Von Yahoo Nachrichten
Französischer "Geister-Skiort" versteigert
Grenoble (AFP)
Ein "Geister-Skiort" in den französischen Alpen ist unter den Hammer gekommen. Bei einer Versteigerung in Grenoble erwarb ein anonymer Käufer den einst als Wintersportattraktion geplanten, jedoch nie fertig gewordenen Skiort Saint-Honoré für 830.000 Euro.
Die Versteigerung fand unter der in Frankreich für Immobilien üblichen "Kerzen-Zeremonie" statt: Dabei wird eine spezielle, sehr dünne Kerze angezündet, die binnen weniger Minuten abbrennt. Solange sie brennt, kann geboten werden. Insgesamt nahmen vier Bieter an der Versteigerung statt. Der Käufer wurde durch eine Anwältin vertreten. Perfekt ist der Verkauf jedoch erst, wenn binnen zehn Tagen niemand das Angebot erhöht.
Der Wintersportort war in den 80er Jahren geplant worden. Er sollte 50 Kilometer von Grenoble entfernt in rund 1500 Meter Höhe auf dem Mure-Hochpleateau gebaut werden, einer Region im Oisans-Massiv, die lange Zeit vom Kohlebergbau geprägt war. Nach der Schließung der Zechen sollte der Wintersportort dort neue Arbeitsplätze schaffen.
Doch den Investoren ging bald die Luft aus, 1993 wurde das Projekt begraben. Zu diesem Zeitpunkt waren 68 Appartements fertig gebaut, die nie einen Touristen beherbergt haben. Im Laufe der Zeit wurde die Einrichtung geplündert, Türen, Toiletten und Waschbecken herausgerissen. Ein zweiter Appartementkomplex, Garagen und ein geplantes Hotel mit Restaurant wurden mitten im Rohbau aufgegeben.
Der Bürgermeister der 800 Seelen zählenden Gemeinde Saint-Honoré, Dominique Guillot, hofft nun, dass der neue Käufer das Projekt zu Ende führt und das Skizentrum bald mit Leben erfüllt wird. Mit Blick auf die erwarteten Wintersportler hat die Gemeinde bereits einen Sessellift restauriert, der die Skifahrer in schneesichere Höhen bringen soll. Für Sommer-Urlauber wurden Tennisplätze und eine Minigolfanlage gebaut.
Im Nebensaison ziemlich ein Geisterstation.