Möchte kurz meine Erfahrungen mit E-Bikes bringen:
Letzten Sommer hab ich die Sellaronda im Uhrzeigersinn mit dem Mountainbike gemacht. Dabei sind folgende Dinge mit E-Bike Fahrern passiert:
- gleich zu Beginn, ich in einer leichten Abfahrt, kommt mir bergauf ein E-Biker entgegen. Ich hab im Augenwinkel schon gesehen, dass da von unten jemand sehr schnell kommt. Genau in der Serpentine sind wir zusammengetroffen, der E-Biker hatte seine Geschwindigkeit beim bergauf offensichtlich unterschätzt, sodass er so schnell war dass er die Serpentine nur ganz außen nehmen konnte = in meiner Fahrspur, dh mir blieb nichts anderes übrig als einen Ausweichhopser über den kleinen Graben zu machen, was mir zum Glück sturzfrei gelungen ist. Der Typ ist einfach weitergefahren ohne sich umzudrehen.
- etwas weiter am Jägerweg, ein etwas breiterer Single-Trail/Wanderweg der mit dem Bike eigentlich nur bergab gefahren wird. Ich mach zum Glück gerade Pinkelpause während 3 Typen mit EBikes mit hörbar voller Motorunterstützung dort bergauf fahren. Während dem Pinkeln überleg ich wie ich denen hätte ausweichen können, komme zu dem Schluss dass das unmöglich gewesen wäre und nehme mir fest vor, dass falls so etwas nochmals passiert, dass ich keinesfalls über den Abhang ausweiche sondern dass ich in so einem Fall dann eben mit Ellbogen und Knie voraus in den Typen krache der mir da entgegenkommt.
- noch etwas weiter in der Runde in dem kurzen Bergaufstück zur Dantercepies-Gondel. Vor mir 2 Typen mit E-Bike. Der linke fummelt am Lenker herum, ich schätz mal er hat die Fahrstufe erhöhen wollen, der E-Motor schaltet sich aber hörbar ab und anstatt abzusteigen versucht der Kerl mit dem eingelegten Gang mit eigener Muskelkraft weiterzufahren, was ihm aber nicht gelingt. Anstatt den Fuß runter zu nehmen und abzusteigen fällt er um und mit dem Oberkörper und Kopf auf die gegenüberliegende Fahrbahnseite. Das entgegenkommende Auto hat keine andere Möglichkeit als auf den an dieser Stelle sehr hohen Gehsteig zu fahren, was hörbar zu Reifenplatzer inkl. Felgenbruch führt.
Wie gesagt, das alles ist an einem Tag passiert.
Hier in Kaprun musste ein großer E-Bike Vermieter eine Leihgebühr einführen, die zurückerstattet wird, wenn das Rad zurückgebracht wird.
Warum?
Auf dem Weg zum Glocknerblick am Maiskogel reicht die Akkuleistung anscheinend nicht gänzlich aus um ganz hinaufzukommen wenn man so gut wie gar nicht mittritt. Die Touristen hätten also die Möglichkeit das E-Bike das letzte Stück zu schieben und dann vom Glocknerblick wieder herunterzufahren, oder das E-Bike dort liegen zu lassen, das letzte Stück bergauf und zurück zum E-Bike zu Fuß zu gehen und dann mit dem E-Bike wieder runter zu fahren. Das ist für einen großen Teil der Touristen aber offensichtlich völlig unzumutbar. Was vielfach gemacht wurde:
Man hat das E-Bike an Ort und Stelle wo der Akku leer war liegen gelassen, teilweise mitten auf dem Fahrweg, ist zu Fuß zum Glocknerblick gegangen und von dort mit dem Taxiservice wieder ins Tal gefahren. Beim Sporthändler hat man sich dann beschwert, dass der Akku viel zu schnell leer war und das E-Bike an Stelle xy liegt und er es selbst holen soll...
Bezüglich der "fachgerechten" Entsorgung der Akkus glaub ich den Sporthändlern kein Wort. Bin mir sicher, dass die Akkus über Umwege irgendwo in Afrika landen und dort in einem großen Loch vergraben werden.
Wenns nach mir geht würd ich die Dinger auf den Wanderwegen verbieten, dass sind nichts anderes als Mopeds. Es fahren jetzt schon vereinzelt ganz intelligente Menschen mit den E-Trial-Motorrädern in Saalbach herum.
In den nächsten Jahren werden sicher auch E-Motorräder aufkommen, dürfen die dann auch auf den Bergen herumfahren? Dürfen E-Autos auf den Forstwegen herumfahren?
Weiters würd ich auch eine Führerscheinpflicht für die E-Bikes einführen, schließlich bewegt man ein Gefährt mit Motor im öffentlichen Straßenverkehr. Das wird die Politik aber nicht machen, da das natürlich Stimmen kosten würde.