Mit Speck und Kernöl zur Ski-WM
In einer Woche wird der FIS-Kongress in Miami entscheiden, ob Schladming den Zuschlag für die alpine Skiweltmeisterschaft 2009 erhält. Am Mittwoch wurde die Bewerbung in Graz präsentiert.
Die Konkurrenten von Schladming heißen Vail in den USA, Garmisch-Partenkirchen in Deutschland und der französische Nobel-Skiort Val d´Isere.
Optimistisch, aber nicht euphorisch
Einfach wird es nicht, aber wir werden kämpfen, sagte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadl am Mittwoch in Graz. Für den ÖSV-Chef könnten die großen Erfolge unseres Skiteams sogar zum Stolperstein werden.
"Man sagt, man will in Frankreich den Skisport wieder populärer machen, man will im französischen Fernsehen wieder Rennen übertragen. Man kann es aber auch umgekehrt sehen: In Österreich ist der Skisport populärer und man kann ja nicht den anderen die Schuld geben, dass man selber schlechter ist", so Schröcksnadel.
WM der kurzen Wege
Schladming wird sich als die WM der kurzen Wege präsentieren; alle Bewerbe werden auf der Planai ausgetragen und münden in ein Zielstadion. Unter anderem mit diesem Konzept will Schladming bei der FIS punkten.
Mit dabei im Bewerbungskomitee ist Hans Knauss; der Rennläufer kennt alle Kandidaten und ist überzeugt, dass die Steiermark den Zuschlag erhält - und das nicht nur, weil er aus Schladming stammt.
"Ich bin schon überall gefahren und in jedem dieser Orte gab es schon oft ein Chaos. Wir haben die WM der kurzen Wege, die Quartiere liegen alle gleich in der Nähe. Es ist auch schon vorgekommen, dass wir zu einem Riesentorlauf eine Stunde gefahren sind; das gibt es in Schladming nicht", so Knauss.
"Wie ein Lotto-Sechser"
Sportlich, touristisch und wirtschaftlich wäre die Weltmeisterschaft in Schladming ein Riesengewinn für die Steiermark, sagte Sportlandesrat Hermann Schützenhöfer (ÖVP):
"Eine Ski-WM ist für das Land wie ein Lotto-Sechser für eine Einzelperson. Wir wissen, dass die Bevölkerung hinter uns steht, und dass die Betriebe investieren, und dass damit die Wirtschaft angekurbelt wird, was wiederum Arbeitsplätze schafft. Und auch für den Tourismus ist eine WM von unschätzbarem Wert."
Wenn nicht 2009, dann 2011
Wenn es für 2009 nicht klappt, dann bewerben sich die Ennstaler für 2011 - mit der gleichen 2,9 Millionen Euro teuren Bewerbung wie diesmal und wieder mit einem Stand, der mit steirischem Wein, Speck und Kernöl den 16-köpigen FIS-Vorstand überzeugen soll.