Ich war am Sonntag (08.02) in St. Moritz. War leider ein ziemlicher Reinfall und hat mich (zumindest das was ich gesehen habe) nicht überzeugen können.
Das Wetter war an dem Tag schlecht. Oben hatte es starken Wind und schlechte Sicht. Mittags klarte es ein bisschen auf, nachmittags fing es an zu schneien.
Eigentlich wollte ich am Vormittag das ganze Corviglia Gebiet abfahren und am Nachmittag für 2, 3 Stunden zum Corvatsch wechseln.
Allerdings sagte man mir morgens an der Kasse der Signalbahn, dass nur diese PB, die untere SSB und SB ganz links offen seien und es auch nicht zu erwarten sei, dass die anderen Bahnen heute noch aufgingen, da die Windspitzen für den Mittag vorausgesagt seien.
Hab mir dann doch eine Tageskarte für 75.- Franken gekauft und bin mit dem Bus zum Corvatsch gefahren, dass dort alles geöffnet war. Für den Bus muss man allerdings trotz teurem Skipass noch mal extra zahlen.
Alles in allem war ich vom Corvatsch-Gebiet sehr enttäuscht.
Neben den sehr schönen Pisten am Corvatsch gab es durchschnittliche Pisten unterhalb der Mittelstation und langweilige sehr flache Pisten im rechten Furtschellas-Bereich mit z. T. langen Schiebestücken und viele sehr langsame Schlepplifte.
Nach 3,5 Stunden hatte ich das Gebiet gesehen (und alle Lifte mindestens 1 Mal abgefahren) inklusive beider Corvatschabfahrten und wollte auf der Hahnenseeabfahrt ins Tal abfahren. Leider lief zu diesem Zeitpunkt die 2SB die man benötigt, um auf die Abfahrt zu kommen nicht mehr (angeblich wegen Wind). Allerdings meinten andere Skifahrer, dass man die Bahn häufig um 11:00 Uhr schließt, wenn die Hahnenseeabfahrt eigentlich erst geöffnet wird. So wohl auch heute, warum auch immer. Der Wind war an der Bahn ja nicht stärker als bei anderen Bahnen im Skigebiet.
Schade, die Hahnenseeabfahrt wäre wohl neben den Corvatschpisten das zweite Highlight in diesem ansonsten eher langweiligen Skigebiet gewesen.
Also bin ich um 13:30 Uhr wieder Richtung Corvatsch gewechselt, weil dort mittlerweile immerhin 14 von 24 Bahnen (alles bis zum Munt de la Murezzan und Corviglia hoch, sowie die Verbindung und die Talabfahrt nach Celerina) offen gemeldet wurden.
An der Signalbahn hieß es dann erst mal 25 Minuten in der Kabine warten, weil die Kabine nicht voll war und man strikt nach Fahrplan fuhr. Eine Frechheit wenn man das mit den 75.- CHF Skipasspreis in Relation setzt und weiterhin bedenkt, dass in dem Skigebiet an diesem Tag viele Bahnen nicht fuhren.
Als die PB dann endlich oben war, konnte ich zuschauen wie um kurz nach 14:00 Uhr gerade alle KSBs eingaragiert wurden, die Celerina Gondel wurde dann auch als geschlossen gemeldet.
So standen für den Nachmittag nur die 2 SSBs die Signal PB und die abgelegene 2SB ganz links, von der man allerdings nicht mehr in das Skigebiet zurück kommt, zur Verfügung.
Nach einer Mittagspause im grottenschlechten Corviglia Restaurant (teuer, mittelmäßiges Essen, komplett verfaulte Orangen in den Auslagen des zu verkaufenden Obst, Bedienungen die keine Wort deutsch sprechen können, etc.) bin ich noch lustlos an der PB und der oberen PB gefahren und habe die Talabfahrt in den Ort mit anschließendem Fußweg zurück zur unteren SSB ausprobiert. An der SSB im Dorf musste ich wieder 20 Minuten warten, bis ich als Abschluss im mittlerweile dichten Schneetreiben von der SSB oben quer zur ganz linken 2SB gefahren bin, wo ich einen meiner schlechtesten Skitage der letzten Jahre dann beendet habe.
Alles in allem hat mit St. Moritz nicht überzeugt.
Das Corvatsch Gebiet hat mich bis auf die Gletscherabfahrten nicht beeindrucken können (zu flach, zu viele lahme SL, kurze Talabfahrten)
Der Corviglia Teil den ich gesehen habe war auch alles andere als interessant. Viele parallel am gleichen Hang verlaufende Lifte mit immer dem Selben Ausblick/Panorama sind einfach langweilig - auch bei gutem Wetter. Den sicher anspruchsvollsten und interessantesten Teil des Skigebietes (bezogen auf die Liftanordung ) Piz Nair/ Grisha / Flours / Marguns konnte ich leider nicht ausprobieren.
In Anbetracht der Begleitumstände (schlechter Service im Hotel, Restaurant und bei den Bergbahnen, teure Preise) wird mich aber auch dieser Sektor (bei guten Wetter) vermutlich zu keinem St. Moritz Fan werden lassen.
Wie es deutlich besser geht, habe ich einen Tag später am Arlberg gesehen, wo übrigens auch deutlich mehr Schnee als im Engadin lag.