• Willkommen im neuen Alpinforum!

    Das Alpinforum ist erfolgreich auf die neue Forensoftware XenForo umgezogen. Benutzerkonten und Foreninhalte wurden übernommen, sodass ihr euch wie gewohnt anmelden könnt.

    Schaut euch gerne um und probiert die neuen Funktionen aus. Solltet ihr Fehler oder Unstimmigkeiten entdecken, meldet sie bitte im entsprechenden Thema.

    Alle Informationen zur Migration und zum neuen Forum findet ihr hier:

    Zur ausführlichen Ankündigung

    Viel Spaß im neuen Alpinforum!

    Euer Alpinforum-Team

Hagspiel – Hochlitten, 2.1.2012

Hagspiel – Hochlitten, 2.1.2012

Nach einem halben Skitag in der Imberg-Skiarena Steibis suchen wir Zerstreuung für den Nachmittag und begeben uns auf den Weg ins nahe Hagspiel. Ab Schindelberg sind es etwa 2 km Nebenstrasse über die Anhöhe des Dreiländerblicks. Kurz vor den Skiliften biegen wir in eine Stichstrasse ein und entdecken einen zum Parkieren geeigneten Platz: Ein Schneepflug hat neben der Stichstrasse eine kleine Fläche freigeschoben, welche leicht abschüssig ist. Ich fahre rückwärts hinein und will das Auto abstellen. Meine Tochter merkt an: „Da kommst du nicht mehr heraus!“ „Wie? Nicht mehr heraus?“ Verdammt – sie hat Recht. Dank ESP drehen die Räder kaum durch, aber die Karre bewegt sich auch nicht vorwärts. Mist! Was nun? Hilfe im nahen Bauernhaus holen? Nein! Ich versuche es erst mal selbst. Ich beschliesse, die Ketten aufzulegen. – Geht nicht! Die Räder sind leicht in die matschige Wiese eingesunken und die Auflagefläche der Reifen ist zu groß. Ich lege mich auf den Bauch und versuche es mit Gewalt – kein Erfolg, ausser, dass ich von oben bis unten matschig bin. Meine Hände sind schon eiskalt, bei 1 Grad und einsetzendem Regen. Sie sind aber so matschig, dass ich nicht mehr in die schönen Handschuhe schlüpfen will. Also zünden wir die nächste Stufe der Rettungskette: Ich hole den Lawinenklappspaten aus dem Kofferraum und grabe um die Vorderräder herum frei. Dies ist extrem anstrengend, da die matschige Wiese mit einer robust verwurzelten Grasnarbe versehen ist und ich direkt an der Reifenkante graben muss – und das ums komplette Rad herum, also auch auf der Innenseite. Endlich gelingt es mir, die Ketten anzulegen. Ich steige – vermatscht wie ich bin – in den Wagen, versaue den kompletten Sitz, das Lenkrad und den Schalthebel und starte den Motor. Immerhin: Mit Hilfe der Ketten und der schiebenden Kinder hinten fahre ich aus der „Parklücke“. Ich fahre rückwärts in eine freigeschobene Stelle auf der anderen Wegseite, welche am Hang hoch geht (auf die Idee hätte ich vorher kommen sollen). Geschafft!

Bei stärker werdendem Regen hätte man den Skitag hier abbrechen können. Aber wie hätte ich dann meine originale Kleiderfarbe wieder erlangen sollen anstelle des matschigen brauns?

Also: Skistiefel an, Skis geschultert und ab durch den Bauernhof, hinter dem der erste Lift liegt. Hinter dem Bauernhof kann man die Ski anschnallen und leicht abschüssig zum Lift hinüber fahren. Aber Halt! Vorher noch die Reinigungsaktion. Ich werfe mich in den unberührten Feuchtschnee und wälze mich mehrere Meter durch den Schnee: Ergebnis: Ich bin wieder sauber und viele Quadratmeter der Wiese sind braun. Jetzt aber: Ski anschnallen und hinein ins Skivergnügen.

Langsam rutschend überqueren wir die Staatsgrenze und treten vom Allgäu in den Bregenzer Wald.

Litten11.jpg

^^ Auf der Staatsgrenze, teilweise sichtbar an Grenzsteinen


Wie gesagt, wir überqueren die Staatsgrenze. Deshalb geht der Bericht hier im Nachbarforum weiter.
 
Respekt - das nenn' ich mal einen Einsatz!

Danke aber vor allem für diese spannende Kurzreportage, die mal völlig was anderes ist...

Bei Schnee- und sonstigem Matsch, einsetzendem Regen und Temperaturen von 1 Grad die Räder freizuschaufeln ist wohl nicht wirklich ein Hochgenuss.
 
Hi, hi, das ganze erinnert mich an Willingen vor 3 oder 4 Jahren an Ostern

Da steckte ich auf dem Parkplatz der Ettelsberg Seilbahn auch ganz tief im Matsch fest. Schneeketten hatte ich keine dabei!
In meiner Verzweiflung legte ich meine Fußmatten unter die Reifen, was aber auch zum nötigen Erfolg führte.
 
Noch eine Info, warum man in Hagspiel daws Auto abstellt und nicht auf den offiziellen Parkplätzen der Hochlittenlifte: Von Schindelberg nach Hagspiel sind es 2 km Autofahrt. Dort ist man keine 200 Meter von den Liften entfernt. Es gibt aber keine Strasse zu den Parkplätzen - vermutlich aufgrund der Staatsgrenze. Die Strasse führt an der Grenze entlach hinunter ins Tal nach Aach und trifft dort vor der ehemaligen Grenzstation auf die Hauptstrasse. Wollte man die offiziellen Liftparkplätze auf österreichischem Boden aufsuchen, müsste man ganz hinten rum und somit einen Umweg von ca. 15 km fahren.
 
Chasseral schrieb:
Noch eine Info, warum man in Hagspiel daws Auto abstellt und nicht auf den offiziellen Parkplätzen der Hochlittenlifte: Von Schindelberg nach Hagspiel sind es 2 km Autofahrt. Dort ist man keine 200 Meter von den Liften entfernt. Es gibt aber keine Strasse zu den Parkplätzen - vermutlich aufgrund der Staatsgrenze. Die Strasse führt an der Grenze entlach hinunter ins Tal nach Aach und trifft dort vor der ehemaligen Grenzstation auf die Hauptstrasse. (...)

Bis 1997 oder so durfte man ja offiziell nur an den Grenzübergängen rüber. Kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Aber mir ist beim Studieren von Wanderkarten schon öfters aufgefallen, dass bei Staatsgrenzen vorher viele Wege und Strassen noch im Nichts enden, weil es eben früher dort keinen bewachten Übergang gegeben hat.

Meinen Spaten im Auto hab ich die Woche zuvor in Mittenwald einsetzen müssen - es hatte total viel geschneit und ohne Schaufeln wäre ich da vmtl. nicht rausgekommen. Immer gut, so was dabei zu haben. Vor 2 Jahren hatte ich den noch nicht und musste am Parkplatz vom Höllwieslift mit den Händen graben :(
 
Der Weg von Hagspiel nach Hochlitten wird ziemlich sicher vor 1997 auch schon ausgiebig genutzt worden sein. Habe ihn auch schon ausgiebig genutzt... 8)
 
Kann man bei deinem Auto das ESP nicht ausschalten? Meistens ist das, eben wegen solchen Situationen, möglich.
 
GMD schrieb:
Kann man bei deinem Auto das ESP nicht ausschalten? Meistens ist das, eben wegen solchen Situationen, möglich.
Das kann man ausschalten. Ich habe es aber nicht getan, weil ich nicht wollte, dass sich die Reifen tiefer in die Wiese fressen. Zum Glück werde ich demnächst in Frankreich starke Männer dabei haben, die mich in solchen Situationen raus schieben können.
 
Zurück
Oben