Große Pläne mit dem Hochstein
Stadtführung und TVB möchten aus dem Hochstein eine Sportarena machen.
Von GOTTFRIED RAINER
"Mein Wunsch ist die Hochsteinsektion 1 als Erlebnisarena mit Sommerrodelbahn." Mit Nachdruck deponierte dies Bürgermeister Johannes Hibler jüngst. Damit war die Katze aus dem Sack, die TVB-Obmann Günther Grausgruber dort verwahrt hatte. Grausgruber geht schon lang mit großen Hochsteinplänen schwanger. Die Spitzen von Tourismusverband und Stadt sind sich einig: Sie möchten die unterste Hochsteinsektion verstärkt als Sport- und Erlebnisraum nutzen. Und hoffen auf das Ja der Grundbesitzer. Zu allererst aber auf ein störungsfreies Gesprächsklima.
Ein Rohkonzept liegt schon vor, ausgearbeitet von der Firma tourismus-optimierung.at von Helmut Lindenthaler in Abtenau. Es sieht nicht nur eine Sommerrodelbahn von der Moosalm ins Tal und eine Sommerrodelbahn auf der Moosalm vor. Sondern auch eine Kombibahn. Sie verkehrt mit Acht-Personen-Gondeln und mit Sechs-Personen-Sesseln. Die Gondeln ermöglichen es, auch Sportgeräte zu befördern, und sie bringen Kinder sicherer in die Höhe. Mit den Sesseln werden die Skifahrermassen weggeschaufelt.
Die Moosalm soll auch für Tubing genutzt werden. Ein neuer Gaudisport für die Kinder. Man saust in einer Art Autoreifen über den Schnee (im Sommer über eine Kunststoffbahn). Die Rodelbahn entlang der Weltcupstrecke kann ohne Betonarbeiten aufgestellt und in kürzester Zeit wieder abgetragen werden. Der Schlitten gleitet auf einer erhöhten Aluschiene dahin. Sobald die Abfahrt H 2000 durchgehend beschneibar ist, soll die Weltcuppiste als abgesicherte Rennstrecke mit permanenter Zeitmessung und einer fix installierten Anlage für Videoaufnahmen genutzt werden, schlagen die Tourismus-Optimierer aus Salzburg vor.
Im Bereich der Talstation ist ein "Profitcenter" mit Gastronomie, sportmedizinischer Betreuung, Schulungs- und Analyseraum, Fitness- und Wellnessangebot vorgesehen. Die Kosten ohne Profitcenter: 6,6 Millionen Euro. Davon 4,5 Millionen für die Aufstiegshilfe, 500.000 für die große und 200.000 Euro für die kleine Sommerrodelbahn, 100.000 für Fluchtlicht. Die Umsatzprognose geht von 60.000 Fahrten mit der großen und 40.000 Fahrten mit der kleinen Sommerrodelbahn aus. Insgesamt wird mit 635.000 Euro Einnahmen im Sommer und 715.600 Euro Einnahmen im Winter gerechnet. Sogar mit nur 40 Prozent Eigenmitteln würde sich die Investition rentieren, versichert der Projektverfasser.
Grausgruber bemüht sich inzwischen, Vermögende zum Geldeinsatz in Lienz zu bewegen. "Wenn es mir gelingt, den Hochstein zu beleben, bin ich glücklich", verrät er. "Dieser Berg ist unser Potenzial, wir müssen es nutzen." Der Hochstein liegt ideal, ist durch die Weltcuprennen bekannt, bietet den Skifahrern und Snowboardern 1330 m Höhenunterschied. Allerdings: Die Aufstiegshilfen sind mehr als dreißig Jahre alt. Und den Lienzer Bergbahnen fehlt das Geld, sie zu ersetzen.