Zur Hubschrauberrettung:
Ich kenne die ganze Situation im Detail nicht und bin auch kein Arzt, weiß aber, da ich beruflich einiges mit dem österreichischen Rettungswesen zu tun habe, folgendes:
Ein Rettungshubschrauber kann immer nur das "Sahnehäubchen" des Rettungswesens sein und nie einen vernüftigen bodengebundenen Transport mit Notarzt ersetzen. Dies schon alleine aus dem Grund, dass Hubschrauber bei uns mehr als die Hälfte des Jahres nicht eingesetzt werden können (Nacht, schlechte Sicht, Sturm). Weiters aber auch deshalb, weil es Indikationen gibt, wo ein Hubschraubertransport schädlich sein kann; es gibt Krankheitsbilder, da kann der rasche Höhenwechsel bedeutende Verschlechterungen herbeiführen. Auch Patienten mit Herzinfarkten werden nicht gerne mit dem Hubschrauber transportiert, da dort äußerst beengte Verhältnisse herrschen und etwa erforderliche Reanimationsmaßnahmen nur unter äußerst erschwerten Bedingungen durchgeführt werden können.
Dass 90 Minuten lang diskutiert wurde, welches Transportmittel gewählt werden soll, kann ich mir nicht vorstellen. Ich kann mir vorstellen, dass es 90 Minuten gedauert hat, bis die Verletzten abtransportiert wurden, da sie vorher am Unfallort notfallmedizinisch versorgt und stabilisiert wurden. Das ist state of the art. Vom "so rasch als möglich ins Spital" ist man bei uns abgekommen bzw. war das bei uns nie so ausgeprägt wie etwa in den USA - siehe dazu die Auswirkungen des "Clash of Culture" der zwei verschiedenen Rettungsphilosophien beim Flugtagungkück von Ramstein.
Und dass dabei diskutiert wurde, wie die Patientinnen am schonensten transportiert werden können, ist für mich auch nachvollziehbar, ebenso wie, dass das für einen Laien durchaus planlos aussehen mag.