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Federklemmen bei Doppelmayr Bahnen

bergbahnbilder

Vogelsberg (520m)
Da einige Doppelmayr Bahnen in Österreich Federklemmen haben, wie die Stubnerkogelbahn, Senderbahn, Weitmoserbahn, Hachaubahn und weitere habe ich mich gefragt, ob das reine Geschmackssache ist, oder man diese wegen der Klemmkraft bei diesen Bahnen brauchte. Die neuen DM 10-Eub's haben diese ja auch wegen der Klemmkraft. Vielleicht kann jemand mir Antworten oder Infos geben? Im voraus vielen Dank!
 
Generell kann man sagen, ist es Kundenwunsch. In anderen Ländern wie z.b. Italien ist die normale Torsionsstabklemme (DT-Klemme) nicht zugelassen.

Bei den neuen 10 MGD Bahnen müssen, wie DU schon richtig gesagt hast, die AK (Agamatic-Klemme/Federklemme) verwendet werden da die Klemmkraft der DT hierfür nicht ausreichend ist.

Die AK Klemme wird von einigen Bahnbetreibern gerne wegen dem geringeren Wartungsaufwand gewählt. Die Klemme heißt überingens AK Klemme, weil es eine ehemalige Entwicklung der Italienischen Tochter Agamatic, heute Doppelmayr-Italia ist.
 
Von den Badgasteinern weiß ich konkret, daß die die Spiralfederklemmen für besser und weniger wartungsaufwendig halten und sich deshalb für diese entschieden hatten.

Übrigens war nicht nur die Klemme von Agamatic robuster sondern auch deren Bahnen (wie beispielsweise die 4Ksb Cortina Cinque Torri - Alpe Potor) bauteilbezogen stärker dimensioniert konstruiert.
 
Jede Klemme hat vor und Nachteile.


Die DT Klemme hat schon genügend Kraft, sonst wäre sie ja nicht zugelassen worden.
Die Klemmen müssen aber mehr Kraft aufbringen als überhaupt nötig. (Sicherheitsreserve)

Um jetzt die DT Klemme für eine 10er Kabine zu bauen ist der Aufwand sicherlich größer als bei der AK.
Bei der DT Klemme kommen Torsionsstäbe zum Einsatz, diese müssten dann anders dimensioniert werden genauso wie die spezielle Lager.

Bei der AK Klemme braucht man sicherlich nur die Spiralfeder anpassen, sowie die Gußteile der Last anpassen.
 
Ich denke die italienische Seilbahnbehörde hat sich bei der Ablehnung der DT - Klemmen aber sehr wohl was gedacht haben denn meines Wissens nach verlangen die Italiener (für mich sinnvoll nachvollziehbar) aus Sicherheitsgründen zwei voneinander unabhängige Klemmfedern an einer Kuppelklemme und eben diesen Punkt erfüllt die DT nicht.
Größtes Manko ist aber mal sicher der erhöhte Wartungs - und Kontrollaufwand denn bei der AK ist ne einfache Sichtkontrolle der Federn ohne Zerlegungsarbeiten möglich; bei der DT müssen die Torosionsstababdeckungen bei jedem Check runter.
 
Die Wartung der DT ist ein Kapitel für sich. Vereinfacht kann man sagen, besteht die DT aus 6 (Hauptteil,Kuppelhebel, Torsionsstababdeckungen, Torsionsstäbe und das Übersetzungsstück) Hauptbaugruppen die für die Aufbringung der Klemmkraft notwändig sind. Bei einer AK108C z.b. sind es nur 4 (Hauptteil,Kuppelhebel, Haltewellen und die Druckfedern). Folglich habe ich weniger Lagerstellen und ich muss wie schon geschrieben nicht die gesamte Klemme zerlegen um die Torsionnstäbe einer vollständigen Sichtprüfung zu unterziehen.
 
Petz schrieb:
Ich denke die italienische Seilbahnbehörde hat sich bei der Ablehnung der DT - Klemmen aber sehr wohl was gedacht haben denn meines Wissens nach verlangen die Italiener (für mich sinnvoll nachvollziehbar) aus Sicherheitsgründen zwei voneinander unabhängige Klemmfedern an einer Kuppelklemme und eben diesen Punkt erfüllt die DT nicht.

Ging es hier nicht eher um den Totpunkt? Ich meine, in Italien ist keine Titpunktklemmen zugelassen, die DT ist aber eine.

MFG Dachstein
 
Die Französischen Doppelmayr-Anlagen sind ähnlich den CTEC Anlagen zu sehen. Es sind bis auf einige ausnahmen alles eigenentwicklungen der Firmen im jeweiligen Land. Schaut man sich beispielsweise die Rollenbatterien oder Stationen an wird man dies leicht erkennen. Innen steckt zwar meist eh eine version der UNIG aber auch hier gibt es Eigenentwicklungen. Ein beispiel hierfür sind die kuppelbaren 4er Sesselbahn-Stationen von Doppelmayr Italia. -> Eine weitererntwicklung der ehem. Agamatic Stationen.
 
Auch Garaventa hatte eine Federklemme im Angebot, könnte mir gut vorstellen, dass die kommende AK ein Mix Garaventa/Agamatic ist.
 
GMD schrieb:
Auch Garaventa hatte eine Federklemme im Angebot, könnte mir gut vorstellen, dass die kommende AK ein Mix Garaventa/Agamatic ist.

Mir hatte man bei einer E-Mail von Doppelmayr erzählt, dass diese AK- Klemmen A108 genannt werden:

...Bei jeder Klemme müssen regelmäßig Wartungsarbeiten durchgeführt werden. In unseren Wartungsanleitungen sind Verschleißkontrollen angeführt. Je nach den Anlagenbedingungen, Auslastung und Betriebszeiten der Bahn ist das Verschleißverhalten unterschiedlich. Die typischen Verschleißteile wie z.B. Buchsen in den Lagerstellen, Rollen müssen nach etwa 5-7 Jahren ausgetauscht werden...

In Gastein wird die Klemmentype A108 verwendet.
 
MF3330 schrieb:
In Frankreich werden ebenfalls keine DT verwendet...
Das stimmt heute aber nicht mehr. Den die Wopferklemme ist eine Todpunktklemme. Bartholet hätte sonst keine Sessellifte in Frankreich gebaut. Ich denke, dass das im Zuge des europäischen Seilbahngesetzes geändert wurde.
Und eines darf man nicht vergessen. Es kann auch Politische gründe haben warum bestimmte Klemmen nicht zugelassen wurden. Man wollte den Markt gegenüber ausländischen Herstellern abschotten, um die einheimischen Hersteller die Konkurrenz vom Hals zu halten.
 
Nur kurz zur DT-Klemme ... Nachteile kann ich ned viel sagen aber Vorteile:

Sie ist einfach extrem einfach zu zerlegen und zu warten und dann wieder zusammenzubauen - Quasi Narrensicher ... einziger Fehler den man groß machen kann ist die Torsionsstäbe falsch zusammenzulegen ... aber auch das ist schwer da farblich markiert. Fast ganz auseinanderbauen muss man sie übrigens schon um die Torsionsstäbe anzusehen, wenn es da nicht nen Trick gibt zmd. die DT106.
 
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