Af schrieb:
Und du meinst, wenn Deutschland die Paar Waffen nicht mehr liefert, herrscht Frieden oder was? Dann liefern halt die Russen oder Amis ein paar Waffen mehr... Es ändert sich gar nix... Aber mit der Meinung, dass die Politiker nur ihre Macht und ihr Geld behalten wollen, bist nicht alleine...
Zunächst einmal geht es um das eigene Verhalten.
Sicher, ein Teil der fehlenden deutschen Waffenlieferungen würde durch andere Lieferanten kompensiert werden. Es gibt aber auch Bereiche, wo ein deutscher Boykott den Diktatoren richtig weh tun würde. Ich verweise auf den von mir verlinkten Artikel in der Zeit.
Aber wenn das politische Establishment schon so wenig Charakter hat, dass es die Waffenlieferungen an die Diktatoren nicht einstellt, dann sollen sie gefälligst auch ruhig sein, wenn Frauke Petry von einem Schusswaffeneinsatz bei Grenzdurchbrüchen spricht.
Da gilt wieder die alte Volksweisheit: "Die dreckigste Kuh schlägt mit ihrem Schwanz am meisten um sich, weil an ihr die meiste Scheiße hängt." Das politische Establishment fährt immer dann die Propagandamaschinerie hoch, wenn es die eigene Machtbasis gefährdet sieht. Jetzt, wo die AfD in den Umfragen bei 12% - 13% steht, läuft die Propaganda auf Hochtouren. Insofern gibt es da keinen Unterschied zwischen Berlin und Peking.
Wie ein anderer User zuvor schon völlig richtig bemerkt hatte, interessierte es keinen Menschen, als vor einem halben Jahr die Arbeitsministerin Nahles (SPD) vom Schusswaffeneinsatz sprach, um den Mindestlohn von 8,50 € / Std. durchzusetzen. Der Grund ist einfach der, weil die SPD ein Teil des politischen Establishments ist und bekanntlich hackt keine Krähe einer anderen das Auge aus. Die AfD ist aber nicht Teil des Establishments, weswegen nun alles getan wird, um sie klein zu halten.
Ich finde viele Dinge der AfD nicht gut; allerdings sollte die Politik in der Sache selbst argumentieren. Außerdem liegt die AfD in den Umfragen nur deshalb so gut, weil die etablierte Politik so schlecht ist.
Man kann hier z.B. nachlesen, dass 81% der Befragten sagen, dass die Bundesregierung mit der Flüchtlingskrise überfordert ist:
https://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend-475.html
Anstatt auf der AfD herumzuhacken, sollte die Bundesregierung jetzt endlich mal die Probleme lösen.
eMGee schrieb:
Wenn man selbst nicht betroffen ist, lässt sich leicht reden. "Sollen sie sich vor die Belegschaft stellen..." Würdest du das machen?! Jeder redet immer davon, dass die Bevölkerung Klartext hören will nur hört das für die meisten an dem Punkt auf,wo es um Steuererhöhungen, Arbeitsplatzverlust usw. geht.
Was meinst denn du, wie oft ich schon ausgepfiffen worden bin, als ich mich dafür aussprach, die Benzinpreise und Parkgebühren drastisch zu erhöhen, um den Autofahrer zum Umsteig auf die Bahn zu zwingen. Ich räume allerdings ein, dass ich auch nicht gewählt werden möchte, sodass ich mich auf die Fachliteratur beziehen kann, ohne auf die Emotionen und cognitive Dissonanzen der Menschen Rücksicht nehmen zu müssen.
Grundsätzlich bin ich aber der Meinung, dass ein Politiker für seinen Job nicht qualifiziert ist, wenn er es nicht schafft, die Partikularinteressen zum Wohl der Allgemeinheit zurückzuweisen.