Noch ein paar stillgelegte Skigebiete in der Schweiz.
-Schwarzsee - Schwyberg
-Monte Tamaro
-Schwendilifte (Davos Parsenn)
Die letzgenannten Lifte haben eine wirklich interessante Geschichte. Der erste der zwei Lifte führte vom Übergang, der das Prättigau mit dem Schanfigg verbindet, hinauf in die Nähe der Talstation des Kreuzwegliftes. Der andere Lift ging auf der anderen Seite der Passhöhe hinauf zum Strassberger Fürggli. Ich habe den ungefähren Verlauf mit blau ins untenstehende Panorama eingezeichnet. Leider ist die Länge des ersten Liftes stark verzehrt, in Wirklichkeit war er um die 1,7 km lang. Das Gebiet ist sehr schneesicher und die Hänge sehen einfach traumhaft aus. Trotzdem sind diese Schlepper, die in den 60er gebaut wurden, nur wenige Jahre gelaufen. Wie kommt das? Nun die ganze Sache ist ein Musterbeispiel für die Sturheit der Bündner. Diese beiden Lifte wurden nämlich nicht von den Parsennbahnen gebaut und betrieben, sondern von einer eigenständigen Gesellschaft. Und diese hatte aus irgendwelchen Gründen Streit mit den Parsennbahnen. Und dies führte dazu, dass die Skipässe der Gesellschaften nicht gegenseitig anerkannt wurde. Mancher Skifahrer, der vom Kreuzweg zur Talstation abgefahren ist, erfuhr dies aber erst dort unten. Und da es von dort, wie man im Pistenplan gut erkennen kann, keine andere Rückkehrmöglichkeit ausser diesen Skilift gab, musste er wohl übel oder nicht zumindest eine Einzelfahrt lösen. Aber es kommt noch dicker: Die beiden Lifte wiederum konnten nur über die Parsennbahn erreicht werden. Ausser man stieg mit Fellen auf, aber das tat schon damals keiner mehr. Kombinierte Tickets gab es wie gesagt nicht. Jetzt könnt ihr euch sicher gut vorstellen, wie lange das gut ging. Schon nach wenigen Jahren war die Betreiberin bankrott. Aber irgendwie schaffte sie es, eine Übernahme durch die Parsennbahnen zu verhindern. Das geschah aus lauter Trotz, denn es war eigentlich klar, dass diese Gesellschaft aus eigener Kraft die Wiederinbetriebnahme nicht schaffen würde. Und so rosteten die stillgelegten Lifte noch fast dreissig Jahre vor sich hin, bis man zumindest eine Lösung betreffend den Abbruchkosten fand. Die Parsennbahnen wollten vor ein paar Jahren das Gebiet mittels KSBs reaktivieren, aber in der Zwischenzeit war die Gegend unter Naturschutz gestellt worden, und wegen des zu erwartenden heftigen Widerstands verzichteten die Parsennbahnen schliesslich auf das Projekt.