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Glacier3000 Bergstation abgebrannt

Sieht nicht gut aus. Hoffe mal, dass zumindest die Bahn nicht zu sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde.
 
Neue Bilder in diesem Artikel:
https://www.blick.ch/schweiz/westschweiz/waadt/einsatz-beim-touristen-hotspot-bergstation-des-glacier-3000-steht-in-flammen-id17891122.html

Und auch hier mit Video:
https://www.srf.ch/news/schweiz/bergrestaurant-botta-zerstoert-glacier-3000-diese-bilder-zeigen-das-ausmass-der-zerstoerung

Updates auch auf der Website:
Jetzt wird von 2 Tagen ohne Betrieb gesprochen:
GLACIER 3000 BLEIBT AM 19. UND 20. SEPTEMBER AUFGRUND TECHNISCHER PROBLEME GESCHLOSSEN
https://www.glacier3000.ch/de
Das wird sicherlich ein wenig länger dauern...
 
Laut Interwiev auf Radio SRF1 soeben sei „auf den ersten Blick“ die Seilbahntechnik nicht beschädigt worden. Man werde dies nun als erstes prüfen. Insofern könnten die zwei Tage schon stimmen.
 
Es ist so, dass die Bergstation aussieht als ob es ein Gebäude ist, in der Realität sind das aber zwei getrennte Gebäude welche aufeinander gestappelt sind.
Die Seilbahnstation wurde zuerst gebaut unabhängig vom Rest. Botta hat dann den Klotz draufgestellt.
Scheint sich nun auszuzahlen und hat auch beim Bau einigen Ärger mit dem Architekten vermieden. Wer die Konstruktion in Orselina kennt weis wieso. ;-)
 
Die Seilbahn läuft wieder und dient nun zum Transport des Löschwassers.
Wie lange es dauert bis die Überprüfung und Reparaturen abgeschlossen sind, um damit wieder Personen zu transportieren ist noch unklar.
 
Auf der Webcam vom Col du Pillon sieht man noch die Feuerwehr, die oberen Webcams sind offline. Aber wenn die Bahn läuft, dann ist zum Glück der Saisonstart nicht in Gefahr. Ansonsten hätte Chrigel noch eine Luftbrücke einrichten müssen 😉
 
Um 19:00 Uhr waren immer noch kleine Rauchentwicklungen zu sehen. 🫤
Wird wohl vermutlich vieles daran hängen ob & wie lange die Hitze nach unten durchgedrungen ist & ob die Statik vom oberen Teil noch gewährleistet ist… 🧐
 
Würde mir zuerst mal ganz genau die Umlenkscheibenfütterungsblöcke ansehen und ggf. die Rillentiefe ausmessen. Das diese Thermoplastteile (typischerweise eine PA (Polyamid) -Formulierung) bei den Seilkontaktstellen unter Druckbelastung stehen, würde man ab einer gewissen Hitzeeinwirkung Verformungen feststellen und zwar vermutlich bei Temperaturen, die noch unterhalb des Bereichs liegen, bei dem das Zugseil gefährdet wird. Allerdings muss man sich selbstverständlich dennoch das obere Zugseil ansehen, insbes. da dessen Seele AFAIK aus Thermoplast besteht (vermutlich thermokompaktiert).

Zudem ebenfalls die obere Seite der dieselhydrostatischen Bergewinde auf Hitzeeinwirkungen überprüfen, auf den Fotos sieht die blaue Abdeckblache intakt aus. Um den Zustand des Haltespansets zu beurteilem ist die Auflösung zu gering.

Aber eben, sowas kann man nur vorort beurteilen. Grundsätzlich muss man insbes. Kunststoffteile inkl. Kabel sowie Elastomerteile visuell kontrollieren. Auch Farbasplitterungen sowie Spuren von vorübergehend verflüssigtem Fett können sich als sachdienlich erweisen. Vorort kann man sich relativ schnell ein erstes Bild machen.

Sind keine Wärmeschäden im obersten Bereich der Seilbahntechnik feststellbar, gehe ich davon aus, dass die Bahn selbst inkl. dazugehörige Betonstruktur und der Stahlbau i.O. sind.
Die vier Vergussköpfe der vollveschlossenen Tragseile sind auf Perronebene angeordnet, also einiges unterhalb der Decke, ferner konnten Metallvergussmassen eingesetzt werden, da keine Lichtwellenleiter in den Tragseilen integriert sind (solche würden Kunstharzvergüsse erfordern, da sie temperaturempfindlicher sind als die Litzen von Stahlseilen).

Unklar ist, ob die Statik der Bausubstanz der beiden Restaurantetagen und des Daches ein Risiko darstellen, dies müssen Experten ermitteln.

Die massive Stahlbetonbodenplatte der unteren Restaurantetage bildet eine optimale Brandabschottung und zudem sind grosse seitliche Öffnungen vorhanden, diese verhimderten einen massiven Hitzestau.
Auf der hinderen Seite ist die Wand IIRC ausser den Türen auf Perronebene verschlossen und das Treppenhaus dahinter ist ohne brennbarem Material.
Wie stark die Statik beeinträchtigt wurde, kann vorab bereits rechnerisch aufgrund der eingeschätzen Brandlasten und weiteren Gegebenheiten in etwa eingeschätzt werden, zusätzlich sind Abklärungen vorort erforderlich.

Meine Vermutung ist, dass es durchaus möglich ist, dass die Bahntechnik nur ganz unwesentlich beschädigt wurde. Massgebend ist m.E. eher die Statik des Gebäudeteils oberhalb der Seilbahnbucht sowie des vorderen Abstützpfeilers (in der Mitte am talseitigen Ende des Quais).

Von sehr grossem Vorteil ist, dass man auf ökofanatikertypische brennbare Baustoffe im Seilbahnstationsbereich verzichtete und somit auf klassischen robusten Stahl- und Betonbau setzte. Glücklicherweise schlug das Feuer nicht auf das holzbrettverplankte Nebengebäude über.
Das allermeiste der komplexen Technik, von Nostromaggregat und MS-Trafostation über Trinkwasseraufbereitung bis zur Ultrafiltrationskläranlage ist einiges unterhalb der Brandherde angeordnet. Löschwasserschäden sind abzuklären, der Seilbahnbereich selbst ist diesbzgl. weitgehend immun.
Die Kabinenkarosserie sowie das Kabinendach sind aus Metall und die umlaufende Verglasung aus Sicherheits[mineral]glas. Das Laufwerk ist bis auf kleinere Teile (z.B. Rollenfutter, Batteriegehäuse, Hydraulikschläuche, Elektrokabel, Gleitbuchsen, Isolierringe und Dämpfungsbuchse der Seilklemmköpfe und die Zugseildämpferhalbschalen,...) aus Metall. Gewisse theoretisch brennbare Teile sind so angeordnet, dass sie nicht so einfach in Brand gelangen.

Dass man mit der Bahn fuhr deutet darauf hin, dass diese nicht offensichtlich ausreichend kritisch beschädigt wurde, dazu zu erwähnen ist, dass das technische Seilbahnpersonal von Gstaad 3000 AG (Betreibergesellschaft von Glacier 3000) um einiges überdurschnittlich kompetetent und strikte ist. Sieht man auch am einwandfreien Zustand der etwas über 20-jährigen Anlage, zudem werden auch nicht öffentlich zugängliche Bereiche in tadellosem Zustand gehalten.

Edit:
Die Anschlagpunkte für die Wartung sind Bestandteil der Stahlkonstruktion der Seilbahnanlage, die sind nicht wie ich es irrtümlicherweise aufführte in der Betonplatte verankert bzw. eingegossen.

Die Etagen sind aufzugstechnisch wie folgt definiert:
4: Restaurant
3: Self-Service
2: Terrasse
1: Nicht öffentlich zugänglich (Technik)
0: Perron
-1: Nicht öffentlich zugänglich (Logistik Lastbarelle bzw. Trinkwassertank 10'000 kg, verfahrbarere hydraulischer Scherenhebebühne).
Die bedienten Etagen sind nicht für beide Aufzüge identisch.

Eigentlich existieren noch -2 und -3, sind jedoch nicht volle Etagen. Das Gebäude ist einiges komplexer als man meinen würde, es steckt auch eine ganze Menge Technik dahinter, und dies zusätzlich zur Seilbhan.
Die schräge Verglasung auf dem Dach ist keine Photovoltaikanlage sondern ein Teil der Glasfront, die talseitig üer beide Gastronomietagen verkläuft.
 
Ich denke auch, dass wir für die Wintersaison optimistisch sein können. Es war auch ohnehin eine Revisionspause von knapp einem Monat bis zum Saisonbeginn am 05.11. geplant.
 
Habe mir nochmals Fotos der Anlage vor dem Brand angesehen.

Gehe eingentlich davon aus, dass sehr wahrscheinlich aufgrund der Gegebenheiten die thermische Belastung der Seilbahnkomponenten so gering war, dass deren Sicherheit nicht beeinträchtigt wurde. Allerdings müsste man dies vorort abklären, da ausser der intakten Abdeckblache der Bergerwinde das Medien-Bildmaterial kaum weitere Beurteilungen ermöglicht.
Betrachtet man den oberen Freiraum, die recht guten Belüftungsbedingungen (3-seitig weitgehend offen) sowie das Vorhandensein der unterseitigen kühlkörperähnlich wirkende Wellblechverplankung, müsste die Oberflächentemperatur der Betondecke (Boden des Self-Service Restaurants, also untere Gastronomietage) derart hohe Temperaturen erreicht haben, dass die Integrität der Statik der Stahlbetonplatte nicht mehr ausreichend gewährleistet worden wäre. Dies ist jedoch nur eine Einschätzung meinerseits, sowas kann man überschlagsmässig aufgrund u.a. der Brandlasten berechnen und der Zustand des Betons können Experten ermitteln. Zudem handelt es sich dabei um nach unten abgsstrahlte Wärme, da die Betonplatte als solche lutdicht ist.

Die ungewöhnliche originelle Architektur des Stationsgebäudes hat dazu beigetragen, dass die Seilbahninfrastruktur eigentlich nahezu optimal von den Einwirkungen dieses Brandes geschützt war.

Absolut massgebend war ebenfalls der gebäudeseitige Einsatz im Wesentlichen von Stahl (ggf. etwas Aluminium), Beton und etwas Glas.

(Habe Text nicht editiert.)
 
Hier noch ein paar ältere Fotos.

Zu beachten ist, dass die Gastronomiebereiche inzwischen umgebaut wurden, die Seilbahnmechanik sowie die allgemeine Gebäudestruktur wurden AFAIK nicht abgeämdert. Kenne jedoch die Bergstation der 2. Sektion Scex Rouge (Restaurant Botta) nicht gut und habe ausser von der Seilbahn kaum Bildmaterial.

Die Innenaufnahmen waren nur Testfotos, wollte die eigentlich nicht posten, habe jedoch leider kein brauchbares Bildmaterial der Restaurantbereiche und vom Küchenbereich habe ich gar kein Bildmaterial.

Bilder sind von mir, also Moderatoren btte keine Kommentare bzgl. Copyrights!
 

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Habe ganz vergessen, dass man die inmeren Glasabtrennungspanels des Restaurants vom 4. Stock auf die Seiten (die eine Hälfte nach links, die andere nach rechts) schieben kann, diese haben gar keine Brandschutzfunktion.

Hier noch ein Video zum Wassertransport, stammt von Gstaad 3000 AG (Betreiber von Glacier 3000):




Link: https://www.youtube.com/watch?v=nM9iktO-mNg

Es werden etwa 9000 Liter Wasser transportiert (genauer Wert weiss ich nicht mehr, jedoch nicht 10 m3), da die gesamte Unterlast inklusive Tank auf 100 % Lastanzeige (entspricht 10'000 kg) abgestimmt wird. Gefüllt wird in der Talsation ab Trinkwassernetz mit konstantem Durchfluss und Zeitmessung, dies ist ausreichend genau um im Toleranzbereich der Lastmessung zu liegen. Die Lastmessung selbst erfolgt über DMS (Dehnungsmessstreifen), die innenseitig am Gehängetragrohr angebracht sind. Beim Wassertransport kann man mit dem normalen Geschwindigkeitsprofil fahren.

Soviel mal zum Wassertransport. Auf den Brand komme ich später zurück, da mir etwas im Bildmaterial der Medien augefallen ist.

Im Anhang noch ein älteres Bild, die Hebebühne ist SPS-gesteuert und aus Kollisionsschutzgründen erfolgt eine Freigabe der Seilbahn nur in gewissen Lagen.
Im Bild ist ersichtlich, dass die vier Lastaufnahmepunkte nicht in der Verlängerung der vier durchgehenden Zugstangen liegen. Die Bodengruppe ist onehin ziemlich hoch, die von der Kabine aus zugänglichen Staukästem stehen an der Unterseite nicht vor.
 

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Die Betreiber haben über die Pläne zum Wiederaufbau des abgebrannten Gipfelrestaurants informiert

Äusserlich soll der Gebäudekomplex mehr oder weniger gleich aussehen wie vor dem Brand. Im Innern werden jedoch Anpassungen vorgenommen, so dass die Nutzfläche pro Etage um 35 Quadratmeter vergrössert werden kann.
Bei der Planung war auch wieder der Stararchitekt Mario Botta dabei, der sich dazumal mit den Bauherren zerstritten hatte.
https://www.bernerzeitung.ch/botta-praesentiert-sein-neues-restaurant-149950091647
 
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