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Gamsstein & More (AT) / 18.9.05

Nach langer Vorplanung war es dann am Sonntag, dem 18. September 2005 so weit. Fünf unerschrockene Mannen und ein Border-Collie des Alpinforums wagten sich am ersten Wintertag der Saison 2005/2006 an die Erforschung des ehemaligen Skigeländes am Gamsstein bei Hollenstein in Niederösterreich.
Während gletscherfloh die Franz-Josers-Bahn benützte, um mich am Bahnhof in St. Andrä zu treffen, heuerte jul seinen Bruder bletschntandla an, um ihn zum vereinbarten Treffpunkt an der Abfahrt Traismauer Süd zu bringen. Vor dort ging´s dann zu dritt weiter in den rauhen Südwesten Niederösterreichs.
Derder hatte sich mit alpenkönig an dessen neuer Wohnstätte getroffen, und die beiden waren dank ihres kürzeren Anreisewegs schon vor uns am Ziel und benützten den Vorsprung gleich, um die neue Beschneiungsanlage im Skigebiet Königsberg zu inspizieren. Dort trafen wir uns dann auch am Parkplatz und machten uns auf den Weg in den Sandgraben zum Gelände der ehemaligen Talstation der Girak-Sesselbahn zum Gamsstein.
Zu sehen ist noch das ehemalige Trafohaus (hoffe, das hat jemand anderer fotografiert), die plane Fläche des ehemaligen Parkplatzes und die Liftschneise.

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Der obere Bereich der Trasse im Zoom.

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Hier sind die entschlossenen Forscher zu sehen, v. l. n. r.: derder, alpenkönig, gletscherfloh. jul

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Ein gutes Foto erfordert einen sicheren Stand.

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Besonders warm war es nicht, oben ca. 3° lt. einem an einem Baum hängenden Thermometer.

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Auf gutem Weg gewannen wir rasch an Höhe und erreichten schließlich unser Ziel.
Die Hochfläche, die einst für 2 oder 3 Saisonen von Skifahren und Langläufern bevölkert war, gehört im Sommer den Kühen, im Winter kommt wahrscheinlich nur höchst selten mehr jemand vorbei. Angus besinnt sich seiner Gene als Hütehund.

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Spuren des oberen Hanges, auf dem einst ein Swoboda-Doppelschlepplift stand, sind nur mehr aus der Ferne zu sehen, bei näherer Betrachtung waren in dem dichten Jungwald nicht einmal mehr Fundamente zu finden, obwohl wir ja einen "Fundamenti"-Spezialisten mithatten.

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Des schlechten Wetters wegen verzichteten wir auf einen weiteren Aufstieg, obwohl der obere Bereich des Berges, auf dem ja noch weitere Lifte geplant gewesen waren, sicher nicht uninteressant gewesen wäre.

Auch der Abstieg ging problemlos von statten, und nach einer Stärkung im Wirtshaus erlebten wir noch eine angenehme Überraschung.

wird fortgesetzt, muß aber nicht unbedingt von mir sein... :wink:
 
Mensch, dass hat ja klassse ausgesehen! Gabs dort auch nee Talabfahrt, oder musste man mit dem Lift zurück?`

Großer dank, ist wirklich alles sehr interessant :D
 
Schwaob schrieb:
Mensch, dass hat ja klassse ausgesehen! Gabs dort auch nee Talabfahrt, oder musste man mit dem Lift zurück?`

Großer dank, ist wirklich alles sehr interessant :D

Offizielle Talabfahrt gabs nicht, war allerdings geplant (allerdings wären die Kosten gross gewesen und die Schneesicherheit bis ins Tal wär doch um einiges geringer gewesen als oben - die Talstation ist 720m hoch, allerdings nordseitig).

Inoffiziell konnte man auf der Erschliessungsstrasse abfahren. War allerdings wenig attraktiv.

Das Fehlen einer richtigen Talabfahrt war sicher ein Faktor im Scheitern.

Die 2. Ausbaustufe (eine weitere Sesselbahn und 2 Schlepplifte bis auf 1600m rauf) hätte aus dem Ganzen ein durchaus sehenswertes Skigebiet gemacht (v.a. im regionalen Vergleich).
 
Und was war dann letztendlich der Knackpunkt, damit der Laden dicht machen musste, bzw. wie lange gabs das Gebiet überhaupt?
Warum scheiterten die Ausbaupläne?
 
@Schwaob: Das Skigebiet war 2 (oder warens 3?) Jahre in Betrieb. Gescheitert ist das ganze am extrem schneereichen ersten Betriebswinter, bei dem nicht so viele Leute zum schneesicheren und eher abgelegenen Gamsstein kamen, da jeder noch so kleine Lift in Betrieb war. Die Ausbaupläne scheiterten an der Finanzierung.

Weiter gehts mit den von gerrit erwähnten Unterlagen die mir zugesandt worden sind, unter anderem auch Zeitungsartikel, die auch die Teilnehmer der Expedition noch nicht kennen:

Zuerst einmal das Prospekt mit allen genauen Daten:
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Gipfelbereich des Gamssteins. Hier irgendwo hätte die Bergstation des Schleppliftes sein sollen.

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Ganz lustig find ich, welche Städte hier stehen :lol:

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Jeder der den 20-Jahre-Bonus genommen hat, hat sich sicher auch ordentlich geärgert....

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Als nächstes die sehr interessanten Zeitungsartikel:


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Am besten find ich ja den Bilduntertitel :lol: :lol:

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Und jetzt noch die Bilder, zwei hat derder² schon gezeigt, ich hab noch mehr:
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Schlepplift Almkopf

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Hier laufen die Bauarbeiten auf Hochtouren

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Sollte bereits bekannt sein

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Das müsste die Talstation oder oder Stützenfundament des einzelnen Schleppers sein (ebenfalls ein Swoboda)

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Nochmals der Schlepplift Almkopf. Hier sieht man wie stark man dort umgegraben hat. Noch interessanter: Links oberhalb erkennt man ein Pistenstück der geplanten DSB Moaralm!

bild_6.jpg

Fast das interessanteste: Von der Talstation des Schleppliftes gerade hinauf erkennt man die Trasse der geplante DSB zur Moaralm, die bereits ausgeholzt war. Außerdem sieht man hier auch die bereits ausgeholzten Pisten an dieser geplanten DSB (Eine relativ quer bis zur Einmündung in den Hang der zur Talstation des Schleppliftes führt und eine etwas rechts der Trasse)


Ich hoffe ich hab das jetzt nicht umsonst gescannt, war doch recht viel Arbeit!
 
@Jul: Vielen Dank. Jetzt fehlen dann also nur noch die Berichte/Fotos von den letzten beiden Stationen des Ausflugs ...
 
Nein, du hast das wirklich nicht umsonst gescant, vielen dank!

Mensch ich frag mich immer noch, warum das ganze nicht geklappt hat, und nach nur 3 Jahren die Lifte wieder abgebaut wurden! Man hätte doch zumindest 5-10 Jahre versuchen sollen Gästeschichten zu gewinnen, warum wurde nicht gekämpft, zumal die obere geplante DSB schon ausgeholzt war....mehr als schade!
Ist der Gamsstein heute auch noch so ein Schneeloch?
 
Schwaob schrieb:
Nein, du hast das wirklich nicht umsonst gescant, vielen dank!

Mensch ich frag mich immer noch, warum das ganze nicht geklappt hat, und nach nur 3 Jahren die Lifte wieder abgebaut wurden! Man hätte doch zumindest 5-10 Jahre versuchen sollen Gästeschichten zu gewinnen, warum wurde nicht gekämpft, zumal die obere geplante DSB schon ausgeholzt war....mehr als schade!
Ist der Gamsstein heute auch noch so ein Schneeloch?

Ja, ist irgendwie ewig schade. Zur Schneemenge: Das ganze Eck dort (Hochkar ist ja auch gleich nebenbei) ist sehr schneereich. Ist halt direkt im Nordstaubereich. Ab 900-1000m ists zudem auch im Winter durchgehend kalt genug. Siehe Hochkar wo auf einer Schneehöhe von 1400-1800m die Lifte bis in den Mai im Betrieb sind.
 
Ursprünglich war doch nee EUB geplant...warum wurde dann doch nee DSB gebaut...war bestimmt kostenabhängig, oder?
 
jul schrieb:
Ich hoffe ich hab das jetzt nicht umsonst gescannt, war doch recht viel Arbeit!
Vielen Dank, dass Du uns dieses äußerst interessantes Material zur Verfügung gestellt hast.

Es ist wirklich äußerst schade um dieses Schigebiet. Vielleicht gibt es ja irgendwann eine ähnliche Wiederbelebung wie auf der Gemeindealpe. *träum*
 
supergeile fotos.echt tip top
 
Sensationel!
 
Ich bin übrigens heute die Straße von Lassing nach Hollenstein gefahren, wenn mal jemand in der Gegend ist, dann ausprobieren. Superschmal und einsam, absolut "unösterreichisch", bin mir vorgekommen wie irgendwo in Skandinavien oder so. Ab der ehemaligen Talstation nach Hollenstein, dann wirklich vergleichsweise eine Autobahn, da haben die damals schon Ordentliches geleistet.
 
Ach - an DER Strasse lag der Einstieg zum Schigebiet? Wo man im untersten Bereich auf Lassinger Seite von Norden her in die Mendlingbachklamm kommt? Jetzt ist mir der Übergang vom "betonierten Forstweg" zur Autobahn klar... :idea:
Gut, wenns die ist (und lt. Beschreibung "superschmal und unösterreichisch" kanns nur die sein), dann stimme ich gerrit zu - ich, meine Freundin, unser Wagen und diese Straße hatten heuer schon das Vergnügen ("Wenn mir jetzt ein Traktor entgegen kommt wirds interessant"). Trotzdem ist sie einmal einen Versuch wert, die geht wirklich einmalig durch die Landschaft.
 
Ist genau diese Straße. Auf der Hollensteiner Seite heißt das Tal Sandgraben, an einer kleinen Erweiterung schon ziemlich weit oben befand sich damals die Talstation und der Parkplatz, an dieser Stelle steht auch noch ein wunderschönes ehemaliges Jagdhaus, in dem jetzt angeblich die Gemeindeärztin wohnt.
 
Frage an die damals anwesenden Fotographen:

Gibts irgendwann auch die Fotos aus den anderen besuchten Gebieten zu sehen ? Immerhin haben ja v.a. die Fotos aus dem zweiten besuchten LSAP-Gebiet einen gewissen dokumentarischen Wert. Davon gibts meines Wissens im Forum bislang noch überhaupt keine Fotos.
 
^^
Sehr gut! bin schon gespannt! hab gar net damit gerechnet dass noch was kommt aber umso schöner wenn noch das Pünktschen über dem i kommt! :wink:
 
Das Kapitel Gamsstein ist hiermit beendet und das Kapitel More fängt an. Überwältigt von der Fülle der Informationen, mit denen wir in Hollenstein konfrontiert worden waren, ging es weiter zur nächsten Station unserer Tour. Die 4 Protagonisten scheinen noch ganz ergriffen von dem Erlebten.

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Nur derder kommt sofort wieder seinen Pflichten nach.


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Das Objekt weckt jedoch rasch wieder das Interesse der Anderen.

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Ja wo stehen wir denn hier nun???

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Ein Schlepper rechts, ein halber Doppelschlepper links, es handelt sich um die Viehtaler Alm bei Kleinreifling im schönen Oberösterreich, leider seit kurzem LSAP, dabei eigentlich für ein Kleingebiet durchaus attraktive Hänge. Das finden auch derder und Angus.

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Hier die Talstation des moderneren linken Liftes, die zweite Hälfte des von den Stützen her geplanten Doppelschleppers wurde offenbar nie verwirklicht.

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Weil´s so schön ist, die Zapfsäule im Detail

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Angus bemüht sich, den Hinweisschildern zu folgen.

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Und am Rand in der Nähe des Gasthauses finden wir noch ein weiteres Schmuckstück im Dornröschenschlaf.

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Ob da der richtige Prinz zum Wachküssen dabei ist??? :wink:

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Und noch ein Blick zurück zu den schlafenden (oder schon toten?) Schleppliften

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Nachdem wir ja praktisch in der Gegend waren, mußte auch noch eine Baustellenbesichtigung am Hochkar sein, hier die angelieferten Stützen für die neuen Bahnen

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Und die Talstation der neuen Häsingbahn (wird ja jetzt wahrscheinlich schon fertig sein alles dort)

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Nach der Verabschiedung von alpenkönig und derder ging es zunächst nach Krustetten, um jul abzuliefern, zum Dank hat er offenbar seine Fototapete in den Himmel projeziert

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Und auch Stift Göttweig macht sich nett im Abendlicht.

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Ein ereignis- und informationsreicher Tag ging so zu Ende, ich hatte die Gelegenheit, meine Zahl an "persönlich bekannten" usern mehr als zu verdoppeln und so beschließe ich meinen Teil dieses Berichts, Ergänzungen sind jederzeit willkommen.
 
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