Würde mir zuerst mal ganz genau die Umlenkscheibenfütterungsblöcke ansehen und ggf. die Rillentiefe ausmessen. Das diese Thermoplastteile (typischerweise eine PA (Polyamid) -Formulierung) bei den Seilkontaktstellen unter Druckbelastung stehen, würde man ab einer gewissen Hitzeeinwirkung Verformungen feststellen und zwar vermutlich bei Temperaturen, die noch unterhalb des Bereichs liegen, bei dem das Zugseil gefährdet wird. Allerdings muss man sich selbstverständlich dennoch das obere Zugseil ansehen, insbes. da dessen Seele AFAIK aus Thermoplast besteht (vermutlich thermokompaktiert).
Zudem ebenfalls die obere Seite der dieselhydrostatischen Bergewinde auf Hitzeeinwirkungen überprüfen, auf den Fotos sieht die blaue Abdeckblache intakt aus. Um den Zustand des Haltespansets zu beurteilem ist die Auflösung zu gering.
Aber eben, sowas kann man nur vorort beurteilen. Grundsätzlich muss man insbes. Kunststoffteile inkl. Kabel sowie Elastomerteile visuell kontrollieren. Auch Farbasplitterungen sowie Spuren von vorübergehend verflüssigtem Fett können sich als sachdienlich erweisen. Vorort kann man sich relativ schnell ein erstes Bild machen.
Sind keine Wärmeschäden im obersten Bereich der Seilbahntechnik feststellbar, gehe ich davon aus, dass die Bahn selbst inkl. dazugehörige Betonstruktur und der Stahlbau i.O. sind.
Die vier Vergussköpfe der vollveschlossenen Tragseile sind auf Perronebene angeordnet, also einiges unterhalb der Decke, ferner konnten Metallvergussmassen eingesetzt werden, da keine Lichtwellenleiter in den Tragseilen integriert sind (solche würden Kunstharzvergüsse erfordern, da sie temperaturempfindlicher sind als die Litzen von Stahlseilen).
Unklar ist, ob die Statik der Bausubstanz der beiden Restaurantetagen und des Daches ein Risiko darstellen, dies müssen Experten ermitteln.
Die massive Stahlbetonbodenplatte der unteren Restaurantetage bildet eine optimale Brandabschottung und zudem sind grosse seitliche Öffnungen vorhanden, diese verhimderten einen massiven Hitzestau.
Auf der hinderen Seite ist die Wand IIRC ausser den Türen auf Perronebene verschlossen und das Treppenhaus dahinter ist ohne brennbarem Material.
Wie stark die Statik beeinträchtigt wurde, kann vorab bereits rechnerisch aufgrund der eingeschätzen Brandlasten und weiteren Gegebenheiten in etwa eingeschätzt werden, zusätzlich sind Abklärungen vorort erforderlich.
Meine Vermutung ist, dass es durchaus möglich ist, dass die Bahntechnik nur ganz unwesentlich beschädigt wurde. Massgebend ist m.E. eher die Statik des Gebäudeteils oberhalb der Seilbahnbucht sowie des vorderen Abstützpfeilers (in der Mitte am talseitigen Ende des Quais).
Von sehr grossem Vorteil ist, dass man auf ökofanatikertypische brennbare Baustoffe im Seilbahnstationsbereich verzichtete und somit auf klassischen robusten Stahl- und Betonbau setzte. Glücklicherweise schlug das Feuer nicht auf das holzbrettverplankte Nebengebäude über.
Das allermeiste der komplexen Technik, von Nostromaggregat und MS-Trafostation über Trinkwasseraufbereitung bis zur Ultrafiltrationskläranlage ist einiges unterhalb der Brandherde angeordnet. Löschwasserschäden sind abzuklären, der Seilbahnbereich selbst ist diesbzgl. weitgehend immun.
Die Kabinenkarosserie sowie das Kabinendach sind aus Metall und die umlaufende Verglasung aus Sicherheits[mineral]glas. Das Laufwerk ist bis auf kleinere Teile (z.B. Rollenfutter, Batteriegehäuse, Hydraulikschläuche, Elektrokabel, Gleitbuchsen, Isolierringe und Dämpfungsbuchse der Seilklemmköpfe und die Zugseildämpferhalbschalen,...) aus Metall. Gewisse theoretisch brennbare Teile sind so angeordnet, dass sie nicht so einfach in Brand gelangen.
Dass man mit der Bahn fuhr deutet darauf hin, dass diese nicht offensichtlich ausreichend kritisch beschädigt wurde, dazu zu erwähnen ist, dass das technische Seilbahnpersonal von Gstaad 3000 AG (Betreibergesellschaft von Glacier 3000) um einiges überdurschnittlich kompetetent und strikte ist. Sieht man auch am einwandfreien Zustand der etwas über 20-jährigen Anlage, zudem werden auch nicht öffentlich zugängliche Bereiche in tadellosem Zustand gehalten.
Edit:
Die Anschlagpunkte für die Wartung sind Bestandteil der Stahlkonstruktion der Seilbahnanlage, die sind nicht wie ich es irrtümlicherweise aufführte in der Betonplatte verankert bzw. eingegossen.
Die Etagen sind aufzugstechnisch wie folgt definiert:
4: Restaurant
3: Self-Service
2: Terrasse
1: Nicht öffentlich zugänglich (Technik)
0: Perron
-1: Nicht öffentlich zugänglich (Logistik Lastbarelle bzw. Trinkwassertank 10'000 kg, verfahrbarere hydraulischer Scherenhebebühne).
Die bedienten Etagen sind nicht für beide Aufzüge identisch.
Eigentlich existieren noch -2 und -3, sind jedoch nicht volle Etagen. Das Gebäude ist einiges komplexer als man meinen würde, es steckt auch eine ganze Menge Technik dahinter, und dies zusätzlich zur Seilbhan.
Die schräge Verglasung auf dem Dach ist keine Photovoltaikanlage sondern ein Teil der Glasfront, die talseitig üer beide Gastronomietagen verkläuft.