• Willkommen im neuen Alpinforum!

    Das Alpinforum ist erfolgreich auf die neue Forensoftware XenForo umgezogen. Benutzerkonten und Foreninhalte wurden übernommen, sodass ihr euch wie gewohnt anmelden könnt.

    Schaut euch gerne um und probiert die neuen Funktionen aus. Solltet ihr Fehler oder Unstimmigkeiten entdecken, meldet sie bitte im entsprechenden Thema.

    Alle Informationen zur Migration und zum neuen Forum findet ihr hier:

    Zur ausführlichen Ankündigung

    Viel Spaß im neuen Alpinforum!

    Euer Alpinforum-Team

Elektrotechnik Seilbahn Stütze/Strecke

Dartfish

Großer Müggelberg (115m)
Registriert
10. Apr. 2005
Beiträge
323
Reaktionspunkte
11
Hallo zusammen,

Mich würde mal die Sensorik usw an den Stützen bzw auf der Strecke interessieren. Wie ist hier der Aufbau und die Funktion. Sind die Stützen mit Kupferkabel verbunden oder mit LWL?
Was mir auch aufgefallen ist früher waren die Klemmkästen an den Stützen relativ klein, heute sind die mindestens viermal so groß. Was ist hier alles. Hat hat zu diesem Thema jemand Bilder bzw weis mehr drüber. Im Netz findet man zu dem auch relativ wenig.

Gruß
 
Bezüglich der Größe der Klemmkästen am Stützenfuß:

gerade bei alten Anlagen oder allgemein Schleppliften ist die Streckenüberwachung ganz simpel gesagt ein geschlossener Stromkreis, kommt es nun zu einer Seilentgleisung etc. wird der Stromkreis durch z.B. abschlagen eines Bruchstabes unterbrochen und die Anlage hält an. Um nun festzustellen wo genau der Fehler anliegt wird trotzdem ein reststrom durchgelassen der je nach Stütze variiert und mittels eines veränderbaren Widerstand erzeugt wird. Diese Restspannung wird dann gemessen und du weißt an wo du suchen musst für den Fehler.
Also brauchst du an jeder Stütze nicht viel Technik. Bei neueren Anlagen hast du oft noch zusätzlich Seillageüberwachungen mittels CPS (Leitner) oder RPD (Doppelmayr) welches aufwändiger ist. Such mal nach den 2 Namen im Internet da gibts glaub auch Produktvideos. Ansonsten haben die neuen Anlagen oft noch zusätzlich eine Streckenbeleuchtung, Windmesser auf der Stütze, LED Schilder und vieles weiteres da brauchts natürlich dann mehr platz in den Kästen.
 
Für Beleuchtung gibt es meist einen Extra Klemmkasten, da 230V bzw. 400V AC.
Viele haben sogar eine eingebaute Steckdose, falls man Arbeiten vor Ort machen muss.

Früher wurde alles klassisch per Kupferkabel verdrahtet.

Heututage meist auch, aber natürlich auch LWL.
Besonders zwischen den Stationen.
Für Videoüberwachung usw.


Sensoren brauchen eine Versorgungsspannung. 24V DC z.B.
Das geht nicht über LWL.
Datenübertragung aber natürlich schon.
 
Es kommt wohl schon auf die verbaute Technik an, eine Mutmaßung von mir: Man sieht ab Werk erstmal großzügig dimensionierte Verdrahtungsmöglichkeiten vor, das frisst ja kein Brot, aber dann hat man wenigstens immer genug Platz für die Installation. Eventuell auch für spätere Nachrüstungen. Denkbar ist an Technik heutzutage ja vieles, vom WLAN Repeater an der Stütze angefangen über Kameras, Durchsagelautsprecher bishin zu den Seilüberwachungssensoren mit Niederspannungsversorgung und Datenleitung. Strom über Kupfer braucht man freilich immer, sei es für die Versorgung digitaler Überwachungssensorik (auch wenn solche Seilsensoren digitale Daten über LWL ausgeben können, Betriebsspannung über Kupferkabel brauchen sie natürlich trotzdem), konventionelle Stromschleifen mit Bruchstäben oder sonstiger Technik, Daten kann man über LWL abwickeln.
 
Danke schon mal für sie Zahlreichen antworten.

Das mit den getrennten Kästen für die 230/400 Volt sind mir auch schon aufgefallen.

Hab mich da mal Durchgelesen über das CPS und RPD. Läuft scheinbar mittlerweile alles über Safety Bus. Wäre mal der genaue Aufbau bzw Komponenten interessant. Mir fällt so jetzt kein Bus ein der über 100m Kabellänge unter den Teilnehmern funktioniert. Außer Profinet LWL glaub ich geht bis 1000m müsst ich aber selber nach gucken beim Siemens :roll:

Deswegen find ich des Thema ums solche Technik auf der Strecke so interessant.
Is hald was anderes als unsere Standart Steuerungstechnik :)
 
Das RPD von Doppelmayr ist ein proprietäres System, das von Doppelmayr selbst entwickelt wurde. Die Kommunikation zwischen den Sensoren erfolgt seriell, die Steuersignale (beim "alten" RPD wurden die SRA und AOC genannt, mit dem neuen "Nexo" hatte ich noch nie das "Vergnügen") sind über die Sensoren in Serie geschalten.
Also wenn ein Sensor einen Fehler erkennt (Seil außerhalb Mitte / Seil entgleist / Seil zu nah) wird das SRA oder das AOC Signal unterbrochen, zusätzlich wird über die serielle Schnittstelle die Nummer des den Fehler anzeigenden Sensors an die SPS geschickt.

Im Gegensatz dazu funktioiert das CPS von Leitner über einen gewöhnlichen Profibus, mit Repeatern in den Stützenkästen und einer Kopfstation mit Ein- und Ausgängen. Die Sensoren sind direkt auf diese Kopfstation verkabelt.
Es handelt sich um spezielle Sensoren der Firma EATON, die genaue Type weiß ich jetzt nicht auswendig. Die Sensoren werden von dieser Kopfstation mit Testsignalen usw. beschalten.
 
Echt interessantes Thema.
Auch interessant das dass Leitner CPS mit 120V DC läuft. Hat man da dann ein eigenes Netzteil pro Stütze? Oder ist die Spannung wegen der langen Leitungslängen so hoch gewählt?

Dartfish schrieb:
Hab mich da mal Durchgelesen über das CPS und RPD. Läuft scheinbar mittlerweile alles über Safety Bus. Wäre mal der genaue Aufbau bzw Komponenten interessant. Mir fällt so jetzt kein Bus ein der über 100m Kabellänge unter den Teilnehmern funktioniert. Außer Profinet LWL glaub ich geht bis 1000m müsst ich aber selber nach gucken beim Siemens :roll:

Ich könnte mir vorstellen, das beim Profibus die Übertragungsrate ziemlich niedrig gewählt wurde, dann kann man auch mehr als 100m überbrücken. Dann schafft man zumindest den Abstand zur nächsten Stütze (und damit Repeater).
 
Muss fast so sein dass hier niedrige Baud Rate beim Profibus gewählt wurde. Der würde sonst immer abschmieren.

Wobei ich denke dass teilweise die Stützen mehr aus 100m auseinander sind🤷🏻‍♂️
Ehrlich gesagt find ich da Leitner System interessant.
Gibts dazu irgendwo auch Fotos von den ganzen System.
Die Sensoren beim CPS sind ja von Eaton, is dann der Rest von Siemens weil ja Leitner Hauptsächlich Siemens Teile verbaut?
 
IMG_4311.jpeg

IMG_4312.jpeg

IMG_4313.jpeg

IMG_4314.jpeg

IMG_4315.jpeg

IMG_4316.jpeg

IMG_4318.jpeg

IMG_4317.jpeg

Ja ok, denn ich dachte erst hier gehts ums Leitner CPS Generation 1 von Eaton. Diese Baureihe arbeitet mit 24 V. Eaton wird nämlich seit einigen Jahren, und zwar seit Monitor 4 nicht mehr verwendet. Das aktuelle CPS auf das Du dich beziehst hat mit dem Eaton CPS nichts mehr gemein und wurde von Leitner selber entwickelt.
Leider kennst sich mit dem Eaton CPS bei Leitner auch fast keiner mehr aus und es ist sehr Fehler und Defektanfällig. Blitzschäden, Steckerprobleme, Baugruppenprobleme etc.
Meins funktioniert seit einigen Jahren nicht mehr richtig. Ist auch egal, denn ich fahre ohne CPS und nur mit normaler Seillageüberwachung. Habe keine Windprobleme.
Ich hänge noch ein paar Pics dran von meinem CPS.
 
Danke für die Bilder.

Wird über dieses System auch der/die Windmesser ausgewertet? Wegen der Anzeige "Windslow" in dem Eaton Controller.

Diese Netzteile, die in Reihe geschalten sind, sind die für die Spannungsversorgung auf der Strecke?
Bei 5*24V würde ich ja auch wieder auf die 120V kommen.
 
Vielen dank für die Bilder.

Und du kannst ohne CPS bei deiner Anlage fahren?
Wird dann die Seillage mit den Bruchstäben abgefeagt?
 
Ich Messe jetzt zur Sicherheit nächste Woche mal durch wenn ich auf der Strecke bin.
Windslow hat nichts mit der windmessung zu tun sondern schlägt an wenn sich das Seil aus der Rollenmitte entfernt und das Seil nicht mehr direkt über dem Bero liegt.
 
Die Seillage wird immer über die Bruchstäbe überwacht.
Leitner verwendet Bruchdtäbe, Reissdrähte zur Seillageüberwachung und das CPS läuft noch zusätzlich mit. Und das lässt sich scharf stellen und mit einschleifen oder nur ohne Sicherheitskreis nebenher laufen oder komplett abschalten.
Hier noch ein Bild der Bruchstabüberwachung
IMG_4319.jpeg

IMG_4320.jpeg
 
Die Seillageerkennung ist ein Zusatz, den man als Betreiber kaufen kann.
Es ist keine Pflicht, die von der Behörde, TÜV, etc. gefordert wird.

Jedenfalls war das so. Weiß nicht ob sich da schon was bezüglich Anforderungen, Normen, etc. geändert hat.


Nur Bruchstäbe, Blenden, etc. sind vorgeschrieben um eine Seilentgleisung zu erkennen.
 
Interessant das war mir so auch nicht bewusst. Dachte immer dass CPS einfach dazugekommen ist wegen hören Anforderungen von den Vorschriften her.

Ist dann die Seillage ein Extra Kreis auf der Strecke?

@markus
Wenn bei euch das alte CPS System nicht mehr richtig läuft könntet ihr auf das neue System umrüsten?
Die Seillageüberwachung läuft dann quasi klassisch wie früher über gemessene Ströme?
 
Dartfish schrieb:
Ist dann die Seillage ein Extra Kreis auf der Strecke?

@markus
Wenn bei euch das alte CPS System nicht mehr richtig läuft könntet ihr auf das neue System umrüsten?
Die Seillageüberwachung läuft dann quasi klassisch wie früher über gemessene Ströme?

Ich antworte mal:
Diese Anlage hat 10 unterschiedliche Sicherheitskreise auf der Strecke (jede LED auf diesen Modulen).

markus schrieb:
Die Seillage wird immer über die Bruchstäbe überwacht.
Leitner verwendet Bruchdtäbe, Reissdrähte zur Seillageüberwachung und das CPS läuft noch zusätzlich mit. Und das lässt sich scharf stellen und mit einschleifen oder nur ohne Sicherheitskreis nebenher laufen oder komplett abschalten.
Hier noch ein Bild der Bruchstabüberwachung Anhang anzeigen 1
Der vom Rauch verdunkelte Himmel über Invermere, British Columbia

Ich nehme an, dass diese Anlage 10 Stützen hat, somit hat jede Stütze ihren eigenen Sicherheitskreis, die gegeneinander auf Querschluss überwacht sind.
 
Gab es nicht ein System von Elin, welches zu Bruchstäben parallel Spulen vorsah. Der Überwachungskreis war mit Wechselstrom mit geeignet hoher Frequenz gespeist, dessen Frequenz so gewählt war, dass der induktive Widerstand beim Wirken einer Spule (also nach Bruch des Stabes) gegen sehr groß strebte, womit zunächst ein sicherer Stillstand der Anlage möglich wurde... oder so ähnlich.

Das gesamte Streckenkabel über alle Bruchstäbe hin, und über Masse Retour, kann man als RLC Kreis sehen, mit ohmschen Widerstand R der Leitung, mit C der Kapazität gegen Masse (langes Kabel), und L eben der induktive Widerstand jener Spule, dessen Bruchstab unterbrochen wurde.

Den RLC Kreis musste man dann in Resonanz bringen, um auf die Induktivität der Spule zu schließen, und somit auf den Masten?

Wie funktionierte das genau? Mag auch ganz anders gewesen sein, als von mir beschrieben... :-)

Hat es sich nicht bewährt? Nach Gefühl müsste es doch recht robust sein, da ein L wesentlich unabhängiger von weiteren Umwelteinflüssen sein müsste, als das R bei parallel zum Bruchstab geschalteten Widerständen...
 
Kris schrieb:
Hat es sich nicht bewährt? Nach Gefühl müsste es doch recht robust sein, da ein L wesentlich unabhängiger von weiteren Umwelteinflüssen sein müsste, als das R bei parallel zum Bruchstab geschalteten Widerständen...
R parallel zum Bruchstab ist Quatsch.
Es gab die DPX-2000 Stützenlokalisierung.

Aktuell auf dem Mark ist noch das SisLoc von Sisag.
https://sisag.ch/produkte/siscom-sislog#leitungs%C3%BCberwachung

Arbeitet wie das DPX mit der Frequenzreflexion. Man muss vorgängig jede Stütze einzeln eichen. Der Erste und der Letzte Bruchstab pro Stütze. Damit das Reflexionsbild pro Stütze +/- abgespeichert werden kann.
 
Zurück
Oben