Anlässlich des 110. Geburtstags der Dresdner Standseilbahn im Oktober, zeigt die DVB AG eine einzigartige Sonderausstellung zur Geschichte und Technik der deutschen Standseilbahnen. Darin werden zum ersten Mal alle jemals in Deutschland gebauten Anlagen in Wort und Bild vorgestellt. In Ermangelung geeigneter Räume an der Standseilbahn fand die Ausstellung in Turm und Maschinenhaus der benachbarten Schwebebahn ein passendes Ambiente. Vom 1. Oktober bis 20. November können Fahrgäste und Besucher jede Menge Wis-senswertes über die deutschen Standseilbahnen erfahren. Die Ausstellung ist täglich von 10:00 Uhr bis 20:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt in den Turm beträgt 1 Euro, in das Maschinenhaus 2,50 Euro. Für 7 Euro pro Person erhält man eine Karte für die Berg- und Talfahrt inklusive aller Besichtigungen und eines Freigetränks.
Neben Informationstafeln zu den einzelnen Bahnen werden auch Wagen-, Strecken- und Funktionsmodelle präsentiert. So sind der originalgetreue Nachbau der Drahtseilbahnstrecke Augustusburg und der Standseilbahn Stuttgart in Größe H0 zu sehen. Außerdem werden ein Teil des Brückenviaduktes der Dresdner Standseilbahn mit 3 verschiedenen Fahrzeuggenerationen, der Wagen der letzten Wasserballastbahn Deutschlands in Wiesbaden, das Funktionsmodell einer in der Schweiz neu gebauten Bahn und der Wagen der ehemaligen Zahnradbahn in Wuppertal gezeigt. In einem Film kann der Besucher einige Bahnen selbst kennen lernen und einen Blick in die meist unzugänglichen Maschinenhäuser werfen. Abgerundet wird die Ausstellung durch verschiedene Originalbauteile der Anlagen wie Seilstücke, Seilvergüsse, Seilrollen und Vergussköpfe. Außerdem sind Informationsbroschüren und Bücher einiger Bahnen erhältlich.
Die Sonderausstellung Schräge Typen - Geschichte und Gegenwart der deutschen Standseilbahnen spannt einen Bogen von der Entstehung der ersten Anlage im Jahr 1877 in Zeitz bis zu den modernen Verkehrsträgern der Neuzeit. Die Einsatzgebiete der 33 Bahnen, von denen heute noch 21 Anlagen in Betrieb sind, reichen von der kleinsten für 4 Personen bis hin zur Industriestandseilbahn im Tagebau mit einer Kapazität von 80 Tonnen je Zug. Auch die dazugehörige Antriebstechnik war sehr vielfältig. Neben den Klassikern wie Dampfmaschine und Elektromotor gab es im Laufe der Zeit auch eher unkonventionelle Lösungen. Zum Beispiel Bahnen, die mit aufgefülltem Wasserballast oder sogar Fäkalientanks gen Talstation rollten.
Im Gegensatz zu anderen Bergbahnen, wie den Zahnradbahnen, erleben die Standseilbahnen seit Anfang der 90er Jahre eine regelrechte Renaissance. So wurde erst 1999 in Künzelsau (Baden-Württemberg) die modernste Standseilbahn Deutschlands in Betrieb genommen. Gespickt mit neuester Technik und anhand steigender Fahrgastzahlen beweist dieses Fortbewegungsmittel eindrucksvoll, dass Standseilbahnen nicht nur geschichtsinteressierte Touristen anlocken, sondern auch fester Bestandteil des Öffentlichen Personennahverkehrs sein können. Für die Dresdner Mitarbeiter Grund genug, einmal alles Wissenswerte über die 32 Schwestern ihrer Standseilbahn in Erfahrung zu bringen. Unter freundlicher Mithilfe des Verkehrsmuseums Dresden und verschiedener Seilbahnbetriebe entstand die vorliegende Ausstellung. Für die Zeit nach dem 20. November gibt es schon mehrere Anfragen, die Dresdner Exponate als Leihgabe in anderen Städten zu präsentieren.
Quelle: DVB AG