Der Reisezeitraum hängt von den jeweiligen Vorlieben ab. Im Februar kann es wirklich ziemlich kalt und damit unangenehm werden (kann mich noch gut an eine Liftfahrt im langsamen Sessellift bei -25 Grad + Wind erinnern), im März hingegen kann es recht sulzig sein. Aber beides dürften eher Extreme sein. Wir waren dieses Jahr in der ersten Aprilwoche und hatten - mit Ausnahme eines nebligen Vormittages unter 2.700 m - fast die ganze Woche Kaiserwetter. Der Sulz ging trotz Temperaturen über 5 Grad (Plus) erst bei rund 2.000 m los, was im 3V ja nur einige Talabfahrten betrifft. In Les Menuires war das in der Praxis also nur der letzte Hang zur Croisette, aber da will man aufgrund der Fülle an Anfänger meist eh nur zum Wechseln der Hänge hin... In Val Thorens war garnichts sulzig - auch nicht zum Feierabend hin. Aber das ist ja auch noch etwas höher.
Das schöne an dem Gebiet (meinem absoluten Lieblingsskigebiet) ist, dass man pemanent und spontan auf die Wetter- und Pistenverhältnisse reagieren kann. Als es an dem einen Morgen neblig war (und bei uns kaum einer früh mitwollte), sind wir halt hoch und damit die ganze Zeit über den Wolken gefahren. War natürlich ein wunderschönes Erlebnis und die Pisten wunderbar leer und leicht angefroren, also schön schnell. Als dann die Wolkenschicht wanderte und ganz unten und ganz oben schlechte Sicht war, blieben wir halt eine Weile in der Mitte (so zwischen 2.000 und 2.700 m. Alles aufgrund der wirklich zahlreichen Pisten dort völlig unproblematisch möglich.
Noch ein Vorteil ist, dass man, wenn man von A nach B (also z.B. von Les Menuires - da haben wir auch gewohnt - nach Meribel oder Courchevel) will, fast immer zwischen mehrere unterschiedlich schwere Varianten wählen kann. Man kann also immer entscheiden, auf was man Lust hat und kommt trotzdem (fast) überall hin. Unsere roten Lieblingspisten waren die Abfahrten vom Cime Caron und vom Mont du vallon, da wir dort bei relativ kurzer Liftzeit sehr lange abfahren konnten. Mal so als Beispiel für die Infrastruktur - von Les Menuires aus ist man innerhalb einer Stunde in fast jedem Ort des 3Vallee (natürlich außer ein paar Randbereichen), für mich ein großer Vorteil, den viele andere Gebiete mit vergleichbaren Pistenkilometern (z.B. Porte du soleil) nicht ansatzweise aufweisen. Hier kann man eigentlich alles erreichen und abfahren, ohne permanent auf die Uhr und den Pistenplan zu schauen. Aber ich schwärme schon wieder...
Aber selbst zum Nachmittag waren die Talabfahrten (trotz Sulz) durchgängig fahrbar. Einmal bin ich gegen 16.30 Uhr noch mal runter nach St. Martin (da die Lifte ja bis 17.00 und teilweise sogar 17.30 Uhr offen haben), aber das war dann schon nicht mehr so schön. Zumindest ging es aber...
Das mit der Pistenpräparierung hat sich nach meiner Erfahrung erheblich verbessert. Bei uns wurden fast alle Pisten im Belleville-Tal täglich gemacht - außer die schwarzen. Die wurden nach meiner Einschätzung eigentlich garnicht oder allenfalls wöchentlich präpariert. Aber einige Rote sind fast genauso steil. Die Racer sind daher oft auf diese (und einige wenig befahrene schwarze) ausgewichen. Und die Buckelpistenfahrer wussten genau, nach was sie suchen mussten.
Auch die Lifte sind etwas besser geworden. Österreicher Standart kann (und will) man aber nicht erwarten. Bubble gibt es selten, Sitzheizung hab ich garnicht gesehen. Dafür aber viele Gondeln unterschiedlicher Natur. Und leider auch noch viele festgeklemmt Sessel, die recht langsam sind. Aber die werden so nach und nach ersetzt. Dieses Jahr wird m.E. der sehr langsame 2er Sessel von Les Bettaix durch einen schnelleren und vor allem etwas längern ersetzt, so dass man sich von dort aus gleich 2 dieser Relikte und damit bestimmt 25 min. spart. Schön für die, die in diesem beschaulichen Örtchen wohnen oder sich verfahren haben. Was ich (aber bestimmt nicht viele andere) schade finde, ist das Wegfallen der klassischen Stangenschlepper. Natürlich sind die alt und teilweise schwierig, aber irgendwie gehören die für mich dazu. Wer so ein Relikt mal hautnah erleben möchte, dem empfehle ich den TS Montaulever Richtung Val Thorens. Da ist auch ein Schild dran, dasss Anfänger und Kinder den nicht benutzen sollen. Als wir mit unserer 4jährigen Tochter rangefahren sind, wollte uns der Liftboy erst nicht rauflassen. Nach ein wenig Gestikulieren ging es aber und die Kleine hat es auch gut geschafft. Ist also halb so schlimm. Aber (nicht nur wegen der Kurve im oberen Drittel) auf jeden Fall mal ein Erlebnis. Und eine Alternativverbindung nach Val Thorens.
Die Anfahrt ist Geschmackssache. Ich bin dieses Jahr zeitig dran gewesen und - zum Leidwesen meiner Frau - über Martigny - Megeve gefahren. Kostet ca. 40 min. wenn man keine Schleicher vor sich hat. Landschaftlich natürlich sehr reizvoll, wobei die Fahrt entlang des Lac du annecy auch was hat. Ich fahre gern Pässe, deshalb hab ich es halt gemacht. Wen das nervt, der sollte lieber außen rumfahren. Denn nach dem Doppelpass Richtung Chamonix kommt ja noch die lange Bergstrasse über Megeve - da waren meine Damen aufgrund der fortschreitenden Reisedauer und der (angeblich) engen Bergstrassen ein wenig genervt. Wenn man es aufprobieren will, dann m.E. besser auf der Hinfahrt. Das mit dem Stau ist aber eh nicht mehr so schlimm. Gerade Anfang Februar und Ende März dürfte nicht viel los sein. Man sollte aber schon bis Mittag in Albertville sein. Dann könnte es etwas voller werden...
Viel Spaß auf jeden Fall. Das Skigebiet ist eine gute Wahl - eigentlich egal, ob Anfang Februar (danach wird es m.E. erstmal unverschämt teuer) oder Ende März. Beides sehr gute Zeiten. Ich persönlich finde Ende März schöner, da es länger hell bleibt, die Mittagssonne schön ist und der Sulz aufgrund der Höhe der Skigebietes bis Anfang April MEISTENS kein relevantes Problem darstellt. Zudem dürfte es dann ziemlich leer sein (wir warein der Woche ab Ostersonntag dort und wirklich oft allein auf der Piste...