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Doppelte Seilscheibe 6 EUB Medrigjoch

Reginleif

Feldberg (1493m)
Ich war kürzlich in See im Paznauntal und bin mit der 6 EUB Medrigjoch gefahren. Eine schöne alte Wopfner Bahn.
Mir ist dabei allerdings folgendes aufgefallen.

Die Anlage hat den Antrieb in der Bergstation, die Spannung im Tal. Die Talstation hat allerdings eine doppelte Seilumlenkung, also eine zweirillige Scheibe und eine weitere entsprechend weiter Richtung Stationseinfahrt.
Die Physikalischen Hintergründe sind mir an sich bekannt, die Umschlingung reicht nicht aus um die nötige Kraft von der Scheibe aufs Seil zu übertragen und man braucht einfach die doppelte Seilschleife.

Warum das ganze aber im Tal bei der Umlenkstation und nicht beim Antrieb?
Meine Vermutung, die Bahn hat einen relativ großen Höhenunterschied und eine steile Trasse. Die Seilspannkraft im Tal muss so gering sein, dass diese nichtmal ausreicht um die nötige Antriebsleistung für die Reifenförderer in der Station über eine einzelne Scheibe zu übertragen.
Oder, die Anlage hat aus welchem Grund auch immer den Notantrieb im Tal und dieser könnte im Fall der Fälle mit einer einfachen Seilscheibe nicht arbeiten.

Was meint ihr dazu? Ich kann mir das nicht anders erklären und war über diese Kombination mit einem bergseitigen Antrieb verwundert. Wäre der Antrieb im Tal wäre alles klar.
 
Wenn ich das richtig sehe ist die Gegenscheibe mit der Abspannvorrichtung versehen. Ich denke so kann die Station kompakter gebaut werden. Dann muss nicht die komplette Umlenkscheibe auf einem sperrigen Spannschlitten angeordnet werden.
 
Ähnliches ist mir erst kürzlich bei der 4-CLD/B Tuxerjoch am Hintertuxer Gletscher aufgefallen: Antrieb im Tal, Abspannung laut Lift-World am Berg und ebenso dort eine doppelte Umlenkscheibe. Hat dann denke ich den gleichen Grund.
 
Bei einer verschlauften Abspannung nutzt man das Prinzip des Flaschenzug.
Ist besonders nützlich wenn die Bahn extrem lang ist oder es generell wenig Platz für den Weg des Spannwagens hat.

Und wenn die Stationsförderer auch über das Seil angetrieben werden, ist es natürlich einfacher wenn die Kraft von einer fixen Scheibe abgenommen werden kann.
 
Alles klar, ja das mit der Abspannung nach dem Flaschenzugprinzip macht Sinn.
Ob das im Verhältnis zur höheren Seilbelastung steht bezweifle ich aber.
 
Da das Seil ja in einem Umlauf dann doppelt so oft umgelenkt wird wie beim herkömmlichen System dürfte der Verschleiß schon größer ausfallen.
 
TPD schrieb:
Bei einer verschlauften Abspannung nutzt man das Prinzip des Flaschenzug.
Ist besonders nützlich wenn die Bahn extrem lang ist oder es generell wenig Platz für den Weg des Spannwagens hat.

Ist hier im vorliegenden Fall aber nicht zutreffend. Die Seilscheibe bewegt sich exakt den selben Weg wie bei einer "normalen" Abspannung ohne feste doppelte Umlenkscheibe. Anders wäre es natürlich wenn sich die doppelte Seilscheibe bewegen würde und die Einrillige fix bleibt. Dann wäre ein Flaschenzugeffekt vorhanden, so ist das aber wie gesagt leider nicht der Fall. Ich kann mir hier lediglich vorstellen, dass man durch diese Anordnung mehr Bewegungsraum für den Spannwagen erhalten hat, da sich dieser nun komplett zwischen den beiden Stationsstehern bewegen kann. Ähnlich war das ja damals an der alten Penkenbahn, welche für ihr Zugseil in der Talstation eine dreifache feste und eine doppelte Seilscheibe auf dem Spannwagen hatte. Dort stellt sich dann auch der Flaschenzugeffekt ein.
 
Die einrillige Seilscheibe ist die Spannscheibe.
Sprich die Scheibe spannt das Seil und die zweirillige ist halt eine fix montierte Scheibe.

Wurde früher gemacht als Lösung wenn kompakt gebaut wurde.
Sind vom Durchmesser her auch kleiner bzw. ein ganzes Stück kleiner.
 
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ATV schrieb:

Vielen Dank für das Bild. Hierauf ist gut zu erkennen, dass die Anzahl der Spurrillen nicht immer etwas über die Funktion der Seilscheibe aussagen kann. Zudem wird auf dem Bild der von @TPD beschriebene Flaschenzugeffekt sichtbar. Für x Meter, die sich der Spannschlitten bewegt wird das Förderseil um x*4 Meter gespannt (bei einer klassischen Seilbahn x*2 Meter). Bei der hier genannten Medrigjochbahn ist die Anordnung aber eben genau anders herum, sodass sich der Effekt hier nicht einstellt.
 
Julian96 schrieb:
Alles klar, ja das mit der Abspannung nach dem Flaschenzugprinzip macht Sinn.
Ob das im Verhältnis zur höheren Seilbelastung steht bezweifle ich aber.

Einen Flaschenzugeffekt gibt es nicht. Die Spannscheibe ist ja keine lose Flaschenzugrolle die den Seilweg verdoppeln bzw halbieren würde. Ein Flaschenzug muss ja den Seilweg im Gegensatz zu einer normalen Rolle verlängern oder verkürzen um die wirkenden Kräfte zu verstärken oder abzuschwächen. Es erfolgt hier aber lediglich eine Umlenkung, Spannweg und Kraft bleiben unverändert, man verlagert den Spannweg lediglich zu einem Platz zwischen den Säulen den man sowieso zur Verfügung hat. Diesen spart man sich dann an der Stationslänge wenn man die Umlenkscheibe beweglich machen würde. Das ist der ganze Zauber. Die Seilbelastung ist höher weil jeder Umlauf um eine Seilscheibe das Seil auf Biegung beansprucht. Wegen der Spannscheibe gibt es eine zusätzliche 180° Umlenkung was den Verschleiß schon erhöht.
 
Drahtseil schrieb:
ATV schrieb:

Vielen Dank für das Bild. Hierauf ist gut zu erkennen, dass die Anzahl der Spurrillen nicht immer etwas über die Funktion der Seilscheibe aussagen kann. Zudem wird auf dem Bild der von @TPD beschriebene Flaschenzugeffekt sichtbar. Für x Meter, die sich der Spannschlitten bewegt wird das Förderseil um x*4 Meter gespannt (bei einer klassischen Seilbahn x*2 Meter). Bei der hier genannten Medrigjochbahn ist die Anordnung aber eben genau anders herum, sodass sich der Effekt hier nicht einstellt.

Ja da ist die Doppelrillige die Spannscheibe.
Ist die normale Scheibe die Antriebsscheibe?

Zumindest sieht es so aus mit der Bremsfläche und der SB dazu.
 
Wenn es um die Seilbeanspeuchung geht duch die Ablenkung geht ist dass gegen manche Pendelbahnen noch gar nichts und da leben die Seile auch länger als 20 Jahre.
In der Tat wäre eine Abspannung mit Flaschenzugeffekt irgendwie logischer, aber hier geht es wohl auch darum wo man die Kräfte in der Station aufnimmt und das hier war ja quasi eine Standardstation, due Schönboden in der Lizum war identisch.
 
Theo schrieb:
Wenn es um die Seilbeanspeuchung geht duch die Ablenkung geht ist dass gegen manche Pendelbahnen noch gar nichts und da leben die Seile auch länger als 20 Jahre.
Allerdings dreht das Seil einer Pendelbahn ja meist auch nicht so viele Runden pro Tag, wie das einer Umlaufbahn.
 
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