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Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Skitobi schrieb:
Also: Ja, die App wird offensiv beworben. Es wird aber nicht beworben, dass man in der App günstige Tickets bekommt.
Vieleicht sollte sie einfach folgenden Satz drunter schreiben:
Weitere Informationen über die Vorzüge unserer App finden sie im Alpinforum

Marketing-Fremdwort mit 9 Buchstaben: Usability :wink:
 
Vorteil von der App ist, dass man nicht an der Kasse abstehen muss. Für einen Tag lohnt sich der Aufwand aber kaum. Das wollen sie aber auch: Kassen entlasten und Kundentreue aufbauen.
 
Und immerhin hat die Laax-App uns diesen Winter noch ein paar nette Zusätze zum letzten Abendessen beschert (dank der gesammelten Punkte). Dafür stellt man doch gern seine Daten der Marktforschung zur Verfügung. :D

Das mit der Online-Buchung in Laax ist aber wieder auch son Punkt: man gibt an einer Stelle den Skipass ein und wird zum Kaufvorgang weitergeleitet. Sollte man aber vorher andere Skipässe gespeichert haben, so werden diese nun für den Kaufvorgang verwendet und nicht der ursprünglich eingegebene Skipass. Man kann das dann zwar nochmal ändern, muss aber ziemlich aufpassen. Ansonsten darf man halt zur Kasse rennen und Umtauschgebühren zahlen...
 
Das ist, wie ich vorgestern in Zermatt merkte, auch nicht besser. Ich hatte keine Chance, im App eine andere Kartennummer einzugeben, sondern musste auf die Webseite wechseln. Hätte ich „weiter“ gedrückt, wusste ich nicht, ob es dann später nochmal gegangen wäre. Mega schwach sowas.
 
Wurzelsepp schrieb:
Übrigens hat auch Gstaad für nächste Saison dynamische Preise angekündigt, angeblich soll der Preis um maximal 25% gegenüber dem Normalpreis sinken können und um maximal 14% steigen... Quelle: https://www.blick.ch/brand-studio/destination-gstaad-fuehrt-dynamische-preise-ein-der-exklusive-skiort-wird-bis-zu-25-prozent-guenstiger-id15285454.html

Mehr dazu:
Neues Preissystem für Skipass-Angebote
Im kommenden Winter führt die BDG ein dynamisches Preissystem in Zusammenarbeit mit Ticketcorner ein. Damit richten sich die Skipass-Preise künftig – ähnlich wie bei Fluggesellschaften oder jüngst in anderen Skigebieten – nach verschiedenen Faktoren wie beispielsweise der Vorausbuchungszeit oder der Saisonalität. Die Destination Gstaad führt ein moderates Preismodell ein. So wird beispielsweise eine Tageskarte – im Vergleich zum bisherigen Fixpreis von CHF 65 – abhängig vom Buchungszeitpunkt und weiteren Faktoren um bis zu 25 Prozent weniger und maximal 14 Prozent mehr kosten. Somit liegt der Preisrahmen einer Tageskarte ab nächstem Winter zwischen rund CHF 49 und CHF 74. Pascal Zürcher, CMO der Ticketcorner AG und zuständig für das Ski-Ticketing: «Wer früh bucht, kann künftig auch in Gstaad von deutlich günstigeren Preisen profitieren als heute. Unsere Erfahrungen der letzten Jahre in anderen Skigebieten sowie eine kürzlich durchgeführte Bevölkerungsbefragung belegen, dass die Konsumenten die dynamischen Preise akzeptieren und die Vorteile der flexiblen Preise schätzen». Mit dem neuen Preissystem setzt die BDG Anreize für das Online-Ticketing und bietet dem Skigast die Möglichkeit, Warteschlangen an den Kassen zu umgehen. «Dank der Zusammenarbeit mit Ticketcorner können wir das Ticketing für unsere Gäste noch einfacher, attraktiver und kundenfreundlicher gestalten», sagt Matthias In-Albon. Start für den Vorverkauf ist am 1. September 2019.
Quelle: http://www.seilbahn.net/sn/index.php?i=60&kat=4&news=9384
 
Interessant: Im März konnte man schon einen Snowdeal für nächsten Dezember buchen.

Damals hat mir das System für die Periode vom 21.-28.12.2019 407,40 Chf ausgerechnet, was dann einen Tick teurer als der (neue) Hotel-Skipass geworden wäre. (Cf Zitat unten).

Inzwischen hab ich's noch einmal getestet, und komme jetzt auf 367,60 Chf. Das ist jetzt günstiger als der Hotelskipass (gerechnet mit 9 statt 8 Tagen).

Da scheint man jetzt im Sommer noch ein paar Schrauben angepasst zu haben. Wobei dann in diesem Fall der (extrem) frühe Bucher eben *nicht* profitiert hätte ;)

LGH schrieb:
Schleitheim hat im Oberengadiner News-Topic darauf aufmerksam gemacht, dass es laut mountains.ch den Hotel-Skipass, trotz anders lautender Aussage in der Vergangenheit, nun doch wieder geben wird. Dies allerdings für 45CHF statt wie bisher 38CHF pro Tag. Neu ist er aber auch schon ab einer Hotelnacht buchbar, aber die Zahl der Skitage muss wohl immer noch der Zahl der Übernachtungen entsprechen.

Ich hab mir mal angeschaut, was das jetzt für meinen geplanten Aufenthaltszeitpunkt nächsten Winter bedeutet:

21.-28.12.2019:
Snowdeal 8 Tage (Stand heute): 407,40 CHF
Hotel-Skipass: 9x45=405 CHF
(Da ich den ungenutzten Anreise- oder Abreisetag mit kaufen muss. Den grundsätzlich guten Forum-Tipp die letzte Hotelnacht in eine separate Buchung zu setzen will ich meinem Hotel als bürokratischen Aufwand nicht wirklich antun.)

Vergleich zum letzten Jahr:
Snowdeal (Stand 1.9.) für 22.-29.12.2018 (also auch 8 Tage und fast gleicher Zeitraum):
375.60 CHF
https://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?f=37&t=59090&start=175#p5167795
Hotel-Skipass: 9x38=342 CHF

Fazit:
- In meinem Fall sind die beiden Modelle ziemlich identisch.
- Allgemein sollte jeder beide Modelle vergleichen. In der Nebensaison könte der Snowdeal z.B. deutlich günstiger als der Hotelskipass sein. Bei Kurz-Aufenthalten oder kurzfristiger Hotelbuchung dürfte aber der Hotelskipass von klarem Vorteil sein.
- So oder so wird es mich also gut 60 CHF teuer als dieses Jahr.
- Auch der Snowdeal wurde teuer als dieses Jahr. Bin mal gespannt, ob dann Tageskarten am Tag selbst auch *noch* teurer werden als dieses Jahr und Richtung 120 Chf erreichen werden ;)
- Ich finde es aber grundsätzlich gut, dass auch uninformierte Gäste die Möglichkeit haben werden, unkompliziert im Hotel weiterhin „einfach so“ ein noch irgendwie bezahlbares Ticket zu erwerben, statt an der Kasse mit über 100 Chf überfallen zu werden. Das hätte eine Katastrophe werden können.
 
Um nochmal zum Thema Laax-App zu kommen; wie mir scheint ist es momentan für einen 6-(aufeinanderfolgende)-Tage-Skipass völlig egal, ob man über die Website oder die App bucht. Bei Erwachsenen CHF 402, bei Kindern CHF 144. Eine Keycard kostet über die APP CHF 3 :?
Dynamisch scheint mit das auch nicht zu sein, nur unterschiedliche Saison bzw. Wochenendpreise :?:
Gut aber, dass wir den Erwachsenen-Skipass über das Hotel mitgebucht haben :wink:
 
Waren letzte Saison in Laax eigentlich auch die Kinderpreise "dynamisch"?
 
Wenn ich grad in die Historie meines Apps gehe, mit dem ich die Tickets für meinen Sohn jeweils kaufte, ist meine Antwort: ja, ein bisschen, aber nicht viel.
 
ski-chrigel schrieb:
Die Dynamik im Laax-App kommt dann schon noch. Kurzfristig.
Das ist ein gutes Stichwort, dass ich gerne ergänzen möchte:
Der rabattierte Vorverkauf wurde per Anfang Oktober gestartet. Meiner Einschätzung nach sind aber die Preise bisher nur in der Vorsaison auf einem vergleichbaren Niveau zu den Minimalpreisen der vergangenen Saison. Allenfalls kommen für die späteren Saisonzeiten zu einem späteren Zeitpunkt nochmals niedrigere Preise, so wie ski-chrigel das vermutet. "Kurzfristig" vorher wird es aber tendenziell eher wieder teurer.

Viele Grüsse
Christoph
 
Scheinbar gibt es doch Gebiete in AT, die dem dynamic Pricing folgen wollen, wenn man der Firma glaubt, die die Skipasspreise mittels Algorithmus schon für die schweizer Gebiete berechnet. Zumindest haben AT-Gebiete schon Anfragen platziert und sich Preise berechnen lassen. Will in AT dann keiner der erste sein?
Smart Pricer, das Software-Unternehmen, das dynamische Preismodelle berechnet, verhandelt bereits mit österreichischen Skigebieten.
Quelle: Flexible Preise im Anflug auf Tirol, Skifahren wird wohl teurer
 
So haben dann Gebiete, die nicht den "fast allen" mit "dynamischen" (in Wirklichkeit sind das nur Preiserhöhungen) Preisen angehören, einen echten Standortvorteil. Grade nach Ö kommen ganz überwiegend Deutsche und die werden sich garantiert ärgern wenn es an der Kasse heißt "heute 20 Euro Aufschlag wegen schönen Wetters"...
 
In den oft überfüllten österreichischen Gebieten spielt das kaum eine Rolle, wenn sich ein paar ärgern, und wenn das irgendwann dann eh fast alle haben, ist Ausweichen nicht mehr möglich. Ich sagte es schon vor Jahren hier, dass Dynamic Pricing die Zukunft ist. In der Schweiz bald Standard. Bei den Ösis dauert‘s halt etwas länger.
 
So lange dichter Schneefall wie KW1/2 2019 als schlechtes Wetter gewertet wird (ich fand’s mega) und als Saisonskipass Besitzer keine Auswirkungen zu erwarten sind (Nachzahlung wegen zu viel Sonne im Winter?! :) ) sollen sie doch mal machen. Wenn es der Entzerrung hilft sogar nützlich, auch tageszeitlich. Ich fänds mal interessant wie viele einer Skipass Happy Hour von 7:30-8 Uhr folgen würden ;) und wer dann doch ausschläft... wobei ich die leere Stunde früh vermissen würde.
 
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