St. Vigil: Evakuierung aufgehoben
Am frühen Dienstag Nachmittag kam für die 26 evakuierten Personen der zehn Häuser im Umkreis der Talstation der Cianross-Umlaufbahn die erlösende Nachricht: Die Evakuierung konnte aufgehoben werden; ab 17.30 Uhr durften alle wieder zurück in ihre Häuser.
Nachdem sich die Mure mehr als einen ganzen Tag lang nur mehr um Millimeter fortbewegt hatte und gleichzeitig der massive Schutzwall zwischen Häusern und Murenkegel fertig gestellt werden konnte, beschloss das Gemeindezivilschutzkomitee in seiner am frühen Nachmittag einberufenen Sitzung die Aufhebung der Evakuierungsverordnung. Endgültige Ruhe kehrt deshalb zwar noch lange nicht am Cianross-Hang ein, aber der unmittelbare Katastropheneinsatz für die Einsatzkräfte, Techniker und die Gemeindeverwaltung ist damit zu Ende.
Seit 16 Uhr am Samstag standen über 100 Feuerwehrmänner der Wehren von St. Vigil, Enneberg, Welschellen, Bruneck, Corvara, St. Sigmund, Stefansdorf, St. Martin/Thurn, Mühlen und des Bezirksverbandes Unterpustertal rund um die Uhr im Einsatz. Mit ihnen waren Geologen, Förster und Fachleute der zuständigen Landesämter, allen voran des Landeszivilschutzamtes, der Gemeinde, der Liftgesellschaft und der Carabinieri im Einsatz. Sehr bewährt haben sich dabei die Ausrüstungen der Feuerwehr zur Aufrechterhaltung der Beleuchtung am Cianross-Hang, die den Baggerfahrern ihre gefährliche Arbeit im Auslauf der Mure wesentlich erleichtert und den Geologen eine ständige Kontrolle des gesamten, etwa 60 Meter breiten und über 100 Meter langen Murenkegels, ermöglicht hatte.
Am Sonntag Nachmittag hatte sich die Mure soweit stabilisiert, dass mit Baggern erste kleinere Kanäle in den Murenkegel gezogen werden konnten, um das zum Teil immer noch stark durchnässte Erdreich entwässern zu können.
Am Montag wurden weitere Kanäle gelegt und das Wasser in Rohren zum Bach im Tal abgeleitet. Dies und der gleichzeitig im Auslauf der Mure aufgeschüttete Schutzwall ließen die Mure im Laufe der Nacht zum Montag so gut wie zum Stillstand kommen, sodass die ärgste Gefahr am Dienstag gebannt war; die Evakuierung und mit ihr die unmittelbare Notlage aufgehoben werden konnte.
Am Montag wurde neben den Arbeiten am Murenkegel selbst auch mit dem Abbau der Liftanlage begonnen. Von Montag auf Dienstag hatte sich die Mure nur mehr um zwei Zentimeter bewegt.
Um 13.30 Uhr begann am Dienstag die Sitzung, wo die Fachleute alle ihre Beobachtungen und Beurteilungen der Lage erklärten und zum Schluss kamen, die unmittelbare Gefahr sei gebannt. Nach 78 Einsatzstunden erklärten Einsatzleiter, Bezirksfeuerwehrpräsident Anton Schraffl und Ortskommandant Oswald Obojes, am Dienstag um 16.30 Uhr den Katastropheneinsatz der Feuerwehren für beendet.