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Gletscher-Abschmelzung

und erneut Bilder von einem Gletscher im Laufe der letzten Jahre...

dieses Mal vom Presena Gletscher...

https://www.facebook.com/photo.php?fbid=2671320099568177&set=a.164221740278038&type=3&theater

und was einem in der Bildfolge auffällt, muß ja der Sommer 2014 auf der Alpensüdseite eine Katastrophe gewesen sein...
dessen war ich mir gar nicht mehr bewusst....
Das Bild vom August 2014 schaut ja schon fast wie im Hochwinter aus... :biggrin:
aber offensichtlich war es nur eine kurze Zäsur... der Trend geht zur Zeit leider unaufhaltsam in die andere Richtung...
 
2014 war ja das Jahr der Fussball WM in Brasilien....
und vielleicht hat ja der Himmel über Italien in diesem Jahr geweint, da Italien ja bereits in der Vorrunde ausgeschieden ist.. :biggrin:
 
Dennoch bemerkenswert, dass sie durch konsequente Vermattung den Steg bis heute aufrecht erhalten konnten. Wenn der weg ist, dürfte der Skibetrieb dort wohl Geschichte sein.
 
GIFWilli59 schrieb:
Dennoch bemerkenswert, dass sie durch konsequente Vermattung den Steg bis heute aufrecht erhalten konnten. Wenn der weg ist, dürfte der Skibetrieb dort wohl Geschichte sein.
Oder man füllt die Mulde mit Gestein auf oder baut einen Rückbringerlift, aber problematisch könnte es werden, wenn ihnen ein Teil abbricht oder Löcher von unten entstehen ..
 
und was einem in der Bildfolge auffällt, muß ja der Sommer 2014 auf der Alpensüdseite eine Katastrophe gewesen sein...
Wie darf man das jetzt mit der Katastrophe genau verstehen? Ist es so gemeint dass das Wetter unglaublich schlecht gewesen sein muss? Ich kann mich leider gar nicht mehr erinnern wie es im Sommer 2014 war.
Zur Erinnerung: Der Winter 13/14 war in den südlichen Alpen einer der schneereichsten der letzten 20 Jahre. Das heisst es war für die Gletscher eine sehr gute Ausgangslage.
Wenn nun aber das Wort Katastropfe für die Wetterlage des Sommers 2014 gelten würde, würde man sehr gut erkennen wie die heutigen Menschen eben so ticken. Einerseits wollen wir dass die Gletscher bleiben und andrerseits kommen dann gleich Ausdrücke wie Katastrophe wenn es mal ein paar Tage hintereinander kältere Temperaturen und Niederschlag hat.
Man weiss eigentlich sogar haargenau welche Voraussetzungen und welches Wetter es bräuchte um die Gletscher nachhaltig zu stabilisieren, nämlich über längre Zeit sogenanntes Katastrophenwetter. Da kommt dann allerdings der gar nicht so kleine Haken an der Geschichte: Das derzeit mehrheitlich während der Sommermonate herrschende Wetter will keiner hergeben.
 
Ich kann mich noch an Sommer (Ende 70er bis Mitte 80er) erinnern, in denen wir im Sommerurlaub im Juli und August Schnee bis runter auf fast 1000m hatten. Und Bilder vom Schlegeisspeicher mit 1m Neuschnee. Dass solche Wetterlagen für die Gletscher besser waren, ist logisch. Heute können es die Wetterleute in den Medien schaffen, in einem Atemzug vom Traumsommer und dem Klimawandel zu reden. Entweder "Traum" oder "Wandel", aber beides geht halt nicht :?
 
Und dieses Wetter wird mittlerweile auch als "normal" angesehen. Ist es aber ursprünglich nicht. In Spanien vielleicht, aber nicht in DE / AT / CH. Wenn dann mal wirklich normales deutsches Sommerwetter kommt, das heißt im Flachland 20 ° und immer mal wieder Regen kommen schon die Beschwerden. Viele erwarten ganz selbstverständlich ihre Wochenlangen 30°-Phasen hier in Deutschland.
 
David93 schrieb:
Und dieses Wetter wird mittlerweile auch als "normal" angesehen. Ist es aber ursprünglich nicht. In Spanien vielleicht, aber nicht in DE / AT / CH. Wenn dann mal wirklich normales deutsches Sommerwetter kommt, das heißt im Flachland 20 ° und immer mal wieder Regen kommen schon die Beschwerden. Viele erwarten ganz selbstverständlich ihre Wochenlangen 30°-Phasen hier in Deutschland.
Da sich beinahe Monat für Monat und Jahr für Jahr neue Temperaturrekorde entwickeln, sprich die Kurve seit Jahren nach oben zeigt, kann man von den ursprünglichen Sommern auch nicht mehr von ausgehen. Dadurch steigt natürlich die Erwartungshaltung, ich schließe mich da nicht aus.
 
Theo schrieb:
und was einem in der Bildfolge auffällt, muß ja der Sommer 2014 auf der Alpensüdseite eine Katastrophe gewesen sein...

[Zur Erinnerung: Der Winter 13/14 war in den südlichen Alpen einer der schneereichsten der letzten 20 Jahre. Das heisst es war für die Gletscher eine sehr gute Ausgangslage.
Wenn nun aber das Wort Katastropfe für die Wetterlage des Sommers 2014 gelten würde, würde man sehr gut erkennen wie die heutigen Menschen eben so ticken. Einerseits wollen wir dass die Gletscher bleiben und andrerseits kommen dann gleich Ausdrücke wie Katastrophe wenn es mal ein paar Tage hintereinander kältere Temperaturen und Niederschlag hat.
Man weiss eigentlich sogar haargenau welche Voraussetzungen und welches Wetter es bräuchte um die Gletscher nachhaltig zu stabilisieren, nämlich über längre Zeit sogenanntes Katastrophenwetter. Da kommt dann allerdings der gar nicht so kleine Haken an der Geschichte: Das derzeit mehrheitlich während der Sommermonate herrschende Wetter will keiner hergeben.

Man vergißt dabei schnell einen Punkt, das Wetter kann bis jetzt noch niemand beeinflussen.. man muss es nehmen wie es kommt.. :biggrin:
und die Klimaerwärmung lässt sich so schnell auch nicht mehr stoppen.. man kann nur die Faktoren und Randbedingungen beeinflussen,
damit diese so langsam als möglich voranschreitet...
Schon alleine deshalb ist es nicht schlecht, das es diese Greta gibt, somit landet dieses Thema zumindest in den Schlagzeilen.
Solange es aber Politiker wie einen Trump gibt, die bis heute den Klimawandel verleugnen, ist dieses eher noch ein Kampf gegen Windmühlen....
und ja der Winter 2013/2014 war einer der schneereichsten auf der Alpensüdseite, ( siehe Bild unten aus Arabba )
aber der Winter 2018/2019 war auch einer der schneereichsten auf der Alpennordseite... ( im Nachhinein muss man sagen zum Glück, denn ansonsten würde es auf den Gletschern sicherlich noch viel schlimmer ausschauen ).
Denn selbst mit noch viel Neuschnee im Mai, ist davon nun im August, so gut wie nichts mehr zu sehen...
Deshalb bedeutet das Winterbild vom August 2014, das der Sommer 2014 auf der Alpensüdseite ebenfalls sehr niederschlagsreich und kühl gewesen sein muss.. Ich habe den Begriff Katastrophe eigentlich mehr rein zufällig verwendet, ich hätte auch außergewöhnlich schlecht schreiben können, denn ein solches beständiges Sommerwetter wie wir es dieses Jahr hatten, war eigentlich immer der Alpensüdseite vorbehalten..

Arabba ( Februar 2014 )
arabba2.jpg
 
Highlander schrieb:
Deshalb bedeutet das Winterbild vom August 2014, das der Sommer 2014 auf der Alpensüdseite ebenfalls sehr niederschlagsreich und kühl gewesen sein muss.. Ich habe den Begriff Katastrophe eigentlich mehr rein zufällig verwendet, ich hätte auch außergewöhnlich schlecht schreiben können, denn ein solches beständiges Sommerwetter wie wir es dieses Jahr hatten, war eigentlich immer der Alpensüdseite vorbehalten..

Arabba ( Februar 2014 )
arabba2.jpg

deine Aussage find ich schon sehr gewagt - von einem "Winterbild" auf den gesamten Sommer zu schließen...
Der Sommer dauert 3 Monate!
Dass es im Hochgebirge auch im Sommer große Neuschneemengen geben kann, ist an sich nicht ungewöhnlich, wenn auch in den letzten Jahren eher selten.

Auf die Schnelle die Klimainfos vom ZAMG Klimamonitor von Obergurgl (nächstgelegene Wetterstation im ZAMG Monitor zum Presena-Gletscher, ob Wetterdienste in Südtirol/Trentino mittlerweile ähnliches bieten weiß ich nicht)
https://www.zamg.ac.at/cms/de/klima/klima-aktuell/klimamonitoring/?station=17301&param=t&period=period-ys-2014-2&ref=3

Man sieht sehr schön, dass es ein durchschnittlicher Sommer (0,5° kühler als der 30J Schnitt) war mit einem markanten "Kälteeinbruch" Mitte August mit reichlich Niederschlag.

Der August war ein Ausreißer nach unten 1,7° kühler.
https://www.zamg.ac.at/cms/de/klima/klima-aktuell/klimamonitoring/?station=17301&param=t&period=period-ym-2014-08&ref=3

Niederschläge hier mit großen Mengen ab den 13.8
https://www.zamg.ac.at/cms/de/klima/klima-aktuell/klimamonitoring/?station=17301&param=rr&period=period-ym-2014-08&ref=3
 
Daten für die Presena gibt es wie für das gesamte Trentino hier:

Schneefall:
https://www.meteotrentino.it/#!/content?menuItemDesktop=95

Temperaturen, Niederschlag, Sonnenstrahlung usw:
https://www.meteotrentino.it/#!/content?menuItemDesktop=111

Temperaturdiagramm für den Tonale 1987 - 2019 (auf Output Personalizzati gehen und anklicken was man sehen will):
http://storico.meteotrentino.it/web.htm?ppbm=T0360&rs&1&df

Man sieht sofort, warum 2014 soviel Schnee lag: über 12 Meter Schneefall, auf der Paganella und am Bondone lagen damals im April 7 Meter. Ebenso erkennt man den Spike der Hitze diesen Sommer. Gibt irrsinnig viele Seiten mehr auf Meteotrentino, da muss man sich durchwursteln.

Paganella 26.03.2014
5ctv3o2h.jpg
 
gernot schrieb:
deine Aussage find ich schon sehr gewagt - von einem "Winterbild" auf den gesamten Sommer zu schließen...
Der Sommer dauert 3 Monate!
Dass es im Hochgebirge auch im Sommer große Neuschneemengen geben kann, ist an sich nicht ungewöhnlich, wenn auch in den letzten Jahren eher selten.
.....
Man sieht sehr schön, dass es ein durchschnittlicher Sommer (0,5° kühler als der 30J Schnitt) war mit einem markanten "Kälteeinbruch" Mitte August mit reichlich Niederschlag.

Der August war ein Ausreißer nach unten 1,7° kühler.
https://www.zamg.ac.at/cms/de/klima/klima-aktuell/klimamonitoring/?station=17301&param=t&period=period-ym-2014-08&ref=3

Niederschläge hier mit großen Mengen ab den 13.8
https://www.zamg.ac.at/cms/de/klima/klima-aktuell/klimamonitoring/?station=17301&param=rr&period=period-ym-2014-08&ref=3

dann einigen wir uns auf einen schlechten August 2014 :biggrin:

Wobei dieses auf der Alpensüdseite doch eher seltener der Fall ist, auf der Alpennordseite hat es so etwas bisher schon öfter gegeben...
 
Bergwanderer schrieb:
Am kommenden Montag sendet phoenix um 20.15 Uhr die Dokumentation "Alpendämmerung" Europa ohne Gletscher.

https://www.phoenix.de/sendungen/dokumentationen/alpendaemmerung-a-1051390.html

Ein guter Bericht, mich persönlich hat dieser Spalt am Hochvogel am meisten beeindruckt..
Davon habe ich bisher noch gar nichts mitbekommen...

passend zu diesem Filmbericht habe ich auf youtube eine interessante Doku über den Gletscherschwund auf den Bergen Österreichs gefunden..

https://www.youtube.com/watch?v=nDtVZutKE1A

Es ist dieses zwar nur eine Animation, aber trotzdem zeigt es deutlich, das der Rückgang exponentiell zunimmt...
für einen Rückgang, welcher früher fast 100 Jahre gedauert hat, findet dieser heute in annähernd 10 Jahren statt... :sniff:
 
Highlander schrieb:
Bergwanderer schrieb:
Am kommenden Montag sendet phoenix um 20.15 Uhr die Dokumentation "Alpendämmerung" Europa ohne Gletscher.

https://www.phoenix.de/sendungen/dokumentationen/alpendaemmerung-a-1051390.html

Ein guter Bericht, mich persönlich hat dieser Spalt am Hochvogel am meisten beeindruckt..
Davon habe ich bisher noch gar nichts mitbekommen...

Bzgl. der Gletscher war der Beitrag gut. Allerdings fand ich es schade, dass auch hier wieder ständig die stereotype Verteufelung des modernen Wintersports durchgeschlagen hat.
Nach dem Bericht könnte man denken, dass auf jeden Berg der Alpen alles durch Skipisten verbaut wäre....Und auch der vorgeschlagene Ansatz des sanften Tourismus hinkt. Würden alle Skifahrer anstatt ski zu fahren von nun an zum Rafting oder zum Fliegenfischen gehen, wäre es da mit der Sanftheit auch ganz schnell vorbei.
 
Ganz im Gegenteil glaube ich sogar, dass der Skitourismus einem Gletscher gut tut (abgesehen vielleicht von der Vermüllung durch diejenigen die zu blöd dazu sind ihre Kippen und ihren Abfall ordentlich zu entsorgen):
Durch den Wintertourismus folgen für einen Gletscher doch:
-Mehr Schnee auf dem Gletscher durch Kanonenschnee
-Schnellere Verdichtung des Schnees durch Präparation und befahren
-Mehr Konservation des Schnees über den Sommer durch Depots und Abdecken mit Flies (das macht man nunmal fast ausschließlich auf erschlossenen Gletschern weil da ein Wirtschaftliches Interesse da ist)
-Und eigentlich auch noch das Zubaggern von Spalten was die effektive der Sonne bzw. warmen Sommerluft ausgesetzten Oberfläche des Gletschers verringert.

Ich würde nicht sagen dass der Wintersport einem Gletscher schadet.
 
Julian96 schrieb:
Ich würde nicht sagen dass der Wintersport einem Gletscher schadet.
Allerdings wird beim Präparieren die Gletscherminze geschädigt, also schon ein starker Eingriff in die Flora... :wink:



Vorsicht Ironie!
(Ist auf die Sorte eines schweizerischen Herstellers von Kräuter(zucker)bonbons gemünzt.
 
GIFWilli59 schrieb:
Julian96 schrieb:
Ich würde nicht sagen dass der Wintersport einem Gletscher schadet.
Allerdings wird beim Präparieren die Gletscherminze geschädigt, also schon ein starker Eingriff in die Flora... :wink:



Vorsicht Ironie!
(Ist auf die Sorte eines schweizerischen Herstellers von Kräuter(zucker)bonbons gemünzt.

Der gefällt mir :top:
 
Julian96 schrieb:
Ganz im Gegenteil glaube ich sogar, dass der Skitourismus einem Gletscher gut tut (abgesehen vielleicht von der Vermüllung durch diejenigen die zu blöd dazu sind ihre Kippen und ihren Abfall ordentlich zu entsorgen):
Durch den Wintertourismus folgen für einen Gletscher doch:
-Mehr Schnee auf dem Gletscher durch Kanonenschnee
-Schnellere Verdichtung des Schnees durch Präparation und befahren
-Mehr Konservation des Schnees über den Sommer durch Depots und Abdecken mit Flies (das macht man nunmal fast ausschließlich auf erschlossenen Gletschern weil da ein Wirtschaftliches Interesse da ist)
-Und eigentlich auch noch das Zubaggern von Spalten was die effektive der Sonne bzw. warmen Sommerluft ausgesetzten Oberfläche des Gletschers verringert.

Ich würde nicht sagen dass der Wintersport einem Gletscher schadet.
Ich glaube nicht, dass das so einfach ist.
Weder Vermattung noch Beschneiung haben großflächig Auswirkungen auf den Gletscher, Ausnahme, Winzlinge wie der Diavolezzafirn die komplett zugedeckt werden. Beim Verdichten und Präparieren geht auch Schnee verloren, Dieselruß und Reifenabrieb verdunkeln das Eis, Schneeverschiebungen nützen nicht immer dem Gesamtgletscher. Gleiches gilt für den Müll, den jeder Skifahrer unabsichtlich dort lässt, Mikroplastik in Form von Skibelag und Kleidungsfasern sowie Wachse. Der Meiste Müll auf einem Gletscher stammt aber leider vom Betreiber...
Das Zermahlen von Gletschereis zu Crunsh Eis vergrößert die Oberfläche und verringert die Dichte,lässt das Eis schneller schmelzen. Was für Auswirkungen das Spatenstopfen hat, kann ich nicht sagen. Es wird schon einen Unterschied machen ob man Eis oder Schnee nimmt.
Letzlich aber auch egal, die erschlossenen Gletscher schmelzen genauso schnell wie die nicht erschlossenen. Ob man bei so Extremfällen wie Presena oder Diavolezza überhaupt noch von einem Gletscher sprechen kann, ist die Frage.
 
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