Auch wenn ich keine Berichte schreibe, will ich trotzdem hier wenigstens ein paar Bemerkungen zu einer doch außergewöhnlichen Skisaison bereitstellen. Da ich bereits zuvor den Luxus von zwei Saisonkarten -
TSC und
SSSC- zu schätzen gelernt habe, hab ich mir auch diesen Winter die beiden geleistet. Heißt aber auch, dass ich mich ausnahmslos auf die teilnehmenden Seilbahngesellschaften "beschränkt" habe. Die grundlegende Idee dahinter war, dass es im kombinierten Gültigkeitsbereich der beiden Karten praktisch immer ein meinen bescheidenen Ansprüchen an einen Skitag - ein bisschen Bewegung auf Ski an der frischen Luft- entsprechendes Ziel mit brauchbaren Schnee- und Wetterbedingungen geben würde, wenn man denn zum spontanen Hinfahren zu diesem kurzfristig ausgesuchten Ziel als Tagesfahrt von meinem zentral gelegenen Standort aus bereit ist. Anders gesagt: Die Wahrscheinlichkeit, dass an irgendeinem Tag alle Ziele zwischen dem steirischen Ennstal im Osten, Lungau und Osttirol im Süden und Ischgl im Westen durch Wetter oder (Nicht-)Schnee ausfallen, ist sehr klein, zumal im Gebiet ja auch alle österreichischen Gletscherskigebiete enthalten sind. Die Fahrtstrecken nach Osten sind zwar von Kufstein aus etwas weiter, werden aber durch die schnelle Erreichbarkeit von der Autobahn aus kompensiert. Letztlich ist der Zeitaufwand für die Autoanfahrt z.B. nach Ischgl in etwa gleich dem nach Obertauern. Am Ende bin ich etwas mehr als 20000 km in Tirol und Salzburg "rumgegurkt", wie das starli andernorts treffend bemerkt hat. Das muss man sich leisten wollen; ich empfehle als Gedankenexperiment die Bestimmung der Preisdifferenz beim Verkauf eines 4 Jahre alten Gebrauchtwagens, einmal mit 80000 km auf dem Tacho und einmal mit 160000 km. Geteilt durch 400 ist das dann der wesentliche Anteil an den Skifahr-bedingten Autokosten pro Skitag.
Voraussetzung für die Zielwahl ist natürlich eine einigermaßen brauchbare Beurteilung der Wettersituation. Hinsichtlich der Wetterprognosen verwende ich nur einen Anbieter, nämlich die ZAMG. Dort betrachte ich zunächst die Großwetterlage in der
Satellitenbilder-Animation für die vergangenen 12 Stunden. Vom gerechneten
Vorhersagemodell für die nächsten 3 Tage schau ich mir als Animation meistens nur den Niederschlag an. Wenn in diesem Modell ein Gebiet für die Zeit von 10-16 Uhr als niederschlagsfrei angezeigt wurde, dann hab ich das fast immer vor Ort als zutreffend gefunden. Dabei lohnt sich immer der Blick aufs Detail. Z.B. gibt das Modell einen Hinweis, wo bei einer zusammenbrechenden Föhnlage zuerst der Niederschlag einsetzen wird. Als Entscheidungshilfe bei der Kurzzeit-Zielwahl in der Früh helfen natürlich auch die Webcams im angepeilten Gebiet oder einige hochgelegene Kameras an strategisch gelegenen Stellen.
Beispiel Palinkopf in Ischgl oder die hochauflösenden Kameras auf
Foto-Webcam.eu Seite, wie z.B. die Kamera auf dem
Schareck.
Korrigiert habe ich das immer wieder mal in spontanen Entscheidungen nach Augenschein auf der Fahrt. Wenn ich beim Rauffahren im Inntal auf Höhe Zillertal noch Wolken im Süden gesehen hab, dann bin ich halt noch weiter Inntal- aufwärts gefahren. Mir ist allemal lieber, ich steh um halb 11 in Sölden in der Sonne, als um 9 Uhr im Zillertal unter einer milchigen Wolkendecke. Bei meiner Skifahrhäufigkeit leiste ich mir ganz bewusst und locker den Luxus, nicht bei den vor der Schrankenöffnung zur ersten Liftfahrt mit den Hufen scharrenden Wilden dabei zu sein. Brauch ich echt nicht; zum einen langen mir die Strecken und Höhenmeter, die ich beim Durchfahren von 10 bis 4 schaffe, und zum anderen brauch ich auch mal ein bisschen Schlaf. Ist schon ein Unterschied, ob man, wie anscheinend manche Forumsteilnehmer, das Defizit vom Wochenende dann in der Arbeit auskuriert, oder ob man 30 Tage im Stück Ski-Tagesausflüge mit nicht vernachlässigbaren Auto-Anfahrtstrecken absolviert.
Hinsichtlich Ausrüstung bin ich in dieser Saison ausschließlich mit drei Paar K2 gefahren und hab die älteren Salomon-Ski nicht mehr angerührt. Die drei K2 Modelle AMP Stryker, Charger und Bolt decken für mich als Nur-Pistenfahrer ideal den Bereich zwischen Lockerschnee (gab's in dieser Saison selten) bis zu einer hart gefrorenen Kunstschneepiste ab, wofür der "Bolt" ein recht brauchbares, bissiges Gerät ist. Am meisten bin ich mit dem 186 cm langen Charger gefahren, mit dem ich außerordentlich zufrieden bin. Hab mich auch entschieden, die Skipräparierung selbst "in die Hand zu nehmen" und bin mit ganz wenigen Ausnahmen bei den Mehrtagestouren immer mit täglich zart mit Hand nachgeschliffenen Kanten (88 Grad Seite und 0.5 Grad abgehängt unten) und frisch heißgewachstem Belag gefahren. Nach 6 Stunden auf der Piste ist nämlich das Wachs entlang der hoch belasteten Stellen im Bereich von der Skimitte nach hinten aus dem Belag ausgerieben und der Belag schaut dann dort neben der Kante grau aus. Mag ja Einbildung sein, aber mir schienen die frisch präparierten Ski immer die paar Minuten Arbeit wert zu sein. Wenn man das jeden Tag macht, dann flutschen auch die notwendigen Handgriffe wie von selbst. Belagsschäden hatte ich bei allen Skiern nur äußerst selten und auch nur kleine, die sich gut mit Tropfstift ausbessern, plan feilen und abziehen ließen. Lag aber auch an der Zielwahl, bei der ich einen Bogen um alle Gebiete gemacht habe, für die der Augenschein oder die Berichte hier im Forum auf Ski-verschleißende Bedingungen hindeuteten. Dadurch bin ich doch öfter z.B. auf dem Hintertuxer Gletscher gelandet, wenn mir die Bedingungen im näheren Heimatumkreis zu rustikal mit botanischen und mineralogischen Einsprengseln schienen.
Wie man an der Skiline-Zusammenfassung sieht, in der zusätzlich die 21 Skitage in Gebieten ohne Skiline mit blaue umrahmten Kästchen markiert sind, lag der Schwerpunkt im Dezember, wo ich 6 Wochen Urlaub am Stück genommen hab, auch um endlich mal etwas von dem Jahr zu Jahr weitergewälzten Berg aus Uralt-Urlaub und Zeitkonto runter zu kommen. Da hat man dann auch die Personaler auf seiner Seite, weil die in ihren Zielvereinbarungen eine Reduktion des Resturlaubs der Belegschaft ganz oben stehen haben.
In Summe dürfte ich an den 108 Skitagen über eine Million Höhenmeter gefahren sein, wenn ich an den 21 Tagen in den Skiline-losen Gebieten wie Ischgl, Stubaier, Kitzsteinhorn, Obertauern nicht völlig unterdurchschnittlich gefahren bin. Hab auch praktisch ausnahmslos mein Garmin-GPS mit maximaler Auflösung mitlaufen lassen und die Tracks gespeichert, um Material für mein Statistik-Projekt zu den tatsächlich gefahrenen Weglängen zu sammeln. Wird aber noch länger dauern, bis ich dafür mal Zeit auftreibe.
Edit: Über die Datumsziffern möchte ich zu (fast) jedem Tag ein Bild verlinken; das wird etwas dauern, deshalb einige Edits an diesem Beitrag.
Hintertux Oktober
4. 6. 13. 20., November
2., Dezember
3. 23. 30. 31., Januar
3. 9., April
28., Mai
1. 13.
Stubaier Gletscher: Oktober
5. 12., November
25., Dezember
4., April
11., Mai
12.
Sölden: Oktober
19., November
17. 24., Januar
8., Februar
23., April
6. 29., Mai
4.
Kitzsteinhorn: November
10. 16., April
26. 30., Mai
2.
Kaltenbach, Hochfügen: November
23., Dezember
5., Januar
19., März
15. 21.
Leogang: November 29., Dezember 26., Februar 2. 8., April 18.
Mayrhofen: November 30., März 20.
Ischgl: Dezember
1. 2. 7., April
20.
Kitzbühel: Dezember
6.
Königsleiten: Dezember 8. 9., Januar 7., März 18.
Scheffau: Dezember
12., Januar
5.
Saalbach: Dezember 13., März 29. 30.
Hochkönig: Dezember 14. 16., Januar 4., Februar 15.
Finkenberg: Dezember 15.
Zell am Ziller: Dezember 17., Januar 18., April 17.
St. Johann in Tirol: Dezember
20. 28., Februar 22.
Kirchberg: Dezember
21., Februar
16., März
19., April
10. 21.
Alpbach: Dezember
22.
Fieberbrunn: Dezember
24., März
1.
Jochberg: Dezember 25.
Nauders: Dezember 29.
Matrei, Kals in Osttirol: Januar
1.
Pass Thurn: Januar 2., April 5.
Kühtai: Januar 6., April 19.
Lienz Zettersfeld: Januar
10., März
11.
Sillian: Januar 11. 26., März 10.
St Jakob im Defereggental: Januar
12.
Inneralpbach, Auffach: Januar
25.
Buchensteinwand: Februar
1.
Niederau: Februar 7.
Serfaus Fiss Ladis: Februar 9., März 2., April 7.
Grosseck, Speiereck: März 9. 13.
Aineck, Katschberg: März 12. 13.
Obertauern: März 14., April 27.
Lienz Hochstein: März
16.
Mölltaler Gletscher: März
17.
Zauchensee: März
22.
Zell am See, Schmitten: April 12.
Pitztaler Gletscher: Mai 10.
Kaunertaler Gletscher: Mai
18.
Pläne für die nächste Saison hab ich noch gar keine. Jedenfalls lange ich jetzt bis Oktober erst mal keinen Ski mehr an.