sir_ben schrieb:
A, B und D leuchten mir glaube ich ein. Was ich mich aber in Hinsicht auf C frage: Der 4-SBK Gampe in Sölden kann 2880p/h. in vielen anderen Skigebieten stehen 6-SBKs an Orten, wo viel Kapazität gebraucht wird. Trotzdem können die "nur" 3000p/h oder weniger, obwohl ja nach deiner Theorie mehr gehen müsste. Warum wird da nicht aufgerüstet, um Wartezeiten zu verringern? Beispiele wären Plansegg und Scheid in Serfaus, die sowohl etliche Pisten für Wiederholungsfahrten bedienen, als auch Zubrinbgerfunktion haben...
Auch hier gibt es mehrere Antworten:
a) Aufrüsten geht natürlich nur, wenn die Bahn dafür bereits ausgelegt ist.
Z.b. muss ja die Tragfähigkeit von Seil und Stützen, Antriebsleistung, Bremsen etc. entsprechend höher sein.
Auch muss die Garage entsprechend dimensioniert sein.
Sprich: Man hat die OPTION, die Bahn so auszulegen, das eine Aufrüstung möglich ist - wodurch aber natürlich die Kosten steigen, da man eben z.B. mehr Stützen, stärkere Seile, stärkeren Antrieb einplanen muss.
Hier ist also die Frage, ob der Betreiber eben beim Bau der Bahn bereits damit Gerechnet hat, später mehr Kapazität zu brauchen - und bereits war, entsprechend mehr zu investieren.
Will man eine Bahn aufrüsten, die nicht dafür gedacht ist, wird das wahrscheinlich teuer als ein Neubau.
b) Einstieg und Ausstieg:
Hohe Kapazitäten erfordern entsprechend Konstruierte Ein- und Ausstiege.
Z.b. braucht man ab einer Gewissen Sessel-Folgezeit ein Förderband, während bei geringere Folgezeit die Leute selbst vorfahren könnten.
Auch muss genug Platz an ein- und Ausstieg vorhanden sein.
c) das ganze ist ist natürlich auch immer eine Kostenfrage.
Sessel kosten eine Menge Geld; auch die Betriebskosten steigen (mehr Strom, Mehr Wartungskosten).
Es "lohnt" sich daher nie, eine Bahn an der maximal-Auslastung auszulegen.
Somit ist die Frage: Ist die Bahn wirklich dauerhaft überlasten, oder nur zu Spitzenzeiten?
Wenn es nur Spitzenlasten (Wochenende, Hauptsaision, bestimmte Tageszeiten) sein, rechnet sich das einfach nicht - so hart das für die Leute ist, die in der Schlange stehen...
d) Wie sieht es mit den Pisten und Behördlichen Beschränkungen aus?
Die Frage ist auch, ob die Pisten die höhere Anzahl Ski-Fahrer verkraften würden.
Z.b. vom Feldberg weiss ich, das beim Bau der 6 KSB der alte 2 DSB verkürzt werden musste, da es hier eine behördliche Vorgabe gab, das nur max x Personen/Stunde auf den Gipfel transporiert werden dürfen.
e) Rettungskonzepte:
Es muss natürlich auch ein Konzept geben, die Bahn in einer gewissen Zeit zu evakuieren - je nach Land gibt es hier auch Behördliche Vorschriften.
Desto höher die Kapazität ist, desto schwieriger wird es natürlich - je nach Gelände.
Eine Bahn, die flach über die Piste führt, kann man relativ einfach evakuieren (Abseilen der Leute auf die Piste) - führt die Bahn aber über Gelände, wird es deutlich komplizierter.
Gibt es keine Konzept, das eine Evakuierung der höheren Personen-Anzahl sicherstellt, kann man auch die Kapazität nicht erhöhen.
Gruß, Jens