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Gesamtkapazität in einem Skigebiet

Martin_D

Punta Indren (3250m)
In Skiatlanten oder Prospekten wird häufig die Gesamtkapizät eines Skigebietes angegeben.

Beispiel: Skigebiet Ötztal Arena 65000 Personen/Stunde (ADAC Skiatlas 2005)

Meiner Meinung nach ist diese Angabe wenig hilfreich. Sie müsste ergänzt werden mit der Gesamtzahl der Höhenmeter aller Lifte.

Das zeigt foldendes Beispiel.

Ein Skigebiet hat einen Sessellift mit 600 Höhenmeter und 2000 Personen pro Stunde. Würde man diesen Sessellift in zwei Sektionen mit jeweils 300 Höhenmeter und der selben Liftart aufteilen, käme man auf die doppelte Kapazität (4000 Personen/Stunde), obwohl das Angebot eigentlich im wesentlichen gleich geblieben ist.


Man kann das natürlich als Haarspalterei ansehen, aber ich bin der Meinung: Wenn man schon Vergleichswerte bringt, sollten diese auch aussagekräftig sein.
 
Na ja, die Gesammtkapazität wäre auch dann noch keine vernünftige Angabe. Um zu bewerten wie viele Schifahrer ein Gebiet verträgt müsste man noch die Schwierigkeit und Länge der Abfahrten einrechnen und für jede Bahn eine durchschnittliche Abafahrtszeit errechnen. Weil das dann aber so kompliziert wird lässt man es.
 
Zumindest gibt es meines Wissens Angaben in Personenhöhenmetern - ich glaube Marius hatte mal sowas erwähnt. Interessant sind meines Erachtens auch die Relationen zu den Gästebetten, wobei die Angabe wegen der von Dir genannten Problematik und den Tagesgästen dann letztlich auch nicht wirklich etwa bringt.

Ein Novum wär mal Pistenfläche pro Schifahrer! :idea: Heut steht man in den modernen Gebieten ja eher an der Piste Schlange als am Lift.
 
Und die Tatsache, daß dieses Thema hier jedes Jahr neu diskutiert wird und schon die unterschiedlichsten Formeln zur Bewertung konstruiert wurden..... :wink: (Ich glaub, ich hab auch mal versucht die Pistenfläche in die Berechnungen mit reinzunehmen).
 
Transportanlagen

Anzahl Anlagen 27
Förderkapazität ab Tal pro Std. 8'000
Förderkapazität pro Std. 40'410
Länge aller Bahnen in km 51.8
Höhendifferenz aller Bahnen in km 12.2
Anzahl Luftseilbahnen 4
Anzahl Gondelbahnen 7
Anzahl Sesselbahnen 8
Anzahl Skilifte (inkl. Beginner-Lifte) 8




Pisten

Pistenkilometer 220
Anzahl Pisten 58
Anzahl Pistenmaschinen (davon 7 Windenmaschinen) 20
Anzahl Pipe Shaper (Pipe Dragon/Laax Pipe Monster) 2
Künstlich beschneite Fläche in ha 32.5
Künstlich beschneite Fläche in Pistenkilometer 12.9
Beleuchtete Pisten in km 3.5
Theoretisches Fassungsvermögen Skigebiet in Personen 47'000
Quelle: www.weissearena.ch

Hier gibt es ein paar Daten. Da kann jetzt jeder rechen wir er will. Alle Angaben sind dabei :wink:

Ist es so hilfreicher?
 
Aber natürlich kann man - basierend auf der nun wieder gewachsenen Lebenserfahrung - nochmal darüber nachdenken.
Soweit ich mich erinnern kann, habe ich mir ein System überlegt, das Kapazitäten, Höhenunterschiede, Auffahrtszeiten, Abfahrtslängen und Pistenfläche beinhaltet. Würde m.E. aber in Richtung "Extremwertaufgabe" abdriften, da manche Variablen nicht linear zu bewerten sind.
Beispiel: Wir halten die Zahl der Abfahrten und die Pistenfläche konstant und variieren die Beförderungskapazität. Eine geringe Beförderungskapazität wäre so lange gut, als nur wenige Gäste da sind, d.h. ideal wären viele Abfahrten und Varianten, große Pistenfläche und wenige Schifahrer, hier wäre die Beförderungskapazität eigentlich egal, günstig könnte man vielleicht schnelle Anlagen (PB) bewerten. Steigt die Gästezahl, so steigt die Attraktivität mit der Beförderungskapazität, m.E. aber nur bis zu einem Punkt, an dem die Zahl der Schifahrer pro Fläche Pistengelände einen kritischen Wert übersteigt (wobei man hier letztlich auch die Art des Skigeländes berücksichtigen müßte). Über dem kritischen Wert hätte man zwar auch keine oder nur geringe Wartezeiten beim Lift, aber keinen Genuß mehr beim Schifahren, und ich kenne einige Gebiete, bei denen das der Fall ist.
Vergleich: den höchsten Durchsatz an Kraftfahrzeugen hat eine Autobahn angeblich bei einer Einheitsgeschwindigkeit von ca. 80km/h, weil dann das Verhältnis GEschwindigkeit zu Sicherheitsabstand den höchsten Durchsatz an Fahrzeugen zuläßt. Sicher gäbe es sowas auch für Schigebiete, aber weder das eine noch das andere macht Spaß!
 
Außerdem werden weder auf der AB noch auf der Piste die Sicherheitsabstände eingehalten... :)

Finde ich alles sehr interessant, hätt ich schon Lust mal etwas drüber nachzudenken. Mein Ansatz wäre für eine Näherung Lage von Anlagen und Pisten über ein Faktorensystem zu berücksichtigen... hm, mal schaun, vielleicht fällt mir ja was ein..
 
STB17 schrieb:
Transportanlagen

Anzahl Anlagen 27
Förderkapazität ab Tal pro Std. 8'000
Förderkapazität pro Std. 40'410
Länge aller Bahnen in km 51.8
Höhendifferenz aller Bahnen in km 12.2
Anzahl Luftseilbahnen 4
Anzahl Gondelbahnen 7
Anzahl Sesselbahnen 8
Anzahl Skilifte (inkl. Beginner-Lifte) 8




Pisten

Pistenkilometer 220
Anzahl Pisten 58
Anzahl Pistenmaschinen (davon 7 Windenmaschinen) 20
Anzahl Pipe Shaper (Pipe Dragon/Laax Pipe Monster) 2
Künstlich beschneite Fläche in ha 32.5
Künstlich beschneite Fläche in Pistenkilometer 12.9
Beleuchtete Pisten in km 3.5
Theoretisches Fassungsvermögen Skigebiet in Personen 47'000
Quelle: www.weissearena.ch

Hier gibt es ein paar Daten. Da kann jetzt jeder rechen wir er will. Alle Angaben sind dabei :wink:

Ist es so hilfreicher?

Pistenfläche fehlt..... (und 12 km beschneite Piste bei 220 km GEsamtpiste kann ich nicht ganz glauben).
 
OK es geht weiter:

Geschäftsjahr 2004/2005

Besucher im Skigebiet pro Tag im Durchschnitt (Winter) 8'000
Besucher im Skigebiet an Spitzentagen 20'000
Frequenzen Wintersaison in Mio. (inklusive Talfahrten) 9.2
Frequenzen pro Besucher im Skigebiet an einem Tag 10.3
Höhenmeter pro Besucher im Skigebiet und Tag 3’984
Umsatz Bahnen in Mio. CHF 32.2

Facts & Figures
Allgemein

Grösstes zusammenhängendes Wintersportgebiet Graubündens mit 100km² Fläche (Flims Laax Falera)
220km Pisten aller Schwierigkeitsgrade, davon 40km gesicherte, nicht präparierte Pisten
2 Halfpipes, 2 Freestyle-Parks
27 (4 Luftseilbahnen, 7 Gondelanlagen, 8 Sesselbahnen, 3 Skilifte, 2 Gletscherlifte, 2 Beginnerlifte, 1 Park&Pipe-Lift)
Förderkapazität pro Stunde: 40'410 Personen
Ski- und Snowboardfahrer pro Tag: Bis zu 20'000 Personen
Theoretisches Fassungsvermögen: 44'000 Personen
Zugang zum Skigebiet über die Talstationen Flims, Laax Murschetg und Falera
70% auf über 2000 m ü.M.
Höchster Punkt 3'018 m.ü.M. (Vorab Gletscher)
Tiefster Punkt 1'100m.ü.M. (Talstation Laax und Flims)


... und zu den 12,9 km: Ab diesem Jahr sind es mehr, über 20 km, wie viel genau hab ich leider noch nirgends gefunden :(
 
An der Kapazität alleine ändert die Bahnlänge aber nichts.

Das ist aber nur bei Umlaufbahnen so. Es wird gezählt wieviel unten "abgeschaufelt" wird, aber nicht wieviel oben ankommt. Bei Anlagen mit Pendelbetrieb ist "unten abschaufeln" aber gleich "oben abladen". Deshalb ist dort die länge schon wichtig.
 
Oben "abgeladen" werden bei einer kuppelbaren Sesselbahn aber minimal mehr.

Denn wenn man die Anlage anstellt, dauert es bei einer 1500 Meter langen 4-CLF etwa 12 Minuten, bis die ersten Leute oben vom Sessellift gehen. Bei einer kuppelbaren Anlage sind die ersten aber schon nach 6 Minuten oben. Wenn man die Anlage abschalten will, muss man bei dem fixen 12 Minuten vor Betriebschluss, bei der kuppelbaren Anlage erst 6 Minuten davor die Schranken dicht machen. Das heisst, der kuppelbare Lift würde bei gleicher Betriebszeit 12/60 x Stundenkapatzität mehr Leute oben absetzten.
 
Ich habe nur gesagt, wenn man eine leere KSB und eine leere SB hat, diese eine bestimmte Zeit laufen lässt und die Bahn nach dieser Zeit wieder leer haben muss, dann hat die KSB mehr Leute transportiert. Und das ist eine Tatsache.
 
Vielleicht sollte man die Anzahl der verkauften Schi als groben Indikator mit einbeziehen? :lol: :D :D

Ich freue mich, wieder häufiger hier was von kompetenten Leuten zu lesen, in letzter Zeit waren nach meinem Geschmack die Beiträge von Leuten vom Fach hier etwas unterrepräsentiert. Da es in meinen Augen zu einem Diskussionsforum dazu gehört, dass zu den Beiträgen auch Antworten kommen und die zwangsweise nicht immer richtig sind, finde ich es sehr begrüßenswert, wenn die Äußerungen zu diesen ähnlich sachlich ausfallen, wie die Ausgangsbeiträge. :idea:

Zurück zum Thema:

Gibt es eigentlich fundierte Untersuchungen zu der Frage, wie bestimmte Bahntypen in der Praxis in ihrerer Kapazität tatsächlich ausgenutzt werden? Oder Erfahrungswerte? Erreicht beispielsweise eine KSB 8 in Spitzenzeiten den gleichen Prozentwert ihrer th. möglichen max. Kapazität wie eine KSB 4?
 
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