Ich denke mal, dass in erster Linie die Fundamente in unseren Breiten da Probleme machen würden. Ein Erdbeben an sich ist ja nicht nur ein Herumgewackle, sondern physikalisch etwas ziemlich komplexes. Ich versuche es mal einfach zu erklären. Fangen wir bei der Unterscheidung nach plattentektonischem Setting an - es gibt flache Beben, und tiefe Beben. Letztere findet man an Subduktionszonen, die flachen an jeder Plattengrenze. Also stürzen wir uns mal auf die flachen Beben. Und den anderen Fall haben wir bei uns auch nicht - aber (!) auch Intraplattensettings sind nicht frei von Tektonik - und hier müssen wir einhaken. Denn wir sind ja in den Alpen, und hier haben wir es mit massiver Tektonik zu tun. Denn auch die Alpen sind von Störungen durchzogen, ich nenne hier mal die Inntalstörung, weil sie ja in deinem Fall schlagend werden könnte. Hier handelt es sich um verschiedene Zonen der Alpen, die zusammenstoßen - um es ganz vereinfacht auszudrücken. Im Norden die Nördlichen Kalkalpen, im Süden das Kristallin. Dazwischen, das Inntal.
Was passiert, wenn zwei Platten nun aneinanderreiben? Die Platten beginnen, sich sich zu verformen, es bauen sich Spannungen auf, die sich dann, schlagartig, entlädt - das ist dann das Erdbeben.
Vom Hypozentrum aus breiten sich zunächst zwei Wellen kreisförmig aus, die P und die S Welle. Die P Welle (Primäre oder pressure) ist eine Longitudinalwelle, die S Welle (Sekundär oder shear) ist die Transveralwelle, sie kann sich nur in Festkörpern ausbreiten (und das ist der Grund, warum wir wissen, dass der Erdkern teilweise flüssig ist - dort ist keine S Welle, aber eine P Welle vorhanden). Die S Welle ist die langsamere der beiden Wellen, über die Laufzeiten kann man dann die Lage des Hypozentrums berechnen.
An der Erdoberfläche passiert nun eines - die P und die S Welle wird gebrochen und reflektiert - es entstehen die Oberflechenwellen, und jetzt wird es happig. Von denen gibt es zwei, die Love und die Rayleigh Wellen. Letztere ist die Böse. Die Love Welle ist eine reine Horizontalwelle. Sie schwingt also senkrecht zur Ausbreitungsrichtung. Rauf und Runter, das ist noch nicht schlimm, aber die Rayleigh Welle ist eine dreidimensionale Bewegung - die Welle bewegt sich vorwärts, der Boden an der Welle auf und ab, und dazu noch nach links und nach rechts. Und das ist für viele Fundamente in unseren Breitengraden dann vermutlich zu viel, wenn es ganz happig kommt.
Da allerdings die Beben in unseren Breitengraden doch immer sehr gemäßigte Magnituden erreicht haben, wird es noch einige Jährchen dauern, bis es mal ein Fundament aus dem Boden haut.

Die Sekundärerscheinungen wie Steinschlag, Massenbewegungen und Co. werden jedenfalls die Seilbahnen nicht mehr zerstören können (die wurden dann schon vom Beben an sich zerstört), weil wenn die eintreten, dann war das Beben schon so massiv, dass wir andere Sorgen haben als schiefstehende Seilbahnstützen.
MFG Dachstein