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Durch die Scheibe

Michael Meier

Aconcagua (6960m)
Wollte nur eure Meinung und Erfahrungen mit Fotos durch die Scheiben von Gondeln. Mit der alten Digicam ging das nie Richtig. Jetzt habe ich eine neue. Woran liegt hier der unterschied?? Hab mal ein testbild durch die Vitrine gemacht. Scheint brauchbar zu sein mit Blitz.

testbild2.jpg
 
Hallo Michael

Ich versuche immer möglichst ohne Bliz durch Scheiben zu photographieren.
Bilder aus der Gondelbahn sind nicht so schlecht, ausser, wenn die Scheiben völlig zerkratzt sind, wie es in Engelberg der Fall ist. Dann hast du die Kratzer auch drauf.
Viele Grüsse
Mike
 
Na ja, kommt auch so ein bisschen drauf an. Generell macht der autofokus gerne Stress bei Scheiben - vor allem wenn die nicht ganz rein sind. Da geht es auch sehr um den Abstand: je dichter dran und je snkrechter der Winkel desto besser. Der Blitz wird prinzipiell in jeder Scheibe reflektiert. da hilft auch nur dicht dran oder geschickter Winkel. Dann ist es ein Frage der Polarisation: ich weiß nicht inwiefern modern Linsen eventuell schon leicht polarisieren, aber jedenfalls kann man Spiegelreflexkameras mit zirkulären Pol-Filtern unter bestimmten Bedingungen extrem viel rausholen bezüglich Reflektionen des Umgebungslichts.

Speziell bei Seilbahnen hat man zwei Probleme: zerkratze Scheibe und Tönung. Gegen die Kratzer hilft nur gescheite Stelle suchen und dicht ran. Nerviger ist die Tönung: mit ein bisschen Pech kriegt man die auch mit aufwendigen Tonwertkorrekturen nicht so ohne weiteres raus, weil einfach die Spektrenintensitäten und Kontraste nicht mehr stimmen - das ist dann ein Mordsgebastel. Ich versuch immer einen Fensterplatz zu ergattern und dann das Fenster zu öffnen - das spart viel Arbeit.

zu den Unterschieden zwischen verschiedenen Kameras: was immer besser wird ist AIAF - der artificiel intelligence Autofokus. D.h. die Kameras raffen mehr und mehr worauf sie scharf stellen sollen. Dennoch klappt das immer noch nicht perfekt, so dass ab ca. 10 cm Scheibenabstand schon Müll rauskommen kann. Da hilft nur manuell den Fokus auf unendlich drehen - dann sieht man auch die Kratzer kaum noch. Dann wird die Blitzintensität ja auch bei modernen Kameras angepasst, was bei Blitzaufnahmen eventuell Vorteile bringt. Ich glaube aber, dass hier die äußernen Bedingungen viel (!) mehr Einfluss haben als die Kamera selbst. Der Autoweißabgleich wird auch immer besser, so dass eventuell auch Tönungen nicht mehr so ins Gewicht fallen - das hängt dann aber auch wieder vermutlich von der Sessorik der kamera ab, weil die ja je nach Baujahr und Modell sehr unterschiedlich auf verschiedene Spektren reagieren - bis vor kuzzem konnte man deshalb die meisten Digicams m.E. inne Tonne treten. Schließlich spielt auch das objektiv eine große Rolle: moderne Objektive werden zig fach vergütet, so dass sie ganz bestimmte Eigenschaften gegenüber betimmten Spektren aufweisen (z.B. UV-Filterung), was sich durch aus sehr deutlich in den Bildern und deren Qualität zeigt. Außerdem kann man wie gesagt mit Polarisation viel erreichen - ich weiß nicht inwiefern eventuell ein modernes Objektiv einer Sucherkamera eventuell bis zu einem gewissen Grad polarisiert, um Reflektionen zu mindern.

Aber im Endeffekt spielen immer noch die äußeren Bedingungen die größte Rolle.
 
....sehr gute Ausführungen oben!
Natürlich spielt die Sonne beim Scheibenfoto eine große Rolle. Es kommt immerdaruf an wie die Sonne auf die Scheibe trifft, bei Bewölkung oder wenn es dunkler ist ist die ganze Sache etwas einfacher. Aber dazu werde ich ein paar pics raussuchen. Wenn man mit dem Gesicht durch ne Scheibe schauen will deckt man auch mit den sogenanten Indianerblick (beide Hände am Kopf) das einfallende Licht ab um besser hindurch schauen zu können. So ist das mit einer Kamera eben auch. Ich würde immer so nah ran gehen an die Scheibe wie es geht.
Wenn man an der Scheibe dran ist machen Kratzer nix aus da die Schärfeebene nicht direkt am Objektiv beginnt sondern ja nach Kamera7 Objektiv ab 10-30cm oder auch bei 3 Meter.
Achtung: Tennisbilder mache ich sogar durch einen Zaun, sofern ich nicht in den Court hineingehen oder über die Zaum schauen kann. Dazu kommt auch ein Bild.
Wer einen Polfilter an seine Kamera ansetzen kann sollte sich in jedem Fall einen besorgen. Es ist unglaublich, man kann mit so einem Dingen Spiegelungen einfach "rausdrehen". Natürlich kann man den auch vor einer Digicam durch davorhalten benutzten. Allerdings ist das sehr mühsam da man ja wie gesagt drehen muß.
Blitzen würde ich auch ned, das wurde schon gesagt. Durch das Anlegen an eine Scheibe kann man sich sogar extem lange Belichtungzeiten leisten. Allerdings kann es so dunkel sein dann hilft halt doch nur der Blitz.
Getönte Scheiben sind für die "heutige Bildbearbeitung" kein Problem. Klar ist: Fenster öffnen ist besser, aber dann ists kein Scheibenfoto mehr!
 
Noch was. Schlimmer wie Kratzer sind angelaufene Scheiben.

...ideales Scheibenbild.
Scheibe1.jpg


...hier etwas weiter entfernt. Man kann die Spiegelungen sehen.
Scheibe2.jpg


...die Sonne sorgt für ein schlechtes Bild.
Scheibe3.jpg


Rückenschwimmen hält fit :D
Scheibe3.1.jpg


...wieder ideal.
Scheibe4.jpg


...in der rechten Ecke gibt es wieder Licht- Sonnenprobleme.
Scheibe5.jpg


Der mußte einfach sein. Der ist doch geil oder? Hier natürlich
auch sehr viel Licht und daher Spiegelungen.
Scheibe6.jpg


....auch durch ne Scheibe gemacht!
Scheibe7.jpg


Wie oben geschrieben: Dieses Bild ist durch einen Maschendrahtzaun gemacht! Einem Teleobjektiv macht das nichts aus.
Scheibe8.jpg
 
Dieses Foto wurde z.B. auch durch die Scheibe gemacht.

schwarze_schneidbahn2-7.jpg


Kurz vor der Bergstation wollte ich nochmal eins machen, aber leider waren dann die Scheiben zu beschlagen.


seilklemme_schwerkraft_kulisse-1.jpg


^^ Hier sieht man das es durch eine Scheibe fotografiert wurde. Aber nur ein bißchen.
 
@Mic
Interessante Fotos und Tips. :zustimm:
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Das Bild habe ich bei einer Sonderfahrt durch die Scheibe vorgestern geschossen.
infra1g.jpg

Wetter war leider nicht so toll :(
 
Getönte Scheiben sind für die "heutige Bildbearbeitung" kein Problem.

Da stimmt nach meiner Erfahrung leider nicht immer: hab es schon erlebt, dass durch starke Tönung in bestimmten Spektren einfach so viel unterdrückt wurde, dass da schlicht weg Bildinformation verloren gegangen ist, so dass im Prizip optisch unterschiedliche Objekte gleich wiedergegeben wurden. Das ist so ähnlich gewesen wie bei Farbfiltern (Sperrfiltern) allerdings nicht so extrem. Wenn man z.B. durch ein Gelbfilter (das das blaue Spektrum komplett wegfiltert) photographiert, kriegt man über die Helligkeitswerte faktisch die fast komplette inhaltliche Bildinformation, da die meisten blauen Objekte noch genug Grünanteil haben, der sehr ähnliche Helligkeiten aufweist, so dass ein schwarz-weiß Bild bis auf leicht erhöhten Kontrast kaum Unterschiede aufweist. Dennoch kann man mit keiner Tonwertkorrektur der Welt den Gelbstich rauskriegen, da man schlicht weg über Blauanteile des Bildes Null Information hat. Man kann Blau von Grün aufgrund des Filters nicht mehr unterscheiden, d.h. auch wenn man entsprechend korrigiert wird entweder alles Grüne Blau oder umgekehrt, weil keine Separation mehr möglich ist (vereinfacht ausgedrückt) .

Nun sind getönte Scheiben keine Sperrfilter, dennoch senken sie in bestimmten Spektren u.U. soweit ab, dass keine Tonwert / Farbbalancekorrekturen mehr möglich sind, weil die Bildinformation bezüglich farblicher Differenzierung einfach nicht mehr existiert.
 
Da stimmt nach meiner Erfahrung leider nicht immer: hab es schon erlebt, dass durch starke Tönung in bestimmten Spektren einfach so viel unterdrückt wurde
Nun sind getönte Scheiben keine Sperrfilter, dennoch senken sie in bestimmten Spektren u.U. soweit ab, dass keine Tonwert / Farbbalancekorrekturen mehr möglich sind, weil die Bildinformation bezüglich farblicher Differenzierung einfach nicht mehr existiert
...dann mußt eben doch das Fenster aufmachen.
Scheibenbilder sind ja Bilder die man "im Notfall" macht, da man die Scheiben nicht öffnen kann. Daher ist es müßig darüber so intensiv über Bildinformationen nachzudenken die verloren gehen.
Entweder man macht da Bild oder sagt ich lasse es da mir zuviel Infos verloren gehen. Das hatten wir hier schon mal. Lieber ein Bild mit Farbstich, leicht unscharf oder zu dunkel als gar kein Bild.
Die ganzen Seilbahn/Scheibenbilder (z.B. Ram oben) hier im Forum sind meisten durch Scheiben gemacht. Meine übrigens auch und mit meiner Kodak-billig-software ist es kein Problem.

Für die interessierten des Polfilters kann ich ein paar Beispielfotos posten muß die nur noch kleiner machen und uploaden...........
 
Na ja, ich hab mir eben viele GERdanken drüber gemacht, weil es schon z.T. sehr geile Perspektiven aus Seilbahnen gibt, die man sonst niemals kriegt. Ich fummele z.B. seit Ewigkeiten an einer Aufnahme aus der Indrenseilbahn, die extrem geil die Korblifttrasse zeigt, aber eben qualitatic total fürn Arsch ist. Hätt ich mich nicht drauf verlassen, dass ich das in Pornoshop nachher gerade biegen kann, sondern das Fenster aufgemacht, hätt ich jetzt ein geiles Bild!
 
.. ich faß das mal kurz zusammen:

a) je weniger Kratzer, desto besser
b) je weniger Dreck, desto besser
c) je weniger naß, desto besser
d) je weiter weg das ziel, desto besser
e) je näher die Kamera, desto besser
f) je besser die Lichtverhältnisse draußen, desto besser
g) je weniger getönt desto besser

.. hab ich was vergessen? :)
 
ja hier wäre ein interessierter!!!
...dann guckst Du hier!

Achtung hier geht es nicht um die Schärfe, die Farben usw.. Die Bilder wurden im Innenraum bei relativ schlechtem Licht (ISO800) gemacht.
Hier soll es lediglich darum gehen zu zeigen wie man Spiegelungen mit einem Polarisationsfilter „herausdrehen kann“.
Natürlich wirkt ein Polfiler auch auf die Farben und „vernichtet Licht“.
Ist mir auch klar das es nur bedingt mit dem "Scheibenbild" zu tun hat.
Ich wollts halt nur mal sagen......

Spiegelungen an einer Uhr
Scheibe9.jpg


....durch drehen am Polfi fast weg. Die Farben ändern sich auch, da der Belichtungsmesser so besser klar kommt. Ist ja bekannt solch ein Filter für satte Farben sorgt.
Scheibe10.jpg


Bild: Man kann es kaum erkennen
Scheibe11.jpg


„drehen“ und dann schauts schon besser aus
Scheibe12.jpg


Fensterblick
Scheibe14.jpg


...die Vorhänge und eine Kuh hinter der Scheibe werden sichtbar.
Scheibe13.jpg


Jetzt ist auch klar wie man die Spiegelungen von einem Auto weg macht.
Die geilen EWasserbilder aus der Karibik“ wo man bis zum Grund schauen kann
werden auch so gemacht
Beachten sollten man noch das der Polfilter einen Winkel von ca.30- 45° benötigt!

Ich würde ein Polfilter der Fa. Cokin kaufen, die kann man wunderbar auf
kleinere Objektive adaptieren. Außerdem kann man da auch alle möglichen anderen Filter, sogar übereinander, in den Halter schieben.
Scheibe15.jpg
 
wow... funktioniert das bei einer Digi-Cam auch? Ist halt vermutlich schlecht, wenn mans nicht festschrauben kann und nur davor haltet, oder? Sieht man das ergebnis "gleich" im Display? Man muß ja ausprobieren, wie man ihn dreht ...
 
...jow, wird mit ner Digicam auch gehen. Aber natürlich werde ich das ganze mal probieren (morgen ist ja Feiertag) und berichten. :lol:
 
yo.. interessant wär auch, wie sich das Bild im Vergleich zum Winkel des Polarisationsfilters ändert..... ;-)

Ich fürcht, da werd ich mir auch mal einen schönen großen kaufen, um ihm mir vor die Digi-Cam zu halten :) Och ist das unprofessionell...
 
na ja, der Effekt nimmt bei schlechteren Winkeln rapide ab. Ich habe Polfilter früher im Winter und Herbst in den Bergen grundsätzlich verwendet, weil man in Zusammenhang mit bestimmten Filmen extrem geile Farben und Konstraste bekommt - sehr gut geht das vor allem im Januar. Mit der Digicam nehm ich ihn nie, weil ich die Farbeffekte von der Wirkung her auch anders hinkrieg und bei Spiegelung es ziemlich selten ist, dass der Polfilter einen ausreichend guten Effekt hat (nach meiner Erfahrung).
 
habt ihr auch ehrfahrungen mit polarisationsfiltern bei schwarz-weiß? oder geht das gar nicht!? macht doch auch einen unterschied, oder nicht?
 
polarisationsfiltern bei schwarz-weiß
..den Spiegelungen dürfte es egal sein ab die auf eine SW oder farbfilm enden. Das sollte mit einem Polfilter gehen. Probiert habe es aber noch nicht (oder? :gruebel: )
SW Fotografie war mir schon immer zu anstrengend. Ich meine damit selber in der Trommel zu entwickeln. Außer mit den XP2 von Ilford der war geil.
Der XP2 ist ein SW- Film der im C-41 Prozeß (Farbfilm) entwicklt wurde.
Den konnte man ganz gemütlich im 1 Stundenlabor abgeben und war Sorgenfrei. Natürlich konnte man von den S/W Negativen auch selbst Abzüge machen. Außerdem kann man auf einem XP2 Film die Lichtempfindlichkeit von ISO 50 bis 800 verdrehen, das macht dem gar nix.
 
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