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Geschwindigkeiten bei Seilbahnen

-tom-

Vogelsberg (520m)
Registriert
30. Nov. 2005
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723
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37
Hallo zusammen,

eine normale EUB fährt maximal 6 m/s, eine KSB 5 m/s. Viele Betreiber drosseln aber die Geschwindigkeit, wenn gerade wenig Andrang reicht. In SFL laufen die Bahnen vom Gefühl her meistens deutlich langsamer.

Kann man die Geschwindigkeit eigentlich Stufenlos einstellen, oder gibt es feste Werte oder je nach Anlage mal so und mal so (Steuerungsabhängig)?

Welche Geschwindigkeiten werden in der Regel gefahren oder kocht hier auch jeder sein eigenes Süppchen?

Gruß, Tom
 
Die Geschwindigkeit ist Stufenlos einstellbar. Nur die Höchstgeschwindigkeit ist festgellegt
 
Die schnellste Bahn, die ich bisher gefahren bin ist die 2. Sektion an den Grands Montets.
PB mit 11,5m/s ungebremst über den Mast. 1300hm in ca. 6 Minuten 8)
 
Bei der Geschwindigkeit kocht jeder sein eigenes Süppchen.

Es kommt meist auch auf die Bahnlänge und die max. Geschwindigkeit an.
 
Das "eigene Süppchen" ist auch darin begründet, daß man die Höchstgeschwindigkeit nur bei großem Besucherandrang fährt weil da auch der höchste Verschleiß auftritt.
 
Petz schrieb:
Das "eigene Süppchen" ist auch darin begründet, daß man die Höchstgeschwindigkeit nur bei großem Besucherandrang fährt weil da auch der höchste Verschleiß auftritt.
Viele Bahnen werden aber auch bei großem Andrang nicht voll ausgefahren.
Das Problem liegt einfach darin, dass die Zeit zum Ein- und Aussteigen bei 6 m/s noch kürzer wird - meist zu kurz.
Somit häufen sich die Notstopps und die Anlage kommt immer häufiger zum Stehen.
Besonders Bahnen, die verkürzte Stationen haben (z.B. Salvenbahn II) leiden darunter.

Bahnen werden also häufig auch bei großem Andrang langsamer fahren gelassen, damit die Besucher besser zusteigen können.

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Grüße, ETT
________________________________________________
Seilbahnen - eines der sichersten Verkehrsmittel der Welt
 
zürs schrieb:
Die Geschwindigkeit ist Stufenlos einstellbar. Nur die Höchstgeschwindigkeit ist festgellegt
Nicht alle Anlagen können Stufenlos die Geschwindigkeit regulieren, oder nur kurzzeitig langsamer laufen. Zum Beispiel wurden früher bei "billigen" Anlagen wie zum Beispiel Kabinenbahnen System Müller oder Von Roll Baureihe 101. besassen sogenannte Schleifringläufermotor. ein Elektromotor, speziell eine Drehstrom-Asynchronmaschine. Er unterscheidet sich von jenen meist mit Kurzschlussläufer ausgeführten Motoren dadurch, dass die Läuferwicklung nicht kurzgeschlossen, sondern über Schleifringe nach außen geführt ist. Der Strom in der Läuferwicklung wird über Leistungswiderstände begrenz. Die Widerstandsdekade können Stufenweise ab und zugeschaltet werden. Volle Drehzahl ist die Läuferwicklung kurzgeschlossen. Problematisch ist allerdings, das bei Drehlzahlreduktion die Widerstände Wärme erzeugen. Daher darf dies nur Kurzzeitig erfolgen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Schleifringl%C3%A4ufermotor
Viele Skilifte sind noch immer mit diesem System im Einsatz.
Weitere Skilifte mit Dahlandermotor und Drehmomentwandler besitzen nur 2 Fahrstufen. Weiter bei kleinen Luftseilbahnen und Standseilbahnen die DNK Maschinen welche mit verstellen der Bürsten die Drehzahl über einen gewissen Bereich regulieren können.

Die Wahl der Fahrgeschwindigkeit erfolgt in % nicht in m/s. 100% ist die maximale Fahrgeschwindigkeit. Zum Beispiel 5m/s. Wird 50% Vorgegeben sind es noch 2,5m/s. Für Prüfungen kann auch 110% oder 120% gewählt werden. Das muss aber per Schlüssel freigegeben werden. Personen dürfen dann nicht befördert werden. Beispielsweise wird damit die Überdrehzahlüberwachung getestet. Normal ist bei 100% abgeriegelt egal ob man das Poti auf 120% stellt oder nicht. Prozent ist Wichtig, da sich nicht nur die Fahrgeschwindigkeit ändert sondern auch der ganze Ablauf des Programmes. Zum Beispiel der Abstand der Fahrzeuge oder die Zonenüberwachung. Dabei ist es am einfachsten, wenn alles in einer 100er Einheit angegeben wird. Drehzahl in Impulsen.
Beispiel beträgt der Sesselabstand 250 Impulse ogal ob mit 5m/s oder nur 4 gefahren wird. Die Impulse kommen einfach in einer niedriger Frequenz. Mit einem Zeitfaktor sind es 60 Sekunden usw.
was immer wieder ein umrechnen nötig macht.

Anzeige ist aber trotzdem noch als Analogwert in m/s angegeben.

Gibt Bahnen die sind für 5m/s augelegt fahren aber gar nie so schnell weil die Ausfälle an Personen zu hoch sind. Normal wird so mit 80% gefahren.

In den USA wird immer 100% gefahren, Jeder hat gleichviel bezahlt also wird er auch gleichschnell befördert. Sonst wird man verklagt. :roll:
 
Die Geschwinidigkeit einer Seilbahn hängt auch vom Seilbahnbediensteten in der jeweiligen Antriebsstation ab :wink:, da gibt es richtige Raser!
 
Die Geschwindigkeit hängt auch noch von weiteren - meist unbedachten - Faktoren ab. Als Beispiel: 4SK/Silberbrünnl Sölden. Wenn da viele Leute anstehen, könnte man max. 4,5m/s fahren. Meist wird aber nur 4,35m/s gefahren, da sonst die Sessel scho schnell um den Umlauf kommen (Innenseite - zum Pilz hin), dass es die ungeübteren Skifahrer meist nicht rechtzeitig zum "Einstiegspunkt" schaffen und durch den Sessel geschoben werden und in folge dessen hinfallen. Daraus folgert sich das der Bedienstet die Bahn anhalten muss. Das dauert dann wieder seine Zeit.
Dann fährt man lieber gleich ein wenig langsamer und hat weniger Stopps - auf die Dauer gerechnet zahlt sich das aus. ;)

@ ATV: Schleifringläufermotor :arrow: du meinst sicherlich solche Bahnen bei denen man zu losfahren noch an einen Rad drehen musste, damit sie losfuhren. Bsp: Innerwald Sessellift. *träum
 
Ich fahre meine Bahn normalerweise mit 4,2m/s, da der Betriebsablauf so am besten von Statten geht, die Anlage recht ruhig läuft und wir wenig Notstopps mit den Anfängern haben.
Die letzten Tage allerdings bin ich mit 5m/s gefahren, da die Hölle los war. Da müssen dann aber 3 Mann an der Talstation sein und die Gäste reinwurschteln. So haben wir auch echte 2500 Leute gestern Vormittag pro Stunde weggeschaufelt.
Bei ganz wenig Betrieb gehe ich bis zu 3,9m/s zurück.
Verschleissmässig konnte ich in den letzten 6 Jahren keinen Unterschied zwischen Vollepulle und 3,8m/s feststellen.
 
Ich kenne es so, dass der Maschinist in der Anteiebsstation die Geschwindigkeit stufenlos einstellen kann.
Zudem können wir in der Talstation sowie Bergstation fix zwischen N L1 und L2 stufenweise schalten. Die genauen Geschwindigkeiten sind glaube ich N für Normal, L1 mit 3M/s und L2 mit 1.5m/s.
 
Ich habe nur angefügt, dass es Anlagentypen gibt, di technisch bedingt nur beschränkt langsamer fahren können. Kann man glauben oder nicht.

In den Stationen gibt es die Möglichkeit auf dem Kommandopult, der Steuerung in US der AS, im Umlauf usw. eine Reduzierung einzuschalten. Tippen verringert die Fahrgeschwindigkeit eine gewisse Zeit lang. gedrückt halten verringert sie so lange bis man wieder loslässt, danach beschleunig die Bahn wieder nach ablauf der Reduzierungszeit wie beim antippe. Auf die Gegenrichtung kann der Schalter blockiert werden, dann bleibt die Reduzierung dauernd eingeschaltet.

Die niedrigste Wahl hat den Vorrang. Der Maschinist kann in der AS nicht schneller fahren wenn in der US die Reduzierung drinn ist. Selbiges bei Pendelbahnen, der Kabinenbegleiter kann die Fahrt verlangsamen und beschleunigen, läuft über die FWA, er kann aber nicht schneller fahren als der Maschinist in der AS vorgibt.

Dann gibt es noch dienstfahrt, Fahren mit unbesetzten Stationen, usw. Alles Sonderfälle geht zu weit.
 
@PHB, wenn Du dort Arbeitest müsstest Du eigentlich schon wissen wie schnell L1 und L2 genau ist, oder?
Das sind doch Grundlagen.
 
-tom- schrieb:
In SFL laufen die Bahnen vom Gefühl her meistens deutlich langsamer.

Kann man die Geschwindigkeit eigentlich Stufenlos einstellen, oder gibt es feste Werte oder je nach Anlage mal so und mal so (Steuerungsabhängig)?

Welche Geschwindigkeiten werden in der Regel gefahren oder kocht hier auch jeder sein eigenes Süppchen?
Generell kann ich bezogen auf die Geschwindigkeit in SFL jetzt nicht für alle Bahnen sprechen (da nicht kontrolliert :wink: ), mir wurde folgende Vorgehensweise der Bergbahnen aber so geschildert: In der klassischen Mittagszeit wird z.B. die Lazidbahn mit 4 m/s gefahren, in der Hauptzeit hingegen mit 5 m/s. Diese hat (wie viele andere auch) wählbare Fahrprogramme mit fix hinterlegter Geschwindigkeit, zudem noch frei einstellbare Geschwindigkeit. Besonders beliebt ist die Schleichgeschwindigkeit zur Seilkontrolle :wink:

Also generell habe ich kein Problem ob 4 m/s statt 5 m/s oder 5 m/s statt 6 m/s. Aber wenn es tendenziell in den langsam nähernden Geschwindigkeitsbereich von fixen Anlagen kommt, fühle ich mich etwas auf den Arm genommen. Spreche da von Geschwindigkeiten um die 3 m/s. Auch wenn nichts los ist, finde ich das für die vorhandenen Gäste keinen sonderlich hervorragenden Service! Und in SFL habe ich mich jetzt noch nicht über zu geringe Geschwindigkeiten beschweren können, es sei den es ging mal ne steife Brise :wink:

Ganz krass war der Idjoch 8er in der NS, dort warens keine 3m/s die fast ganztags gefahren wurden. Das fand ich schon frech ... und es ging kein Wind!
 
@seilbahner, derweil bin ich nicht am Lift.
 
Aber wenn Du dort Arbeitest, dann musst Du doch so etwas auswendig wissen.
L1 ist 3,5m/s und L2 ist 2m/s.
Ich denke, das ist überall gleich.
 
Das kommt halt ein bisschen auf die Anlagenlänge drauf an.
Ich fang am morgen mit 4.2m/s an und erhöhe je nach bedarf auf 4.5 oder 5m/s. Der unterschied zwischen 5m/s und 4m/s ist bei den 1221m Bahnlänge auch schon ziemlich genau 1 Minute. Das ist noch grad so akzeptierbar. Kantte aber auch schon einen Typer der den National mit 3.8m/s statt 5m/s laufen liess. Das sind dann auf 2075m Bahnlänge schon über 2 Minuten unterschied und definitiv zuviel.
Nehmen wir mal z.B die Sella Ronda in beide Richtungen und lasst alle dazu benütigten Bahnen mit 4m/s statt 5m/s oder 5m/s statt 6m/s fahren. Da kommt schon eine gewaltige zeitverzögerung zusammen welche am Abend entscheiden kann ob man noch nach Hause kommt oder im falschen Tal stecken bleibt.
 
seilbahner schrieb:
L1 ist 3,5m/s und L2 ist 2m/s.
Ich denke, das ist überall gleich

Nein, bei der 4KSB Brunnenkopf ist L1=3 m/s und L2=2 m/s
Bei wenig Betrieb -> 4.2 m/s, bei normalem andrang 4,5 m/s und wenns so richtig Staut -> 5m/s
Wobei man auch bei 5 m/s alleine in der Station ist, da muss man schon extrem dahinter sein, dass die Schifahrer ganz innen schnell genug am Einstiegspunkt sind, da sie sonst durch den 90° Einstieg vom Sessel wie Dominos umgeschubst werden!

Aber auch beim Aussteigen bei 5m/s gehts ziemlich flott, da muss man schon konzentriert sein, überhaubt wenn die Schifahrer gegen 16 Uhr müde werden!
 
Dann gibt es tatsächlich unterschiede zwischen D und AT.
 
Petz schrieb:
Das "eigene Süppchen" ist auch darin begründet, daß man die Höchstgeschwindigkeit nur bei großem Besucherandrang fährt weil da auch der höchste Verschleiß auftritt.
Manche fahren auch einfach immer Vollgas, auch wenn's Nachsaison ist und der ganze Lift leer. Cortina z.B. :D
Als Skifahrer findet man sowas natürlich toll.
 
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