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Elektrotechnik Seilbahn Stütze/Strecke

Hallo, ich hätte da eine Frage. Warum verbaut Doppelmayr bei neueren Anlagen bei der Ein- und Ausfahrts Rolle 2 idente Bruchstäbe? Da ist einer ganz normal rot und einer ist orange. Aber beide werden durch die Schablone indirekt bei einer Seileintgleisung abgeschlagen. Habe dies bei Doppelmayr nur bei einer Anlage mit BJ 2025 gesehen, aber nicht auf allen Stützen sondern nur Niederhalter soweit ich weiß. Bartholet hat dieses System auch, aber bei jeder Stütze. Hoffe man kann es am Bild erkennen.

WhatsApp Bild 2024-10-27 um 09.13.51_e993c1a9.jpg
 
Da die eine andere Farbe haben würde ich sagen, dass das ein anderer Sicherheitskreis ist.

Warum das gemacht wurde, keine Ahnung.
 
Könnte sein, dass einer beim Notantrieb eingeschlauft ist. Integrierte Bergung? War früher immer ein Thema, Seillageüberwachung und Notabtrieb. Gewisse Redundanzen sind da nicht gegeben.
 
Bei Doppelmayr hat der gelb isolierte Bruchstab eine höhere Bruchlast als der unisolierte oder rot isolierte (diese Beiden haben eine identische Bruchlast).

Vermutlich ist der gelb isolierte Bruchstab Teil eines zweiten Sicherheitskreises, der für die integrierte Bergung benötigt wird.
 
Danke erstmal für die Antworten!
Dann hat sich das vom Bild geklärt, dass ist nämlich die Panorama Bahn am Loser, die hat eine integrierte Bergung! Die Doppelmayr Bahn von der ich rede hat zwar keine integrierte Bergung, aber dann wird der 2. Sicherheitskreis vermutlich für Notantrieb oder als RPD Ersatz sein? Könnte das sein? Denn soweit ich mich erinnere hat die Bahn RPD, auch an den Niederhalter aber auf der mit dem Gelben Bruchstab glaub ich nicht.
Danke im Voraus
 
Darf man eigentlich eine Bahn, die zusätzlich zu den Bruchstäben noch über RPD verfügt, bei Bruch eines Bruchstabes noch leerfahren, wenn laut RPD alles in Ordnung ist?
 
Danke für den tollen Einblick! Wie funktioniert das technisch eigentlich? Impedanzmessung einer HF angeregten Spule deren Impedanz durch das magnetische Seil beeinflusst wird würd ich mal vermuten?
 
Googel mal Bero oder Berührungsloser Kontaktschalter.
Die Beros hier funktionieren auf Annäherung und Entfernung nach oben und seitlich.
Wie die genau aufgebaut sind? Puh
Ich bin nur Anwender
 
Mr400Liter schrieb:
Darf man eigentlich eine Bahn, die zusätzlich zu den Bruchstäben noch über RPD verfügt, bei Bruch eines Bruchstabes noch leerfahren, wenn laut RPD alles in Ordnung ist?

Also bei uns schon.
Nach begutachtung bzw. Wenn er gebrochen ist tauscht man ihn aus und fährt wieder wenn es möglich ist.

Sonst nach Abklärung mir dem Betiebsleiter, darf man den Betriebstag fertig fahren bei funktionierenden RPD System.

Also normalerweise ist das schon genehmigt, falls ein System ausfällt und die Seilage nach Begutachtung in Ordnung ist, dass die Bahn leergefahren werden darf. Oder eben sogar den Betriebstag noch fertigfahren.
 
Das ist der Unterschied zwischen Doppelmayr RPD / Österreich und Leitner CPS/Eaton-Bayern.
 
Mr400Liter schrieb:
Darf man eigentlich eine Bahn, die zusätzlich zu den Bruchstäben noch über RPD verfügt, bei Bruch eines Bruchstabes noch leerfahren, wenn laut RPD alles in Ordnung ist?

Ich kann nur für Doppelmayr und meine Anlagen sprechen, dafür gilt...
Bei älteren Anlagen ist das RPD System ein reines Nice to Have und erfüllt rechtlich keine Sicherheitsfunktionen, es kann also einfach an und ausgeschalten werden ohne den Betrieb der Anlage zu beschränken.

Ab CEN (2004) kamen dann die Zwischenlösungen auf mit "man darf im Fehlerfall den Tag mit nur einem System fertig fahren" auch hier ist das RPD System noch optional. Bruchstabsystem muss laufen außer im Falle von "den Tag mit nur einem System fertig fahren"

Inzwischen (Anlage Bj. 2020) sind sich die Systeme gleichgestellt, ich darf eines der beiden Systeme deaktivieren und die Anlage ohne Einschränkungen weiterbetreiben. Demnach dürfte ich auch dauerhaft ohne Bruchstabsystem fahren solange das RPD läuft.

Den von dir beschriebenen Fall kann ich allerdings nur verneinen. Bei ansprechen einer Sicherheitseinrichtung ist diese immer vor Ort zu überprüfen und wenn ich vor Ort bin werde ich wohl auch den Buchstab einfach austauschen (wenn er aufgrund von Vibrationen/Haarrisse etc. nicht mehr funktioniert) und dann ohne die Deaktivierung eines Systems weiterfahren. Bei einer tatsächlichen Entgleisung werde ich logischerweise nicht leerfahren. In Fällen in denen ich den fehler nicht nach angemessener Zeit gefunden habe, mir aber sicher bin die Auslösung war keine Entgleisung verfahre ich dann natürlich wie oben beschrieben und setze den Betrieb mit nur einem System solange fort bis eine Reparatur des Schadens möglich war.
Die Fehler- und Störanfälligkeit ist beim RPD System aufgrund der Masse an Komponenten natürlich um ein Vielfaches höher, daher werde ich mir mit der Reparatur wohl nicht allzuviel Zeit lassen. ;)
 
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