Das Thema ist zwar schon etwas älter, aber ich will trotzdem noch meinen Senf dazu geben. Wenn du in die Berge willst lass bloß die Finger von billigen Pedelecs. Unter 2000€ brauchst du garnicht anfangen zu schauen. Das hat auch nichts damit zu tun ob du asphaltierte/betonierte Wege fährst oder ins Gelände gehst. Natürlich brauchst du gerade für lange Abfahrten in schwerem Gelände ein robusteres Mountainbike, aber das kommt nur nochmal oben drauf.
Bei billigen Pedelecs wird dir in den Bergen der Antrieb schlapp machen. Alleine bei der Ansteuerung gibt es schon riesige Unterschiede. Nur mit Drehmomentsensor wirst du ein natürliches Fahrgefühl haben bei dem der Motor gut auf deine Fahrweise reagiert. Oft ist dagegen die Rede von Tretsensoren oder Trittsensoren, aber das ist nichts anderes als ein Sensor der misst ob du überhaupt trittst oder nicht. Der ist mindestens vorgeschrieben um eine Zulassung als Fahrrad zu bekommen, reagiert aber extrem langsam. Von vorneherein verbietet sich natürlich auch der Kauf von Vorderradmotoren. Zum einen taugen die meist technisch nichts und zum anderen neigen sie wegen des geringen Drucks auf dem Vorderrad zum durchdrehen. Dazu kommt noch, dass dich der Antrieb auch aus der Kurve ziehen kann.
Aber das ist nicht das einzige Problem. Günstige Antriebe fallen am Berg auch schnell aus wenn sie sich zu langsam drehen. Bessere Motoren sind mit Getrieben ausgestattet oder, in einem Fall, extrem groß. Auch die Reichweite ist bei günstigen Systemen natürlich schlecht, wobei du die Herstellerangaben eh vergessen kannst, erst recht in den Bergen.
Eine gute Standardempfehlung ist natürlich der Boschantrieb, wobei ich darauf achten würde, dass du nicht den Classic Antrieb erwischt. Das ist nämlich nichts anderes als der alte Motor und der hat vor allem Schwächen bei der Akkukapazität. Ob Active oder Performance Line ist fast egal, da sind nur die Unterstützungsstufen anders, also wie viel der Antrieb dich prozentual zu deiner eigenen Kraft unterstützen kann. Die Maximalleistung ist aber eh gesetzlich beschränkt genau wie die Geschwindigkeit. Die Auswahl mit diesem Antrieb dürfte so ziemlich am größten sein.
Eine andere Möglichkeit wäre noch der BionX D-Series Motor. Das ist der erwähnte große Motor ohne Getriebe. Er hat gegenüber dem Bosch Antrieb den Vorteil, dass er eine Energierückgewinnung besitzt für Talfahrten. Viel bringt das aber leider nicht, weder um die Reichweite zu erhöhen noch als Bremswirkung. Das Problem ist dabei die gesetzliche Beschränkung der Motorleistung auf 250 W und die wirkt sich natürlich dann auch auf die Bremswirkung aus. Es gibt natürlich auch sogenannte S-Pedelecs die diesen Beschränkungen (auch den 25km/h Höchstgeschwindigkeit) nicht unterliegen. Die gelten dann aber auch nicht mehr als Fahrrad, man braucht ein Versicherungskennzeichen und darf nicht mehr auf Radwegen fahren. Das muss man selbst wissen ob es einem das wert ist. Es gibt auch andere gute Antriebe, aber sicher nicht im Baumarkt.
Ganz wichtig ist, dass man darauf achtet, dass der Akku auf keinen Fall am Gepäckträger befestigt ist. Das ist zwar ein beliebte, weil einfache, Montageposition, aber die Hecklastigkeit erhöht die Gefahr des Aufsteigens die am Berg ohnehin höher ist und durch den zusätzlichen E-Antrieb noch verstärkt wird. Beim Heckmotor ist die Gefahr größer als bei Mittelmotoren, aber ich würde auch da auf eine mittige Akkumontage achten.
Auf die normalen Fahrradkomponenten will ich nicht weiter eingehen, da gibt es hier sicher Leute die mehr Ahnung davon haben. Nur einen Hinweis zu den Bremsen will ich dir noch geben. Die Bremsen sind bei einem E-Bike sehr wichtig, weil das Rad deutlich schwerer ist. Wenn man in den Bergen fährt kommt das natürlich noch mehr zum Tragen. In der Stadt dagegen ist es eher die Tatsache, dass man tendenziell schneller fährt (es sei denn man fährt auch so schon 25 km/h oder schneller), nicht ganz ungefährlich wenn auch noch der Bremsweg lang ist.
Ich würde auf die Verwendung von hydraulischen Bremsen achten. Beim Mountainbike kommen natürlich nur Scheibenbremsen in Frage, ansonsten kann ich auch die Magura HS 11 und HS33 empfehlen, meines Wissens die einzigen hydraulischen Felgenbremsen. Aber auch bei Scheibenbremsen ist Magura keine schlechte (aber auch keine billige) Ich hoffe ich konnte ein paar nützliche Hinweise geben. Sag doch bitte bescheid für was du dich entschieden hast, würde mich wirklich interessieren.
Edit: Falsche Info entfernt.