Hibbe schrieb:
ThomasK schrieb:
Zermatt hat ungefähr 34 Viertausender auf seinem Gemeindegebiet. Es geht nicht darum, auf alle Viertausender eine Anlage zu bauen, aber 2 - 3 Viertausender sollten meiner Meinung nach durchaus mit Seilbahnen erreichbar sein.
Aus alpinistischer Sicht könnte man bei diesem Vergleich (2-3 Viertausender opfern, weil es ja insgesamt 34 hat) nun entgegnen, dass viele der Viertausender auch dem Fußvolk zunehmend schwer zugänglich werden. Das Matterhorn wird aktuell (sowohl von italienischer, als auch von schweizer Seite her) nicht mehr geführt. Auch verschiedene Gipfel auf der Spaghettirunde, beginnend oben am Klein Matterhorn werden aufgrund der aktuellen Situation (viele offene Spalten, schwache und dünne Spaltenbrücken, sulziger Schnee) nicht mehr geführt.
Ich frage mich dann auch, ob es so sehr viel bringen würde da jetzt noch eine Seilbahn ans Breithorn zu nageln. Zumal irgendwann wohl auch die Höhe erreicht ist, die für das Skipublikum ohne Akklimatisation auch nicht mehr so super geeignet ist. Mit der Bahn direkt auf über 4.000m rauffahren bekommt nicht jedem gut.
Persönlich sehe ich die aktuelle Entwicklung auch sehr kritisch. Dass Sommerski ein Auslaufmodell wird trifft mich dabei weniger hart als die Tatsache, dass die Gletscher insgesamt massiv leiden und, dass außerdem viele Berge gefährlich bröckeln. Sei froh, dass du nur Alpinskifahrer und kein Bergsteiger bist. Mit technischen Mitteln lässt sich der alpine Skisport sicher noch lange Zeit gut aufrechterhalten. Nur vielleicht nicht mehr im Hochsommer.
Da ich diese Woche selbst im Wallis im Saastal unterwegs war ein paar Eindrücke und Stichpunkte von mir dazu:
- Weissmies Normalweg von Hohsaas ist vom Serac bedroht (Eisschlag) und blank -> Daher sehr anspruchsvoll und riskant. Bei guter Schneelage ist das einer der Brot&Butter-Berge der ansässigen Bergführer, die dort zig mal im Jahr rauf und runter gondeln. Wird aktuell kaum noch begangen. Wir haben diese Planung auch gestrichen.
- Auf der Südseite der Weissmies konnte sich der Staub zwischenzeitlich kaum legen, bevor wieder Steine ins Tal purzelten
- Beim Abstieg über den Südgrat purzelt es immer wieder unter einem -> Unsere Berge lösen sich gefühlt auf
- Von der Felskinnbahn zur Britanniahütte konnte man früher ganzjährig mit der Pistenraupe zur Hütte fahren. Letztes Jahr gings zumindest zu Fuß noch auf der 3.000m Höhenlinie. Dieses Jahr mussten wir zunächst gut 150 Höhenmeter absteigen, weil der ursprüngliche Weg mitten im Gletscher- und Permafrostrückzugsgebiet liegt. Übersät mit lockeren Blöcken. Nachschub kommt regelmäßig aus der Flanke runter. Zudem Blankeis von der Bahn weg.
- Auf der Britanniahütte wurde das Trinkwasser die letzten Jahre schon knapp. Zuletzt hat man ein Schneefeld oberhalb der Hütte vermattet und sich damit ganz gut gerettet. Nach diesem Winter/Frühjahr war da aber nix zum vermatten. Aktuell liegt ein Wassersack auf der Terasse. In der Hütte selbst fließt nur sehr wenig Wasser (immerhin überhaupt noch ein paar Tropfen zum Händewaschen). Demnächst muss man sich etwas neues einfallen lassen, wenn man den Hüttennbetrieb mit Kochen, Abwaschen usw. aufrecht erhalten will. Ich frage mich auch, ob die Hütte selbst nicht vom auftauenden Permafrost bedroht ist (wie aktuell bspw. die Stüdlhütte am Glockner)
Die Bergwelt verändert sich aktuell massiv und unumkehrbar. Wird zwar immer wieder mal gute Jahre geben (2021 würde ich dazu zählen) aber solche extremen Sommer wie aktuell werden gefährlich. Und so wie sich der Sommerskifahrer daran gewöhnen muss, dass nicht mehr jeden Sommer durchgehender Skibetrieb möglich sein wird, so wird auch der Alpinist akzeptieren müssen, dass viele einst schöne Berge und Routen, (teils dauerhaft) nicht mehr möglich sein werden.
Ich denke mal, das wir uns einig sind, dass die Klimaerwärmung Fakt ist. Und somit sind wir uns auch logischerweise einig, dass die Gletscher abschmelzen werden. Je nach Ausmaß der Klimaerwärmung werden die Gletscher nur noch über 3600 m Seehöhe existieren können.
Der Permafrost wird sich in Höhen auf über 4500 m zurückziehen.
Auch ist unbestitten, dass die aktuelle Klimaerwärmung - also seit 1900 - vom Menschen verursacht ist.
Der Punkt ist aber der, was nun
klimaschädliches Verhalten ist.
Und da ist die Beweislage erdrückend - es gibt viele Modellrechnungen dazu - dass Flugreisen nach Mallorca oder Autofahren beim CO²-Ausstoß ganz weit vorne mit dabei sind.
Wer jedoch beispielsweise mit dem Zug nach Zermatt fährt und mit der Seilbahn auf das Kleinmatterhorn fährt, hinterlässt nur einen kleinen ökologischen Fußabdruck. Das Wallis hat so viel Strom aus Wasserkraft, dass die gar nicht wissen, wohin damit. Sehr viel Strom exportiert daher das Wallis.
Der Punkt, worum es mir geht, ist nun folgender:
Wenn jemand auf dem Breithorn skifährt, dann wird eben auf dem Breithorn
KEINE Schneise in den Schutzwald gehauen. Es werden eben ein paar Gletscherflöhe 20 m umziehen müssen, aber das war´s dann auch schon. Die Seilbahnen und die Eisenbahnen sind sowohl im Hinblick auf den Flächenbedarf, im Hinblick auf die Sicherheit, im Hinblick auf die Lärmentwicklung und im Hinblick auf den ökologischen Fußabdruck dem Straßenverkehr und dem Luftverkehr deutlich überlegen.
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In einem früheren Posting hatte ich es ja schon erwähnt, dass jedes Tankerunglück im Hinblick auf die ökologische Katastrophe eines Krieges Kindergartengeburtstag ist. Egal ob es um Verseuchung geht, Vernichtung von Ressourcen, Kontaminierung, CO²-Ausstoß usw.
Wie völlig destruktiv unsere Bundesregierung agiert, habe ich ja schon am Tankrabatt aufgezeigt. Einerseits wird gepredigt, dass unbedingt Öl eingespart werden muss, sei es aus Klimaschutzgründen, sei es, weil man Russland zwingen will, den Krieg zu beenden, aber andererseits gewährt die Bundesregierung 30 Cent pro Liter Benzin Steuerrabatt.
Jeder weiß doch, dass die Nachfrage steigt, wenn die Preise gesenkt werden. Die Bundesregierung kann ich überhaupt nicht ernst nehmen. Mir fehlt hier ein vernünftiger Maßstab.
Auf dem Breithorn stören die Skifahrer doch keinen. Da braucht man keine Beschneiung und es müssen keine Trassen in irgendwelche Schutzwälder gehauen werden. Wo ist das Problem?
Ich war ja oft genug zu Fuß auf dem Breithorn. Ich habe auch schon Skifahrer auf dem Breithorn gesehen. Die sind dann eben vom Kleinmatterhorn zu Fuß nach oben gegangen und hatten dann vom Breithorn bis Kleinmatterhorn den Hang für sich alleine. Die Skifahrer waren dann abseits vom Normalweg auf das Breithorn, den alle Bergwanderer benutzt haben, alleine in den Tiefschneehängen unterwegs. Diese Skifahrer am Breithorn brauchten keine Beschneiung und diese Skifahrer brauchten keine Trassen in Schutzwäldern auf 1500 m Seehöhe.
Wo ist das Problem, wenn auf dem Breithorn skigefahren wird und eine Seilbahn dorthin gebaut würde? Derzeit ist das zwar nicht geplant, aber ich sehe das Problem nicht.
Was aber ein Problem ist, wenn mit Bachialgewalt in
NIEDRIGEN Meereshöhen Skifahren mit Gewalt
gegen die Klimaerwärmung erzwungen werden soll.
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Und was die Bergsteiger anbetrifft, ist es doch so, dass, wenn
GELEGENTLICH eine Seilbahn auf einem Viertausender anzutreffen ist, das auch für sie mehr Sicherheit bedeutet. Trotz guter Wettervorhersage kann es immer noch sein, dass das Wetter mikroklimabedingt umkippt und es für die Bergsteiger eine Erleichterung ist, wenn man eine Mehrtagestour dann zwischendurch abbrechen kann.
Wenn ich beispielsweise auf die Zugspitze gehe, dann gehe ich normalerweise vom Bahnhof Garmisch alles an einem Tag bergauf und bergab.
Ich war aber auch schon einmal in der Situation, dass ich auf die Zugspitze gegangen bin und dann urplötzlich - entgegen der Wettervorhersage - das Wetter gekippt ist. Eigentlich wollte ich am selben Tag auch wieder bergab gehen, aber dann habe ich gesehen, dass das keine gute Idee wäre, auf dem Klettersteig bei Gewitter bergab zu gehen. Also bin ich in die Seilbahn gestiegen und gut war´s.
Übrigens gab es vor 100 Jahren in München heftige Demonstrationen und Diskussionen, weil eine Bergbahn auf die Zugspitze gebaut werden sollte. Es war von Umweltfrevel die Rede und davon, dass man für die Bergsteiger das Erlebnis Zugspitze kaputtmachen würde, wenn man mit einer Bahn hinaufführe. Heute will keiner mehr etwas von den damaligen münchner Demonstrationen gegen den Bergbahnbau bezüglich der Zugspitzerschließung wissen. Heute sind auch echte Bergsteiger im Zugspitzmassiv unterwegs. Kein Mensch stört sich an den Seilbahnen. Wichtig ist nur, dass man konsequent verhindert, dass Autos auf die Zugspitze fahren können. Und wer seine Ruhe haben will, geht z.B. auf die Partenkirchener Dreitorspitze, was ich auch schon oft gemacht habe.
Auch die Aussage der Demonstranten vor 100 Jahren, dass man den Tourismus in Garmisch-Partenkirchen zerstört, wenn man eine Bahn auf die Zugspitze baut, hat sich als Falschaussage erwiesen. Ganz im Gegenteil: Die Bayerische Zugspitzbahn schreibt schwarze Zahlen und andere Branchen im Werdenfels verdienen mit.
Bei den Seilbahnen plädiere ich für eine
maßvolle Erschließung einzelner ausgewählter Berge.
Wo aber richtig Druck gemacht werden muss, ist bei der Verkehrswende, weg von Straße und Kurzstreckenflügen um Verkehr auf die Schiene zu verlagern.
Wer etwas für die Gletscher tun will, sollte gegen Flüge Frankfurt - München, München - Zürich, München - Wien usw. kämpfen und nicht gegen eine Breithornseilbahn.