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fangbremsen

Dieser Bericht hatte wie eine Bombe bei mir eingeschlagen. Er bestätigt ein subjektives Empfinden, welches ich schon länger habe. Er unterstreicht die Bedeutung der Tragseilbremse bei einer Pendelbahn und zeigt, welche Rolle diese bei Zwischenfällen bei PB spielte.

Es gibt z. B. einen konkreten Unfall in Frankreich, wo die Tragseilbremse 20 Menschen das Leben gerettet hätte. Zwar hat eine Tragseilbremse auch Nachteile, die Vorteile aber überwiegen offenbar. Ich wundere mich immer noch, dass die Schweiz, welche hier Maßstäbe gesetzt hat, sich so sang- und klanglos von der Pflicht der Tragseilbremse verabschiedet hat. Deutschland und Italien haben dagegen nicht mitgezogen.
 
Pendolino schrieb:

whow 8O

Interessantes Dokument.

Hab grad keine Zeit es komplett zu lesen, aber man sehe sich mal Anhang A1 an, dort sind alle PB Ereignisse aufgelistet. Das Wort Zugseilriss kommt dort 25 mal vor 8O Hmm dachte das ist so selten ...

@Christoph Lütz
Finde ich auch interessant dass ausgerechnet die EU auf dem Weg ist, der Schweiz in Sachen Seilbahnsicherheit was vorzumachen .. soweit sind wir schon
@Schweizer im Forum: auf in die EU im Interesse sicherer Seilbahnen!!
 
@ Seilreiter: Das ganze mit dem Fangbremsenlosen Betrieb kommt ja von der EU. Die Schweiz hat LEIDER das EU Seilbahngesetz übernommen. Dass mit all seinen Nachteilen.

Die Europäische Union hat am 20. März 2000 die Richtlinie 2000/9/EG des Euro-päischen Parlaments und des Rates über Seilbahnen für den Personenverkehr erlassen. Zur Einhaltung der in der Richtlinie geforderten grundlegenden Sicher-heitsanforderungen wurden durch die CEN harmonisierte europäische Normen erar-beitet. Abweichend von den bisherigen nationalen (deutschen) Vorschriften (BOSeil) sollen europaweit auch Zweiseil-Pendelbahnen ohne Tragseilbremse (mit ergänzen-den Anforderungen gemäß prEN 12929-2) mit einem Zugseil und ohne Einschrän-kung der Fahrzeugkapazität zugelassen werden. Für die deutschen obersten Seil-bahnaufsichtsbehörden besteht jedoch die Unklarheit, ob und in welchem Ausmaß das bestehende Sicherheitsniveau von ZS-Pendelbahnen durch die zukünftige Normensituation verändert wird. Deutschland und Italien haben im Rahmen des CEN-Verfahrens der Norm prEN 12929-2 nicht zugestimmt.

DE Schweiz hat keinen Hochschlule für Seilbahntechnik mehr, das ganze Know How wurde ins Ausland verlagert und diejenigen die jetzt über solche Gesetzte entscheiden haben von tunen und blasen keine Ahnung.

Darum wundert sich auch kaum jemand, dass bisher altgedientes sang und klanglos abgestossen wird.

Im Jahre 2002 existierten in den europäischen Ländern ca. 58ohne Tragseilbremse:
- Frankreich: 24 Anlagen
- Norwegen: 16 Anlagen
- Oeststerreich: 11 Anlagen
- Schweiz: 6 Anlagen

Der Unterschied zwischen einen Anlage mit Tragseilbremse und einer Anlage ohne Tragseilbremse liegt darinn, dass das Zugseil eigentlich ein Endloses Umlaufseil ist, (Gleich wie bei einer EUB) und die Laufwerke mittels Federklemmen an das Seil geklemmt werden.
Die Anlagen mit Tragseilbremse besitzten ein Zug und ein Gegenseil. Diese sind entweder mit Pollern, Klemmköpfen oder Vergussköpfen an das Laufwerk motiert. Da liegt auch das Problem. Schlecht gegossene Vergussköpfe können zerbröseln und so das Zugseil freigeben, Klemmköpfe rutschen sowieso immer und mössen jeden Monat mit hilfe der Kontrollbriden am Zuseil kontrolliert werden. Zugseilpoller sind das Einfachste hier wird das Zugseil um eine Trommel gewikelt und danach gegen Zugrichtung mit einer Klemmplatte gesichert. (System Habegger). Worin da die gefah besteht weit ich ehrlich gesagt nicht. Wahrscheinlich nur weils nicht ein Endloses Seil ist. :o

Deutschland ohne Tragseilbremse ist eh klar. Wann wurde in DE das Letzte mal eine Pendelbahn gebaut?? :lol:

Zur Statistik: In Frankreich kenne ich mindestens 4 Anlagen ohne Fangbremse. Und haltet euch fest, allesammt Deutsche Fabrikate. :lol:

In der Schweiz sollen 6 Stüch stehen?? Wo denn bitte??
Ich kenne nur:
-Orselina-Cardada
-Raron-Unterbäch
-Dallenwil-Wirzweli
-Miglieglia-Monte Lema

Bis auf Cardada allesamt Von Roll Gubfix Laufwerke. Sprich fixe Laufwerke einer 3-S Bahn. Wo sind die anderen 2?? Ok neu dazu gekommen sind 2006 die Luftseilbahn Brambrüesch und Feldis sowie 2007 Disentis.
 
Das Problem ist ja nicht der Seilriss an sich, sondern die Unversehrtheit der Zugseilschleife. Das umlaufende Förderseil kann sowohl auf der Antriebsscheibe, als auch an der Laufwerksbefestigung durchrutschen, und das ist schon vorgekommen. Bei einer Umlaufbahn mit vielen Fahrzeugen auf der Strecke verfängt sich in so einem Fall meist ein Fahrzeug an einer Stütze. Das ist bei einer Pendelbahn viel unwahrscheinlicher.
Und wie verhält sich das ganze System, wenn bei einer Doppelpendelbahn mit zwei Fahrbahnen ein Fahrzeug verloren geht. Was wird mit den Menschen der Gegenfahrbahn. Schau dir die Studie aus Bayern mal an. Sie hat zwar gewisse Mängel, ist aber nicht wegzudiskutieren.

Auf Seilbahnunfälle reagiert die Öffentlichkeit jedesmal sehr empfindlich, als wären zwei Jumbojets zusammengestossen. Hier sollte alles für die Sicherheit getan werden. Die paar Pendelbahnen, die noch gebaut werden, muss man da wirklich die bewärte Konstruktion verändern und derartige Risiken eingehen. In der Schweiz wurden perfekte Tragseilbremsen entwickelt, und jetzt das. :cry:

In Disentis werde ich meinen Skiurlaub jedenfalls nicht mehr verbringen, solange es noch anderwo gescheite Pendelbahnen gibt. Und das ist meine freie Entscheidung, die mir keiner nehmen kann.
 
Ich bin kein Freund von Fangbremsenlosen Anlagen. Ich bin nachwievor der Ansicht, dass eine Pendelbahn eine Fangbremse braucht. Ist wirklich nicht viel was zusätzlich gewartet werden muss. Einzig die Schlaffseilkontrolle jedes Jahr ist etwas mühsam. Sonst, Hydraliköl nachfüllen und funktion der Endschalter der FUA jeden Monat Kontrollieren. Funktion der Bremse kann man ein mal Pro Saison im Stillstand testen. Geht noch besser, wenn man vorher die Hydraulikpumpe schliesst, Gegendruck aufbaut und dann die Bremse zieht. Nachher das Ventil wieder langsam öffnen. Schliesst sie ganz langsam.

Österreich hat das ganze mit der Doppelmayr Hobbybastelanlage am Pfänder angefangen. :( Ein riesen Geschwür.

Schweiz war die Erste Monte Lema und Raron-Unterbäch. Beide von Streiff. Grund dafür war, dass man ohne Fahrbegleiter fahren darf. Gleiche Grund war auch am Cardada und Wirzweli.

Aber dennoch 100mal Liebe in Disentis eine 90PB ohne Fangbremse mit 12m/s als eine 08/15 Kabinenbahn UNI-G mit 8er Gondeln. Das Trasse hätte dort eine 8EUB locker zugelassen.
 
Wieso ist es in der Schweiz nicht erlaubt, bei Anlagen mit Fangbremsen ohne Fahrbegleiter zu fahren? Es wäre doch jedem lieber, eine Gondel bleibt ohne Fahrbegleiter am Seil klemmen als dass diese voll besetzt runterdonnert. Ich sehe hier die Logik nicht so...
 
Weil es immer wieder Idioten gibt die es Lustig finden die Fangbremse zu ziehen.

Nur wer klettert aufs Dach um diese zu lösen???? :lol:

Ich bin selber schonmal in einer Kabine gestanden bei der ein Trunkenbold die Fangbremse gezogen hat. :evil:

Lagalp kommt ohne Wagenbegleiter aus. Diese hat aber eine Zweite Kabine in der Kabine welche Ferngesteuert abgesenkt werden kann und so der Kabinenbegleiter in die Kabine kommt ohne Seiltänzer Spielen zu müssen.
 
Bei der Hochalmbahn (45-PB von Hölzl) in Garmisch, die auch schaffnerlos fährt, hat man den Notbremsgriff festgelegt, damit dieser nicht betätigt werden kann. Bei einem Zugseilriß fällt die Bremse aber weiterhin ein.

Zum Lösen der Bremse muss ein Bahnmitarbeiter mit einem Seilfahrgerät zur Kabine fahren.
 
In der Schweiz darf man so auch fahren. Aber nur bis 15 Personen Pro Fahrbetriebsmittel. Drum hat man am Monte Lema auch so ein Geschür gebaut.

Als ich Herrn Feutz auf die Cardadabahn angesprochen habe, hat er nur den Kopf geschüttelt. Glaub nicht gerade die Lieblingsbahn von Von Roll gewesen. :lol:
 

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Zu Michaels Frage nach den 6 schweizer Bahnen ohne TSB: Die Datenbasis ist von 2002 und wurde von den jeweiligen zuständigen Landesbehörden zugearbeitet - die Auflistung der 6, im Jahre 2002 vorhandenen Anlagen sollte also dort abrufbar sein.
Pendolino
 
Dass ist ja nicht das Problem. Ich kenne den Standort, Fabrikat und Konstruktion von jeder Luftseilbahn in der Schweiz.
1998 Monte Lema (Streiff)
2000 Raron-Unterbäch (Streiff)
2000 Orselina Cardada (Doppelmayr)
2003 Dallenwil-Wirzweli (Garaventa)
2006 Räzüns-Feldis (Schätti)
2006 Chur-Känzeli (Bartholet)

Das sind bis jetzt die einzigen Anlagen in der Schweiz ohne Fangbremse. Unter 2002 sind es nur 3 Stück. Davon eine Richtige Pendelbahn. Der Rest sind Geschwüre. Dieese Anlagen sind für Touristen zugelassen. Würde man die Kraftwerks und Militärbahnen auch zählen währe es etwas anders. Schätti hat an den Iffigenfäll am Weisshorn im Berner Oberland 2 Pendelbahnen gebaut für die Schweizer Armee. Beide identisch mit der Luftseilbahn nach Unterbäch. Würde man die Kantonalen Anlagen noch dazu rechnen, käme man auch weit über 100 Stück.

Lässt eigendlich nur einen Schluss zu. Bei dieser Statistik wurden auch die 3-S Bahnen als Pendelbahnen ohne Tragseilbrese gewertet. Aber wieso. Dann hätte man ja auch die 2S Bahnen ohne Fangbremse nehmen müssen. 8O

Komische sache. Und wo stehen all diese in AT?? Mir fallen Pfänder, Valluga Gipfelbahn, Vermunt???, Lünersee???, Seefelder Jochbahn???, Hämmerlekopf???, Rofan???, Wagrain Kogalm??? Sonntag??, Karren???und Tux 150 ein. Wo noch?? Scheinen einige zu sein! Vor allem Steurer.
 
Vielen Dank für die vielen hilfreichen Antworten. Ich scheine hier ja von Fachmännern umgeben zu sein. :)

Habe da noch ein paar Fragen :) ... gibt es Vorschriften aus welchem Material die Bremsbacken bestehen müssen? Und wo kann ich genaue Wartungs- und Prüfvorschriften allg. zur TSB finden? Das einzige was ich gefunden habe ist wie oft die TSb geprüft werden muss.
 
Jetzt willst du es aber genau wissen.
Wozu brauchst du die Infos? Nur so aus Interesse oder gibt´s noch andere Gründe.
Sorry, das ich das wissen will, aber es gibt hier einschlägige Erfahrungen. :wink:
 
Ich soll im Rahmen meines Studiums eine Hausarbeit machen. Dabei soll ich verschiedene Prüfverfahren einer TSB planen und Versuchsabläufe darstellen. Dazu gehört auch, dass ich das alles durch Erstellen einer Anforderungsliste, Fehlermöglichkeitserkennung, etc... vorbereite.

Und um dafür wiederum möchte ich mir erstmal einen überblick über die gesamte Funktionsweise und den Aufbau solcher TSB machen. :)

Hab nichts böses vor, keine Sorge :P

Da möchte ich gleich noch ne Frage hinzufügen:
Dieses Seil was hier links im Bild zu sehen ist.. ist das die manuelle Auslösung der TSB?
image2lk3.jpg

(Quelle: Skript Seilbahntechnik - TU München - Prof. Dr. Günther)
 
Nein das Seil Links ist die Pendelbremse. Bei Hölzl Anlagen so üblich.
 
Michael Meier schrieb:
Nein das Seil Links ist die Pendelbremse. Bei Hölzl Anlagen so üblich.
hm.. sorry, konnte nichts weiter zu Pendelbremsen finden. Kannst Du mir sagen wozu die gut sind und was es mit dem Seil auf sich hat?

Das wollte ich in meinen Vortrag einbauen um den manuellen Auslöser zu zeigen .. das geht ja dann doch nicht, trotzdem interessiert es mich. ;)
 
Das Seil wird vom Oberen Ende des Laufwerks über das Ende des Pendelarmes da wo die Kabine befestigt ist geführt. Da unten befindet sich eine Hydraulikbremse (Sowas in der Art wie beim Skilift Gehänge) und dann wieder auf der anderen Seite hoch auf die Talseite des Laufwerks. Wird die Bahn stark abgebremst verhindert dass, das die Bahn aufschaukelt. Es bremst einfach die Pendelbewegung längts der Bahnachse. Hat jede Pendelbahn. Gibt dazu aber verschiedene Systeme. Hölzel hat solche Seile während Habegger auf einen Zylinder setzte.
 

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Der Längspendeldämpfer (so heisst das Teil) ist nicht nur beim Abbremsen wichtig, sondern auch bei Stützenüberfahrten. Da der Massenschwerpunkt des Fahrzeugs in Höhe der Kabine ist, bewegt sich das Laufwerk schneller über den gebogenen Sattel, und die Kabine fängt an, in Längsrichtung zu pendeln. Dieses Pendeln begrenzt dan der Pendeldämpfer. Er wird so eingestellt, das die Kabine nicht mehr als 2x pendelt.

Bleibt nur noch die Anmerkung, dass der Pendeldämpfer am Gehängetragrohr (System Garaventa und Von Roll) dieses und das Gehänge sehr auf Torsion beansprucht.

Die Lösung von Habegger und Hölzl (Hydraulikzylinder zwischen Laufwerk und Kabine) stammt ursprünglich von Luis Zuegg, und ist hier materialschonender. Den Seilzug anstelle des Hydraulikzylinders führte Hölzl schließlich Anfang der 90er Jahre ein (z. B. Zugspitzgipfelbahn, Pfänderbahn).

Ich habe mal gehört, dass es mit dem Habegger-Hydraulikzylinder allerdings schon Probleme gab bei extrem niedrigen Außentemperaturen. Das Öl war dann so zähflüssig geworden, dass die (unbeladene) Kabine etwas schräg stand.
 

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Wenn das Öl zäh und Klumpig wird merkt man auch bei den Garaventa Anlagen. Es hackt dann bei den Lehren Kabinen über die Stütze. Hab mal 2 Fotos übereinander geschnitten. Beide im Abstand von 1,5 Sekunde geschossen. Beide vom Gleichen Standort aus. Fahrgeschwindikeit über Stütze 5m/s. Schaut interessant aus. Schaukelt aber nur ein mal so.
 

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