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Felssturz bedroht Blatten

Koordinaten der Brücke, die in diversen Videos ersichtlich ist:
2629400.88, 1141092.37

Bei Swisstopo im Suchfeld eingeben:
https://map.geo.admin.ch

Zoomen, ggf. auf Luftaufnahme umschalten, es können ebenfalls PDF Kartenausschnitte generiert werden.


WGS 84 (z.B in Google eingeben):
46.420540, 7.821078
46° 25′ 13.94″ N 7° 49′ 15.88″ E

Die Brücke liegt am östlichen Ende des Dorfes.
Auf der linken Talseite blieben talwärts ein paar Gebäude verschont, danach ist der gesamte Bereich meterhoch verchüttet worden.


Aufgrund der Höhe des Schuttkegels wird sich durch die Stauung des Lonza Baches einen See bilden.

Gewässer: Lonza
Messstation Blatten: Letzter Messwert: 2025-05-28/15h20 (UTC+0200):
https://www.hydrodaten.admin.ch/de/seen-und-fluesse/stationen-und-daten/2269
 
@Drahtseil - danke für die wesentlich besseren Bilder sowohl des Fotos als auch der Satellitenbilder gegenüber den Satellitenaufnahmen in google maps. Deine Einordnung erscheint mir sehr plausibel. Insbesondere das hellblaue Rechteck im Foto weist auf die nebenliegende Straße hin - man kann deutlich eine Leitplanke erkennen; und die Baumreihen passen auch. Auch meine Einschätzung, daß das nur noch ein Dach übrig ist, wird dadurch unterstützt. An dem verbogenen Container kann man ermessen, welche Gewalt da selbst im Randbereich gewirkt haben muß.

Edit Ergänzung: Wenn man auf dem Link von Lagorce im Satellitenbild ganz weit heranzoomt, sieht man, daß das Dach des Hauses im roten Rechteck halb abgedeckt ist - bestätigt die These von Renovierungsarbeiten
05-28-2025, 22-56-00.png
 
Ist mittlerweile eigentlich so viel Berg/Gletscher runtergekommen, dass kein weiteres Großereignis mehr droht? Ich meine alles kam ja (sowohl vom Berg als auch vom Gletscher) nicht runter 🙈
 
Wenn man das alles aufräumen will, wird man wohl Jahrzehnte mit dem Abbau von dem Geröll beschäftigt sein so viel wie das ist.
 
Mittlerweile wurden auch noch die intakten Häuser durch die aufgestaute Lonza überschwemmt.

Und nun hat man auch mit einer Teilevakuation der benachbarten Dörfer begonnen
 
Das sieht wirklich sehr böse aus, laut den Nachrichten besteht immernoch große Gefahr weil das Geröll mit Gletschereis vermischt ist und sich deshalb unberechenbar verhält.
 
Weissenried hat es ja gerade so überlebt nach den wenigen Aufnahmen nach.
Gibt es da ständige Einwohner? Die - wie auch alle Anwesen oberhalb Blatten sind nun nicht mehr erreichbar.
Ich frage mich wie das Militär überhaupt zum See gelangen möchte.
Evtl. muss ein provisorischer Forstweg entlang des Bergsturzes (2km?! Edit sagt: Es sind sogar 2,6km Luftlinie...) gebaut werden, oder eine Verbindung von der Lauchneralpstrasse zum Forstweg Tärrastr. von Weissenried. Nur ca. 500m Luftlinie, aber sehr steiles Gelände und ein bröseliges Bachbett vom Tännbach dazwischen...
 
ralleycorse schrieb:
... oder eine Verbindung von der Lauchneralpstrasse zum Forstweg Tärrastr. von Weissenried.

Auf den Helikoperbildern von heute ist zu erkennen das auch die Strasse nach Weissenried oberhalb Blatten komplett weggerissen wurde (immerhin über 200hm über Talboden!) da ist also auch kein Durchkommen...
 
Am Kleinen Nesthorn bestünden weiter «erhebliche Instabilitäten», betroffen seien mehrere Hunderttausend Kubikmeter Fels. Auf beiden Talseiten bestünde die Gefahr von Murgängen. Auch das Absturzmaterial im Talboden sei wenig stabil. Das mache aktuell jegliche Intervention im Katastrophengebiet unmöglich.

In der Situation kommt aber auch alles zusammen was eine Lösung verkompliziert. Gefahr von Steinschlag, Muren, Gerölllawinen, Flutwelle, komplett aufgestautes Fliessgewässer, enorme Überdeckung im Tal aus Eis und Schutt .etc.

Bevor man irgendwas im Tal anpacken kann muss ja gesichert sein das oben nichts weiter abbricht. Wann kommt der Zeitpunkt gefahrlos Kräfte im Tal agieren zu lassen? Bei dem instabilen Gestein oben?

Es dauert sicherlich seine Zeit bis die aufgestaute Lonza das Reservoir gefährlich füllt (Zufluss etwa 5m3/s) Das Stauvolumen ist immens und der „Damm“ groß genug. Aber auch da gilt: wie verhindern das es irgendwann unkontrolliert abfließt? Das es nicht doch irgendwie durchsickert und anfängt auszuspülen und eine Flutwelle auslöst?

Edit: die aktuellen Bilder zeigen bereits das die noch stehenden Häuser am Rande des Kegels bereits bis zum Dach im Wasser stehen. Da scheint doch mehr Wasser zuzufließen als ich dachte :cry:
 
phifue schrieb:
Wenn man das alles aufräumen will, wird man wohl Jahrzehnte mit dem Abbau von dem Geröll beschäftigt sein so viel wie das ist.

halte ich nicht für einen realistischen Ansatz.

Gehe eher davon aus:
bastian-m schrieb:
Wenn man sich z.B. den großen Felssturz in Randa im Mattertal anschaut - da hat man halt Straße und Bahnschienen verlegt, für ein neues Bachbett gesorgt und den Rest so gelassen wie er ist. Ich denke nicht, dass man das alles komplett wegräumen wird. Wozu auch?

Spannend finde ich die Überlegung, dass hier ja jetzt vor allem auch gigantische Eismassen im Tal liegen und ob bis das getaut ist, nicht sogar mehrere Jahre vergehen können.

Aber das wird in diesem Fall noch spannender, weil das Gletschereis ja auch noch darin ist. Habe da zu wenig Ahnung, aber wenn ich mir anschaue wie lange Schneekonserven halten können mit wenig Abdeckung kann das hier unter Umständen sehr lange ein abgedeckter Gletscher bleiben. Gerne von einem, der sich mit sowas auskennt eine Erklärung oder Korrektur dazu. Das sind nur so Gedanken, die mir da kommen ohne groß drüber nachzudenken. Des weiteren wird das solange das Eis darin ist sicherlich instabil bleiben. Das wird echt eine Herausforderung, was man da überhaupt machen kann um zumindest eine Infrastruktur zu den abgeschnittenen Teilen und einen Abfluss für den Fluss herzubekommen. Das zeigt einem mal wieder wieviel mächtiger die natürlichen Faktoren als der Mensch sind.
Hoffe allen Einwohnern des Ortes geht es soweit gut und, dass sie das wichtigste vorher bei der Evakuierung bereits herausholen konnten. Hilfe werden sie in jeder Beziehung brauchen jetzt.

Die Frage ist auch wann Hilfs- und Rettungskräfte überhaupt mit ihrer Arbeit gefahrlos oder mit vertretbarem Risiko anfangen können.
 
ralleycorse schrieb:
ralleycorse schrieb:
... oder eine Verbindung von der Lauchneralpstrasse zum Forstweg Tärrastr. von Weissenried.

Auf den Helikoperbildern von heute ist zu erkennen das auch die Strasse nach Weissenried oberhalb Blatten komplett weggerissen wurde (immerhin über 200hm über Talboden!) da ist also auch kein Durchkommen...

Weissenried wurde mein ich (was man auf den wenigen leider etwas unscharfen Aufnahmen, die ich bisher finden konnte erkennen kann) auch nur um Haaresbreite verfehlt (die unteren Häuser dürften gerade so am Rand des Schuttstroms stehen bzw scheinen teilweise verschüttet zu sein).
 
Es ist etwas eingetreten wo schlimmer ist als alles vorstellbare. Im Grunde bin ich noch dankbar dass es unser Haus direkt komplett zugedeckt hat ind ich jetzt nicht aus der Ferne zusehen muss wie es im See versinkt.
Blatten per Strasse über den Gegenhang zu erreichen wird extrem schwierig, da dieser kompett umgegraben und daher total unberrechenbar ist.
Weissenried hat es nicht voll getroffen ( ein Haus evt. komplett weg ), aber es hat auch dort erhebliche Schäden gegeben.
Den Schuttkegel selber aufräumen wird man nicht und darauf bauen kann man nicht wegen dem Eis wo da drin ist. Sicherer Platz ist nur sehr beschränkt vorhanden, ein Wiederaufbau also erher unwahrscheinlich.
Danke dass ihr in dieser schweren Zeit an uns denkt.
 
Spechti schrieb:
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Es dauert sicherlich seine Zeit bis die aufgestaute Lonza das Reservoir gefährlich füllt (Zufluss etwa 5m3/s) Das Stauvolumen ist immens und der „Damm“ groß genug. Aber auch da gilt: wie verhindern das es irgendwann unkontrolliert abfließt? Das es nicht doch irgendwie durchsickert und anfängt auszuspülen und eine Flutwelle auslöst?

Edit: die aktuellen Bilder zeigen bereits das die noch stehenden Häuser am Rande des Kegels bereits bis zum Dach im Wasser stehen. Da scheint doch mehr Wasser zuzufließen als ich dachte :cry:
Hab mir gestern nachts mal die geo-admin-Karte angeguckt. Das Gelände dort steigt an beiden Talseiten, aber auch Taleinwärts zügig an.
Will sagen. Der See wird nicht allzu groß, aber relativ tief.
Kann man auch daran erkennen, wie schnell verschonte Häuser auf den aktuellen Bildern bis zur Dachtraufe schon geflutet sind.

Gleichzeitig fließen aus dem Absturzgebiet und aus weitern Rinnen Bäche in den Eis-Schuttkegel.
Eigentlich ist das Durchbruchsbett schon identifizierbar.

Die Teilevakuierung talabwärts spricht auch Bände.






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Wahnsinn auch wie weit es die gegenüberliegende Talseite auch wieder rauf ist.

Bin gespannt wie das "aufgeräumt" wird.
Prio1 wird auf jeden Fall ein neues Flussbett sein. Das muss jetzt relativ zügig in den nächsten Tagen her. wenn auch nur provisorisch.

Finde diese Perspektive zeigt nochmal die Ausmaße ganz gut

05-29-2025, 19-18-34.png
 
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