Ein wenig zu den Hintergründen:
Der Weiherkopf wurde von einer kleinen Gruppe von regionalen, privaten Investoren (mir fallen davon noch u.a. Architekt Ruch aus Krozingen und Sport Link aus Münstertal ein) so Mitte der 70er als letztes Projekt der Region auf den Weg gebracht. Er entpuppte sich aber schnell als ein Geldgrab (zumindest sagten mir das Beteiligte).
Der anspruchsvolle Hang war allgemein wenig bekannt und besucht. Auch lag er wohl minimal zu tief, da ich mich erinnern kann, dass öfter dort apprupt wie mit dem Messer geschnitten -manchmal sogar mitten in Baumkronen -i.a. knapp in Höhe der Talstation die Schneefallgrenze aufhörte. Leider oft genug halt auch ein paar Meter über der Talstation und so der Lift bei sonst intakter Piste dicht war.
Ansonsten war die Lage eigentlich vekehrstechnisch genial via Sirnitz zig Kilometer sparend für die sonst nicht bediente Anfahrt aus dem Raum Badenweiler und Müllheim. Das zeigt auch, dass wohl noch heute der kleine Kreuzweg Lift dort am Pass existiert, den es auch schon viel länger gab. (Der Lift hieß bei uns in der Region übrigens immer Kreuzweg - kann sein, dass er einige Zeit auch als „Weiherkopf 2“ gehandelt wurde/werden sollte. Fakt ist, dass es hier nur diese beiden Lifte gab und nicht etwa noch einen zusätzlichen 2. „langen Weiherkopflift“, wie vermutet)
Die Bergstationen beider Lifte lagen nebeneinander, so dass man beide Hänge in einem gemeinsamen Liftkartenverbund befahren konnte. Die wenigen zusätzlichen Höhenmeter im Vergleich zum Weiherkopf genügten, dass der Kreuzweg viel schneesicherer war und verlässlich lief. Er sprach aber als sehr flacher, kurzer Hang die Klientel des Weiherkopfes als einem der steilsten Pisten nicht an und umgekehrt, so dass dieser Verbund dem Weiherkopf nicht viel half.
Bei dem Weiherkopf handelte sich um einen reinen Schlepplift. Die im Forum auch mal diskutierte Sommernutzung als Sessellift ist daher rein fiktional und gab es natürlich nie, da hierfür u.a. auch ein sinnvolles Ziel hins. Aussicht o.ä. fehlte. Zudem läuft hier ein gut gangbarer Wanderweg zum Sulzbachtal entlang.
Die Parkmöglichkeiten waren zudem, wie auch meist in der gesamten Region zumindest damals, wenig attraktiv am Straßenrand und nervig sehr überschaubar.
Insgesamt war es weiterhin in Zeiten ohne webbasierten Schneebericht o.ä. eine zeitaufwendige Lotterie, aus unserer Region (dem Münstertal vorgelagerte Ortschaften), den anfälligen Weiherkopf bei unsicherer Schneelage anzufahren, da man, falls er nicht geöffnet war, dann doch wieder einige Zeit nach Münstertal zurückfahren musste um von dort zum schneesichereren Wiedener Eck zu kommen.
Alles so Dinge, die neben deutlich reduzierten Betriebszeiten auch die Frequentierung der Anlage reduzierte und so wohl schon von Anfang an unökonomisch werden ließ. Hinzu kam da wohl, weil sicherlich spätestens zu Beginn der 70er projektiert, auch noch, dass nach den Extremwintern der 60er und guten Wintern der ersten 70er sehr apprupt das heute bekannte Schneemangelgewürge schon damals anfing, das tiefer gelegenen Liften sehr schnell einen Betrieb unmöglich machte.
So kenne ich als ab 18 jähriger noch einen Lift auf dem Stohren, den ich nie in Betrieb bzw. mit montierten Liftbügeln sah. Geschlossen wurde der Weiherkopf wohl im zweiten Drittel der 80er. Kann mich erinnern, dort mal voll aufgerödelt vor der toten Anlage stehend dumm aus der Wäsche geschaut zu haben.
Ich bin dort sehr gerne gefahren, wenn es ging. Habe tolle Sachen dort, wie bis knietiefen Pulver über eine Stunde vormittags alleine auf dem unpräparierten Hang erlebt, wie erst wieder vor einigen Jahren in Kanada. RIP Weiherkopf *g*