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Gletscher-Abschmelzung

https://science.orf.at/stories/2942562

Besonders im Norden und Westen Österreichs kam es zu extrem starker Gletscherschmelze, die Gletscher der Hohen Tauern kamen etwas glimpflicher davon. Aufgrund der hohen Temperaturen und der unterdurchschnittlichen Schneelage am Ende des Winters aperten die Gletscher bis teils in die Gipfelbereiche aus.
 
Aufgrund der hohen Temperaturen und der unterdurchschnittlichen Schneelage am Ende des Winters
:gruebel: unterdurchschnittliche Schneelage am Ende des Winters??
 
Ja, ist schon richtig. Dieses Jahr gabs am Ende des Winters, ergo im Frühling, da oben weniger Schnee, als sonst üblich zu dieser Zeit, weil das Frühjahr sehr warm war und es auch zeitig bis hoch geregnet hat.
 
Genau. Normalerweise werden die Maximalwerte der Schneebedeckung auf den Gletschern Ende Mai erreicht. Dieses Jahr war das schon Ende März. Danach kam kaum mehr was nach und es war dauernd viel zu warm.
 
Ich find das ist sie quasi schon, weil der Nachschub vom Hufeisenbruch ausbleibt bzw die restliche Verbindung sich kaum mehr bewegt.
Ne befreundete Glaziologin meint die Pasterze ist es gerade noch nicht, aber in ein paar Jahren...
 
Ihr spricht aber jetzt von der Zunge der Pasterze. Auch der Gletscher oberhalb des Hufeisenbruchs gehört ja zur Pasterze und dort sind wir von einem Toteisfeld noch weit entfernt.
Was nichts daran ändert, dass die Veränderungen unterhalb des Hufeisenbruchs in den vergangenen 10 bis 15 Jahren dramatisch sind.
 
snowflat schrieb:
Die Pasterze auf dem Großglockner, Österreichs größter Gletscher, ist erneut stark geschmolzen. In nur einem Jahr verlor sie im unteren Bereich rund sechs Meter an Eisdicke. Das liegt nah an den Rekordwerten im Jahr 2017 und 2015.
Quelle: Pasterze erneut stark geschmolzen

Dieses Jahr war wohl leider besonders dramatisch, was den Volumenabbau der Gletscher betrifft.
Der Aletschgletscher verlor nach dem unten verlinkten Artikel im unteren Bereich zwischen Juni und Oktober diesen Jahres mehr als 10 Meter an Dicke.

(...)Geht es so weiter wie 2018, werden kleine und mittlere Gletscher schon 2050 verschwunden sein. Von grossen Gletschern wie dem Aletschgletscher bleibt bis dahin nicht mehr viel! «Es hat eine Beschleunigung gegeben: Die Gletscherschmelze schreitet doppelt so schnell voran wie bisher angenommen. (...)
Quelle: https://www.blick.ch/news/schweiz/klimaexperten-warnen-gletscher-schmelzen-doppelt-so-schnell-wie-gedacht-id15011320.html
 
Ende August war ich auch auf der Franz Josef Höhe und war erschrocken über den Rückgang in den letzten 10 Jahren
 
Bin über ein Bild vom Mittelbergferner gestolpert. Aufnahme ist auf 1959 datiert und vermutlich von der Braunschweiger Hütte aus gemacht worden.

5B3BD7A0-20F5-4A78-B0EF-0EA4A0902D3C.jpeg


https://pid.volare.vorarlberg.at/o:25042
Vorarlberger Landesbibliothek
 
Spechti schrieb:
Bin über ein Bild vom Mittelbergferner gestolpert. Aufnahme ist auf 1959 datiert und vermutlich von der Braunschweiger Hütte aus gemacht worden.

5B3BD7A0-20F5-4A78-B0EF-0EA4A0902D3C.jpeg

https://pid.volare.vorarlberg.at/o:25042
Vorarlberger Landesbibliothek


Hab mir mal erlaubt ne ähnliche Ansicht aus Google Earth rauszukopieren (Bild ist von 2015, das aktuellste ist mit Neuschnee, fand ich ungeeignet).
 
Ist zwar nicht direkt zum Thema Gletscher-Abschmelzung, aber ich stelle den Artikel mal trotzdem hier rein, die Permafrost-Erwärmung gehört ja zum Thema dazu.
Interessant finde ich die Tatsache, dass die Erwärmung des alpinen Permafrosts bei schneearmen Wintern reduziert wird. War mir so nicht klar.

:arrow: https://www.1815.ch/news/schweiz/news-schweiz/der-permafrost-in-der-schweiz-erwaermt-sich-wieder-weiter/

Im hydrologischen Jahr 2016/2017 machte die Erwärmung des alpinen Permafrosts in der Schweiz eine Pause, was auf ein bis zwei schneearme Winter zurückging. Nun setzt sich die Erwärmung jedoch fort: In den oberflächennahen Schichten lagen die Temperaturen 2017/2018 wieder nahe bei oder über den bisherigen Rekordwerten, wie die Schweizerischen Akademie der Naturwissenschaften am Dienstag mitteilten.
 
Kann jemand erklären, warum schneearme Winter die Erwärmung reduzieren?
Ist für mich völlig unlogisch, normal müsste doch die Schneedecke vor der sommerlichen Hitze schützen.
 
Der Schnee isoliert gut. Hat es wenig Schnee kann die Kälte besser ins Gestein eindringen. Klar im Sommer ist es andersrum - wichtiger ist aber wohl der Herbst und Frühling - ist hier wenig Schnee dann kühlt es besser durch. Im Sommer hat es außer auf Gletscherfläche eh keinen Schnee.
 
extremecarver schrieb:
Im Sommer hat es außer auf Gletscherfläche eh keinen Schnee.

Das kann man für den gesamten Sommer nicht sagen, sondern höchstens für den Spätsommer. Im Juni und Juli kann es noch sehr viel Schnee in den Hochlagen auch außerhalb von Gletscherflächen haben.
 
Aber die Erde an sich ist ja schon warm - und muss Wärme abgeben. Dass dürfte das entscheidende Problem an der Sache sein. (Kälte eindringen ist ja eh Schwachsinn physikalisch) - und vernünftig Wärme abstrahlen wird nur gehen wenn kein Schnee liegt.
 
Kälte aufnehmen beziehungsweise Wärme abgeben sind genau die selben Vorgänge, nur das die Physik halt mit ersterem rechnet. Und warum ist die Erde an sich schon warm, wenn sie doch ursprünglich durch den Permafrost gefroren war? In diesem Sinne muss ja die Wärme von außen kommen, und da wäre doch der übersommernde Schnee eine perfekte Isolierung.?
 
Pauli schrieb:
Kälte aufnehmen beziehungsweise Wärme abgeben sind genau die selben Vorgänge, nur das die Physik halt mit ersterem rechnet.
2. Hauptsatz der Thermodynamik nicht vergessen:https://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Hauptsatz_der_Thermodynamik

Pauli schrieb:
Und warum ist die Erde an sich schon warm, wenn sie doch ursprünglich durch den Permafrost gefroren war?
Stimmt so nicht, der Permafrost hat sich dort gebildet, wo die Abstrahlung höher ist als der Wärme-Nachschub aus dem Erdinneren und dadurch Wasser im Gestein gefrieren konnte. Irgendwann war ja die Oberfläche noch flüssiges Gestein, die Erde schein sehr langsam abzukühlen. Permafrost hat sich erst viel später bilden können und war, ebenso wie auch Gletscher, auch in den letzen paar 100 Millionen Jahren nicht immer vorhanden.

Pauli schrieb:
In diesem Sinne muss ja die Wärme von außen kommen, und da wäre doch der übersommernde Schnee eine perfekte Isolierung.?
Leider falsch. Im Laufe eines Jahres wird ab einer bestimmten Höhe (von der Geologie, Ausrichtung und Breitengrad abhängig) mehr Energie abgestrahlt als aufgenommen. Und zwar genug um auch die Wärme, die aus dem Erdinneren ans Gestein an der Oberfläche abgegeben wir auszugleichen. Und wo die Wärmebilanz für das Gestein negativ ist, erschwert der Schnee an der Oberfläche die Abstrahlung und führt daher dazu, dass sich das Gestein langsam erwärmt.

Durch den Klimawandel steigt die Seehöhe in welcher Permafrost existieren kann langsam an, wobei Permafrost oft noch viel langsamer darauf reagiert als Gletscher.
 
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