Hast du bereits selbst einmal ein Patent angemeldet? Kennst du die Bestimmungen und wie das ganze gehandhabt wird?
Wie es heute genau ist kann ich nicht mit sicherheit sagen. Vereinfacht betrachtet war früher was für CH keine formale Recherche erforderlich und man konnte eigentlich irgendwas patentieren lassen sogar auch wenn es bereits auf dem Markt war; solange es niemand merkt bzw. anfechtet kein Problem.
Für europäische Patente wurde bereits eine vereinfachte Recherche durchgeführt, aber eben nur sehr vereinfacht. Ist ein Patent falsch klassiert, was man u.U. willentlich mit einer entsprechenden etwas irreführender Umschreibung manchmal erreichen kann, erschwert es die Recherchen. Die Recherche bezieht sich jedoch in erster Linie auf existierende Patente und nicht auf was wirklich irgendwo in der Welt schon veröffentlicht wurde (sowohl als Beschreibung oder auch als Ausführung).
In der Praxis kann man eigentlich nahezu jede Banalität patentieren lassen, massgebend ist die Verteidigung des Patentes und dies ist in erster Linie eine Kostenfrage. Teure durch Multis finanzierte Experten können vielleicht z.B. herausfinden, dass etwas bereits vor 20 Jahren in Japan veröffentlicht wurde während der Heimbastler kaum über die erforderlichen finanziellen Mitteln verfügt.
Bzgl. Innovationscharakter musss ich dir ganz klar widersprechen. Schaut man sich Patente an in einem Fachgebiet, dass man selbst gut kennt, ist ersichtlich, dass etliche Patente Ideen betreffen auf die man selbst oder auch jeder andere Fachmann gekommen wäre.
Im Maschinenbau ist es oft der Fall, da werden etliche Ideen patentiert auf die jeder gute Konstrukteur selbst kommen würde.Im Softwarebereich gilt dasselbe. M.E. total unsinning, dass man Softwarekonzepte patentieren kann (wie das Beispiel das 2-finger Touch Zooming, man hätte ja auch die 10er Tastatur patentieren können oder eben das Rad).
Das "Gondeldynamopatent" ist ein gutes Beispiel von patentmissbrauch denn da ist nichts schutzwürdiges dabei. Da könnte man ebensogut die Idee von reibrandangetriebenen Umlenkstationsgneratoren patentieren lassen... leider gibt es bereits solche.

Übrigens wären die besprochenen Generatoren Drehstrommaschinen mit nachgeschaltetem Gleichrichter, wie im Fahrzeugbereich. Im Industriebereich werden in Neuanwendungen nur noch selten echte permanentmagneterregte Gleichtromdyanmos eingesetzt, die meisten findet man noch als Tachogeneratoren zur Winkelgeschwindigkeits-Istwertbildung wobei auch diese immer mehr durch driftreie Gebersysteme (meist Inkrementalgeber) ersetzt werden.