungen die ich kenne immer noch eine der besten (vom Stil her mein persönlicher Favorit, nur wer soll das alles jeden Tag lesen? :D )
 
Downhill schrieb:
Chense schrieb:
So ein Artikel ist ja wirklich mehr als traurig ... beweist mir mal wieder warum ich die meist abgelehnte Ansicht habe, dass die SZ auch nurmehr ein besseres Boulevardblatt ist das versucht sich seriös zu geben.
Der Meinung bin ich nicht ganz, aber bei der SZ scheint der Unterschied zwischen Printversion und "sueddeutsche.de" besonders groß zu sein. Werden großteils getrennt betreut, hab ich den Eindruck. Die Homepage besteht hauptsächlich aus zyklisch recycleten Altbeträgen ergänzt um ein paar dpa-Pressemeldungen sowie (von allen Zeitungshomepages) dem größten Anteil an Zappelwerbung. Das meiste von Praktikanten geschrieben, ein paar wenige Artikel aus der Printversion übernommen. Gratis halt, was wollt ihr denn.

Die Printversion kauf ich ab und zu, hier scheint sich dieses Bild nicht zu bestätigen. Von den Printzeitungen die ich kenne immer noch eine der besten (vom Stil her mein persönlicher Favorit, nur wer soll das alles jeden Tag lesen? :D )

Den Unterschied kann ich bestätigen - die Onlineversion besteht wirklich praktisch nur aus Altbeitragsrecycling.
Die Printversion ist halt so ne Sache - viele lieben sie - ich hasse sie ... zieh da immer den Vergleich zur FAZ und da kann die SZ halt inhaltlich für mich nicht annähernd mithalten. Dazu gefällt mir das Layout nicht wirklich
 
Chense schrieb:
Die Printversion ist halt so ne Sache - viele lieben sie - ich hasse sie ... zieh da immer den Vergleich zur FAZ und da kann die SZ halt inhaltlich für mich nicht annähernd mithalten. Dazu gefällt mir das Layout nicht wirklich

Dem muss auch ich mich anschließen, da die Süddeutsche auch Politisch gen, leider nur einer Richtung, tendiert.
 
uwater schrieb:
Chense schrieb:
Die Printversion ist halt so ne Sache - viele lieben sie - ich hasse sie ... zieh da immer den Vergleich zur FAZ und da kann die SZ halt inhaltlich für mich nicht annähernd mithalten. Dazu gefällt mir das Layout nicht wirklich

Dem muss auch ich mich anschließen, da die Süddeutsche auch Politisch gen, leider nur einer Richtung, tendiert.

Und da hast du mein Problem eigentlich auf den Punkt getroffen ... ich hör gern andere politische Meinungen als meine aber nicht nur (vgl. Bildzeitung ...)
 
ist Stefan Herbke nicht auch im Autorenteam des DSV 2011 (Helmut: schau mal kurz von wem der Scuol Artikel ist :p)

witziger Artikel aber auf jeden Fall....
 
No way! Die Scuol und Spitzingsee Artikel im DSV sind tatsächlich von Stefan Herbke. Habe den DSV Atlas auch vor mir liegen. :lach:
 
Ein "Selbstplagiat" also... :D Auch in der Wissenschaft als sog. "Mehrfachverwertung" nicht unüblich.
Schwierig finde ich nur, dass der Spitzing-Artikel eben die oben aufgeführten Schwächen aufweist.
 
Mein Gott, was für ein Bericht 8O in einer Stunde wär der dort gewesen und hätte Bilder machen können oder hat der keinen Fotografen :roll:
 
Also ich würde das ehrlich gesagt nicht überbewerten. Das ist doch in den Online-Versionen auch rennomierter Zeitungen gang und gäbe, dass die Artikel gerade über Skigebiete nicht unbedingt der Qualität entsprechen, wie man sie vielleicht als AF-User gern hätte. Klar, können so viele Fehler eigentlich nicht angehen, aber das als Armutszeugnis für die SZ zu bezeichen finde ich etwas übertrieben. Die "Reise"-Berichte in Online-Portalen solcher Zeitungen entsprechen eigentlich meistens nur Service-Artikeln, die vielleicht mal wieder Lust auf Skifahren wecken sollen, aber eben auch nicht mehr. Und gleiches gilt imo auch für die Reiseteile etlicher Printausgaben großer Tageszeitungen (einige positive Ausnahmen bestätigen die Regel :wink: ).
 
hanseat schrieb:
Also ich würde das ehrlich gesagt nicht überbewerten. Das ist doch in den Online-Versionen auch rennomierter Zeitungen gang und gäbe, dass die Artikel gerade über Skigebiete nicht unbedingt der Qualität entsprechen, wie man sie vielleicht als AF-User gern hätte. Klar, können so viele Fehler eigentlich nicht angehen, aber das als Armutszeugnis für die SZ zu bezeichen finde ich etwas übertrieben. Die "Reise"-Berichte in Online-Portalen solcher Zeitungen entsprechen eigentlich meistens nur Service-Artikeln, die vielleicht mal wieder Lust auf Skifahren wecken sollen, aber eben auch nicht mehr. Und gleiches gilt imo auch für die Reiseteile etlicher Printausgaben großer Tageszeitungen (einige positive Ausnahmen bestätigen die Regel :wink: ).

Naja wie oben schon anklingen lassen: Wenn die Bild sowas macht ist das eine Sache - Wenn aber die SZ die sich selbst ja sogar als noch seriöser als die FAZ einschätzt solchen Müll verbreitet ist es auch nichtmehr weit zu Meldungen auf Bildniveau in anderen Bereichen der Online (und irgendwann auch der Printausgabe) :-)
 
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