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Geschwindigkeiten bei Seilbahnen

In der Industrie ist es üblich einen Messwert entweder redundant analog zu erfassen (d.h. z.B. zwei 4-20 [mA] Drucktransmitter) oder einkanalig analog und einkanalig mit Grenzwerterfassung (d.h. z.B. ein 4-20 [mA] Drucktransmitter und ein Druckschalter).

Analogmessungen sind zwar teurer als Grenzwerterfassungen, können jedoch besser auf Plausibilität, Alterung usw. überwacht werden. Fällt ein Analogsignal plötzlich aus (oder bleibt es bis auf das letzte Bit stets unverändert), weiss man, dass ein Problem vorhanden ist.
 
Also ich hab das mit dem Bremsen so gelernt:
1. Abschaltung erfolgt aus welchem Grund auch immer
2. Die Steuerung ruft die entsprechende Bremsrampe auf die für die entsprechende Abschaltung vorgesehen ist
3. Die Betriebsbremsen gehen in Bereitschaft und die Anlage wird elektrisch über den Generatorbetrieb der Hauptmotoren abgesteuert (nicht zu verwechseln mit dem Generatorbetrieb übers Dieselakregrat, da darf nämlich nicht elektrisch gebremst werden da der Diesel den Strom nicht ins Netz einspeist.)
4. Reicht die die Bremskraft der Motoren nicht aus fällt die Betriebsbremse entsprechend der Programmierung der Bremsrampe moduliert oder gestaffelt ein.
5. Reicht hier die Bremskraft immer noch nicht fällt die Notbremse ein.
6. Steht der Lift immer noch nicht schließe ich manuell die Zusatzbremse
7. Und dann hilft nur noch beten

Und in vier Fällen muß sofort und ungestaffelt die Notbremse einfallen:

1. Tachodynamovergleich (Getriebebruch)
2. Richtungsirrtum
3. Seilscheibenlagenkontrolle
4. mechanische Übergeschwindigkeit

Also das sind meine Kenntnisse.

Und um nun zum Anfang zurück zu kehren:
Bei uns ist das mit den Geschwindigkeiten meisten ein Frage der Gestaltung der Station. Es sind bei Umlaufbahnen hier Statinsdurchlaufgeschwindigkeiten (Sessel 1m/s Kabinen 0.5m/s) vorgeschrieben die nicht überschritten werden dürfen. und danach muß dann die Station lang genug sein um auf 5 bzw 6 Meter sekunde zu kommen. Das wirklich tollste Beispiel einer hoffungsvollen Planung ist der Costa Bella in Wolkenstein...........
senza cometare :wall:

@seilbahner: Wo steht den Deine Bahn? Ist die fix oder kuppelbar? Täte ich mir mal ganz gerne anschauen. Weil von einer Simenssteuerung habe ich exakt garkeine Ahnung. Kenne mich da nur ein wenig mit BMB und recht gut mit EEI aus.
 
Die steht in Bayern im Skigebiet Winklmoos/Steinplatte.
Ist die Rossalmbahn.

Ich bin nächste Woche für 3 Tage in Südtirol beim Skifahren.
Wo Arbeitest Du? Ich komm dann mal Vorbei.
 
Hallo zusammen.
Seilbahner hat mich gebeten folgende Bilder für Euch ein zu stellen:

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Bild 1

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Bild 2

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Bild 3

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Bild 4

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Bild 5

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Bild 7

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Bild 17

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Bild 19

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Bild 20
 
Diese Fotos von einer anderen Girakbahn sollten auch noch hinzupassen (Steuerung von Elin).

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^^ Die Steuerung ist aber schon eine etwas ältere von Elin.
 
Schon 3 Jahre drüber. :wink:
 
Achja, das wollte ich noch anmerken, bei der hier gezeigten Aineckbahn, sieht das mit den Bremsungen so aus:
Halt = einfach elektrisch abgeregelt dann bei Unterschreitung von 0,3 m/s -> Einfall SB
Nothalt (Not-Aus) = kommt einen Nothalt Betriebsbremse gleich
Notstopp (Gefahr-Aus) = Betriebsbremse und Sicherheitsbremse fallen gemeinsam ein
Handkurbel (Schneckengetriebe) = Notauslösung der Sicherheitsbremse
Grüsse vom BL
 
Halt- bei Mindestgeschwindigkeit Einfall der SB? Sicher? Nicht BB?
 
Ja, seilbahner, so hat mir das der Betriebsleiter erklärt.
Grüsse
 
Finde ich eigentlich auch merkwürdig. Logisch wäre beim elektrischen Halt (EH) bei nahezu Stillstand die Betriebsbremse (BB) zu schliessen und nach vollständigem Stillstand je nach Anlage ggf. noch die Sicherheitsbremse (SB) zu schliessen.

BB und SB können bei etlichen Bahnen nicht gleichzeitig zusammen einfallen da dies zu einer unzulässigen Verzögerung führen würde. Einzeheiten können je nach Bauart, Hersteller und lokalen Richtlinien unterschiedlich ausgeführt sein.


Wird die SB ohne Selbsttest offen gehalten (also bei Festhaltung der Bahn im Stillstand alleinig durch die BB) kann die Funktionstüchtigkeit der SB nicht überprüft werden da weder Endlageschalter noch Hydraulickdrücke zur Lüftung dazu aussagend sind (z.B. festgefrorene Teile, Vereisung der Hydraulik (hoher Wasseranteil) usw.).
 
Interessanterweise wird wenig über die Optimierung der Regelqualität von Pendelbahnantrieben gesprochen. Während bei Antrieben mit Ward Leonard Converter Optimierungen aus technischen Gründen Grenzen gesetzt sind, kann man davon aus gehen, dass bei etlichen Gleichstromantrieben mit Thyristorstromrichter und auch z.T. bei gewissen FU Antrieben, Geschwindigkeitsprofile nicht optimal gefahren werden, insbes. bei Beschleunigung sowie bei elektrischer Bremsung.

Während im industriellen AC-Servoantriebsbereich sog. S-Kurven mit geregeltem Jerk (Ruck in [m/s3]) schon lange Stand der Technik sind, geben typische Pendelbahnsteuerungen nur ein relativ raues Geschwindigkeitssollwertprofil (Indexing) zu Handen der Antriebselektronik aus. Das Steuerteil von modernen Stromrichtern und FU ist zwar in der Lage kontrollierte S-Kurven intern bei der Rampenegenierung zu berücksichtigen, dem sind jedoch aus regeltechnischen Gründen Grenzen gesetzt, da der Antrieb eine Mindestdynamik aufweisen muss. Somit sind optimale Beschleunigungs- und Verzögerungskurven sowohl Sache der FU- od. Stromrichterparamertrierung wie auch der Programmierung und Leistungsfähigkeit der übergeordneten Steuerung, die das Fahrgeschwindigkeitssollwertprofil generiert.
 
Lagorce schrieb:
Während im industriellen AC-Servoantriebsbereich sog. S-Kurven mit geregeltem Jerk (Ruck in [m/s3]) schon lange Stand der Technik sind, geben typische Pendelbahnsteuerungen nur ein relativ raues Geschwindigkeitssollwertprofil (Indexing) zu Handen der Antriebselektronik aus.
M/s3? Vertippt oder wie kommt man auf diesen Messwert?
 
Die Ableitung der Beschleunigung wird mit "Ruck" bezeichnet. Ruck j=da/dt. Gibt Einheit [m/s^3]
 
Nein, war richtig..

Geschwindigkeit [m/s] = Wegänderung [m] / Zeitintervall

Beschleunigung [m/s2] = Geschwindigkeitsänderung [m/s] / Zeitintervall

Ruck (english:jerk) [m/s3] = Beschleunigungsänderung [m/s2] / Zeitintervall

(Hier Vereinfacht ausgedrückt, formal sind es vektorielle Ableitungen od. wie sich die auch in deutscher Sprache genau heissen.)


Der Mensch ist auf Ruck empfindlich. Eine relative starke Beschleunigung mit niedrigen Ruck (also eine Beschleunigung oder "Bremsung" (skalar einer Linie entlang entsprechend mathematisch einer negativen Beschleunigung) wird weitaus als weniger unangenehm empfunden als wenn Beschleunigungsänderungen rasch erfolgen. Sinngemäss kann man auch [m/s4] usw. berechnen.

Konventionelle Geschwindigkeitsprofile sind Trapezförmig mit (theoretisch) unendlichem Ruck, da ein solches Geschwindigkeitsprofil aus einzelnen Segmenten mit jeweils variabler Steilheit bestehen.
S-Kurven sind stetige Kurven bei denen Übergänge zwischen aufeinanderfolgenden Geschwindigkeitsplateaux nicht scharfkanting sondern eben "abgerundet" (jedoch nicht kreisförmig, da subtiler rechnerisch interpoliert wird) sind.

Berücksichtigung des Rucks erlaubt ebenfalls einen mechanisch schonenderen Betrieb von Maschinen und Anlagen und verringert Überschwingungen und Resonanzeffekte.

Optmierung der Antriebsparametrierung (Stromrichter bei DC Drives (bei Ward Leonard Umfornern ist man regeltechnisch technologiebedingt eingeschränkt) oder FU bei AC Drives) und des Antriebsmanagements (Geschwindigkeitssollwertberechnung durch die Steuerung) kann sowohl zu einer angenehmeren Fahrt wie auch zu einer Reduktion von Schwingungen in der Tragseilschlaufe beitragen.
Besondere Beachtung sind den Stüzenüberfahrten zu schenken, da sich dabei die Lastverhältnisse für den Antrieb beinahe schlagartig ändern können, dort ist demzufolge die Antriebsregelung besonders gefordert.
Ideal wäre ein Geschwindigkeitsindexing wie bei CNC-Maschinen oder Industrierobotern, dies bedarf i.d.R. jedoch spezialisierte Hardware, sog. Bahnsteuerungen (Begriff hat hier nichts mit Seilbahnen zu tu) , z.T. auch in SPS integriert, (wàre auch für Bahnen denkbar, da Sollwerte onehin rücküberwacht (Rücklesung) werden können, gibt ja auch personenbefördernde Anlagen mit AC Servoantriestechnik in SIL 3).
 
Aha! Ein Fachmann! Klingt nach sehr viel Theorie und scheint eher was für die jenigen zu sein die die Steuerungen programmieren. Weil unser Dienstleiter von der Pendelbahn könnte mir dazu exakt garnix sagen und hat das auch noch nie gehört und ich eben auch nicht. Daher sind wir von einem Tippfehler ausgegangen weil unter Zeit im Volumen hatten wir keine Vorstellung.
Vielen dank, werde morgen deine Ausführungen noch genau ergründen, es ist mir im Moment nur halb klar........... :nixweiss: :gruebel:
 
hoch 3 muss ja nicht immer Volumen sein.
 
Beispiel SIL 3 AC Servoantriebstechnik (gleiche Sicherheitskategorie wie Seilbahnsteueungen, TÜV-zertifiziert usw.):

Kuka RobotCoaster:
http://www.youtube.com/watch?v=7YOquCxKXBs


Zu beachten, dass z.B. eine Kollision mit dem Boden rein durch softwaremässige Massnahmen garantiert wird (programmierbare Sicherheitssteuerung).

Absolut geniales Ding, bin mal vor Jahren mitfgefahren bevor es kommerzialisert wurde.
 
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