starli2 schrieb:
Hm, was sagen da jetzt diejenigen dazu, die laufend argumentieren, dass es ja ganz logisch sei, dass Skigebiete im April geschlossen werden, weil sich die Kosten für die paar Skifahrer ja nicht rentieren und die Seilbahnen ja auch schauen müssen, dass sie Gewinn machen???
einer davon, der nicht für "diejenigen" alle sprechen kann, aber bis zur letzten Flocke fährt

sagt:
a) ich weiss nicht, ob es sich für Livigno lohnt, so früh zu öffnen (Marketing Effekt, oder ???), das müssen die wissen...,
Hypothese: Wenn man ohnehin einen Grundstock Mitarbeiter für Saisonvorbereitung mit Beschneiung, Grundpräperation, Vorbereitungsarbeiten beschäftigt, wenn dazu einige wenige Bahnen ohnehin laufen, dann kann man ja auch die Piste noch abziehen und Leute drauf lassen, die Mehrkosten dürften überschaubar sein, auch wenn wenige kommen und der Ertrag praktisch "0" ist
b) Hypothese a) gilt natürlich nicht, wenn man länger offen hält und kaum einer kommt, denn die Mehrkosten fallen für jede weitere Woche, in der man Saisonkräfte länger beschäftigt, sehr wohl ins Gewicht, wenn der Ertrag gegen "0" geht
c) Speziell Livigno liegt so abseits, dass Tagesgäste wohl weniger eine Rolle spielen. Wenn man also öffnet (so das überhaupt sinnvoll ist), dann kann ein Gratis Skipass ein netter Werbeeffekt für Übernachtungen und Gastronomie sein und dort Einnahmen generieren. Die Opportunitätskosten für entfallene Einnahmen aus nicht schlafenden, nicht essenden Tagesgästen dürften marginal sein.
Aus eigener Erfahrung letztes Jahr, an einem schönen Wochentag in Livigno: Kaum Leute, kaum Tagesgäste aber ziemlich viele Tschechen...
d) Es gibt ja Gebiete, die bis Ende April / Mai offen haben. Alle, die ich in der Zeit besucht habe, waren i.d.R. angemessen ausgelastet aber nicht voll. Ich bezweifle nicht, dass es sich für die lohnt.
Ich glaube aber auch nicht, dass mehr offene Gebiete absolut mehr Skifahrer anlocken, als ohnehin in den wenigen Gebieten unterwegs sind, ergo, wenn sich die wenigen auf mehr Gebiete verteilen, dann lohnt es für keinen mehr.
e) fällt mir auf, dass Gebiete mit längeren Öffnungszeiten meist auch einen hohen Anteil nicht-Skifahrer haben. D.h. die Zubringer laufen ohnehin und machen Umsatz, die "begleitende" Infrastruktur wie Restaurants etc. ist in begrenztem Umfang auch offen, die Betreiber haben überproportional viele Festangestellte ggü. Saisonkräften und die offenen Anlagen / Pisten dürften vom Arbeitsaufwand mit den Festangestellten zu stemmen sein. (z.B. Titlis, in Livigno war's letztes Jahr auch so, dass das Angebot sehr begrenzt war)
Ergo die Mehrkosten für Skibetrieb halten sich in Grenzen und man muss nicht Saisonkräfte auf "Verdacht" länger anstellen, in der Hoffnung auf eine gute Frühjahrs-Saison in womöglich kritisch tiefer Höhenlage
Die Beobachtungen a) - e) beziehen sich auf Schweiz und Livigno, wenn dies in Starli2's "Haupteinsatzgebiet" anders ist, da kenn ich mich nicht aus.